Autor Thema: 1. Mai  (Gelesen 19578 mal)

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1. Mai
« am: 07. November 2010, 20:54:45 »
Am 1. Mai 1929 stehen die Züge im Bahnhof Meidling zur Ausfahrt bereit. Natürlich darf ein geschmückter Triebwagen nicht fehlen. Dafür wurde ein offenbar kurz zuvor bereits ganz in Rot lackierter N-Triebwagen verwendet. Auf dem Originalfoto ist zu sehen, daß das wegen der Vielfachkabel angeordnete Umdrehen der Puffer noch nicht ganz abgeschlossen ist, da der Handgriff des Wagens auf Gleis 8 (erster von rechts in der Halle) noch nach oben zeigt (siehe vergrößerten Ausschnitt). Ganz links in der Halle ist übrigens ein Zug der HVZ-Linie 18 zu sehen. Wer sagt um welche Triebwagentype es sich handelt und kann es vor allem auch begründen, also nicht einfach erraten?

N1

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Re: 1. Mai
« Antwort #1 am: 07. November 2010, 22:45:11 »
Ganz links in der Halle ist übrigens ein Zug der HVZ-Linie 18 zu sehen. Wer sagt um welche Triebwagentype es sich handelt und kann es vor allem auch begründen, also nicht einfach erraten?
Es handelt sich um einen Triebwagen der Type N.

Begründung 1: Auf dem Bild erkennt man oberhalb des für Vierfensterwagen typischen ovalen Scheinwerfers mit zwei Glühbirnen eine kleine vierstellige Nummer, die es so nur bei den N gab. Bei den M war in Ermangelung einer Kupplungsdose mehr Platz für die Nummer und selbige daher größer.

Begründung 2: Auf der Linie 18 fuhren von 1926 bis 1932 N-Dreiwagenzüge, wie man der einschlägigen Literatur (ich hab einen Blick in "Bahn im Bild 67" geworfen) entnehmen kann. Eigentlich bekräftigt diese Information nur die Begründung 1, da ich nicht weiß, ob auf dieser Linie damals ausnahmsweise auch andere Fahrzeugreihen zum Einsatz gekommen sind.
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Re: 1. Mai
« Antwort #2 am: 07. November 2010, 23:22:22 »
@ N1: Jetzt verwirrst du mich ein wenig. Ich schrieb vom Triebwagen ganz links in der Halle (vom Betrachter aus gesehen). Wie du da eine Wagennummer erkennen willst, verstehe ich nicht. Alle anderen zu sehenden Triebwagen sind hingegen als 18G besteckt. Vielleicht überprüfst du bitte deine Angaben noch einmal.

N1

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Re: 1. Mai
« Antwort #3 am: 07. November 2010, 23:34:13 »
Sorry, ich habe mir das erste Bild nicht genau angesehen und gedacht, dass der vergrößerte Ausschnitt den fraglichen Triebwagen darstellt. :-[
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N1

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Re: 1. Mai
« Antwort #4 am: 08. November 2010, 02:40:17 »
Unabhängig von der Fotografie, bleibt die Tatsache bestehen, dass zwischen 1926 und 1932 N-n1-n1-Züge die Stammgarnituren der Linie 18 waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem fraglichen Triebwagen dennoch um ein Fahrzeug einer anderen Baureihe als der Type N handelt, ist bedingt durch die Radreifenproblematik eher gering. Allenfalls ist es noch denkbar, dass man ausnahmsweise auf einen der mit Stadtbahnradreifen ausgerüsteten K-k3-k3-Züge der Linie 118 zurückgegriffen hat.

Bei dem Fahrzeug links auf dem Bild reichen das Stirn- und das Plattformfenster bis knapp unter den Dachkranz. Die N haben sich so Zeit ihres Lebens präsentiert, während bei den K der Abstand zwischen besagten Fenstern und dem Dach nur anfangs derart gering war und später vergrößert wurde. Nun müsste man wissen, wann diese Umbaumaßnahme erfolgte: War das vor dem 1. Mai 1929, dann könnte man die Reihe K als Lösungsmöglichkeit ausschließen. Was ich weiß, ist, dass von 1926 bis 1939 sukzessive eine Umgestaltung der Einstiege stattfand, indem die Schub- durch Klapptüren ersetzt wurden. Wenn parallel dazu auch die Front geändert wurde, dann könnte das Fahrzeug auf dem Foto ein noch nicht umgebauter K sein.
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Re: 1. Mai
« Antwort #5 am: 08. November 2010, 07:50:34 »
So, ich habe jetzt die Bilder ausgetauscht, gestern habe ich einfach die bessere Version nicht gefunden.

@ N1: Alles richtig, was du sagst, aber was spricht gegen einen M-Triebwagen? Nur weil damals auch N-Züge auf der Linie 18 verwendet wurden, heißt das nicht, daß das immer und ausschließlich so gewesen sein muß. Apropos Radreifenproblematik. Mit der Ausrüstung der 118er-Züge mit Stadtbahnradreifen hat man die ungünstigen Abnützungserscheinungen nicht behoben, sondern nur verschoben, denn die Linien O und 62 befuhren auch teilweise die gleiche Strecke und durch die 118er-Ausrüstung war dann auch die Linie 8 betroffen. Daher hob man diese Maßnahme 1935 wieder auf. Sicher mit eine Rolle gespielt hat auch die schlechte Unterscheidbarkeit der damit ausgerüsteten Straßenbahnwagen, was zu zumindest einem Einsatz eines derartigen Straßenbahnzuges im Sportplatzverkehr zur Hohen Warte führte.

Linie 41

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Re: 1. Mai
« Antwort #6 am: 08. November 2010, 10:53:33 »
Also jetzt rein von der Front, kann es sich ja nur um einen N, Mx oder Px handeln. Ich glaube aber ein rundes Dachsignal erkennen zu können und schließe den N daher aus (abgesehen davon wär's witzlos nach einem N zu suchen, wenn auf dem Photo sonst nur N zu sehen sind).
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: 1. Mai
« Antwort #7 am: 08. November 2010, 11:34:34 »
Das ist ja auch kein Rätsel, sondern es geht darum, ob jemand diesen Triebwagen, von dem ja nicht viel zu sehen ist, eindeutig identifizieren und das auch begründen kann. Daher sind Wahrscheinlichkeitsberechnungen nicht zielführend.

hema

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Re: 1. Mai
« Antwort #8 am: 08. November 2010, 11:53:40 »
Ich kann nicht sagen, was es ist, aber M ist es keiner! Die schrägen Plattformfenster sind zu breit und im falschen Winkel.
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

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Re: 1. Mai
« Antwort #9 am: 08. November 2010, 12:06:33 »
Ich kann nicht sagen, was es ist, aber M ist es keiner! Die schrägen Plattformfenster sind zu breit und im falschen Winkel.
Da mußt du dich täuschen, weil dann könnte es auch keiner der ähnlichen Wagen sein, die sich von den M nur relativ gering unterscheiden. Es kommen also in Frage M, N, P, P1 und P2. Und wie gesagt, die Entscheidung ist zu begründen, es genügt also nicht, einfach zu raten.

hema

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Re: 1. Mai
« Antwort #10 am: 08. November 2010, 12:41:39 »
Ich habe den Ausschnitt mal vergrößert. Also sehr M-ähnlich wirkt das für mich nicht!  :-\


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Re: 1. Mai
« Antwort #11 am: 08. November 2010, 13:03:35 »
Also die Frontpartie ist den N Triebwagen zu ähnlich als daß es ein anderer Typ als die von Revisor gelisteten sein könnte.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: 1. Mai
« Antwort #12 am: 08. November 2010, 13:34:12 »
Es kommen also in Frage M, N, P, P1 und P2. Und wie gesagt, die Entscheidung ist zu begründen, es genügt also nicht, einfach zu raten.
P ist es keiner, da Instandnahme der beiden Fahrzeuge dieser Reihe erst am 19. September 1929 geschah. Die Prototypen P1 und P2 folgten überhaupt erst 1930. Die N, von denen ich ursprünglich ausgegangen bin, besitzen ein breites viereckiges Dachsignal, dasjenige auf dem Bild (vergrößerte Ausschnitte von hema) scheint aber recht klein zu sein. Stimmt die Beobachtung, dann bleibt von den genannten Baureihen nur die Type M übrig.
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Re: 1. Mai
« Antwort #13 am: 08. November 2010, 16:06:32 »
Leider ist der Bildausschnitt dort schon sehr undeutlich. Mit absoluter Sicherheit traue ich mich nicht zu sagen, daß das Signal rund ist.

Bleibt also: Signal eckig -> N
Signal rund -> M
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: 1. Mai
« Antwort #14 am: 09. November 2010, 08:23:20 »
Bleibt also: Signal eckig -> N
Signal rund -> M
Genauso ist es. Es gibt aber ein Detail, das eine eindeutige Zuordnung möglich macht.