Autor Thema: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission  (Gelesen 1963 mal)

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Halbstarker

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[PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« am: 22. November 2020, 12:16:40 »
Die Straßenbahngegner geben nicht auf - diesmal in der Gestalt des sattsam bekannten Stadtrates Reinhold Kassmannhuber von der Bürgerliste:

Auch sechs Wochen nach dem vernichtenden Bericht des Bundesrechnungshofs wird in Gmunden weiter heftig über das Traunseetram-Fiasko diskutiert. Stadtrat Reinhold Kassmannhuber von der Bürgerliste wendet sich an die Europäische Kommission. Sie soll nochmals die Vergabe an die Betreiberfirma prüfen.

Quelle: krone.at

Verlangen die allen Ernstes, kurz nach der Fertigstellung die Bahn stillzulegen und mit Citybussen zu betreiben?
Welche Citybusse sollen das sein - etwa diese hier::)
Ceterum censeo autocineta omnibus delenda esse!

Z-TW

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #1 am: 22. November 2020, 13:09:13 »
Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe so das Gefühl, dass es gar nicht um irgendwelche Kosten geht, sondern darum, dem Autoverkehr durch Gmunden wieder mehr Platz zu verschaffen.

38ger

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #2 am: 22. November 2020, 14:05:31 »
Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe so das Gefühl, dass es gar nicht um irgendwelche Kosten geht, sondern darum, dem Autoverkehr durch Gmunden wieder mehr Platz zu verschaffen.

Reinhold Kassmannhuber ist ein enger Freund von Donald Trump!

[sarcasmoff]

abc

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #3 am: 22. November 2020, 15:06:51 »
Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe so das Gefühl, dass es gar nicht um irgendwelche Kosten geht, sondern darum, dem Autoverkehr durch Gmunden wieder mehr Platz zu verschaffen.

Was ist denn eigentlich in die Kosten, von denen der Rechnungshof ausgeht, alles inkludiert? Auch der Neubau der Brücke, Kanal-Glasfaserkabelung und Oberflächengestaltung, wie der Bürgermeister im Kurier andeutet?

Zitat von: Kurier
Zeitgleich macht er aber darauf aufmerksam, dass es für die Stadt nicht nur ein Mobilitätsprojekt, sondern auch ein Infrastrukturprojekt gewesen sei. „Wir haben die Traunbrücke bekommen, die sanierungsbedürftig war." Auch Kanal-Glasfaserverkabelung sowie Oberflächengestaltung seien gemacht worden.

Halbstarker

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #4 am: 22. November 2020, 15:08:46 »
Ja, da werden selbstverständlich alle Kosten, die beim Neubau der Brücke ohne Tram auch angefallen wären, der Straßenbahn angelastet.
Ceterum censeo autocineta omnibus delenda esse!

abc

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #5 am: 22. November 2020, 15:14:06 »
Ja, da werden selbstverständlich alle Kosten, die beim Neubau der Brücke ohne Tram auch angefallen wären, der Straßenbahn angelastet.

Das habe ich befürchtet. Und es ist ziemlich traurig, dass die Unterstützer der Traunseetram in der Politik auf diesen Unsinn nicht deutlicher reagieren und untertauchen. Das ist für kommende Öffi-Projekte extrem gefährlich, denn der durch zutiefst unseriöse Berechnungsmethoden zustande kommende Nachricht dürfte sich in vielen Köpfen verankert haben und die Durchsetzung weiterer Projekte gefährden.

Z-TW

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #6 am: 22. November 2020, 17:51:24 »
Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe so das Gefühl, dass es gar nicht um irgendwelche Kosten geht, sondern darum, dem Autoverkehr durch Gmunden wieder mehr Platz zu verschaffen.

Was ist denn eigentlich in die Kosten, von denen der Rechnungshof ausgeht, alles inkludiert? Auch der Neubau der Brücke, Kanal-Glasfaserkabelung und Oberflächengestaltung, wie der Bürgermeister im Kurier andeutet?

Ergänzung: Ich denke, dass es dem Herrn Kassmannhuber nicht um die Kosten geht, die ja ohnehin wie oben beschrieben auch ohne Tram ziemlich hoch ausgefallen wären. Aber auf die Tram lässt es sich im Sinne der Autofahrer eben besser hinhauen.

t12700

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #7 am: 22. November 2020, 17:59:58 »
Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe so das Gefühl, dass es gar nicht um irgendwelche Kosten geht, sondern darum, dem Autoverkehr durch Gmunden wieder mehr Platz zu verschaffen.

Was ist denn eigentlich in die Kosten, von denen der Rechnungshof ausgeht, alles inkludiert? Auch der Neubau der Brücke, Kanal-Glasfaserkabelung und Oberflächengestaltung, wie der Bürgermeister im Kurier andeutet?

Ergänzung: Ich denke, dass es dem Herrn Kassmannhuber nicht um die Kosten geht, die ja ohnehin wie oben beschrieben auch ohne Tram ziemlich hoch ausgefallen wären. Aber auf die Tram lässt es sich im Sinne der Autofahrer eben besser hinhauen.
Vielleicht hat der Herr durch die Traunseebahn ja einen Nutzenverlust (zB längere Wegstrecke mit seinem Pkw zur Arbeit im Zusammenhang mit dem Zeitverlust) und versucht daher verbittert die Traunseebahn zu bekämpfen. Nur mit dem Florianiprinzip die einzig "richtige" Wahrheit durchzuboxen ist etwas lächerlich. Das sollt die Befürworter der Traunseebahn eigentlich mit sachlicher Argumentation ziemlich rasch beenden können. Aber scheinbar trauen sie sich nicht/dürfen nicht.

LG t12700
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hema

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #8 am: 22. November 2020, 18:16:23 »
Wenn die Straßenbahn eine Straße mitbenützt, also ohne eigenen Gleiskörper, werden ihr immer alle Baukosten angerechnet, welche für die Straße anfallen. Werden wo nach einer Auflassung die Gleise entfernt, muss der Betrieb auch 60 Prozent der Um- bzw. Neubaukosten der Straße zahlen. So hat man mir das zumindest einmal auf meine Nachfrage an kompetenter/wissender Stelle erklärt.
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

diogenes

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #9 am: 22. November 2020, 18:31:51 »
Naive Frage: Ist das nicht "ein wenig" unfair? Leicht paranoid gefragt: Ist das Absicht?
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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #10 am: 22. November 2020, 19:28:12 »
Es ist auch eine Neiddebatte, man hat sich auf Stern&Hafferl eingeschossen und gönnt dem Gmundner Familienunternehmen keinen öffentlichen Auftrag.
Vieles wurde im Rechnungshof-Bericht falsch dargestellt, siehe https://www.gmundner-strassenbahn.at/rechnungshofbericht/

T1

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #11 am: 22. November 2020, 21:37:03 »
Vielleicht hat der Herr durch die Traunseebahn ja einen Nutzenverlust (zB längere Wegstrecke mit seinem Pkw zur Arbeit im Zusammenhang mit dem Zeitverlust) und versucht daher verbittert die Traunseebahn zu bekämpfen.
Welche soll das bitte sein? ???

Nur mit dem Florianiprinzip die einzig "richtige" Wahrheit durchzuboxen ist etwas lächerlich. Das sollt die Befürworter der Traunseebahn eigentlich mit sachlicher Argumentation ziemlich rasch beenden können. Aber scheinbar trauen sie sich nicht/dürfen nicht.
Tun sie ja eh (siehe Link von Fahrzeug Technik), aber wie so oft: Bad news are better than good news.

Im Übrigen, auch der Rechnungshofbericht ist an manchen Stellen zumindest fachlich fraglich. Zu einer Verlängerung nach Laakirchen merkt dieser an, es sei kein großer Fahrgastzuwachs zu erwarten, der Schienenbonus dürfte unbekannt sein (da dürfte wohl Ferry mitgeschrieben haben :D). Auch für mich relativ unlogische Empfehlungen finden sich, beispielsweise:

"Es wären Maßnahmen zu setzen, um das in der Potenzialanalyse von 2010 ausgewiesene Fahrgastaufkommen der früheren Straßenbahn Gmunden, der früheren Lokalbahn Gmunden–Vorchdorf und der parallel zum Durchbindungsprojekt damals geführten Buslinie für den öffentlichen Verkehr zumindest wieder zu erreichen. " (S. 129)

Es ist doch irgendwo logisch, dass die Zahl nach der Durchbindung niedriger ist, oder habe ich einen Denkfehler? ??? Schließlich zählte jeder Fahrgast in jedem Verkehrsmittel je einmal – insgesamt also, wenn er umstieg, 2 oder 3-mal. Seit der Durchbindung zählt er halt als ein Fahrgast.

t12700

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #12 am: 22. November 2020, 21:49:33 »
Vielleicht hat der Herr durch die Traunseebahn ja einen Nutzenverlust (zB längere Wegstrecke mit seinem Pkw zur Arbeit im Zusammenhang mit dem Zeitverlust) und versucht daher verbittert die Traunseebahn zu bekämpfen.
Welche soll das bitte sein? ???
Willst du auf die Traunseebahntram hinaus?

LG t12700
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T1

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #13 am: 23. November 2020, 00:29:32 »
Nein, aber wo soll es zu einer längeren Wegstrecke gekommen sein? ???

coolharry

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #14 am: 23. November 2020, 07:23:46 »
Lustig. Wenn der RH gleiches bei der U-Bahn anprangert, dann ist das okay. Wenn man das bei der Straßenbahn anprangert dann wachsen die Verschwörungstheorien.
Der Rechnungsprüfer prüft ob und für was das Geld eingesetzt worden ist. Das der jetzt keine fachlische Expertise im Schienenverkehr hat ist klar. Haben Buchhalter selten. Deswegen ist es auch nicht sinnvoll jeden Schaß den der RH von sich gibt gleich als Bare Münze zu nehmen und egal in welche Richtung gleich Bashing zu betreiben.
Zahlen sind nunmal Zahlen. Und gerade Schieneninfra rentiert sich selten innerhalb weniger Monate.