Autor Thema: [PM] Lostage für Straßenbahnverlängerung - Gmunden muss sich jetzt entscheiden  (Gelesen 31562 mal)

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Bus

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Personen - wie Politiker - können soetwas aufgrund mangelnder Benützungswilligkeit nicht beurteilen.

44er

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Das jetzige Gerangel um die Gmundner Tramway ist ein typisches Beispiel dafür, wie es ist, wenn es in eimem Land keine geregelte Finanzierung für Nahverkehrsvorhaben gibt. Die Summe, um die es geht, ist meiner Ansicht nach, verglichen mit andren Vorhaben, wo viel Geld verschwendet wird, nur eine Rechenungenauigkeit - man denke nur an die U-Bahnprovisorien in Wien. Letzlich ist die Entscheidung über die Gmundner Tramway so wie alle Entscheidungen ein politische . Hoffen wir, daß im Sinne einer nachhaltingen Verkehrspolitik entschieden wird.

hema

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. . . . einer nachhaltingen Verkehrspolitik . . . .
Nachhaltig sind auch die Schulden für die Wiener U-Bahn, die man uns aufgebürdet hat. Sehr nachhaltig sogar!  >:(
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Ferry

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So wie die Straßenbahn in Gmunden derzeit ist, ist sie ohnehin nicht viel mehr als eine Touristenattraktion.
Sie ist eine Touristenattraktion - zumindest für Straßenbahnfreunde. Wo sonst kann man über 60 Jahre alte Wagen (mit Zierspitz und doppelter Zierleiste) noch im Planbetrieb sehen? Jedesmal, wenn ich nach Gmunden komme, bin ich auf's Neue davon fasziniert.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

moszkva tér

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So wie die Straßenbahn in Gmunden derzeit ist, ist sie ohnehin nicht viel mehr als eine Touristenattraktion.
Sie ist eine Touristenattraktion - zumindest für Straßenbahnfreunde. Wo sonst kann man über 60 Jahre alte Wagen (mit Zierspitz und doppelter Zierleiste) noch im Planbetrieb sehen? Jedesmal, wenn ich nach Gmunden komme, bin ich auf's Neue davon fasziniert.
Aber eine Straßenbahn ist bzw. sollte nicht primär eine Attraktion für Bahnliebhaber sein, sondern einen Verkehrszweck erfüllen.  :lamp:
Wenn sie beides erfüllen kann, ist es natürlich umso besser. Aber die Funktion als öffentliches Verkehrsmittel geht vor.

Ferry

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Aber eine Straßenbahn ist bzw. sollte nicht primär eine Attraktion für Bahnliebhaber sein, sondern einen Verkehrszweck erfüllen.  :lamp:
Wenn sie beides erfüllen kann, ist es natürlich umso besser. Aber die Funktion als öffentliches Verkehrsmittel geht vor.
Natürlich, ich habe ja nichts anderes behauptet. Ich hoffe sehr, dass es in Gmunden zur Realisierung der geplanten Vorhaben kommt.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

T1

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So wie die Straßenbahn in Gmunden derzeit ist, ist sie ohnehin nicht viel mehr als eine Touristenattraktion.
Das würde ich nicht so sehen. Dank abgestimmter Zeiten auf die ÖBB-Züge erfüllt die Straßenbahn sicherlich auch einen Verkehrszweck für die dortigen Einwohner.

Das Fahrgastpotenzial als StadtRegioBahn ist natürlich ungleich höher.

95B

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Das würde ich nicht so sehen. Dank abgestimmter Zeiten auf die ÖBB-Züge erfüllt die Straßenbahn sicherlich auch einen Verkehrszweck für die dortigen Einwohner.
Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass man zu diesem Behufe mit einem Bus billiger davonkäme. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat die Gmundner Straßenbahn mit ihrer derzeitigen Streckenführung längst keine Daseinsberechtigung mehr. :(
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

38ger

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Das würde ich nicht so sehen. Dank abgestimmter Zeiten auf die ÖBB-Züge erfüllt die Straßenbahn sicherlich auch einen Verkehrszweck für die dortigen Einwohner.
Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass man zu diesem Behufe mit einem Bus billiger davonkäme. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat die Gmundner Straßenbahn mit ihrer derzeitigen Streckenführung längst keine Daseinsberechtigung mehr. :(

Genauer gesagt hätte sie aus betriebswirtschaftlichen Gründen vielleicht  keine Daseinsberechtigung mehr, wenn Gleiserneuerungen, Haltestellenumbauten, oder Erneuerungen an der Remise, der Oberleitung oder derartiges anfallen würden, vor dem Hintergrund, dass man all diese Tätigkeiten aber in den letzten Jahren hinter sich gebracht hat und man im Falle einer Umstellung auf Busbetrieb diese Infrastrukturen zusätzlich um teures Geld abbauen müsste kann das derzeit einfach nicht stimmen, denn der Betrieb allein ist mit Oberleitung sicherlich günstiger, als mit Erdöl und Co.
Wenn man die Straßenbahn aber einfach als "verlängerte Lokalbahn" sieht (deren Renovierung auch abgeschlossen ist und in naher Zukunft entsprechend wenig Mittel im Betrieb verschlingen wird) und die Kosten für die neue Brücke nicht miteinbezieht, da diese ohnehin erneuert werden müsste und zumindest für Fahrradwege auch verbreitert werden muss, dann rechnet sich das ganze wohl auch betriebswirtschaftlich (nicht dass Du etwas gegen letzteren Punkt gesagt hättest). Wenn man dann noch 80% des Geldes vom Land geschenkt bekommt ...

TW 292

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Die Argumente für die Straßenbahnverlängerung sind doch sehr überzeugend, aber warum man in Gmunden noch immer zögert die ganzen Pläne in die Realität umsetzt?

Das Auto wird kurz oder lang keine Zukunft mehr bieten, auch wenn man in Österreich noch immer sehr viel Geld in neue Straßen steckt. 

38ger

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Die Argumente für die Straßenbahnverlängerung sind doch sehr überzeugend, aber warum man in Gmunden noch immer zögert die ganzen Pläne in die Realität umsetzt?

Das Auto wird kurz oder lang keine Zukunft mehr bieten, auch wenn man in Österreich noch immer sehr viel Geld in neue Straßen steckt.

Aus Sicht eines Politikers würde ich vermutlich selbst bei einem Projekt hinter dem ich voll und ganz stehe in der Öffentlichkeit zaudern, denn würde die Stadt Gmunden überspitzt formuliert sagen "Wahnsinn, uns werden 80% einfach so geschenkt, so viel wär' doch gar nicht nötig gewesen", dann bringt man sich nicht gerade in die beste Verhandlungsposition, abgesehen davon, dass man Erfolge als Politiker auch besser verkaufen kann, wenn man vorher "darum kämpfen musste". Denn wenn man voll und ganz hinter einem Projekt steht und dieses umsetzt setzt man sich leicht dem Vorwurf aus, man würde nur durchboxen, was man selber will und nicht auf die Bevölkerung hören, im Fall von Gmunden bedeutet das zaudern und zögern letzten Endes, dass der Straßenbahnfanverein Überzeugungsarbeit leistet, die man sonst als Politiker selbst leisten müsste ... abgesehen davon, dass man sich halt Optionen offen hält, die man zwar selbst vielleicht nicht umsetzen will, welche man mangels Mehrheit aber doch auch immer in Erwägung ziehen muss, da man sonst ja sein Ziel verfehlt hätte ... und dass "das Machtwort" eines Bürgermeisters von Gmunden nicht so viel Bedeutung hat, wie das eines Herrn Häupls ist wohl auch klar ... würde man in Gmunden wirklich so kurz vor der entscheidenden Phase umfallen, wäre das jedenfalls echt herb, weshalb ich mir das gar nicht ausmalen will und kann ...

T1

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Das würde ich nicht so sehen. Dank abgestimmter Zeiten auf die ÖBB-Züge erfüllt die Straßenbahn sicherlich auch einen Verkehrszweck für die dortigen Einwohner.
Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass man zu diesem Behufe mit einem Bus billiger davonkäme. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat die Gmundner Straßenbahn mit ihrer derzeitigen Streckenführung längst keine Daseinsberechtigung mehr. :(
So sicher wäre ich mir nicht: Die Betriebskosten halten sich doch sehr in Grenzen, man hat eine zentral gelegte Remise mit Werkstatt und eine Handvoll Mitarbeiter, die sich um alles kümmern. Ob ein – unzuverlässiger – Busbetrieb wirklich billiger kommt? Da kommt man untertags wohl nicht mehr mit einem Tw = einem Mitarbeiter aus…

95B

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So sicher wäre ich mir nicht: Die Betriebskosten halten sich doch sehr in Grenzen, man hat eine zentral gelegte Remise mit Werkstatt und eine Handvoll Mitarbeiter, die sich um alles kümmern. Ob ein – unzuverlässiger – Busbetrieb wirklich billiger kommt? Da kommt man untertags wohl nicht mehr mit einem Tw = einem Mitarbeiter aus…
In der Gegend gibt es mehr Busse als Straßenbahnen, somit fällt die Vorhaltung der zusätzlichen Infrastruktur weg. Wieso der Busbetrieb im Gegensatz zur Straßenbahn unzuverlässig sein sollte, ist mir nicht nachvollziehbar. Und natürlich käme man bei gleichbleibendem Intervall auch weiterhin mit einem Fahrzeug aus.
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T1

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Weil der Bus im Bereich des Esplanade keine Eigentrasse hat und aufgrund des Straßennetzes auch eine andere (wohl längere) Linienführung haben würde.

hema

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Der Busbetrieb ist für den Unternehmer billiger, weil der Großteil der Kosten an die Allgemeinheit "ausgelagert" wird. Gesamtwirtschaftlich betrachtet ist er natürlich teurer als die Straßenbahn. Ökonomisch zu betreiben ist auch die Straßenbahn natürlich erst ab einer gewissen Auslastung (oder Fahrpreishöhe  ;D ).
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