Autor Thema: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?  (Gelesen 262483 mal)

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #15 am: 11. Februar 2013, 14:51:13 »
*) Die Vereine werden wohl kaum derart ausgelastet sein, dass nicht zumindest ein M und ein K (etc.) ausgestellt werden kann.
Es kommt immer wieder vor, daß die Vereine sich gegenseitig Wagen borgen müssen, weil die Kapazität nicht ausreicht und so gut wie alles auf der Straße ist, was Speising zu bieten hat. Zum anderen muß man bei den Oldtimern auch immer wieder mit einem höheren Schadstand rechnen und auch entsprechende Ersatzfahrzeuge parat haben. Theoretisch ist eine Reduzierung des Wagenparks überhaupt nur denkbar, wenn die Vereine einen gemeinsamen Wagenpool stellen würden (no na, wenn's nur einen Betreiber gibt, kann man natürlich leicht "einsparen") – wenngleich das angesichts der handelnden Personen auf beiden Seiten so oder so unwahrscheinlich ist. Weiters ist zu bedenken, daß es in so einem Fall aus betriebswirtschaftlicher Sicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den F und L+l, sowie den A oder B treffen würde und nicht irgendeine 08/15 M-Garnitur, was gerade in Hinblick auf die Diversität des Betriebsfahrzeugparks der Museumsvereine äußerst schade wäre.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #16 am: 11. Februar 2013, 14:52:04 »
Weniger lustig (oder doch genau deswegen) ist, dass es mir bei einer Sonderfahrt mit internationalen Gästen schon einmal passiert ist, dass ein paar Gäste in einen E2 einsteigen wollten, weil sie dachten, das wäre die "historic tram", mit der sie fahren sollten. Ich sagte ihnen daraufhin: "These trams are old, but not historic." :D
Die hätte ich aufgrund von akuter Geschmacksverwirrung von der Mitfahrt im Oldtimer ausgeschlossen... >:D C:-)
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #17 am: 11. Februar 2013, 14:56:23 »
Was man aber ohne großes Aufsehen entsorgen kann, sind die beiden Rundfahrtengarnituren.
Prinzipiell richtig, allerdings löst auch die Entsorgung der Rundfahrtganituren das Problem nur teilweise, denn sowohl VEF als auch WTM werden die Garnituren als Ersatzteilspender sicher benötigen – und das Zeug muß ja dann auch wo gelagert werden.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #18 am: 11. Februar 2013, 15:00:41 »
Die Betriebsfahrzeuge würde ich auch aus dem Grund nicht kürzen, da explizit von Ing. Rollinger die dynamische Komponente des Museums genannt wird: Also Rundfahrten und gemietete Sonderfahrten.
So war das von mir auch nicht gemeint. ;)

Es gibt ja jetzt schon im Museum Garnituren, die auch für interessierte Laien optisch kaum zu unterscheiden sind. Wenn jetzt noch die zahlreichen Betriebsfahrzeuge der beiden Vereine bei gegebenem Platzmangel dazukommen, dann stellt sich die Frage, ob dann noch zusätzlich eigene Museums-M und -K notwendig sind. An diese hab ich vorhin vor allem gedacht. Und es ist ja schon jetzt so, dass man es mit der historischen Authentizität nicht genau nimmt.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #19 am: 11. Februar 2013, 15:03:22 »
Prinzipiell richtig, allerdings löst auch die Entsorgung der Rundfahrtganituren das Problem nur teilweise, denn sowohl VEF als auch WTM werden die Garnituren als Ersatzteilspender sicher benötigen – und das Zeug muß ja dann auch wo gelagert werden.
Es gibt ja in Erdberg auch Lagerräumlichkeiten. Das wenige, was man von zwei ausgemusterten M-m-Garnituren sinnvoll aufheben kann (für mich fallen darunter Teile des Untergestells, Fahrschalter, Tulpen, Winkerleuchten, Fensterrahmen, Bügel, Scheinwerfer, Dachsignale, Teleskopschiebetüren, Kleinmetallteile für Stangen und Griffe), wird man dort locker unterbringen können.

Es gibt ja jetzt schon im Museum Garnituren, die auch für interessierte Laien optisch kaum zu unterscheiden sind.
Nur, weil ein Laie gewisse Unterschiede nicht wahrnimmt, ist es trotzdem nicht sinnvoll, ein authentisches Exemplar zu verschrotten und dafür ein kompromissbehaftetes Kommerzfahrzeug in die Halle zu stellen, das dann wegen Ausstellungszwecken sowieso nicht fahren darf.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #20 am: 11. Februar 2013, 15:09:42 »
Es gibt ja jetzt schon im Museum Garnituren, die auch für interessierte Laien optisch kaum zu unterscheiden sind. Wenn jetzt noch die zahlreichen Betriebsfahrzeuge der beiden Vereine bei gegebenem Platzmangel dazukommen, dann stellt sich die Frage, ob dann noch zusätzlich eigene Museums-M und -K notwendig sind. An diese hab ich vorhin vor allem gedacht. Und es ist ja schon jetzt so, dass man es mit der historischen Authentizität nicht genau nimmt.
Bei der Mona Lisa macht man auch keine Fotokopie und schmeißt das Original weg :D
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #21 am: 11. Februar 2013, 15:22:37 »
Die Betriebsfahrzeuge von WTM und VEF sind aber keine Nachbauten, oder? :D Bei dem künftigen Museumskonzept, so wie es sich derzeit in seinen vagen Grundzügen präsentiert, scheint es mir jedenfalls nicht vertretbar, eine größere Anzahl von M- und K-Zügen im Rekonstruktionszustand der 60er und 70er Jahre in Erdberg zu hinterstellen. In irgendeinem Bereich müssen Kompromisse gemacht werden, die hoffentlich bei keinem einzigen Fahrzeug die Verschrottung oder das Verkommenlassen bedeuten.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #22 am: 11. Februar 2013, 15:33:43 »
Die Betriebsfahrzeuge von WTM und VEF sind aber keine Nachbauten, oder? :D
Nein, aber sie haben diverse Umbauten hinter sich, nach denen man sie kaum mehr als Originalfahrzeug bezeichnen kann – auch wenn das nur Kleinigkeiten sind, die einem Laien kaum auffallen würden. Ich könnte die Mona Lisa sicher auch nicht von einer Kopie eines mittelmäßig begabten Künstlers unterscheiden, maße mir aber dennoch nicht an, die Skartierung der Mona Lisa zu fordern, weil es ohnehin auch eine brauchbare Kopie gibt.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #23 am: 11. Februar 2013, 15:49:13 »
Wobei die Betriebsfahrzeuge natürlich keine Kopien sind, aber eben Originalfahrzeuge, die um den betrieblichen Erfordernissen und behördlichen Auflagen gerecht zu werden eine Reihe Umbauten hinter sich haben. In etwa so (um noch einmal den Mona-Lisa-Vergleich zu bringen), als wenn man zwei Exemplare der Mona Lisa hat, von denen eines konserviert und absolut originalgetreu restauriert unter Idealbedingungen im Museum steht und ein zweites Exemplar, welches sagen wir zum Beispiel mit modernen haltbaren Farben ausgebessert wurde, um es auch unter schwierigen äußeren Umständen Betrachtern in der Außenwelt zugänglich zu machen.

Nichtsdesotrotz: Die Vereine brauchen ihre Betriebsfahrzeuge vollständig, um damit den Umsatz für die Erhaltung zu erwirtschaften und das Museum braucht Ausstellungsstücke, die dauerhaft verfügbar sind und nicht zu allen möglichen Gelegenheiten auf der Straße herumfahren. Soll nicht heißen, daß die Museumsfahrzeuge nicht auch einmal "ausgeführt" werden sollen und dürfen, aber eben nicht ständig, sondern zu längerfristig planbaren Sonderfahrtterminen.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #24 am: 11. Februar 2013, 23:47:06 »
ein zweites Exemplar, welches sagen wir zum Beispiel mit modernen haltbaren Farben ausgebessert wurde, um es auch unter schwierigen äußeren Umständen Betrachtern in der Außenwelt zugänglich zu machen.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #25 am: 12. Februar 2013, 14:48:26 »
Soll nicht heißen, daß die Museumsfahrzeuge nicht auch einmal "ausgeführt" werden sollen und dürfen, aber eben nicht ständig, sondern zu längerfristig planbaren Sonderfahrtterminen.
So ist es. Gerade das macht ja den Reiz der Sonderfahrten aus, dass sie nicht ständig, sondern eben nur fallweise - und da immer mit speziellen Typen, die es im Wagenpark der Vereine nicht gibt - stattfinden.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #26 am: 12. Februar 2013, 15:29:00 »
Der Hälfte der Menschen sind solche Sonderfahrten so was von wurscht. Und der anderen Hälfte ist die Type völlig egal, alt ist alt und wenn sie's sehen, freuen sie sich ein bisschen. Bleiben nur ein paar Fans und Freaks für die das echt Bedeutung hat. Das ist keine Herabwürdigung irgendwelcher, durchaus begrüßenswerter Bemühungen, sonder bare Realität!  ;)
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #27 am: 12. Februar 2013, 16:15:27 »
Der Hälfte der Menschen sind solche Sonderfahrten so was von wurscht. Und der anderen Hälfte ist die Type völlig egal, alt ist alt und wenn sie's sehen, freuen sie sich ein bisschen. Bleiben nur ein paar Fans und Freaks für die das echt Bedeutung hat. Das ist keine Herabwürdigung irgendwelcher, durchaus begrüßenswerter Bemühungen, sonder bare Realität!  ;)
Vielleicht solltest du dich auf einem der nächsten Aktionstage in Erdberg davon überzeugen, dass zumindest die Sonderfahrten immer sehr gut besucht sind! Ich kenne etliche, die überhaupt nur deswegen nach Erdberg kommen.

Wobei es hier organisatorische Änderungen geben müsste: bei Fahrten bis und ab Schleife St. Marx kann derzeit jeder zusteigen, auch Fahrgäste ohne Museums-Eintrittskarte. Das müsste natürlich geändert werden.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #28 am: 12. Februar 2013, 16:42:14 »
Wobei es hier organisatorische Änderungen geben müsste: bei Fahrten bis und ab Schleife St. Marx kann derzeit jeder zusteigen, auch Fahrgäste ohne Museums-Eintrittskarte. Das müsste natürlich geändert werden.
???

Die Ein- und Ausstiegstelle befindet sich doch auf Bahnhofsgrund. Um sich dort aufhalten zu können, muss man also (theoretisch) im Besitz einer Eintrittskarte sein. Ob diese (und die Aktionstag-Zusatzkarte) im Zug kontrolliert wird, weiß ich nicht. Aber es wäre beispielsweise ein nettes Gimmick, die Zusatzkarte in der Art eines historischen Fahrscheins zu gestalten, der dann stilecht vom Begleiter gelocht wird.
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Re: Wie geht es mit dem Wiener Straßenbahnmuseum weiter?
« Antwort #29 am: 12. Februar 2013, 17:27:48 »
Wobei es hier organisatorische Änderungen geben müsste: bei Fahrten bis und ab Schleife St. Marx kann derzeit jeder zusteigen, auch Fahrgäste ohne Museums-Eintrittskarte. Das müsste natürlich geändert werden.
???

Die Ein- und Ausstiegstelle befindet sich doch auf Bahnhofsgrund. Um sich dort aufhalten zu können, muss man also (theoretisch) im Besitz einer Eintrittskarte sein. Ob diese (und die Aktionstag-Zusatzkarte) im Zug kontrolliert wird, weiß ich nicht. Aber es wäre beispielsweise ein nettes Gimmick, die Zusatzkarte in der Art eines historischen Fahrscheins zu gestalten, der dann stilecht vom Begleiter gelocht wird.
Häufig wird in St. Marx ein Fotohalt eingelegt. Da steigt dann ein Großteil der Fahrgäste aus, um zu fotografieren. Wenn da ein paar Typen warten, sich mit Kameras daruntermischen und nachher unauffällig einsteigen und nach Erdberg mitfahren, wird das Zugpersonal bei einem recht vollen Zug Schwierigkeiten haben, diese Typen vorher rauszufischen. Solche Fälle soll es angeblich schon gegeben haben.
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