Autor Thema: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition  (Gelesen 7427 mal)

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #30 am: 16. November 2020, 21:32:41 »
Ein eigenes Auto benötigt man zum Beispiel, wenn du so wie ich eine Mutter außerhalb von Wien hast und du so wie ich sich um rechtlichen Belange kümmerst.

Oder aber du hast einen Job, wo du auf Grund der Arbeitszeiten und des Arbeitsweg die Öffis nicht wirklich nutzen kannst.
Einen Job wie Straßenbahnfahrer zum Beispiel. >:D

D 3XX

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #31 am: 16. November 2020, 21:38:46 »
Die SPÖ hat ihre Stadträt/innen präsentiert:

- Die sinnfreie Unterteilung zwischen "Öffis" und Verkehr" bleibt erhalten.
- Ulli Sima darf sich nun allerdings Smart City, Stadtplanung und Mobilität widmen und dort Dinge halten.
- Peter Hanke übernimmt dafür zusätzlich die Agenden Stadtwerke und Öffis.

Es wird also tatsächlich nichts weitergehen.

https://www.derstandard.at/story/2000121755347/wien-wiederkehr-uebernimmt-bildungsagenden-czernohorszky-zukunftsressort
Auch wenn ich (allerdings aus rein ideologischen Gründen) auch wenig von dieser Koalitionskombination halte, würde ich nicht so pauschal sagen, dass nichts weitergehen wird.

abc

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #32 am: 16. November 2020, 21:58:52 »
Die SPÖ hat ihre Stadträt/innen präsentiert:

- Die sinnfreie Unterteilung zwischen "Öffis" und Verkehr" bleibt erhalten.
- Ulli Sima darf sich nun allerdings Smart City, Stadtplanung und Mobilität widmen und dort Dinge halten.
- Peter Hanke übernimmt dafür zusätzlich die Agenden Stadtwerke und Öffis.

Es wird also tatsächlich nichts weitergehen.

https://www.derstandard.at/story/2000121755347/wien-wiederkehr-uebernimmt-bildungsagenden-czernohorszky-zukunftsressort
Auch wenn ich (allerdings aus rein ideologischen Gründen) auch wenig von dieser Koalitionskombination halte, würde ich nicht so pauschal sagen, dass nichts weitergehen wird.

Ich traue der Sima einfach nicht über den Weg. Die hat in den letzten Jahren nichts erreicht und wird auch die nächsten Jahre nichts erreichen, weil es ihr letztlich auch komplett wurscht ist. Ein personeller Wechsel hätte mich jedenfalls optimistischer gestimmt.

Etwas seriöser würde es auf mich auf wirken, wenn man bei CO2-Reduktion und Modal Split Ziele für 2025 formulierte (natürlich dann niedriger gegriffen als für 2040 bzw. 2030). Denn darauf könnte Rot-Pink hinwirken, und es wäre nachprüfbar. Ausschließlich langfristige Ziele zu definieren, deren Zieljahre 5 oder 15 Jahre nach Ende der aktuellen Legislaturperiode liegen, ist halt eine nette Ankündigung, mehr aber auch nicht.

D 3XX

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #33 am: 16. November 2020, 22:27:19 »
Die SPÖ hat ihre Stadträt/innen präsentiert:

- Die sinnfreie Unterteilung zwischen "Öffis" und Verkehr" bleibt erhalten.
- Ulli Sima darf sich nun allerdings Smart City, Stadtplanung und Mobilität widmen und dort Dinge halten.
- Peter Hanke übernimmt dafür zusätzlich die Agenden Stadtwerke und Öffis.

Es wird also tatsächlich nichts weitergehen.

https://www.derstandard.at/story/2000121755347/wien-wiederkehr-uebernimmt-bildungsagenden-czernohorszky-zukunftsressort
Auch wenn ich (allerdings aus rein ideologischen Gründen) auch wenig von dieser Koalitionskombination halte, würde ich nicht so pauschal sagen, dass nichts weitergehen wird.

Ich traue der Sima einfach nicht über den Weg. Die hat in den letzten Jahren nichts erreicht und wird auch die nächsten Jahre nichts erreichen, weil es ihr letztlich auch komplett wurscht ist. Ein personeller Wechsel hätte mich jedenfalls optimistischer gestimmt.

Abgesehen davon, dass ich nicht so einen "Hass" auf die Sima habe: Sie verliert ja eigentlich das Ressort, was sie vorher hatte an Hanke (den ich als Finanzstadtrat sehr gut fand) und bekommt mehr oder weniger jenes Ressort, das bisher Hebein hatte. Sozusagen kann es in puncto WL eigentlich sogar besser werden.

WVB

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #34 am: 16. November 2020, 22:43:25 »
Beschleunigung des Verkehrs führt mittelfristig nicht zu gesparter Zeit, sondern zu längeren Wegen. Dein Irrtum ist: Du denkst, die Weglänge ist das langfristig konstante. Ist es aber nicht - es ist die Zeit, die man pro Tag für die Wege braucht.
LOL ... Zeit als Konstante. Wenn ich in Wien mit den Öffis fahre weiß ich nie wie lange ich wirklich brauchen werde, da liegt die Spannweite zwischen -10 und +20 Minuten weil man sich einfach auf Nichts verlassen kann. Nicht auf die Pünktlichkeit vom Bus/Bim und erst recht nicht auf etwaige Anschlüsse.

Langfristig hat man als Öffi-Benutzer die A*-Karte gezogen denn besser wird es in den kommenden Jahren sicher nicht wobei es beim Thema Personal sicher noch ordentlich grammeln wird.

Was soll das für einen Sinn haben?
Den gleichen wie der legendäre Rudi-Schicker-Cableliner. Gar keinen.

Ich traue der Sima einfach nicht über den Weg. Die hat in den letzten Jahren nichts erreicht und wird auch die nächsten Jahre nichts erreichen, weil es ihr letztlich auch komplett wurscht ist.
Sie hat erreicht, dass ihr Antlitz in der gesamten Stadt auf allen möglichen Tafeln zu sehen ist. Man könnte als Auswärtiger fast glauben sie wäre die Bürgermeisterin oder gar was höheres.

4020

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #35 am: 16. November 2020, 23:17:59 »
Beschleunigung des Verkehrs führt mittelfristig nicht zu gesparter Zeit, sondern zu längeren Wegen. Dein Irrtum ist: Du denkst, die Weglänge ist das langfristig konstante. Ist es aber nicht - es ist die Zeit, die man pro Tag für die Wege braucht.
LOL ... Zeit als Konstante. Wenn ich in Wien mit den Öffis fahre weiß ich nie wie lange ich wirklich brauchen werde, da liegt die Spannweite zwischen -10 und +20 Minuten weil man sich einfach auf Nichts verlassen kann.

Deine Anekdoten sind sicher viel verlässlicher und weitaus relevanter als Jahrzehnte an internationaler Verkehrsforschung.

Um dich zu zitieren: "LOL".

38ger

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #36 am: 16. November 2020, 23:38:59 »
Was soll der "natürliche Bevölkerungszuwachs" sein?
Das sich Leute in den Speckgürtel ansiedeln weil es eben eine gute Straßenanbindung gibt?  (weil vorher eben neue Straßen gebaut wurden)

Das sich in der Berresgasse, Heidjöchl, oberes Hausfeld und Seestadt mehrere 10.000 Menschen ansiedeln werden und davon nicht alle U-Bahn fahren ist auch logisch und hat mit dem Speckgürtel nichts zu tun.

Kommt der Lobautunnel, dann lockt man sie zusätzlich zum Auto. Das Straßen Verkehr generieren ist doch bekannt, je mehr sich der Zeitvorteil des Autos hin zu den Öffis verschiebt, umso mehr Leute werden die Öffis auch verwenden.

abc

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #37 am: 17. November 2020, 06:34:01 »
Beschleunigung des Verkehrs führt mittelfristig nicht zu gesparter Zeit, sondern zu längeren Wegen. Dein Irrtum ist: Du denkst, die Weglänge ist das langfristig konstante. Ist es aber nicht - es ist die Zeit, die man pro Tag für die Wege braucht.
LOL ... Zeit als Konstante. Wenn ich in Wien mit den Öffis fahre weiß ich nie wie lange ich wirklich brauchen werde, da liegt die Spannweite zwischen -10 und +20 Minuten weil man sich einfach auf Nichts verlassen kann.

Deine Anekdoten sind sicher viel verlässlicher und weitaus relevanter als Jahrzehnte an internationaler Verkehrsforschung.

Um dich zu zitieren: "LOL".

Danke! :)

Um es nochmals zu betonen: Es geht nicht darum, wie lange EINE Person für EINEN Weg braucht, sondern um die (von allen Bürger/innen) durchschnittlich für Wege aufgebrachte Zeit pro Tag. Und die ist eben längerfristig gesehen relativ konstant. Kurzfristige Einsparungen heben sich eben längerfristig auf, weil schnellere Verkehrsmittel (welche auch immer) dazu motivieren, weitere Strecken zu fahren.

Davon abgesehen scheint mir die Bandbreite von -10 min bis +20 min für Fahrten mit den Öffis in Wien als allgemeine Aussage arg übertrieben. Das scheint eines dieser Märchen zu sein, das notorische Autofahrende verbreiten, um zu erklären, warum sie niemals Öffis benützen. Wenn man das dann widerlegt, kommt als nächstes irgendwas mit "zu unsicher", "zu teuer", "zu kompliziert", "zu mimimi". Sicher mag es einzelne Fälle geben, auf die die Aussage zutrifft - aber ist es im Berufsverkehr mit dem Auto eigentlich anders?

Und ansonsten gilt das gleiche, was ich ja an coolharry schon geschrieben habe: Mängel bei den Öffis sind kein Grund, den Status Quo im Autoverkehr hinzunehmen oder durch weiteren Ausbau gar zu festigen/ zu verschlechtern, sondern sollten Motivation sein, die Mängel bei den Öffis zu beheben.

Ich traue der Sima einfach nicht über den Weg. Die hat in den letzten Jahren nichts erreicht und wird auch die nächsten Jahre nichts erreichen, weil es ihr letztlich auch komplett wurscht ist. Ein personeller Wechsel hätte mich jedenfalls optimistischer gestimmt.

Abgesehen davon, dass ich nicht so einen "Hass" auf die Sima habe: Sie verliert ja eigentlich das Ressort, was sie vorher hatte an Hanke (den ich als Finanzstadtrat sehr gut fand) und bekommt mehr oder weniger jenes Ressort, das bisher Hebein hatte. Sozusagen kann es in puncto WL eigentlich sogar besser werden.

"Hass" ist sicher zu viel gesagt, ich habe ja nichts gegen sie als Person, sondern halte sie nur für unfähig in dem, was sie die letzten Jahre getan hat. :) Das Problem ist, dass die Aufgaben in ihrem Ressort zu groß sind, um ein bisschen Feelgood-Winkewinke-Fotoshooting-Politik zu betreiben; und man muss sich zuweilen eben auch mit Leuten anlegen, um ein Vorhaben umzusetzen. Hätte es mit Sima auf diesem Posten die Begegnungszone in der Inneren Mahü gegeben? Sicher nicht. Sie ist ja schon eingeknickt, als es im Kretaviertel um eine simple Wendeschleife ging. Und neue Straßenbahnlinien in bestehenden Wohngebieten hielt sich für nicht durchsetzbar - und hat das einfach hingenommen, statt 1. auf Kritikpunkte einzugehen (und Trassen z.B. stadtverträglich zu planen) und 2. öffentlich und ohne umzufallen eine Meinung zu vertreten.

Ein anderes Thema: eine der größten Gefahren für den Wiener Modal Split ist meines Erachtens, dass zuhauf Wohnungsbau mit miserabler Öffi-Anbindung entsteht und sich Leute dort mit dem Auto einrichten. Und das war Sima relativ wurscht - warum sollte es ihr nun, wenn sie solche Neubauprojekte von der anderen Seite betrachtet, weniger wurscht sein? Man kann nur hoffen, dass der Hanke da etwas mehr hinterher ist.

Einige Beispiele:

- Neu Leopoldau (altes Gaswerk): auf der einen Seite des Neubaugebiets fährt seit ein paar Monaten alle 15 min ein Bus (30A tagsüber, 32A abends) - zur Siemensstraße, wo die S-Bahn dann allerdings Taktlücken von z.T. über 15 min hat. Vom Zentrum des Neubaugebiets sind es allerdings erstmal knapp 10 min Fußweg, allein um zu dieser Buslinie zu kommen. Im Osten des Neubaugebiets gibt es deshalb den 36B: werktags alle 20 min, am Wochenende alle 30 min, Betriebsschluss 21 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist es über ein Kilometer zur Station Leopoldau. Unnötig zu erwähnen (da selbstverständlich), dass man bei Einrichtung der Haltestellen noch nicht mal an einen Wetterschutz gedacht hat. Und in Leopoldau endet er natürlich am westlichen Zugang des S-Bahnsteigs und nicht am östlichen, der auch der Zugang zur U1 ist. Fußweg vom 36B zur U1 nochmal über 5 min.

- Der Barbara-Prammer-Hof in Oberlaa: Geschosswohnungsbau praktisch ohne Öffi-Anbindung (und ohne Einkaufsmöglichkeiten). Fußweg zur U1 in Oberlaa: >1 km. Klar, pro forma könnte man über den Bahnübergang (Schließzeit nicht planbar) gerade einmal 600 m zum Oberlaaer Friedhof gehen und dort in den 17A steigen, um dann mit dem zur U1 zu fahren, dauert unterm Strich aber eher noch länger.

- Die Siemensäcker: Neuerdings fährt der 28A hierher - mit den bisherigen Betriebszeiten, also ausschließlich Mo-Fr bis 20 Uhr. Ansonsten sind es ca. 10 min Fußweg zur S-Bahn-Station Siemensstraße (mit der genannten 15-min-Taktlücke) oder zum 29A.

Das sind die Beispiele, die mir eher zufällig aufgefallen sind. Es gibt sicher unzählige weitere. Wie man so den Modal Split auf 20 % für den Autoverkehr entwickeln möchte, bleibt mir schleierhaft. Wäre schön, wenn der Hanke hinterher wäre, Neubaugebiete (gerade solche im Geschosswohnungsbau) adäquat an die Öffis anzubinden - vom ersten Tag an, an dem dort Menschen wohnen, nicht Jahre später, wenn sie ihre Gewohnheiten anders ausgerichtet haben.

Überhaupt wären verbindliche Zielvorgaben sinnvoll, wie weit der Weg zur nächsten Haltestelle höchstens sein sollte, und zwar täglich und von frühmorgens bis in die Nacht - natürlich abhängig von Bevölkerungsdichte, Verkehrsmittel und Taktdichte (je attraktiver das Angebot, desto länger der Fußweg, den man bereit ist in Kauf zu nehmen).

Idealerweise kann man eben Stadt- und Verkehrsplanung nicht trennen. Aus Öffi-Sicht sieht das ideale Stadtviertel so aus, dass eine häufig bediente Linie den Siedlungsschwerpunkten folgt (sprich: das Grätzl entlang der Öffi-Achse am dichtesten bebaut ist und die Bebauungsdichte mit zunehmender Entfernung abnimmt) und Stadtteilzentren (Geschäfte, Schulen, Bibliotheken etc.) um die Haltestellen angeordnet sind.

Sehr mustergültig ist das übrigens in der Linzer Solar-City umgesetzt, auch wenn man sich sicher darüber streiten kann, wie nachhaltig eine weitab vom Schuss auf dem Feld entwickelte Neubausiedlung ist (Solar hin, Straßenbahn her). Das Gegenteil in Floridsdorf: es gibt die Straßenbahn nach Stammersdorf, die dicht bewohnten Geschosswohnungsbauten (z.B. Franz-Nittel- und Doktor-Franz-Koch-Hof) liegen hingegen weitab entfernt davon - und sind z.T. auch nur durch Buslinien notdürftig erschlossen, die noch nicht mal den Franz-Jonas-Platz als Bezirkszentrum (und somit auch die U6) erreichen.

Klingelfee

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #38 am: 17. November 2020, 07:28:59 »
Was soll der "natürliche Bevölkerungszuwachs" sein?
Das sich Leute in den Speckgürtel ansiedeln weil es eben eine gute Straßenanbindung gibt?  (weil vorher eben neue Straßen gebaut wurden)

Das sich in der Berresgasse, Heidjöchl, oberes Hausfeld und Seestadt mehrere 10.000 Menschen ansiedeln werden und davon nicht alle U-Bahn fahren ist auch logisch und hat mit dem Speckgürtel nichts zu tun.

Kommt der Lobautunnel, dann lockt man sie zusätzlich zum Auto. Das Straßen Verkehr generieren ist doch bekannt, je mehr sich der Zeitvorteil des Autos hin zu den Öffis verschiebt, umso mehr Leute werden die Öffis auch verwenden.

Also obwohl ich ein Profiteur des Lobau-Tunnel und der Stadtstraße werden sollte, werde ich deshalb keine zusätzliche Autofahrt durchführen. es wird nur hoffentlich so sein, dass sich auf meinen notwendigen Autofahrten sich die Fahrzeit etwas verkürzen wird, bzw, dass ich zwar einen Umweg, den jedoch ohne Stau fahren kann und somit auch wieder schneller bin.


Und zu der Forderung der Querverbindungsstraßenbahnen. Mir ist klar, dass wir hier in einen Straßenbahnforum sind und wenn es nach einigen User hier gehen sollte, dann sollte der gesamte ÖV auf Straßenbahn umgestellt werden. Mir stellt sich hat nur die Frage, ob es auch die Nachfrage gibt, dass diese Verbindungen eine Straßenbahn rechtfertigen.

Und bevor hier schon wieder die neue Stadtregierung komplett schlecht gemacht wird, lasst sie doch einmal zu arbeiten beginnen und schauen, was sie nächstes Jahr wirklich noch alles versuchen umzusetzen.

Ich gebe der neuen Regierung auf alle Fälle mal eine Chance, bevor ich über sie urteile. Schließlich ist sie noch nicht einmal angelobt und derzeit ist noch die rot/grüne Regierung am Ruder.

Nachtrag:

@abc: zu deinen Beobachtungen. Die sind korrekt und sicherlich nicht wirklich Fahrgastfreundlich. Du kannst aber sicher sein, dass gerade diese Gebiete unter Beobachtung stehen und diese auch ohne weiters 2021 Verbesserungen in den Fahrplänen bekommen
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Bus

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #39 am: 17. November 2020, 09:16:31 »
Man sollte halt als "Umweltmusterstadt" auch bedenken, dass der Lobautunnel einen Rattenschwanz an Flächenverbauung mitsichbringt.

Abgesehen von der Schnellstraße, den Zufahrtsstraßen, werden sich auch einige Betriebe daneben ansiedeln. Wir haben jetzt schon den höchsten Flächenverbrauch für Verbauung in Europa. Zuletzt waren es 20 Fußballfelder am Tag. Noch dazu kommt das dichteste Autobahnnetz.

Das Marchfeld (wie auch das Donaufeld) hat einer der fruchtbarsten Böden Österreichs.

Ok, es sind seitens der Politik meist nur Lippenbekenntnisse, dass sie die Umwelt schützen wollen. Zumindest wäre es ein Statement, hier umzudenken. Man hat die Neos sicher ins Boot geholt, um endlich den Tunnel bauen zu können. Zumindest wird es das nächste finanzielle Desaster, sieht man sich die aufwändige Baumethode an.  >:D

Das natürlich irgendwer immer irgendwohin schneller sein will, ist halt der Egoismus der Zeit.
(und Gedankengut aus den 50 und 60er Jahren halt)


Klingelfee

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #40 am: 17. November 2020, 09:32:43 »
Man sollte halt als "Umweltmusterstadt" auch bedenken, dass der Lobautunnel einen Rattenschwanz an Flächenverbauung mitsichbringt.

Abgesehen von der Schnellstraße, den Zufahrtsstraßen, werden sich auch einige Betriebe daneben ansiedeln. Wir haben jetzt schon den höchsten Flächenverbrauch für Verbauung in Europa. Zuletzt waren es 20 Fußballfelder am Tag. Noch dazu kommt das dichteste Autobahnnetz.

Das Marchfeld (wie auch das Donaufeld) hat einer der fruchtbarsten Böden Österreichs.

Ok, es sind seitens der Politik meist nur Lippenbekenntnisse, dass sie die Umwelt schützen wollen. Zumindest wäre es ein Statement, hier umzudenken. Man hat die Neos sicher ins Boot geholt, um endlich den Tunnel bauen zu können. Zumindest wird es das nächste finanzielle Desaster, sieht man sich die aufwändige Baumethode an.  >:D

Das natürlich irgendwer immer irgendwohin schneller sein will, ist halt der Egoismus der Zeit.
(und Gedankengut aus den 50 und 60er Jahren halt)

Mag sein, dass sich dann auch Firmen ansiedeln.  Aber neue Firmen bedeuten oft auch neue Arbeitsplätze. Oder auch nur besser Arbeitsbedingungen für das bestehende Arbeitspersonal. Denn oft hast du auch, dass die Frimen, die an neue Standorte ziehen, dies hauptsächlich machen, da sie entweder bei den bestehenden Standorten nicht expandieren können oder aber auch eine Modernisierung der Anlagen nicht oder nur mit extremen Auflagen möglich ist, da sich um alte Firmen handelt und bedingt durch die Stadtentwicklung mitten in einem Wohngebiet befinden.

Und eines doch auch allen klar sein, das Wien endlich eine komplette Umfahrungsmöglichkeit für den MIV benötigt. Und wenn man jetzt den Lobautunnel streicht und eine andere Alternative sucht, dann glaube ich nicht, dass ich diese Umfahrung noch erlebe. Und ich habe noch hoffentlich einige Jahrzehnte Leben vor mir.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

coolharry

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #41 am: 17. November 2020, 09:49:07 »
Man sollte halt als "Umweltmusterstadt" auch bedenken, dass der Lobautunnel einen Rattenschwanz an Flächenverbauung mitsichbringt.

Abgesehen von der Schnellstraße, den Zufahrtsstraßen, werden sich auch einige Betriebe daneben ansiedeln. Wir haben jetzt schon den höchsten Flächenverbrauch für Verbauung in Europa. Zuletzt waren es 20 Fußballfelder am Tag. Noch dazu kommt das dichteste Autobahnnetz.

Das Marchfeld (wie auch das Donaufeld) hat einer der fruchtbarsten Böden Österreichs.

Ok, es sind seitens der Politik meist nur Lippenbekenntnisse, dass sie die Umwelt schützen wollen. Zumindest wäre es ein Statement, hier umzudenken. Man hat die Neos sicher ins Boot geholt, um endlich den Tunnel bauen zu können. Zumindest wird es das nächste finanzielle Desaster, sieht man sich die aufwändige Baumethode an.  >:D

Das natürlich irgendwer immer irgendwohin schneller sein will, ist halt der Egoismus der Zeit.
(und Gedankengut aus den 50 und 60er Jahren halt)

Und wenn er nicht gebaut Bauen diese Firmen woanders. Und zwar dort, wo die Stadt keine Gewerbesteuer lukrieren kann. Weiters ist der Flächenverbrauch ausserhalb Wiens deutlich höher, wenn man aber keine Verkehrsentlastung der bestehenden Verbauung hin bekommt (wie die auch immer aussehen mag nur zum bedenken: Ganz ohne Straßen gehts nicht weil auch der Bus braucht eine und die Tram auch), kann man sich die neuen Stadtviertel aufzeichnen. Was dazu führt, dass das Bevölkerungswachstum, welches wir fürs Wirtschaftsleben brauchen, auch wenns manchen nicht gefällt, eben dann in dem Speckgürtel stattfindet und nicht in Flächen innerhalb der Stadtgrenze. Ich empfehle sich mal allen die Studien dazu wirklich durch zu lesen. Da stehen interessante Dinge drin. Eben unteranderem auch die Abwägung zwischen Verkehrs und Umweltbelastung in der Umgebung der Straße aber auch wie sich das nicht bauen negativ auf andere Bereiche auswirkt. Vorallem auf wirtschaftliche. Aber auch auf die Umwelt der dann nicht entlasteten Straßen. Mir und auch den Studien Autoren ist klar, dass die Straße Auswirkung auf die Stadt hat. Das hat das nicht errichten aber auch. Man muss halt abwägen was wichter ist. Eine Stadt die wirtschaftlich gut dasteht oder eine Stadt wie Trumps Waldstadt. Der Mittelweg bedingt halt einmal mehr Umweltschutz und dann mal wieder mehr entgegenkommen der wirtschaftlichen Interessen. Das Kunststück besteht darin das letzteres ersteres nicht komplett negiert.

Und das der Ausbau von Straßen, die halbierung des Schadstoffaustosses entgegenspricht stimmt auch nicht mehr 1:1. Da der Anteil an E-Fahrzeugen stetig steigt. Zugegeben recht langsam aber doch. D.h. im besten Fall reduzieren sich bei gleichbleibendem Verkehr die Schadtstoffe.

WVB

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #42 am: 17. November 2020, 10:04:49 »
Davon abgesehen scheint mir die Bandbreite von -10 min bis +20 min für Fahrten mit den Öffis in Wien als allgemeine Aussage arg übertrieben.
Ja was weiß ich schon. Ich fahr ja erst seit ein paar Jahrzehnten mit den Öffis in Wien. :fp:

Die Abweichungen schafft man ganz locker weil der Routenplaner entweder bei gewissen Umsteigerelationen viel zu großzügig ist oder weil sich die Verspätungen dank Bummelzügen (Hallo 2er!) oder verpasster Anschlüsse sich ganz schnell aufsummieren. Oder ganz klassisch bei Kursausfällen die hier im Forum ausreichend dokumentiert sind und regelmäßig vorkommen.

Deine Anekdoten sind sicher viel verlässlicher und weitaus relevanter als Jahrzehnte an internationaler Verkehrsforschung.
Ja sind sie. Und weiter?

Landstraße

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #43 am: 17. November 2020, 10:19:59 »

Deine Anekdoten sind sicher viel verlässlicher und weitaus relevanter als Jahrzehnte an internationaler Verkehrsforschung.
Ja sind sie. Und weiter?
Bitte was?

Es geht darum, dass neue Verkehrswege in den meisten Fällen weder eine Verkehrsentlastung noch eine Zeiteinsparung mit sich bringen, sondern eine Raumausdehnung. Die Zeiteinsparung ist höchstens ein sehr kurzfristiger Effekt, welcher vielleicht einige Monate anhält, langfristig werden aber eben die Wege länger bzw. häufiger. zurückgelegt.

T1

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #44 am: 17. November 2020, 10:40:16 »

Deine Anekdoten sind sicher viel verlässlicher und weitaus relevanter als Jahrzehnte an internationaler Verkehrsforschung.
Ja sind sie. Und weiter?
Bitte was?

Klassischer Fake-News-Troll, den Argumente und Fakten nicht interessieren.