Autor Thema: 4.3.2019: Straßenbahnfahrer wird Vater (Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn))  (Gelesen 4038 mal)

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101 Ausreden - Natürlich versteh ich den jungen Papa, aber hat man echt so wenig Personal in Reserve?!
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hema

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Mit welcher Ausrede ist er da vom Dienst weggegangen?   ???
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

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Mit welcher Ausrede ist er da vom Dienst weggegangen?   ???

ich nehm an, der ist bei der Ablöse nicht aufgetaucht, er wird ja kaum auf freier Strecke abgestiegen sein.
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fastpage

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Nicht mehr Dienstfähig? Glaubst ein Fahrer/Führer, egal ob Bim,Bus oder Zug, kann sich noch auf die Arbeit konzentrieren wenn man von der Geburt seines Kindes erfährt?
Und ausserdem steht dir an dem Tag Sonderurlaub zu.

Ferry

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Mit welcher Ausrede ist er da vom Dienst weggegangen?   ???

ich nehm an, der ist bei der Ablöse nicht aufgetaucht, er wird ja kaum auf freier Strecke abgestiegen sein.

Ist aber trotzdem eine Sauerei. Man stelle sich vor, ein Arzt würde kurzfristig unangekündigt dem Spitalsdienst fernbleiben, nur weil er Vater wird.

Nur weil ich Vater werde, kann ich nicht einfach auf alles den Hut draufhauen. Frauen bekommen ihre Kinder auch ohne anwesende Väter (und so manche sogar leichter! ;) ).
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

Klingelfee

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101 Ausreden - Natürlich versteh ich den jungen Papa, aber hat man echt so wenig Personal in Reserve?!

Ich würde eher sagen, so kurzfristig könnte man keinen Ersatz auftreiben. Es sitzen nun mal kaum Ersatzfahrer herum, die dann nahtlos übernehmen können.

Nachtrag: Und du weist ja nicht, was für Umstände da noch eingetroffen sind. Bei manchen werdenden Väter ist es besser, wenn man sie in diesem Fall ablöst. Denn sonst sind sie eine Gefahr für die Allgemeinheit.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

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Ist aber trotzdem eine Sauerei. Man stelle sich vor, ein Arzt würde kurzfristig unangekündigt dem Spitalsdienst fernbleiben, nur weil er Vater wird.

Nur weil ich Vater werde, kann ich nicht einfach auf alles den Hut draufhauen. . Frauen bekommen ihre Kinder auch ohne anwesende Väter (und so manche sogar leichter! ;) ).
Entschuldige bitte, aber diese Sichtweise ist genauso familienfeindlich wie die österreichische Gesellschaft.

Natürlich soll ein werdender Vater - insbesondere wenn er keinen Job hat, von dem unmittelbar fremde Leben abhängen - die Möglichkeit haben, bei der Geburt dabei zu sein. Auch dem Arzt sollte dies, sobald etwaige (Akut)Patienten versorgt oder an einen Kollegen übergeben sind, ermöglicht werden. Niemand kann in der Situation seinen Job konzentriert ausüben. Und die WL haben für solche Fälle entsprechende Vorkehrungen zu treffen - dass der Mann Vater wird kommt wohl nicht komplett unerwartet.

Das  :luck: gehört also nicht dem zukünftigen Papa, sondern der Tintenburg, die nicht ausreichend Personal bereitstellt.
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
Mark Twain über die Wienerstadt.

tramway.at

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Inzwischen haben die WiLi geantwortet:

Unser Kollege hat uns natürlich informiert. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir es ihm schnell ermöglichen, dass er zu seiner Frau fahren kann. Die Geburt des eigenen Kindes ist einer der wichtigsten und schönsten Tage im Leben eines Menschen. Unser Kollege hat den Zug in einer Straßenbahnschleife abgestellt, dort wurde das Fahrzeug nach kurzer Zeit von einer anderen Kollegin übernommen. Ein Intervall von 15 Minuten ist für uns in der Situation wirklich nebensächlich.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Klingelfee

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Ist aber trotzdem eine Sauerei. Man stelle sich vor, ein Arzt würde kurzfristig unangekündigt dem Spitalsdienst fernbleiben, nur weil er Vater wird.

Nur weil ich Vater werde, kann ich nicht einfach auf alles den Hut draufhauen. . Frauen bekommen ihre Kinder auch ohne anwesende Väter (und so manche sogar leichter! ;) ).
Entschuldige bitte, aber diese Sichtweise ist genauso familienfeindlich wie die österreichische Gesellschaft.

Natürlich soll ein werdender Vater - insbesondere wenn er keinen Job hat, von dem unmittelbar fremde Leben abhängen - die Möglichkeit haben, bei der Geburt dabei zu sein. Auch dem Arzt sollte dies, sobald etwaige (Akut)Patienten versorgt oder an einen Kollegen übergeben sind, ermöglicht werden. Niemand kann in der Situation seinen Job konzentriert ausüben. Und die WL haben für solche Fälle entsprechende Vorkehrungen zu treffen - dass der Mann Vater wird kommt wohl nicht komplett unerwartet.

Das  :luck: gehört also nicht dem zukünftigen Papa, sondern der Tintenburg, die nicht ausreichend Personal bereitstellt.

Das Thema bezüglich Reservefahrer hatten wir auch schon. Ich frage dich nur. Wie viele Reservefahrer sollen denn die WL bereitstellen? Denn es gibt etliche Ablösestellen und du kannst nun mal nicht zu jeder 1-2 Fahrer hinsetzen, damit sie im Anlassfall gleich den Zug übernehmen zu können.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Signalabhängigkeit

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Ich hab persönlich kein Problem damit ein paar Minuten zu warten wenn dafür ein werdender Vater bei der Geburt seines Kindes dabeisein kann! So viel Zeit muss sein!

Geamatic

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Wie kann man hier von Reservefahrern träumen? Man schafft es ja so schon kaum alle Dienste zu besetzten.

Und natürlich ist der Fahrer nicht einfach so fern vom Dienst geblieben. Der hat es gemeldet, hat den Zug über Auftrag abgestellt und konnte sich auf den Weg machen.
Solche Fälle gibt es immer wieder (auch z.B. bei Todesfällen von Angehörigen), dass der Zug mangels Reservefahrer abgestellt wird.

Den Fahrgästen wird es wohl zumutbar sein, einmal ein bisschen länger auf die nächste Tram zu warten.
Ein  :up: für die Wiener Linien, die schon immer Fahrer ermöglicht haben in solchen Fällen den Dienst zu beenden und für alle anderen, die anderer Meinung sind gibts ein  :luck:

Tatra83

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Wie kann man hier von Reservefahrern träumen? Man schafft es ja so schon kaum alle Dienste zu besetzten.

Das ist sicher ein gravierendes Problem und wird - bei den aktuellen Entwicklungen im Unternehmen (wie z.B. verpflichtendes Rückkehrgespräch nach Krankenständen von mehr als 2 Wochen, bevor man wieder auf den Bock darf) - definitiv nicht besser werden!

Solche Fälle gibt es immer wieder (auch z.B. bei Todesfällen von Angehörigen), dass der Zug mangels Reservefahrer abgestellt wird. [..]
Ein  :up: für die Wiener Linien, die schon immer Fahrer ermöglicht haben in solchen Fällen den Dienst zu beenden und für alle anderen, die anderer Meinung sind gibts ein  :luck:
An anderer Stelle wird sich echauffiert, dass die WL nicht hinter ihrem Fahrpersonal stehen - hier tun sie es ganz offensichtlich und die ganzen Schiffsschaukelbremser schreiben sich in den (A)Sozialen Medien und hier im Forum die Finger wund.
Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. (Karl Lagerfeld)

hema

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Früher hat ein Fahrer in solchen und anderen wichtigen Fällen seinen (Rest-)Dienst "verkauft". Er hat einen Kollegen gesucht (und zu 99 Prozent schnell gefunden), der seinen Dienst gegen Bargeld oder Gegenleistung übernimmt!
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Signalabhängigkeit

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An anderer Stelle wird sich echauffiert, dass die WL nicht hinter ihrem Fahrpersonal stehen - hier tun sie es ganz offensichtlich und die ganzen Schiffsschaukelbremser schreiben sich in den (A)Sozialen Medien und hier im Forum die Finger wund.

Man darf mit ein bisschen Einblick aber schon auch hinterfragen, ob Mitarbeiterfreundlichkeit hier die einzige Motivation für die unproblematische Lösung war, wenn man sich anschaut wie sehr alles medial breitgetreten wurde von den WL.

Ich weiß nicht, ob ich als betroffener Fahrer glücklich wäre, so für Marketingzwecke missbraucht zu werden.

Noch einmal, dass der Kurs gekübelt wurde ist grundsätzlich überhaupt kein Problem, und ich freue mich für den Fahrer!

coolharry

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Ist aber trotzdem eine Sauerei. Man stelle sich vor, ein Arzt würde kurzfristig unangekündigt dem Spitalsdienst fernbleiben, nur weil er Vater wird.

Nur weil ich Vater werde, kann ich nicht einfach auf alles den Hut draufhauen. Frauen bekommen ihre Kinder auch ohne anwesende Väter (und so manche sogar leichter! ;) ).

Es gibt entschuldbare und nicht entschuldbare Gründe für etwas.
Was entschuldbar und was nicht mag jeder für sich selbst beantworten und die WL (und viele andere Arbeitgeber auch und auch viele Kollektivverträge) sind halt der Meinung, dass das ein entschuldbarer Grund ist.
Ich hab drei und war bei allen dabei und mein Arbeitgeber war da immer sehr kulant.

Und ja auch Ärzte bleiben dann ihrem Dienst fern. Schließlich sind sie selten der einzige Arzt in einem Krankenhaus. Meistens sind die werdenden Väter (oder auch Mütter bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften) dann vom Alter her eh noch Turnusärzte. Da müssen die Kollegen halt einspringen.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.