Autor Thema: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus  (Gelesen 8523 mal)

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #15 am: 16. Mai 2019, 09:51:38 »
Gehen sich die 160 m langen Dostos auf der Stammstrecke eigentlich aus oder muss man was umbauen? Matzleinsdorfer Platz bekommt einen längeren Bahnsteig mit der U2 Verlängerung verpasst!
Auf beiden Seiten Führerstand und ein "Blinddarm", da werden die ersten Türen 10 m weiter hinten liegen, da bist dann bei 140 m. Beim Matzleinsdorfer Platz und Quartier Belvedere hat man die Signale wegen der Wiesel-Doppelstock eh schon in den Tunnel verlegt.

Solche Lösungen - obwohl auf der Hand liegend - sind allerdings derzeit seitens der Behörde nicht erlaubt. Die bildet sich nämlich ein, dass bei Triebzügen das gesamte Fahrzeug (also von Puffer bis Puffer bzw. Kupplung bis Kupplung) am Bahnsteig stehen muss. Ansonsten muss ein Zugbegleiter mitfahren. Deswegen fahren ja in allen mit Cityjet geführten Zügen zwischen Floridsdorf und Korneuburg auch Zugbegleiter mit (Strebersdorf ist um ~2 Meter zu "kurz" für einen doppelten 4746). Über die Sinnhaftigkeit solcher Regelungen darf natürlich diskutiert werden.

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #16 am: 16. Mai 2019, 11:59:21 »
Naja es sind eher 5 Meter die fehlen, und wenn der Tfzf nicht exakt bis zum Bahnsteigende fährt, kann es schon sein dass die letzte Tür keinen Bahnsteig hat.

Die Farce ist natürlich, dass man nicht schon längst das bisschen Geld in die Hand genommen hat um den Bahnsteig auf 160 Meter zu verlängern.

J-C

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #17 am: 16. Mai 2019, 12:05:25 »
Gehen sich die 160 m langen Dostos auf der Stammstrecke eigentlich aus oder muss man was umbauen? Matzleinsdorfer Platz bekommt einen längeren Bahnsteig mit der U2 Verlängerung verpasst!
Auf beiden Seiten Führerstand und ein "Blinddarm", da werden die ersten Türen 10 m weiter hinten liegen, da bist dann bei 140 m. Beim Matzleinsdorfer Platz und Quartier Belvedere hat man die Signale wegen der Wiesel-Doppelstock eh schon in den Tunnel verlegt.

Solche Lösungen - obwohl auf der Hand liegend - sind allerdings derzeit seitens der Behörde nicht erlaubt. Die bildet sich nämlich ein, dass bei Triebzügen das gesamte Fahrzeug (also von Puffer bis Puffer bzw. Kupplung bis Kupplung) am Bahnsteig stehen muss. Ansonsten muss ein Zugbegleiter mitfahren. Deswegen fahren ja in allen mit Cityjet geführten Zügen zwischen Floridsdorf und Korneuburg auch Zugbegleiter mit (Strebersdorf ist um ~2 Meter zu "kurz" für einen doppelten 4746). Über die Sinnhaftigkeit solcher Regelungen darf natürlich diskutiert werden.

Die Quelle für diese Regelung hätte ich gerne gesehen. Nach meiner Kenntnis ist es in Strebersdorf nicht möglich, alle Türen am Bahnsteig zu haben.

HLS

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #18 am: 16. Mai 2019, 14:18:49 »
Nach meiner Kenntnis ist es in Strebersdorf nicht möglich, alle Türen am Bahnsteig zu haben.
Es ist möglich, sofern man wirklich den kompletten Bahnsteig ausnutzt. Es wird aber schnell verdammt knapp bis unmöglich wenn man auch nur 1-2m zu früh stehen bleibt.
Aus diesem Grund postiert sich der Zugbegleiter ganz hinten und sperrt ggf. auch schon profilaktisch die letzte Tür ab.
"Grüß Gott"

Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen. Dieter Nuhr

J-C

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #19 am: 16. Mai 2019, 14:22:28 »
In dem Fall ist einZugbegleiter mehr als sinnvoll. Lokführer sind zwar durchaus Präzisionskünstler, aber bei dem Level wäre es einfach zu viel des guten.

denond

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #20 am: 17. Mai 2019, 09:05:54 »
Solche Lösungen - obwohl auf der Hand liegend - sind allerdings derzeit seitens der Behörde nicht erlaubt. Die bildet sich nämlich ein, dass bei Triebzügen das gesamte Fahrzeug (also von Puffer bis Puffer bzw. Kupplung bis Kupplung) am Bahnsteig stehen muss. Über die Sinnhaftigkeit solcher Regelungen darf natürlich diskutiert werden.

Und ich glaube, das ist gut so.
Die Behörde bildet sich absolut nichts ein, sie denkt halt aus guten Gründen etwas weiter über den Tellerrand hinaus, in der Form, daß es auch einen schlechten Schienenzustand im Betrieb geben kann und mit einer - aus Einbildung - geforderten längeren Bahnsteiglänge so dem Lokführer ein Spielraum gegeben wird, um seine Garnitur, auch bei plötzlich und unvorhergesehenem auftretendem Rädergeiten, sicher am Bahnsteig zum stehen zu bringen. Rädergleiten kann immer aus irgendwelchen Gründen - auch bei bestem Schienenzustand - auftreten. Betrieb erleben dürfen kann wunderschön sein, ist aber bei Leibe kein Spaß.

Ich würde da sogar 40m an mehr für den Bahnsteig plädieren, daß muß d'rinnen sein, wenn nicht sogar generell 240m lange Bahnsteige. Diese 80m an mehr schon alleine deshalb, da ich so wesentlich flexibler für die Zukunft und außergewöhnliche Situationen bin. Steigende Fahrgastzahlen, also auch längere Züge werden in Zukunft sicher nötig werden. So engstirnig - exact 160m - kann nur einer fordern, der keine Ahnung vom Fahren mit einem Schienenfahrzeug oder dem Betrieb hat. Punktgenaue Landungen gibt es nicht mal im Flugverkehr, wo wesentlich größere Präzession herrscht.

T1

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #21 am: 17. Mai 2019, 09:14:58 »
Jössas, in anderen Ländern bremst man halt zentimetergenau und hält sogar an Bahnsteigstüren, egal, bei welchem Schienenzustand, aber in Österreich werden 40 m Spielraum verlangt ::)

Übrigens kommen die exakt 140 cm aus den Untiefen der ÖBB Infra, es kommt also aus dem Betrieb.

Schlingerhof

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #22 am: 17. Mai 2019, 09:18:08 »
240 m sind schon ein wenig kühn, wenn du etwa Rennweg Richtung Wien Mitte auf dieses Maß verlängerst, kommst du in den Bereich Gleiswechsel/Sicherungsanlage, da wird es wirklich teuer, aber über 200 m auf ALLEN Stationen der Wiener S-Bahn, das wäre schon was!
Einen 105 m Dosto-ET verdoppeln, das wäre schon was, auch wenn das Unterdeck große Plattformen und viele Stehplätze haben soll, können wir da schon an die 900 Sitzplätze annehmen.

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #23 am: 17. Mai 2019, 09:24:33 »
@denond: 40 oder gar 80 Meter um Tfzf-Fehler zu kompensieren, ist das dein Ernst?  ???

Wenn dann zählt das Argument mit der Zukunftsfähigkeit, da bin ich bei dir, das langfristige Ziel sollten 200m-Züge sein. Da wäre aber die Station Strebersdorf das geringste Problem.

denond

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #24 am: 17. Mai 2019, 09:50:42 »
Jössas, in anderen Ländern bremst man halt zentimetergenau und hält sogar an Bahnsteigstüren, egal, bei welchem Schienenzustand, aber in Österreich werden 40 m Spielraum verlangt ::)

Übrigens kommen die exakt 140 m aus den Untiefen der ÖBB Infra, es kommt also aus dem Betrieb.

Du, für einen, der sich für den Job interessiert, der Job lebt, der hat mit zentimetergenauen Stehenbleiben kein Problem. Das auch ohne ETCS oder LZB.

Nur, du darfst nicht vom Besten ausgehen sondern vom Schlechtesten. Und was bei uns in Österreich noch dazukommt: Die Arbeitskraft muß nicht qualifiziert für den Job sein, sondern billig. Ergodessen hat man viele nur "Zugbeweger". Schau dir nur die Gepflogenheiten bei so manchen Triebfahrzeugführerwechsel an. Wer steigt runter, wer steigt rauf.

Aus den Untiefen: Ich nehme an, es sind 140 m gemeint. Das war/ist für mich bis heute sowieso unverständlich, daß man sich selbst so in die Bredouille bringen läßt und sich keiner gefunden hat, der vorm Walde, danach Kern gegensteuerte...

@denond: 40 oder gar 80 Meter um Tfzf-Fehler zu kompensieren, ist das dein Ernst?  ???

Wenn dann zählt das Argument mit der Zukunftsfähigkeit, da bin ich bei dir, das langfristige Ziel sollten 200m-Züge sein. Da wäre aber die Station Strebersdorf das geringste Problem.

Unvorhergesehenes kann immer passieren. 40m müßten auf alle Fälle d'rinnen sein, gut, bei 80m kann man diskutieren. Ein RailJet-Halt sollte aber immer möglich sein. Man sieht ja die betrieblichen Hindernisse, die geringfügiger Neusiedl/See angeht, oder gar mit Eisenstadt, wo man nicht einmal einen reisserischen Slogan anbringen kann: Jeder Landeshauptstadt ihr RailJet-Anschluß. Zu geringe Bahnsteiglänge, von einer Versorgung der Garnitur ganz zu schweigen.


T1

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #25 am: 17. Mai 2019, 10:03:45 »
Der FV-Anschluss nach Eisenstadt scheitert aber nicht an den dortigen Bahnsteiglängen...

Nur, du darfst nicht vom Besten ausgehen sondern vom Schlechtesten. Und was bei uns in Österreich noch dazukommt: Die Arbeitskraft muß nicht qualifiziert für den Job sein, sondern billig. Ergodessen hat man viele nur "Zugbeweger". Schau dir nur die Gepflogenheiten bei so manchen Triebfahrzeugführerwechsel an. Wer steigt runter, wer steigt rauf.

Aus den Untiefen: Ich nehme an, es sind 140 m gemeint. Das war/ist für mich bis heute sowieso unverständlich, daß man sich selbst so in die Bredouille bringen läßt und sich keiner gefunden hat, der vorm Walde, danach Kern gegensteuerte...
Dann sollte man an der Ausbildung ansetzen. Oder an den Arbeitsbedingungen. Das kann auch nicht teurer sein, als alle Bahnsteige um 40 Meter zu verlängern.

Ich meine 140, das steht auch da? Und für alles die Schuld bei den Ex-Generaldirektoren zu suchen, ist einfach, aber ich glaube kaum, dass je vorm Walde noch Kern viel zu diesem Thema zu sagen hatten und das direkt angeordnet hätten. Matthä übrigens war wenigstens bei der Infra, aber inwieweit dieser da auch direkt beteiligt war...

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #26 am: 17. Mai 2019, 10:03:55 »
@denond:

Sei mir nicht bös, aber das ist einfach absurd.

Jeder Bahnsteig soll einen RJ aufnehmen können? Wie viele RJs glaubst du sind in Strebersdorf schon durchgefahren?

Und meinst du echt dass die fehlende RJ-Verbindung in die Metropole Eisenstadt an der Infrastruktur liegt?

Und ein Radltreiber, der, egal bei welchen Witterungsverhältnissen, 40 Meter Spielraum zum Bremsen benötigt, hat in dem Job sicher nix verloren.

Gehts eventuell ein bisschen vernünftiger?

@denond und T1:

Bitte bei der Diskussion um die Bahnsteiglängen bedenken, dass bis vor wenigen Jahren primär 4020 und selten 4024 auf der Stammstrecke verkehrten,Doppelgarnitur 4020 bekanntlich mit "nur" 139 Meter Länge. 5teilige Doppelstock-Wendezüge haben auch "nur" max. 154 Meter, wobei da ein Vorziehen der Lok über das Bahnsteigende hinaus gestattet ist.

J-C

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #27 am: 17. Mai 2019, 10:13:36 »
Die Tf leisten durchaus gute Präzisionsarbeit und bei den ÖBB geht's gewiss nicht um billige Arbeitskräfte. Weiß nicht, wo du das her hast.

Es ist kein Problem heutzutage, mit der Lok etwas aus dem Bahnsteig rauszuragen. Es ist aber ein Problem, wenn es sich nur knapp von der Bahnsteiglänge zwischen erster und letzter Tür ausgeht. Mag sein, dass in einem Land wie Japan die Lokführer auf Zentimeterarbeit getrimmt sind - das sind aber ganz andere Verhältnisse, von denen wir in Österreich (zum Glück will ich sagen!) noch ein Stück entfernt sind.

Ein Bahnsteig von 160m sollte sich ausgehen. Ich würde aber auch für 210 Meter plädieren. Wenn man schon ausbaut, dann richtig. Vor allem beim Handelskai wird es sich lohnen, langfristig zu denken (und dabei am besten auch gleich den ganzen Bahnhof neu zu gestalten. Der Baustil des Bahnhofes Handelskai passt zu einem sozialistischen Arbeiterviertel, aber nicht zu der modernen Umgebung....) - ein Ausbau ist dort weitreichender als anderswo und dementsprechend nicht billig.

60er

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #28 am: 17. Mai 2019, 10:37:18 »
Der Baustil des Bahnhofes Handelskai passt zu einem sozialistischen Arbeiterviertel, aber nicht zu der modernen Umgebung....) - ein Ausbau ist dort weitreichender als anderswo und dementsprechend nicht billig.
Ich weiß nicht, was am Baustil des Bhf. Handelskai auszusetzen ist. Der Bahnhof ist halt im Stil der 90er-Jahre, wie die ganze U6-Nord. Logisch, er stammt ja auch aus dieser Zeit, genauso wie die Hochhäuser ringsum.

Schienenchaos

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #29 am: 17. Mai 2019, 10:44:29 »
Der Baustil des Bahnhofes Handelskai passt zu einem sozialistischen Arbeiterviertel, aber nicht zu der modernen Umgebung....) - ein Ausbau ist dort weitreichender als anderswo und dementsprechend nicht billig.
Ich weiß nicht, was am Baustil des Bhf. Handelskai auszusetzen ist. Der Bahnhof ist halt im Stil der 90er-Jahre, wie die ganze U6-Nord. Logisch, er stammt ja auch aus dieser Zeit, genauso wie die Hochhäuser ringsum.
Und er ist dabei formal wesentlich ansprechender als die Stationen in Hochlage der neuen U2!