Autor Thema: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?  (Gelesen 253079 mal)

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GS6857

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Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« am: 09. Februar 2013, 10:51:29 »
Zitat
AKTUELLE  SCHIENE   Februar  2013

 Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?

Die Schiene hat mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Museumsbeirats
ein ausführliches Interview geführt.

http://www.die-schiene.info/index.html

Hat vielleicht jemand die Zeitung und könnte den Inhalt kurz wiedergeben. Vielen Dank!

13er

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #1 am: 09. Februar 2013, 11:00:38 »
Die Zeitung kannst du dir übrigens auch im normalen Zeitschriftenhandel kaufen ;)

Hier kurz die Eckpunkte:
- 2013 ist das Museum wegen Sanierung geschlossen. Voraussichtliche Wiedereröffnung im Mai 2014.
- Man will vom reinen Straßenbahnmuseum wegkommen und generell die Entwicklung/Geschichte des ÖV in Wien stärker einbeziehen, aber auch die Zukunft (Anm. meinerseits: falls die Straßenbahn in Wien jemals wieder eine echte Zukunft genießen darf...)
- Die ausgestellten Fahrzeuge sollen öfters wechseln und es soll zu einer eher themenbezogenen (z.B. Straßenbahn im Krieg) Ausstellung übergegangen werden, nicht "Kraut und Ruabn".
- VEF und WTM kommen zusammen von Speising nach Erdberg (inkl. Betriebsfahrzeuge) und werden dort gemeinsam das Museum betreiben (Führungen usw.)
- Etwas, das im Artikel nun wieder infrage gestellt wird: M.W. sollen nicht ausgestellte Museumsfahrzeuge in Speising zwischengelagert werden. Das dürfte aber noch nicht gegessen sein. Die WL fordern, dass alle Oldtimer von ihren Bahnhöfen zu verschwinden haben.

Mit uns kommst du sicher... zu spät.

GS6857

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #2 am: 09. Februar 2013, 11:09:26 »
Danke 13er für die Info, das mit dem Zeitschriftenhandel geht nicht so einfach, wenn man im Ausland ist  ;)

Wenn die Betriebsfahrzeuge auch nach Erdberg kommen, wirds dort aber eng.

TARS631

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #3 am: 09. Februar 2013, 12:27:17 »
Wenn das so ähnlich abläuft wie bei beim Technischen Museums wo aus den vorgesehenen 2 Jahren Sanierungszeit 7 Jahre wurden und speziell in der Eisenbahnabteilung ein Großteil der Exponate nicht mehr ausgestellt wurden sieht die Zukunft des Strassenbahnmuseums nicht sehr gut aus. Wie vorher erwähnt, Fahrzeuge die man in Erdberg nicht mehr in den Hallen unterbringt werden wahrscheinlich irgendwo im Freien verrotten.


Operator

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #4 am: 09. Februar 2013, 13:04:07 »
Wenn das so ähnlich abläuft wie bei beim Technischen Museums wo aus den vorgesehenen 2 Jahren Sanierungszeit 7 Jahre wurden und speziell in der Eisenbahnabteilung ein Großteil der Exponate nicht mehr ausgestellt wurden sieht die Zukunft des Strassenbahnmuseums nicht sehr gut aus. Wie vorher erwähnt, Fahrzeuge die man in Erdberg nicht mehr in den Hallen unterbringt werden wahrscheinlich irgendwo im Freien verrotten.

Stimmt, abschreckende Beispiele gibt es genug, siehe z.B.: Amsterdam!

Ferry

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #5 am: 11. Februar 2013, 10:25:55 »
- Etwas, das im Artikel nun wieder infrage gestellt wird: M.W. sollen nicht ausgestellte Museumsfahrzeuge in Speising zwischengelagert werden. Das dürfte aber noch nicht gegessen sein. Die WL fordern, dass alle Oldtimer von ihren Bahnhöfen zu verschwinden haben.
In dem Interview wird erwähnt, dass das Ausmustern überzähliger Fahrzeug aufgrund von Platznot nicht angestrebt wird, was im Grunde genommen gar nichts besagt und eine Ausmusterung durchaus als Option miteinbezieht.  Wenn die WL dabei bleiben, dass auf ihren Bahnhöfen keine Altwagen mehr untergebracht werden dürfen, dann wird es zwangsläufig zu einer Ausmusterungswelle kommen müssen, denn Erdberg ist jetzt schon ziemlich voll und keinesfalls in der Lage, die über 40 Betriebsfahrzeuge von VEF und WTM aufzunehmen.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #6 am: 11. Februar 2013, 11:09:40 »
Ich hab ja durchaus Angst, dass es bei irgendwelchen "Arbeiten" leider zu einem Brand gekommen sein wird, siehe Sophiensäle... Das Dach des Museums ist ja leeeiiider aus Holz, und die vielen Wagen.... Dann hätte man gleich einige Fliegen geschlagen (Verbauung des Geländes mit einer hübschen Wohnanlage, den Kostenfaktor Museum weg, das alte Graffel auch...)
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13er

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #7 am: 11. Februar 2013, 11:17:39 »
"Warm abtragen" ist immer eine Möglichkeit, leider... der riesige Grund dort ist sicher wahnsinnig lukrativ. Damit kann man locker an die 4 oder 5 Werbekampagnen finanzieren! :'(

Generell ist es eine Schande, dass man die größte Sammlung historischer Straßenbahnen weltweit nicht als Glück empfindet und stolz darauf ist. sondern dass wir hier über Verschrottung unwiederbringlicher Kulturgüter reden müssen! Auch die Betriebsfahrzeuge sind wertvoll, denn es braucht immer neue Fahrer und Werkstattler, die mit den Oldtimern umgehen können. In 20-30 Jahren wird niemand mehr leben, der die Wagen noch im Linienbetrieb erlebt hat...

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haidi

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #8 am: 11. Februar 2013, 12:04:15 »
Und was ist, wenn man die Fahrzeuge, die man für dne Fahr- und Museumsbetrieb nicht unbedingt braucht, in einer Halle unterstellt, die keinen Gleisanschluss hat? Im Raum Neunkirchen kenn ich eine, in der man sicher um die 40 Fahrzeuge unterbrächte, man müsste halt Gleisjoche legen. So etwas müsste doch auch in Wien zu finden sein.

Hannes
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95B

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #9 am: 11. Februar 2013, 12:19:32 »
Und was ist, wenn man die Fahrzeuge, die man für dne Fahr- und Museumsbetrieb nicht unbedingt braucht, in einer Halle unterstellt, die keinen Gleisanschluss hat? Im Raum Neunkirchen kenn ich eine, in der man sicher um die 40 Fahrzeuge unterbrächte, man müsste halt Gleisjoche legen. So etwas müsste doch auch in Wien zu finden sein.
Die Fahrzeuge verrotten dann eben dort, denn wenn kein Platz ist, dann holt man sie auch nicht mehr aufs Netz zurück. Und dass zum Austausch der Fahrzeuge für die wechselnde Ausstellung jährlich Kolonnen von Tiefladern zwischen Wien und Neunkirchen pendeln, ist meines Erachtens komplett unrealistisch. Niemand will das bezahlen.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #10 am: 11. Februar 2013, 12:36:34 »
Die Fahrzeuge verrotten dann eben dort, denn wenn kein Platz ist, dann holt man sie auch nicht mehr aufs Netz zurück. Und dass zum Austausch der Fahrzeuge für die wechselnde Ausstellung jährlich Kolonnen von Tiefladern zwischen Wien und Neunkirchen pendeln, ist meines Erachtens komplett unrealistisch. Niemand will das bezahlen.
Da wäre es weitaus sinnvoller eine Abstellhalle irgendwo in der Pampa entlang des neuen 26ers zu bauen, wo die Fahrzeuge hinkommen, die gerade nicht für die Ausstellung gebraucht werden. Die Fahrzeuge der aktuellen Ausstellung und die Betriebsfahrzeuge von WTM und VEF sollten natürlich in Erdberg sein.

Und die Wiener Linien selbst sollten sowieso schleunigst schauen, daß sie einen neuen Bahnhof bauen, nachdem sie in völliger Idiotie die Abstellkapazitäten wegrationalisiert haben und geglaubt haben damit den Immo-Reibach zu machen.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #11 am: 11. Februar 2013, 12:52:37 »
Und die Wiener Linien selbst sollten sowieso schleunigst schauen, daß sie einen neuen Bahnhof bauen, nachdem sie in völliger Idiotie die Abstellkapazitäten wegrationalisiert haben und geglaubt haben damit den Immo-Reibach zu machen.
Bevor das kommt, gehen sie den umgekehrten Weg und passen das Netz den vorhandenen Abstellkapazitäten an, ist ja auch viel einfacher so. :-X
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #12 am: 11. Februar 2013, 14:10:55 »
Und was ist, wenn man die Fahrzeuge, die man für dne Fahr- und Museumsbetrieb nicht unbedingt braucht, in einer Halle unterstellt, die keinen Gleisanschluss hat? Im Raum Neunkirchen kenn ich eine, in der man sicher um die 40 Fahrzeuge unterbrächte, man müsste halt Gleisjoche legen. So etwas müsste doch auch in Wien zu finden sein.
Die Fahrzeuge verrotten dann eben dort, denn wenn kein Platz ist, dann holt man sie auch nicht mehr aufs Netz zurück. Und dass zum Austausch der Fahrzeuge für die wechselnde Ausstellung jährlich Kolonnen von Tiefladern zwischen Wien und Neunkirchen pendeln, ist meines Erachtens komplett unrealistisch. Niemand will das bezahlen.
Wenn die Betriebsfahrzeuge nach Erdberg transferiert werden, dann sind dort diverse Wagenreihen doppelt und mehrfach vertreten.* Es wäre immer noch besser, die quasi überzähligen Exemplare irgendwo wettergeschützt einzumotten, als sie unter freiem Himmel verkommen zu lassen.
_____

*) Die Vereine werden wohl kaum derart ausgelastet sein, dass nicht zumindest ein M und ein K (etc.) ausgestellt werden kann.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #13 am: 11. Februar 2013, 14:15:55 »
Wenn die Betriebsfahrzeuge nach Erdberg transferiert werden, dann sind dort diverse Wagenreihen doppelt und mehrfach vertreten.* Es wäre immer noch besser, die quasi überzähligen Exemplare irgendwo wettergeschützt einzumotten, als sie unter freiem Himmel verkommen zu lassen.
_____

*) Die Vereine werden wohl kaum derart ausgelastet sein, dass nicht zumindest ein M und ein K (etc.) ausgestellt werden kann.
Die Betriebsfahrzeuge sind für kommerzielle Fahrten da und entsprechen mitunter in einigen Details nicht mehr dem Originalzustand. Für die Ausstellung sind sie daher meines Erachtens ungeeignet. Was man aber ohne großes Aufsehen entsorgen kann, sind die beiden Rundfahrtengarnituren.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #14 am: 11. Februar 2013, 14:47:47 »
Die Betriebsfahrzeuge würde ich auch aus dem Grund nicht kürzen, da explizit von Ing. Rollinger die dynamische Komponente des Museums genannt wird: Also Rundfahrten und gemietete Sonderfahrten. Das ist doch die größte und schönste PR für das Museum. Ich nehme immer mit großer Freude zur Kenntnis, wie ungemein groß die Begeisterung bei Jung und Alt für die Sonderfahrten z.B. bei Tramwaytagen ist. Das sprichwörtliche Leuchten in den Augen derjenigen, die mit einem K oder M noch als Kind gefahren sind und auch von heutigen Kindern.

Weniger lustig (oder doch genau deswegen) ist, dass es mir bei einer Sonderfahrt mit internationalen Gästen schon einmal passiert ist, dass ein paar Gäste in einen E2 einsteigen wollten, weil sie dachten, das wäre die "historic tram", mit der sie fahren sollten. Ich sagte ihnen daraufhin: "These trams are old, but not historic." :D
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