Tramwayforum
Straßenbahn Wien => Historisches => Thema gestartet von: 13er am 16. November 2010, 00:30:00
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Bitte diese Bilder nicht allzu ernst zu nehmen, sie sind für die heutige Zeit natürlich politisch sehr unkorrekt, aber so wurden die ersten Frauen bei der Tramway in der damaligen Zeit (zumindest scherzhaft) sicher von vielen Männern wahrgenommen.
Entnommen der Diplomarbeit "Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung von Wiener Straßenbahnern und Straßenbahnerinnen von 1903 bis nach dem Ersten Weltkrieg" (A. Perz, 1999).
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Gerade das letzte ist weiterhin hochaktuell, kann man es doch fast 1:1 auf die heutigen Wagenbeweger umlegen.
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Ja, aber wie Du richtig sagst nicht nur auf die Wagenbewegerinnen.
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Das währe mir aber neu, daß es schon im 1.WK Tram-Fahrerinnen gegeben hätte ...
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Das währe mir aber neu, daß es schon im 1.WK Tram-Fahrerinnen gegeben hätte ...
Das hat mich beim Einscannen in der Tat auch gewundert, aber das wird wohl damals nicht bis an die Journaille herangedrungen sein, dass es nur Schaffnerinnen gab. Straßenbahnerin is Straßenbahnerin! ;)
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Ich würde die letzte Karikatur ja als "Begründung" auffassen, warum Frauen NICHT Fahrerinnen werden durften
(ua kein Gefühl beim Bremsen [Halten]?)
Und Foto von einer "ausgfressenen" Tram-Schaffnerin aus der Zeit des 1.WK ist mir auch keines bekannt,
die Aufnahmen zeigen eigentlich eher schlanke, fast dürre Mädeln.
Aber gut, auch zB ein DEIX lebt ja davon, daß er die Personen in seinen Karikaturen überzeichnet darstellt.
Karikaturen eben. ;)
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Selbstverständlich gab es im Ersten Weltkrieg Schaffnerinnen und Fahrerinnen. Im Zweiten Weltkrieg hingegen nur Schaffnerinnen.
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Selbstverständlich gab es im Ersten Weltkrieg Schaffnerinnen und Fahrerinnen. Im Zweiten Weltkrieg hingegen nur Schaffnerinnen.
Lag das an eventuellen schlechten Erfahrungen mit Fahrerinnen oder entsprach die Verwendung als Motorführerin einfach nicht dem von den Nazis vorgegebenen Sittenbild der teutschen Frau?
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Selbstverständlich gab es im Ersten Weltkrieg Fahrerinnen.
Das wage ich zu bezweifeln!
Ich habe in verschiedenen Quellen gelesen, daß Frauen nur zum Schaffnerdienst, aber NICHT zum Fahrdienst herangezogen wurden. Man traute ihnen den Fahrdienst einfach nicht zu, bis weit nach dem 2.WK übrigens.
Weiters kenne ich viele Fotos von Tramzügen mit der angetretenen Mannschaft:
Fahrer immer Mann, Schaffner alle Frauen.
Ich kenne kein Foto, das eine Tramfahrerin im 1.WK zeigt.
Kannst Du eines zeigen? ;)
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Lag das an eventuellen schlechten Erfahrungen mit Fahrerinnen oder entsprach die Verwendung als Motorführerin einfach nicht dem von den Nazis vorgegebenen Sittenbild der teutschen Frau?
Ich vermute mal ganz stark Letzteres. Für Frauen in (führenden - und sei das "Geführte" auch nur eine Straßenbahn) Männerberufen war dort kein Platz, das war Abweichung von der Norm und daher nicht erwünscht.
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Es gab keine schlechten Erfahrungen mit Fahrerinnen, weil es gar keine Erfahrungen mit Fahrerinnen gab!
Es gab zwar vereinzelt Frauen mit Führerschein oder gar Pilotenschein, daß war aber die absolute Ausnahme!
Die Zeiten waren damals so, europaweit, daß hatte nichts mit "teusch" zu tun ...
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Selbstverständlich gab es im Ersten Weltkrieg Schaffnerinnen und Fahrerinnen.
Du hast recht und ich nehme meine Behauptung von oben zurück (nicht aber über die Journaille, die haben's trotzdem verdient).
Laut Stadtratsbeschluss vom 3. November 1916 konnten Frauen auch als Fahrerinnen angestellt werden. Zwar gingen im Krieg mehrere monatliche Personallisten verloren, jedoch kann man zumindest sicher sagen, dass es Ende Juni 1917 ganze 19 Fahrerinnen gab, Ende Juni 1918 dann schon 107 Fahrerinnen, mit 31. Dezember 1918 abnehmend wieder nur mehr 93, was mit 30. Juni 1919 auf 2 sank und mit Ende 1919 wieder auf null.
Der tatsächliche Peak der Fahrerinnen dürfte etwas höher als 107 gewesen sein, denn geschult wurden 149 Fahrerinnen, wie aus dem Verwaltungsbericht der Gemeinde Wien 1917/18, Seite 24, hervorgeht.
Die Erfahrungen mit den Fahrerinnen waren übrigens überhaupt nicht negativ. Ganz im Gegenteil, es war sogar geplant, noch mehr von ihnen einzustellen und tatsächlich wurden noch im Hochsommer 1918 etliche weitere geschult.
Warum es so wenig Fotos von Frauen am Fahrerplatz gibt, dürfte sich aus den relativen Zahlen ergeben. Zum Beispiel gab es am (dokumentierten) Höhepunkt der fahrenden Frauen (107) Mitte 1918 immer noch gleichzeitig 1446 männliche Fahrer. Mit Ende 1918 war das Verhältnis dann noch extremer (93F/2549M).
Anzumerken ist noch, dass Frauen auch in weiteren Bereichen abseits vom Schaffner- und Fahrerdienst eingesetzt wurden, so z.B. als Beamte, Expedientinnen, Streckenkassiererinnen, Weichenwärterinnen, Oberbauarbeiterinnen usw.
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Es gab keine schlechten Erfahrungen mit Fahrerinnen, weil es gar keine Erfahrungen mit Fahrerinnen gab!
Es gab zwar vereinzelt Frauen mit Führerschein oder gar Pilotenschein, daß war aber die absolute Ausnahme!
Die Zeiten waren damals so, europaweit, daß hatte nichts mit "teusch" zu tun ...
Dem halte ich ein Zitat aus "Die Wiener Linien - 140 Jahre ÖPNV in Wien" von Harald Marincig entgegen:
Die Einberufung der Fahrer und Schaffner zum Miltärdienst erforderte auch Maßnahmen in personeller Hinsicht. Ab 1914 wurden erstmals Frauen als Schaffnerinnen im Fahrdienst verwendet. Ab 1916 gab es bis Kriegsende auch Straßenbahn-Fahrerinnen. (/Zitat)
Du kannst natürlich dennoch auf deiner Meinung beharren, aber sie ist halt falsch.
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(Zitat) Ab 1914 wurden erstmals Frauen als Schaffnerinnen im Fahrdienst verwendet. (/Zitat)
Hier irrt ULHP allerdings, so weit ich das sehen kann. Schaffnerinnen gab es - nach meiner Quelle - erst nach der Kriegserklärung Italiens, mithin also Mitte 1915. Mit 30. Juni 1914 lag die Anzahl der Schaffnerinnen noch bei 0, mit 30. Juni 1915 bei 41.
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Hier irrt ULHP allerdings, so weit ich das sehen kann. Schaffnerinnen gab es - nach meiner Quelle - erst nach der Kriegserklärung Italiens, mithin also Mitte 1915. Mit 30. Juni 1914 lag die Anzahl der Schaffnerinnen noch bei 0, mit 30. Juni 1915 bei 41.
Ja sicher, aber mir ging's nur um "Nordbahnbertls" kategorische Behauptung, es hätte keine Fahrerinnen gegeben, daher das wörtliche Zitat.
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Es gab zwar vereinzelt Frauen mit Führerschein oder gar Pilotenschein, daß war aber die absolute Ausnahme!
Als kleiner Exkurs (Off-Topic, sorry) wollte ich auf Fr. Sabiha Gökçen (1913-2001) hinweisen, die weltweit erste Kampfpilotin. Interessanterweise war sie ausgerechtet Türkin. Karriereerleichternt dürfte jedoch gewesen sein, dass sie eines der acht Adoptivkinder von Kemal Atatürk war. ;)
Quelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Sabiha_G%C3%B6kcen)
Immerhin ist Sabiha auch Namenspatronin vom Flughafen Istanbul Sabiha Gökçen, Istanbuls Billigflughafen. Der andere heißt, eh klar, Atatürk. :)
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Um das Thema weiter zu spinnen: gibt es noch die türkische Kopftuchfahrerin in FAV?
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Um das Thema weiter zu spinnen: gibt es noch die türkische Kopftuchfahrerin in FAV?
Ist die nicht in BRG (es könnte aber natürlich auch mehrere geben)? Am 2er sehe ich sie hin und wieder.
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Sektor West (Ottakring).
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Meine Großmutter war im 1.Weltkrieg Schaffnerin (Bhf. Brigittenau).
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Bis wann war eigentlich die (Dienst?)-nummer an Kappen und Taschen angebracht?
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Anstellung von Frauen bei der „Elektrischen“.
Neue Freie Presse am 2.6.1915
Wie wir erfahren, hat man sich nun auch bei uns entschlossen, Frauen in den Dienst der Straßenbahn als Kondukteurinnen einzustellen, um die durch die Verhältnisse bedingten immer stärker werdenden Abgänge unter dem männlichen Personal ausgleichen zu können. Wenn auch in fast allen deutschen Städten längst, vielfach sogar seit Kriegsausbruch, zu dieser Maßnahme geschritten wurde, so bedeutet sie doch für Wien eine interessante Neuerung. Bei uns liegen nämlich die Verhältnisse viel schwieriger und komplizierter. Der Dienst eines Straßenbahnschaffners ist in Deutschland recht einfacher Natur und kann von jeder intelligenten Person, ob männlichen oder weiblichen Geschlechts, nach kurzer Anweisung ausgeübt werden. Der Schaffner hat eigentlich nichts zu tun, als die Karte zu „knipsen“ und die Münze entgegenzunehmen. Anders in Wien: Wir haben hier bei der Straßenbahn vielerlei oder mehr Fahrpreise, ein sehr kompliziertes Umsteig- und Markierungssystem und der Schaffner wird infolge des 14-Heller-Tarifs durch ein fast ununterbrochenes Geldwechseln außerdem sehr belastet. Ferner muss bei den Übergangsstationen vom Ring zu den Einbruchsstraßen von der Unterleitung zur Oberleitung umgeschaltet werden, wobei der Schaffner sehr oft, wenn die Sache nicht klappt, allerlei Manipulationen zu besorgen hat. Allen diesen kleinen und großen Schwierigkeiten zum Trotz hat man sich nun doch entschlossen, Frauen zum Kondukteursdienst einzustellen. Sache der Wiener Bevölkerung wird es sein, durch Takt, Freundlichkeit und Höflichkeit dem weiblichen Kondukteur beizustehen und der ernsten Frau, die sich durch diese harte, schwere Arbeit ihr Brot verdienen will, das Ungewohnte ihrer Lage zu erleichtern.
http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4744090/Heute-vor-100-Jahren_Es-gibt-nur-ein-einiges-osterreichisches-Tirol?_vl_backlink=/home/index.do (http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4744090/Heute-vor-100-Jahren_Es-gibt-nur-ein-einiges-osterreichisches-Tirol?_vl_backlink=/home/index.do)
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Ergänzend dazu der Bericht der Arbeiter-Zeitung vom 2.6.1915 zu diesem Thema.
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Ob das im Artikel wohl so stimmt? Ich denke nicht, dass der Dienst in anderen Städten wirklich einfacher war. Es hatten die meisten Betriebe ihre Eigenheiten. Schaffner am Cable Car in SF oder auf der Straßenbahn in Berlin war sicher ebenfalls recht anspruchsvoll.
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Ob das im Artikel wohl so stimmt? Ich denke nicht, dass der Dienst in anderen Städten wirklich einfacher war.
Glaube ich auch nicht. Vermutlich drückt der Artikel zwischen den Zeilen aus, dass die Redaktion nicht damit einverstanden war, dass Frauen in einen "Männerberuf" einsteigen sollten.
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Ob das im Artikel wohl so stimmt? Ich denke nicht, dass der Dienst in anderen Städten wirklich einfacher war.
Glaube ich auch nicht. Vermutlich drückt der Artikel zwischen den Zeilen aus, dass die Redaktion nicht damit einverstanden war, dass Frauen in einen "Männerberuf" einsteigen sollten.
In Wien war halt immer schon alles ganz anders und nicht vergleichbar und überhaupt könnt ja jeder kommen :-)
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Das Wort "Einbruchsstraßen" finde ich allerdings absolut legendär :D
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Das Wort "Einbruchsstraßen" finde ich allerdings absolut legendär :D
Wenn man's genau nimmt, dann sind die Ausfallstraßen, die vormals eben Einbruchstraßen waren, auch nicht ganz ohne.
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Da die Wiener Linien nun schon wiederholt in allen möglichen Kanälen behauptet haben, dass es in den 70ern zum ersten Mal Frauen als Fahrerinnen gab, hier einmal der Gegenbeweis, dass Fahrerinnen auch schon im 1. WK eingesetzt wurden (nicht aber im 2. WK).
[attach=1]
[attach=2]
Quelle: Adelheid Penz: Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung von Wiener Straßenbahnern und Straßenbahnerinnen von 1903 bis nach dem Ersten Weltkrieg. Diplomarbeit Uni Wien, 1999.
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Da die Wiener Linien nun schon wiederholt in allen möglichen Kanälen behauptet haben, dass es in den 70ern zum ersten Mal Frauen als Fahrerinnen gab, hier einmal der Gegenbeweis, dass Fahrerinnen auch schon im 1. WK eingesetzt wurden (nicht aber im 2. WK).
Sehr interessant!
1918 waren sie sogar schon als Revisorinnen vorgesehen. Das hab ich auch nicht gewusst. :lamp:
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Frauen wurden zu dieser Zeit auch beim Gleisbau als Pflasterinnen eingesetzt.
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Frauen wurden zu dieser Zeit auch beim Gleisbau als Pflasterinnen eingesetzt.
Frauen wurden für alles Mögliche eingesetzt, solange es sich entweder um mehr oder weniger Verwaltungsaufgaben oder Hilfsarbeiten handelte. Das Besondere sind aber schon die Fahrerinnen, da man "technische Fähigkeiten" den Frauen damals generell nicht zutraute.
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Frauen waren im ersten Weltkrieg als Fahrerinnen eingesetzt, ist von ein paar Büchern überliefert!
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Frauen waren im ersten Weltkrieg als Fahrerinnen eingesetzt, ist von ein paar Büchern überliefert!
Wissen wir schon (http://www.tramwayforum.at/index.php?topic=267.msg207782#msg207782)
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Intressant finde ich die Zahlen allerdings schon, dass innerhalb von 18 Monaten(30.06.1918-31.12.1919) alle 107 Fahrerinnen entlassen(?) wurden.
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gekündigt.Die Männer waren aus dem Krieg zurück, da haben die Frauen dann plötzlich die Fähigkeiten verloren, die sie vorher hatten.
Ich bekomm da einen dicken Hals, wenn ich daran denke.
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Ich bekomm da einen dicken Hals, wenn ich daran denke.
Definitiv nicht nur du. >:(
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Der soeben gefundene Thread erinnert mich an meine Kindheit. Da gab es eine alte Frau in unserem Bekanntenkreis, die damals zu den ersten Schaffnerinnen gehörte und häufig davon erzählte. Als sie von meinem Hobby erfuhr, schenkte sie mir ihre Schaffnerzange (Lochzange). Sie durfte bei ihrer Pensionierung diese Zange behalten.
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Ich habe noch ein Foto meiner Großmutter aus dem ersten Weltkrieg gefunden.
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SP 6012 in der Vorgartenstraße im zweiten Weltkrieg. Die Dame wird offensichtlich geschult, den Lyrabügel für eine Fahrtrichtungsänderung umzulegen
– Bild (https://www.tramwayforum.at/index.php?action=dlattach;topic=2177.0;attach=312792;image) –
Und den Job als Fahrer wollte man den Damen dann doch nicht zumuten. Konsequent war das nicht.
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SP 6012 in der Vorgartenstraße im zweiten Weltkrieg. Die Dame wird offensichtlich geschult, den Lyrabügel für eine Fahrtrichtungsänderung umzulegen
– Bild (https://www.tramwayforum.at/index.php?action=dlattach;topic=2177.0;attach=312792;image) –
Und den Job als Fahrer wollte man den Damen dann doch nicht zumuten. Konsequent war das nicht.
...war der damaligen Gesellschaftsform geschuldet. Man war halt noch nicht so weit...
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SP 6012 in der Vorgartenstraße im zweiten Weltkrieg. Die Dame wird offensichtlich geschult, den Lyrabügel für eine Fahrtrichtungsänderung umzulegen
– Bild (https://www.tramwayforum.at/index.php?action=dlattach;topic=2177.0;attach=312792;image) –
Und den Job als Fahrer wollte man den Damen dann doch nicht zumuten. Konsequent war das nicht.
...war der damaligen Gesellschaftsform geschuldet. Man war halt noch nicht so weit...
Bügel umlegen ist jetzt auch keine stereotyp dem weiblichen Geschlecht zuzuordnende Tätigkeit.
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SP 6012 in der Vorgartenstraße im zweiten Weltkrieg. Die Dame wird offensichtlich geschult, den Lyrabügel für eine Fahrtrichtungsänderung umzulegen
– Bild (https://www.tramwayforum.at/index.php?action=dlattach;topic=2177.0;attach=312792;image) –
Und den Job als Fahrer wollte man den Damen dann doch nicht zumuten. Konsequent war das nicht.
...es war auch der Job als Fahrer gemeint... ;)
...war der damaligen Gesellschaftsform geschuldet. Man war halt noch nicht so weit...
Bügel umlegen ist jetzt auch keine stereotyp dem weiblichen Geschlecht zuzuordnende Tätigkeit.
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Bügel umlegen ist jetzt auch keine stereotyp dem weiblichen Geschlecht zuzuordnende Tätigkeit.
Aber waren Schaffnerinnen damals nicht voll en vogue? Und war mit dem Job nicht auch das Bügelumlegen verbunden?
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"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
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Der offene SP war wohl zum üben ein geeignetes Fahrzeug, gab es doch Sicht auf Lehrenden, Bügel und Oberleitung!
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Bügel umlegen ist jetzt auch keine stereotyp dem weiblichen Geschlecht zuzuordnende Tätigkeit.
Aber waren Schaffnerinnen damals nicht voll en vogue? Und war mit dem Job nicht auch das Bügelumlegen verbunden?
Wer hat das eigentlich für gewöhnlich gemacht? Der Zugführer (= Triebwagenschaffner)? Oder ein x-beliebiger Schaffner? Der Zugführer war ja die "Nummer 1" eines Zuges und somit auch dem Fahrer übergeordnet. Wenn man Frauen die Fahrertätigkeit verwehrt, sie aber als Zugführer einsetzt, wäre das sogar reichlich inkonsequent.
"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden Frauen, anders als im Weltkrieg davor, nicht als Fahrerinnen eingesetzt. Deshalb fand ich das Bild von der Dame, in unpassender Montur auf der Arbeitsfläche eines SP stehend, bemerkenswert. Als Fahrerin nicht, aber das schon?
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"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
Man kann auch sagen "im Aufwärtstrend" oder so ähnlich, jedenfalls waren sie kein vernachlässigbarer Teil der Beschäftigten. Der Auslöser für diese Entwicklung war jedenfalls in erster Linie ein beklagenswerter.
Ab wann hat es denn die ersten Schaffnerinnen gegeben? In der Ersten Republik oder schon in der Monarchie?
Der Zugführer war ja die "Nummer 1" eines Zuges und somit auch dem Fahrer übergeordnet.
Wenn ich auf meine etwas verstaubten Informationen aus ÖBB-Kreisen zurückgreifen darf, war der Zugführer nur in mancher Hinsicht der Chef. Was auf der Lok geschieht, hat(te) ihn angeblich nicht zu interessieren.
Wenn man Frauen die Fahrertätigkeit verwehrt, sie aber als Zugführer einsetzt, wäre das sogar reichlich inkonsequent.
Außer man hat (an den Haaren herbeigezogene) Argumente.
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"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
Ab wann hat es denn die ersten Schaffnerinnen gegeben? In der Ersten Republik oder schon in der Monarchie?
Seit dem Ersten Weltkrieg. Nach dessen Ende wurde also an der Beschäftigung von Frauen im Schaffnerdienst festgehalten.
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Soweit ich es erlebt habe waren auch Schaffnerinnen als auch Schaffner zum Zugführen (abfertigen) sowie auch das Kuppeln ausgebildet. Man bedenke das es damals Gang und Gebe war, Züge Solo zu führen, verstärken oder verkürzen, umzukuppeln oder nur mit einem Schaffner + schaffnerlosen Beiwagen. Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
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Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
Heißt das, dass Frauen mit den damaligen Triebwagen nicht fahren konnten?
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OT: Erst in den 70er Jahren wurden in Wien Frauen als Straßenbahnfahrerinnen zugelassen, zunächst jedoch nur für die Geamatic-Fahrzeuge. Erst später sah man auch Frauen an den Fahrzeugen mit knüppel- oder kurbelbetätigten Fahrzeugen.
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Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
Heißt das, dass Frauen mit den damaligen Triebwagen nicht fahren konnten?
Ich nehme an, dass die Bedienung der Fahrschalter und vor allem der Feststellbremse bei den alten Triebwagen einiges an Muskelkraft erforderte, weshalb man diese Arbeit vermutlich Frauen nicht zumuten wollte. Ähnlich war es ja auch mit Autobussen, bevor diese eine Servo-Lenkung hatten.
Wobei es durchaus Frauen gibt, die so manchen Mann über den Tisch ziehen können ;D
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Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
Heißt das, dass Frauen mit den damaligen Triebwagen nicht fahren konnten?
Ich dachte immer, in den beiden Weltkriegen war es üblich, dass Frauen das getan haben?
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Zur Richtigstellung: Ab 1914 wurden Frauen als Schaffnerinnen verwendet; zwischen1916 und 1918 kamen auch erstmals (kriegsbedingt) Frauen als Straßenbahnfahrerinnen zum Einsatz.
Und dann wieder erst ab 1970, ab da wurden auch Frauen im Fahrdienst aufgenommen.....
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OT: Erst in den 70er Jahren wurden in Wien Frauen als Straßenbahnfahrerinnen zugelassen, zunächst jedoch nur für die Geamatic-Fahrzeuge. Erst später sah man auch Frauen an den Fahrzeugen mit knüppel- oder kurbelbetätigten Fahrzeugen.
Soviel mir bekannt, durften sie nur auf Sitzwagen eingesetzt werden. Später gab es es dann bei den Vereinen auch Fahrschulen mit weiblichen Personal auf Steher um im Notfall einen Zug fahren zu können.