Autor Thema: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt  (Gelesen 3203 mal)

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haidi

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #15 am: 18. Dezember 2019, 13:00:03 »

Der Bund gibt in Wien dafür kaum Geld für Eisenbahn- und Autobahnprojekte aus, insofern gibt es hier keine Ungerechtigkeit.
Aber auch da steht Wien um einiges besser da, als anderen Landeshauptstädte. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, als alle anderen Landeshauptstädte zusammen.
Auf die Einwohnerzahlen bezogen eher nicht.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

KSW

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #16 am: 18. Dezember 2019, 15:00:16 »
Ein Vergleich der Landeshauptstädte alleine ist sinnlos. Die Steiermark erhält den milliardenteuren Semmeringbasistunnel und den Koralmtunnel, Oberösterreich hat den Westbahn-Ausbau erhalten. Im Vergleich dazu sind die Pro-Kopf-Kosten für ein paar Kilometer U-Bahn bei 1,8 Mio. Wienern eine Okkasion.
Naja, das ist aber schon Äpfel mit Birnen vergleichen. Sowohl beim Ausbau der Westbahn als auch beim Ausbau der Südbahn profitieren alle, ja somit auch Wien - es ist ja nicht nur so, dass jetzt Oberösterreicher, Salzburger und Deutsche schneller in Wien sind, nein, es geht genauso umgekehrt.
Das hilft im Urlaub bei Touristen natürlich, aber umso mehr bei Geschäftsreisen, was ja auch den Standort Wien bzw. Österreich allgemein attraktiviert.
Im Süden wird es gleich laufen, weil, nach deiner Logik bräuchte man z.B. auch keine Wechsel- und Pack-Autobahn, weil die paar Idioten, die da täglich über den Berg müssen, die können dem Rest von Österreich egal sein - naja, und dann fahr´ma Urlaub, da ist die Autobahn dann aber schon gut genug...

Österreich ist nunmal was die Infrastuktur betrifft sehr zentralistisch auf Wien aufgebaut, was aber such bedingt, dass der Anteil in Wien selbst sehr gering ist (die Autobahnen beginnen am Stadtrand bzw. verzweigen sich schon in NÖ) und meist war der Startpunkt diverser neuer Korridore in Wien. Ein Ausbau ebendieser dient aber nun mal dem gesamten System, und nicht nur ausschließlich dem ausgebauten Teilstück.

schaffnerlos

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #17 am: 18. Dezember 2019, 15:03:14 »
Bitte Fernverkehr und Nahverkehr auseinander halten. Dass der Fernverkehr Bundessache ist, ist wohl klar, auch wenn man unter Umständen regional davon profitiert. Im Nahverkehr ist das Problem, dass die Länder/Gemeinden zu sehr ihre eigenen Süppchen kochen und finanziell unterdotiert sind. Das gehört diskutiert.

68er

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #18 am: 18. Dezember 2019, 15:25:16 »
Nein, das ist kein Apfel-Birnen-Vergleich. Oberösterreichische und steirische Pendler nutzen Bahn und Autobahn, Wiener Pendler die U-Bahn. Beides Nahverkehr, beides vom Bund mitfinanziert.

Bimdose

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #19 am: 18. Dezember 2019, 15:34:24 »
Vergleichen wir Äpfel mit Äpfel: Niederösterreich unterstellt Wien im inoffiziellen Gespräch, gegen eine (von NÖ gewollte) 2. S-Bahn-Trasse durch Wien zu sein, weil Wien dann weniger Geld für den U-Bahn-Ausbau bekommen KÖNNTE. Ludwig hat erst letzten Freitag gesagt, er ist gegen eine 2. S-Bahn-Trasse, weil die ja durch dichtverbautes Gebiet geht (er meit die Aufgrabungen, die hat er ja bei der U-Bahn nicht). Aber das ist jetzt nicht Linz, sondern Osten. 

highspeedtrain

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #20 am: 18. Dezember 2019, 16:27:08 »
Vergleichen wir Äpfel mit Äpfel: Niederösterreich unterstellt Wien im inoffiziellen Gespräch, gegen eine (von NÖ gewollte) 2. S-Bahn-Trasse durch Wien zu sein, weil Wien dann weniger Geld für den U-Bahn-Ausbau bekommen KÖNNTE. Ludwig hat erst letzten Freitag gesagt, er ist gegen eine 2. S-Bahn-Trasse, weil die ja durch dichtverbautes Gebiet geht (er meit die Aufgrabungen, die hat er ja bei der U-Bahn nicht). Aber das ist jetzt nicht Linz, sondern Osten.

??? Die U2-Neu geht auch durch dichtverbautes Gebiet...

fr3

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #21 am: 18. Dezember 2019, 20:15:19 »
Unabhängig davon, wer mehr kriegen soll: das Projekt der 2. Straßenbahn-Achse in Linz stand als Ustrab und damit kostenmäßig ähnlich wie eine U-Bahn in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Wenn überhaupt, wäre am ehesten noch bei der bestehenden Achse eine unterirdische Lösung gerechtfertigt - zumal die oberidische Führung durch die Altstadt weder eine dichtere Zugführung noch höhere Reisegeschwindigkeiten noch längere Züge erlauben würde und damit keine Steigerung der Transportleistung zulässt. Aber damit gingen natürlich auch die Vorteile des klassischen Straßenbahn-Betriebs verloren. Und kosten würde das noch mehr als die Ustrab in der Peripherie.

Gerade bei der zweiten Achse wäre eine oberirdische Führung eher möglich gewesen. Und wenn man schnell und ohne viel Halte durch das Stadtgebiet will, dann wäre es ohnehin sinnvoller den bestehenden Bahntrassen zu folgen. Nutzen für den innerstädtischen Verkehr allerdings sehr gering.

Die Stadtbahn-Idee scheint also garnicht so schlecht zu sein, wobei ich das Projekt im Detail nicht kenne. Mal sehen was wirklich kommt (wenn außer dem Obus überhaupt etwas kommt).

highspeedtrain

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Re: Linz ersetzt Straßenbahn-Projekt
« Antwort #22 am: 18. Dezember 2019, 20:18:37 »
Bitte Fernverkehr und Nahverkehr auseinander halten. Dass der Fernverkehr Bundessache ist, ist wohl klar, auch wenn man unter Umständen regional davon profitiert. Im Nahverkehr ist das Problem, dass die Länder/Gemeinden zu sehr ihre eigenen Süppchen kochen und finanziell unterdotiert sind. Das gehört diskutiert.

Erstens werden sowieso die größten Teile des Bahn-Nahverkehrs vom Bund finanziert, zweitens stehen die meisten Bundesländer ja auch nicht so schlecht da, wie manche tun. Man muss sich halt überlegen, wofür man das Geld ausgibt. Der ständige Bau neuer Straßenprojekte, wenn im ÖPNV Defizite bestehen und man außerdem den kommenden Investitionsbedarf im Straßennetz für Sanierungen kennt, ist halt suboptimal. Gilt genauso für Wien, nur muss man halt Straße durch U-Bahn ersetzen.