Einige outen sich hier als Nichtkenner/Nichtanwender der Nacht-S-Bahn. Die Nacht-S7 fährt 3 min vor dem regulären Takt nach Schwechat. Es ist im Status Quo schon nicht so wie ihr es euch vorstellt, also kann mans doch gleich optimieren.
Spätestens in Meidling gibt es dann Konflikte mit der Bahnsteigbelegung oder der Trassenvergabe Richtung Liesing/Mödling.
Und die Fahrgäste wissen zb das um xx:39 und xx:09 von Floridsdorf weg der Rex fährt und danach um xx:42 und xx:12 die Schnellbahn nach Wr Neustadt/Mödling usw.
Jetzt verkürze ich die Fahrzeit und lasse die Züge nicht mehr 2Min in Praterstern und Wien Mitte halten, weil es ausserhalb der HVZ nicht notwendig.
Gut, die Zeit muss der Zug dann in Meidling herumstehen oder davor, weil kein freier Bahnsteig oder noch ein Schnellzug vorfahren muss.
Aktuelle Situation: Die Nacht-S2 fährt in Meidling eine Minute später weg als untertags, um einen 3 min Anschluss vom Gürtel mit der U6 herzustellen. Der klappt typischerweise auch. Dennoch fährt der Zug im normalen Taktmuster und ist in der Regel eine Minute vor Plan in Meidling. Aktuell steht der Zug also schon 4 min in Meidling rum. Es wäre also sinnvoll, den Zug aus Leopoldau etwa 6 min später abfahren zu lassen und die Ankunftszeit ab Atzgersdorf eine Minute vorzuverlegen (in die reguläre Trasse). Dann wäre man bei einer Zeit, die immer noch gut fahrbar ist und schafft eine 7 min schnellere Fahrzeit. Angesichts der aktuellen Fahrzeit Leopoldau - Mödling von 51 min sehr lohnend.
Im täglichen Spätabendverkehr ist das etwas schwieriger umzusetzen, eben weil da noch Trassenkonflikte existieren. Ob ein nächtlicher Güterzug 3 min früher oder später fährt, ist ja egal, ein EC oder RJ sieht das anders. Insofern hat man in der Nacht deutlich mehr Gestaltungsspielraum. Es will aber hoffentlich keiner darauf bestehen, dass der 6-minütige Halt des CJX9 in Wien Meidling zur Schwachlastzeit gesetzt sein muss, nur um die Abfahrtsminuten gleich zu halten. Die Fahrzeit Wien Mitte - Baden ließe sich alleine durch Reduktion dieses Aufenthalts um 20% reduzieren.
Ich weiß natürlich, dass diese Diskussion anhand des aktuellen Fahrplans eine rein akademische ist. Der Fahrplan in seiner aktuellen Form wird schon in ein paar Tagen Geschichte sein. Dennoch denke ich, dass man auch zukünftige Stammstreckenfahrpläne nicht zum Dogma erheben soll. Nur weil man mit einem Stadler KISS in der HVZ 24 min braucht, um von Floridsdorf nach Meidling zu kommen, muss das am Spätabend nicht auch so sein. Entsprechend wird man den Zug einfach 1-2 min später in Floridsdorf abfahren lassen können. Es juckt doch niemanden ernsthaft, dass der dann nicht zur gleichen Taktminute abfährt. Die Minderheit, der das wichtig ist, kann ohnehin früher am Bahnsteig sein und hat dabei nichts verloren.