Autor Thema: Berufsbild Straßenbahnfahrer  (Gelesen 13783 mal)

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Klingelfee

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #15 am: 05. April 2014, 07:22:39 »
Denn ständig zu unchristlichen Zeiten weite Strecken durch halb Wien zum Dienst fahren zu müssen, stelle ich mir auf Dauer auch ziemlich mühsam vor.
Mit dem Nachtbus, denn die MA65 will keine Parkkarten mehr rausrücken! Zumindest nicht für kleine Diener.  :'(

Und da liegt der Grund, das du als Fahrer kaum mehr die Kriterien für eine Parkkarte erfüllen kannst. dafür gibt es einfach zu wenige Spät- und Frühdienste, die in diese Vorgaben hineinfallen.
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camelbak

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #16 am: 06. Februar 2019, 22:09:06 »
Hallo liebes Forum...

Ich bin ziemlich neu hier, männlich, 24, und mag Züge... nein Spaß.., aber ich spiele zur Zeit mit dem Gedanken, mich als Straßenbahnfahrer zu bewerben da mich das irgendwie schon immer interessiert hat.

Da ich nicht wirklich detaillierte Infos dazu finde (generell im Web bzw. auch hier mittels Suchfunktion) wollte ich mich bei euch mal erkundigen und ein paar Fragen stellen.

- Wie sieht ein Arbeitsalltag so aus?
8-Stunden-Schichten hab ich schon gelesen aber welcher Zeitraum sind diese Schichten, viel fährt man bzw. wie sind die Pausen so?

- Beendet man immer dort wo man beginnt? Also z.B. wenn ich in der früh mit dem Auto zum Bhf fahre werd ich ja nicht genau dort aufhören oder?

-Wird man einer Linie zugeteilt oder wie genau funktioniert das?

- Preisfrage: Man lest hier schon einiges Negatives auch raus... Empfehlt is es trotzdem wenn einem der Beruf interessiert?

- Ich nehme an das gehalt wird so wie in der Stellenbechreibung bei ca 1.500 netto liegen...?

Ich glaube das waren mal wichtige fragen vorerst :D


Ich hoffe dass ich keinen Thread übersehen habe wo das behandelt wurde, wenn schon dann bitte ich um Löschung meines Beitrages und sorry :D

MOD-EDIT: Beitrag mit einem bestehenden Thema zusammengeführt.

Geamatic

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #17 am: 06. Februar 2019, 23:27:32 »
- Die Arbeitszeit ersteckt sich von 6 - 10 Stunden. Gearbeitet wird von 4:oo Uhr morgens bis 1:30 in der Nacht.

- Nein, es kommt auch regelmäßig vor, dass man am Bahnhof beginnt und woanders aufhört.

- Man wird einem der vier Sektoren in Wien zugteilt (Nord, Mitte, West, Süd) Jedem Sektor sind gewisse Linien zugeteilt und auf diesen Linien fährt man dann.

- Das muss jeder für sich entscheiden. Ich bleib da ganz ehrlich. Der Betrieb hat derzeit massive Probleme in der Personalführung und der Mitarbeitermotivation bzw. zeigt genau Null Interesse Mitarbeiter längerfristig zu halten.

- Nein, da kommt schon noch ein bisschen was dazu, da gibt es durchaus ein paar Zulagen (Sonn- und Feiertag, Nachtarbeit, Rolldienstzulage, etc.) So im Schnitt kommt man auf 1800€ - 1900€ Netto als Anfänger. Wenn man aber auch ein bisschen mehr fährt kann man auch über 2000€ kommen.

WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #18 am: 07. Februar 2019, 00:49:25 »

hema

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #19 am: 07. Februar 2019, 01:29:18 »
In Pickerlbezirken hat man außerdem an Werktagen sowieso Probleme, wenn man auf die Fahrt zum Dienst  mit dem Auto setzt!
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camelbak

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #20 am: 07. Februar 2019, 13:03:13 »
Das heißt wenn ich beginne z.B. irgendwo auf der Strecke und angenommen den letzten Zug dann im Bhf abstelle muss ich selbst schauen wie ich zum Auto oder nach Hause komme, ÖV fährt dann ja keiner mehr um 01:00.

Wie macht man das "in der Realität" am besten?

Sorry dass ich dumm frage, aber bevor ich den Job beginne will ich schon gerne wissen worauf ich mich einlasse. :)

95B

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #21 am: 07. Februar 2019, 13:14:06 »
Das heißt wenn ich beginne z.B. irgendwo auf der Strecke und angenommen den letzten Zug dann im Bhf abstelle muss ich selbst schauen wie ich zum Auto oder nach Hause komme, ÖV fährt dann ja keiner mehr um 01:00.

Doch, es gibt Nachtbusse. Car2Go ist sicher auch eine Option. In pickerlfreien Gegenden kannst du das Auto auch zum Bahnhof stellen und nachher zum Ort deines Dienstbeginns fahren... bzw. umgekehrt. Ich kenne Straßenbahnfahrer, die gar kein Auto haben und trotzdem mit diesen Bedingungen zurechtkommen.
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hema

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #22 am: 07. Februar 2019, 13:26:36 »
Das heißt wenn ich beginne z.B. irgendwo auf der Strecke und angenommen den letzten Zug dann im Bhf abstelle muss ich selbst schauen wie ich zum Auto oder nach Hause komme, ÖV fährt dann ja keiner mehr um 01:00.

Wie macht man das "in der Realität" am besten?
Mit dem Nachtbus. in der Früh gibt es auf einigen Relationen betriebseigene Shuttles, einige allerdings nur gegen rechtzeitige Voranmeldung. Manche stellen ihr Auto vor Dienstantritt an den Ort des vorgesehenen Dienstendes, blöd nur, wenn man dann aus irgend einem Grund woanders aufhört!

Aber mit dem eigenen Auto hat man sowieso das "Pickerlproblem". Es gibt zwar Sondergenehmigungen, aber die sind nicht leicht zu kriegen und kosten natürlich die übliche Pickerlgebühr. Auf den Bahnhöfen gibt es zwar einige Abstellplätze für Bedienstete, die natürlich auch ein bisschen was kosten, aber ohne Garantie auf einen freien Platz. Was dann? Es gibt Leute, die fahren in so einem Fall wieder heim und melden sich krank! Somit ist die Anreise mit dem Öffi die zwar zeitaufwenigere, aber vernünftigere (und billigere) Alternative, außer du wohnst im selben Bezirk und hast sowieso eine Parkplakette.
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coolharry

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #23 am: 07. Februar 2019, 13:32:43 »
Das heißt wenn ich beginne z.B. irgendwo auf der Strecke und angenommen den letzten Zug dann im Bhf abstelle muss ich selbst schauen wie ich zum Auto oder nach Hause komme, ÖV fährt dann ja keiner mehr um 01:00.

Wie macht man das "in der Realität" am besten?

Wie kommt man Heim:
Je nach Fahrtstrecke:
Zu Fuß
Scooter
E-Scooter
Fahrrad
E-Fahrrad
Moped
Car-Sharing/Motorrad/Eigener PKW
Und natürlich mit den Nachtbussen

Persönlich würde ich mir aber ein Moped oder sowas zulegen. Man muss nicht mehr warten und Parkpickerl brauchst auch nicht.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

schaffnerlos

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #24 am: 07. Februar 2019, 13:34:03 »
Wie oft kommt das wirklich vor, das die Orte von Arbeitsbeginn und -ende weit auseinander liegen?

Klingelfee

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #25 am: 07. Februar 2019, 14:08:17 »
Wie oft kommt das wirklich vor, das die Orte von Arbeitsbeginn und -ende weit auseinander liegen?

Oft genug. Denn bei etlichen Diensten fängst du auf einer Abstellanlage an und hörst am Expedit(Ablösestelle) auf oder auch umgekehrt.
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Geamatic

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #26 am: 07. Februar 2019, 14:09:36 »
Im Frühdienst und Spätdienst/Nachdienst eigentlich fast täglich. Im Tagdienst weniger, kann aber auch vorkommen.

Es kommt aber sehr stark auf die Linie. Bei vielen Linien ist das Expedit (= Pausenraum) eh auch wenige Gehminunten vom Bahnhof entfernt oder sogar direkt am Bahnhof (z.B. Linie 43) Es gibt aber auch Extrembeispiele wie z.B. die Linie 1, die von insgesamt drei Bahnhöfen aus bedient wird (Bhf. FAV, Bhf. Gürtel, Bhf. Hernals), das Expedit sich jedoch bei der U2 Schottenring befindet. Hier sind die Wege deutlich länger und je nachdem stellen die meisten ihr Fahrzeug so ab, dass es sich am geplanten Ort des Dienstende befindet.

Aber ehrlich gesagt, ich habe kein Auto und schaffe es auch seit Jahren täglich pünktlich in die Arbeit zu kommen, egal zu welcher Uhrzeit und das schließt auch nötige Fahrten mit zwei Nachtbussen ein.

Was noch nicht erwäht wurde. Es gibt auch sogenannte Unterbrecherdienst. Da fährt man in der Früh ein paar Stunden, hat dann ein paar Stunden unbezahlt Frei und kommt am Nachmittag nochmal für ein paar Stunden in die Arbeit. Es gibt Mitarbeiter, die fahren fast nur solche Dienst (es gibt eine kleine Zulage dafür) aber meiner Erfahrung nach ist solch ein Unterbrecherdienst eher unbeliebt bei den Kollegen.

camelbak

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #27 am: 07. Februar 2019, 14:39:07 »
(...)
Was noch nicht erwäht wurde. Es gibt auch sogenannte Unterbrecherdienst. Da fährt man in der Früh ein paar Stunden, hat dann ein paar Stunden unbezahlt Frei und kommt am Nachmittag nochmal für ein paar Stunden in die Arbeit. Es gibt Mitarbeiter, die fahren fast nur solche Dienst (es gibt eine kleine Zulage dafür) aber meiner Erfahrung nach ist solch ein Unterbrecherdienst eher unbeliebt bei den Kollegen.

Ok verstehe.
Und wie viele Stunden Pause sind das? Zahlt sich das aus heim zu fahren oder ist da nur Mittagessen und ein kleiner Spaziergang drin :D

Geamatic

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #28 am: 07. Februar 2019, 14:43:23 »
Ganz unterschiedlich. Ein Unterbrecherdienst hat eine Unterbrechung von Mindestens 90min, alles darunter wäre eine normale Schicht mit halt einer langen Pause und als bezahlte Arbeitszeit. Die sogenannte Brecherpause kann aber auch mehere Stunden dauern. Je nachdem, wo man wohnt zahlt sich das heimfahren durchaus aus. Der Arbeitstag bei einem Brecherdienst (also von der ersten Beginnzeit bis zum endgültigen Dienstende) kann bis zu 14 Stunden dauern.

Alle Infos kann man übrigens im Kollektivvertrag, der für die Wiener Linien gilt selber nachlesen. Das würde auch hier zu umständlich werden dir alle Feinheiten zu schreiben.

camelbak

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Re: Berufsbild Straßenbahnfahrer
« Antwort #29 am: 07. Februar 2019, 16:31:40 »
Ganz unterschiedlich. Ein Unterbrecherdienst hat eine Unterbrechung von Mindestens 90min, alles darunter wäre eine normale Schicht mit halt einer langen Pause und als bezahlte Arbeitszeit. Die sogenannte Brecherpause kann aber auch mehere Stunden dauern. Je nachdem, wo man wohnt zahlt sich das heimfahren durchaus aus. Der Arbeitstag bei einem Brecherdienst (also von der ersten Beginnzeit bis zum endgültigen Dienstende) kann bis zu 14 Stunden dauern.

Alle Infos kann man übrigens im Kollektivvertrag, der für die Wiener Linien gilt selber nachlesen. Das würde auch hier zu umständlich werden dir alle Feinheiten zu schreiben.

Danke. Da ich mit KV bis jetzt nichts zu tun hatte... bin ich naiver weise einfach davon ausgegangen, dass der nicht im Internet steht...
Hab ihn schon gefunden, Man(n) lernt wohl nie aus...