Ob ein Güterzug 3Min früher oder später fährt, ist egal? Kann sein, nur kennst du seinen Laufweg nicht und ob die 3Min dann nicht woanders einen Konflikt erzeugen.
Abgesehen davon, dass dort mittlerweile kaum noch Güterzüge fahren: Wenn eine Verschiebung einer Güterzugtrasse zwischen Meidling und Mödling um wenige Minuten woanders ein Problem erzeugt, kann man die auch in die andere Richtung schieben. Tun wir nicht so, als wäre das am Wochenende zwischen 23 und 5 Uhr ein Problem. Davon abgesehen habe ich hauptsächlich eine Verschiebung zwischen Leopoldau und Meidling gefordert, da fahren sowieso keine Güterzüge.
Dann gibt es die Angebotstrassen.
Die Nacht-Schnellbahn 7 fährt dann in der Trasse vom CJX und natürlich ist der reine Nachtbetrieb einfacher anzupassen, da er quasi wie ein Inselbetrieb ohne Aussenäste gestaltet werden kann.
Wer sagt, ob die Schnellbahn nicht auch zwischen Leopoldau und Meidling auf Anschlüsse angepasst ist, oder glaubst du ernsthaft, die 1Min in Meidling wegen der U6 ist das einzige, auf das geachtet wurde?
Ich hab mir das vor Jahren mal genau angeschaut und musste feststellen, dass man das nicht so gut hinbekommen hat. Es hat sich in diesen paar Jahren auch nichts geändert, außer bei der U6 in Meidling. Am Praterstern fährt die Nacht-S2 der U1 davon und von der U2 hat man 8-10 min Wartezeit. Die U1 Richtung Süden und die S-Bahn Richtung Süden haben am Hbf die gleiche Abfahrtszeit. Es gibt einen Laufanschluss (2 min) von der U4 aus Richtung Heiligenstadt in Wien Mitte. Mit einer späteren Abfahrtszeit der S-Bahn würde sich das alles besser lösen. Einzig der Anschluss an die S45 beim Handelskai würde flöten gehen. Wäre verschmerzbar, allzu viele Leute werden nicht Leopoldau - Oberdöbling in der Nacht fahren, wenn man das mit dem aktuellen Nicht-Anschluss Stephansplatz/Karlsplatz - Mödling vergleicht. Man kann natürlich auch die S45 anpassen.
Wie gesagt, ich halte es eigentlich für müßig das am aktuellen Fahrplan zu diskutieren. Ich denke es ist trotzdem wichtig, von der Vorstellung, dass normalerweise zwischen S- und U-Bahnen Anschlüsse abgestimmt würden, abzukommen. Das ist nur selten der Fall. Ich gebe die Hoffnung für den Fahrplan 2028 nicht auf, aber viel Hoffnung hab ich nicht.
Aber wenn die Schnellbahn von Leopoldau später wegfährt, stellt sich mir die Frage, ob dann noch alle anderen Anschlüsse passen.
Nö, die Frage hat sich dir nicht gestellt, sonst hättest du dir meine Ausführungen oben selbst erarbeiten können. Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass die Realität des Nachtverkehrs den meisten hier unbekannt scheint.
Der CJX hat eine Kurzwende in Floridsdorf und wird regelmäßig auf Praterstern gekürzt im Verspätungsfall. Die 4Min sind Trassenbedingt und sollen auch Verspätungen auffangen, um auf der Südbahn nicht alles zamzuhauen.
33-36-39-42 ab Floridsodrf, du siehst selbst das hier der CJX nicht später fahren kann und in Meidling muss er die 4Min (nicht 6Min) wegen den Schnellzügen und den vorausfahrenden langsamen Personenzügen warten. Er überholt in Pfaffstätten die Schnellbahn gleich wie die RJ und müsste die 4Min auf dem Weg dorthin vertrödeln, wenn er nicht schon in Liesing oder Mödling einer Schnellbahn aufrennt.
Eine Kurzwende als Argument gegen eine spätere Abfahrt ist interessant, naja. Bezüglich der 6 min darf ich dich darauf hinweisen, dass die CJX9-Abfahrt in Wien Meidling erst seit 8. Juni 2 min früher ist, möglicherweise vorbeugend für die mittlerweile eingesetzten Dosto-Garnituren (ja, die alten). Im Nachtverkehr rechne ich natürlich nicht mit der Extrafahrzeit, die am 4. Juli schon wieder aus dem Fahrplan raus ist.
Zu den Zeiten: Meine These ist ja, dass man es mit den modernen Fahrzeugen in fahrgastschwächeren Zeiten mühelos schafft von Floridsdorf nach Meidling in 22 min zu kommen. Wenn ihr da nicht meiner Meinung seid, okay, dann können wir gerne darüber diskutieren, es gab bis jetzt aber keinen Widerspruch. Die schon zitierten Fahrpläne mit der Reihe 4030 zeigen ja, was mit solchen Fahrzeugen schon möglich war.
Um das beispielhaft darzustellen: Die S7 fährt um 22:36 von Floridsdorf ab. Danach folgen CJX9 um 22:39, REX1 um 22:42 und S3 um 22:45. Die sind dann gemäß meiner Rechnung um 23:01, 23:04 und 23:07 in Wien Meidling und können ganz normal weiter auf die Südbahn in ihren gewohnten Trassen fahren. Besser wäre noch eine Minute später, dann wirds aber mit der S80 knapp.
Ich weiß nicht was die Überholung in Pfaffstätten in der Diskussion verloren hat, aber nur so nebenbei: Ich halte es auch für unnötig 5 min in Mödling zu warten, wenn kein REX3 fährt und auch kein Anschluss vom CJX9 in Baden hergestellt werden kann. Für die S3-Züge 28829, 28867 (Mo-Fr) und 28911, also die Abfahrten 21:09, 22:09 und 23:09 in Wien Meidling, wäre eine Überholung in Bad Vöslau die bessere Lösung. Gilt genauso am Vormittag. Damit könnte man im Bereich Baden - Wr. Neustadt Hbf die Lücke zwischen den REX1-Zügen besser füllen, die ja nur in der HVZ von REX3 und CJX9 genutzt wird.
Hier würde ich die Taktabweichung als Gegenargument akzeptieren, da die nächste Alternative erst 1 h später fahren würde. Ich habe aber genug Vertrauen in unsere Mitmenschen.
Das Ganze ist kein Bim/Busfahrplan im Inselbetrieb.
Stimmt schon, es ist aber auch nicht die zu 120% ausgelastete Südbahnstrecke mit 7 Haltemustern und Fernverkehr. Zwischen Meidling und Floridsdorf kann man fahren was man will, solange die Züge zu den richtigen Zeiten auf die Zulaufstrecken kommen bzw. von den Zulaufstrecken zufahren können.
Noch ein Beispiel mit den Zügen S3 28953 und S1 28959: Die S3 fährt um 23:52 aus Wien Floridsdorf weg und um 0:19 aus Wien Meidling. Die S1 fährt auf der Stammstrecke 5 min später hinterher. Es wäre in der Nacht ein leichtes, die S1 auf die S3 durchzubinden und damit einen Zug von Gänserndorf nach Mödling zu führen. Dabei blieben die Fahrpläne auf den Zulaufstrecken gleich, da man den Halt in Meidling kürzt und die Stammstrecke schneller durchquert, hauptsächlich durch Verkürzung der Haltezeiten.