Autor Thema: Innsbruck, Linie 6  (Gelesen 15639 mal)

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schaffnerlos

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #30 am: 25. Oktober 2019, 09:08:30 »
allerdings kann ich die benötigten 400.000€ für neue Weichen nicht ganz verstehen.

Meines Wissens müssen die bestehenden Weichen adaptiert bzw. in elektrische Weichen umgebaut werden.

krisu

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #31 am: 18. September 2020, 15:22:38 »
Wenig erfreuliches von der L6:

Der Linienbruch der L6 am Fuße des Bergisels sowie ein wenig tauglicher Fahrplan haben über die Jahre hinweg fast alle potentiellen regelmäßigen Fahrgäste verscheucht. Jegliche Tourismuswerbung für Gäste ist zudem seit Jahren abgesetzt.

Ebenso Jahrelang tagte im eher gemütlichen Rhythmus ein durch die Stadtregierung eingesetztes Gremium bzgl. Attraktivierung L6, bestehend aus tatsächlichen oder vermeintlichen Experten. Wobei interessanterweise das Verhandelte als geheim deklariert ist. Die Öffentlichkeit wurde und wird weder über Zusammensetzung noch über Inhalt des Besprochenen oder gar Beschlossenen informiert. Dass in Großen Koalitionen (Innsbruck ist politisch Vier(!)farbig), 0.) geheime Verhandlungen innerhalb des Machtapparates und seiner Peripherie stattfinden ist an und für sich nicht ungewöhnlich, wenngleich demokratiepolitisch eher fragwürdig. Allerdings sollten derartige Gremien irgendwann 1.) zu einem sinnvollen technisch wie politisch akkordierten Beschluss gelangen,  2.) diesen weise öffentlich kommunizieren, 3.) im Gemeinderat beschließen  und sodann auch 4.) konsequent umsetzen.

Da in diesem Falle nichts davon bisher eintrat, heißt es folgerichtig in der gestrigen Tiroler Tageszeitung:

"Mit Schulbeginn hat die Tramlinie 6, besser bekannt als „Igler Bahn“, wieder in einen stark ausgedünnten Fahrplan zurück gewechselt. Bis dahin war die Bahn nach Sommerfahrplan noch im Stundentakt unterwegs gewesen, in beide Richtungen (Bergisel – Bahnhof Igls und retour)."


Paradoxerweise ist es nicht die aktuelle Stadtregierung, sondern ein in Igls wohnender Gemeinderat der FPÖ(!) welcher sich regelmäßig öffentlich für eine Aufwertung der L6 ausspricht. In der TT: „Wenn es so weitergeht, dann stirbt die Bahn endgültig“, ist Federspiel pessimistisch. Und dann würde auch der Bund die einstige Finanzierungshilfe über 9 Mio. Euro für den Fortbestand der Bahn zurückverlangen, meint er."

(Quelle: https://www.tt.com/artikel/17339585/forderung-nach-fixem-stundentakt-fuer-die-igler )

Exponenten der Großen Regierungskoalition reagieren sodann auf derartige Aussagen ohne jedoch nötige Inhalte zu liefern, welche die weiteren Zusammenhänge verdeutlichen und Optionen ausloten würden. Stattdessen ein Informations-Krümerl hier, ein Krümerl da (siehe TT Artikel). Frei nach dem Motto "je weniger der Bürger weiß, je besser für uns.".




Der Betreiber des Innsbrucker Straßenbahnforums und mittlerweile mit Herzblut Partei-Politiker und implizit selbsternannter Experte in Sachen Innsbrucker Bim im Allgemeinen und L6 im Speziellen meint zur etwas ziellosen Debatte aufgrund der Jahrelangen Geheimniskrämerei in seinem Forum:

"... aus diesem Grund habe ich hier auch einige Postings gelöscht und bleibt dieser Thread gesperrt, bis ich aus dem Urlaub zurück bin und mich wieder um die Moderation kümmern kann. Sollte sich der Umgang mit solchen Themen hier nicht bessern und Pragmatismus un Faktentreue[welche? woher?]  Einzug halten, werde ich, anderen Medien folgend, die Trollerei abgedreht haben, die Diskussion über verkehrspolitische Themen hier nicht mehr zulassen. Die ursprüngliche Intention des Forums war ohnehin die, Fotos zu posten und über Ausläufe, Historisches und andere Hobby-Themen zu diskutieren. Ich werde bei Bedarf nicht zögern, dorthin zurückzukehren und über meine verkehrspoliitschen Aktivitäten hier nicht mehr zu diskutieren."

(Quelle: http://forum.strassenbahn.tk/viewtopic.php?p=113885#113885 )


Derweil wurde die L6 vor einigen Jahren  mit Bundes(!)mitteln grundsaniert: Schienen und Weichen wurden im Zuge der Umstellung auf Niederflur dediziert für die hohen Anforderungen dieser Fahrzeuggattung erneuert, der Unterbau ergänzt und gestopft, Schwellen und Schienenbefestigungen (ehemals tw. noch mit Nägeln...) auf üblichen Standard gehoben, Bahnsteigplattformen geändert, Stützmauern erneuert. Und zuguterletzt die Oberleitung fast vollständig neu gebaut, wobei moderne feuerverzinkte Stahlmasten die beschaulichen alten Holzmasten ersetzten:


Im Bild (eigene Aufnahme) die L6 bei Lans.


Fazit:
Als in Igls Wohnender bin ich freilich enttäuscht über die weitere Nicht-Verwendbarkeit der L6 und dem einhergehenden verantwortungslosen Umgang mit Steuermitteln im Speziellen und des sich verfestigenden "teildefekten" politischen Systems in Innsbruck im Allgemeinen ... 


NB: Corona kam im März 2020. Nicht 2012. Nicht 2018 (Gemeinderatswahlen mit entsprechender Wahlwerbung jeglicher Art, quasi unisono alle Parteien pro L6...).

Linie 41

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #32 am: 21. September 2020, 23:48:20 »
Vielleicht sollten die Innsbrucker/Tiroler einmal die etwa vier Reinkarnationen der ÖVP-Parteilisten zum Teufel jagen, damit in der Region was weitergeht.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Vaterländische Front zerstört werden müsse.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #33 am: 22. September 2020, 08:28:21 »
Hast Du Deinen letzten Satz von irgend jemandem übernommen und abgewandelt?  ;)
Im Übrigen weiß der gelernte österreichische Bahninteressierte aus Erfahrung, was es bedeuten kann, wenn die Infrastruktur verbessert wird. >:D
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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #34 am: 22. September 2020, 14:56:38 »
Nachdem "krisu" hier seinen Mist abgeladen hat (dieser User ist in meinem Forum schon lange gesperrt und bekommt ob seiner Verschwörungstheorien und polemischen Grätschen auch schon längst keine Antworten mehr von Entscheiderinnen und Entscheidern in Poliitik und Verwaltung in Innsbruck), darf ich hiermit berichtigen. Zu diesem Zweck poste ich einfach 1:1 den Text, die ich in meinem eigenen Forum gepostet habe; ich hoffe, das ist in Ordnung so.

Ja, der Betrieb der Linie 6 muss vorübergehend wieder reduziert werden, da noch keine Gegenfinanzierung in Kraft getreten ist und noch keine endgültige Entscheidung zu den notwendigen Anfangsinvestitionen getroffen werden konnte. Die Betriebsausweitung vor den Ferien war nur als Corona-Maßnahme kurzfristig möglich.

In der gestrigen TT wird der Bürgermeister korrekt wie folgt zitiert:

Zitat:

"Ich unterstütze das Ergebnis der Arbeitsgruppe, mein Herz schlägt für die Igler, und ich möchte, dass sie dauerhaft im Studentakt fährt", schickt BM Willi voraus. Auch die Idee, die Linie 6 und die Linie 1 (Bergisel - Mühlauer Brücke und retour) zu verbinden und sie eventuell auch über den Hauptbahnhof zu führen, sei toll. Das Problem sei derzeit aber schlicht der Finanzierungsbedarf. "Dieses Modell würde einmalig ca. 400.000 Euro an Investitionen kosten", erklärt Willi - für eine elektrische Weiche, den Bahnsteig etc. - "und weitere 400.000 Euro zusätzlich pro Jahr für den laufenden Betrieb im Stundentakt." Da die Igler jedoch nach wie vor vergleichsweise wenig Fahrgäste habe, "ist das vom Preis-Leistungs-Verhältnis her gegenüber anderen Wünschen auf anderen Linien nicht zu rechtfertigen". Um dasselbe Geld gebe es auf anderen Linien "mehr Angebot, das stärker genützt wird". Generell gelte: "Wenn ich auf das Budget schaue, sind wir so weit von schwarzen Zahlen entfernt, dass die Igler auf der Prioritätenliste einfach nicht ganz oben steht."

Derzeit sei man aber dabei, die Bahn "als Freizeitbahn zu attraktivieren", ergänzt Willi, etwa in Verbindung mit Adventmärkten in Igls und anderen Veranstaltungen.


Das ist im Prinzip nichts anderes als ich hier und auf der Website schrieb. Nur weil Federspiel sich aufpudelt, wird der Zeitplan sich auch nicht ändern lassen. Tatsache ist, dass das Geld für den laufenden Betrieb aus der Beschleunigung der Linie 1 kommen wird und wir versuchen, einen Teil der hohen Anfangsinvestitionen in Weiche und Bahnsteig zu vermeiden.
Das alles passiert unabhängig von jeglichen Aktivitäten der Opposition oder des Stadtteilausschusses Igls, auch wenn uns deren Einsatz für die Sache natürlich in der Öffentlichkeit helfen kann.

Ich bin nicht bereit, weiterhin zu akzeptieren, dass Leute hier Halbwahrheiten verbreiten, indem sie aus dem Zusammenhang gerissene Behauptungen aufstellen. Deshalb hier auch das vollständige Zitat. Für Halbwahrheiten und Stimmungmachen gegen jene, die daran arbeiten, die Linie 6 auszubauen, steht dieses Forum nicht zur Verfügung und aus diesem Grund habe ich hier auch einige Postings gelöscht und bleibt dieser Thread gesperrt, bis ich aus dem Urlaub zurück bin und mich wieder um die Moderation kümmern kann. Sollte sich der Umgang mit solchen Themen hier nicht bessern und Pragmatismus und Faktentreue Einzug halten, werde ich, anderen Medien folgend die Trollerei abgedreht haben, die Diskussion über verkehrspolitische Themen hier nicht mehr zulassen. Die ursprüngliche Intention des Forums war ohnehin die, Fotos zu posten und über Ausläufe, Historisches und andere Hobby-Themen zu diskutieren. Ich werde bei Bedarf nicht zögern, dorthin zurückzukehren und über meine verkehrspolitischen Aktivitäten hier nicht mehr zu diskutieren.


Der angesprochene Artikel auf der Website befindet sich hier: http://www.strassenbahn.tk/inntram/news_333.html#1
Alles läuft nach Plan, ich arbeite selber an dieser Sache, und im Moment geht's noch nicht, aber nächstes Jahr werden wir soweit sein. Viel mehr gibt's dazu im Moment nicht zu sagen.


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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #35 am: 22. September 2020, 15:12:47 »
Danke für Deine Ausführungen!
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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #36 am: 22. September 2020, 16:19:54 »
Die Verknüpfung mit der Linie 1 würde ja eigentlich keine Kosten verursachen, sondern man könnte sogar etwas einsparen. Ein ganzjähriger täglicher Betrieb ist grundvoraussetzung damit man von normalem öffentlichen Verkehr sprechen kann und ein 60'-Intervall stellt zum 10'-Takt der Linie J natürlich nichts dar, was man als Konkurrenz bezeichnen könnte.
Um mehr als einen täglichen 30'-Takt anbieten zu können müsste die Linie 6 natürlich sowohl mit der Linie 1 verknüpft, als auch in den Ort Igls hineinverlängert werden. Mit der Verlegung der Talstation der Patscherkofelbahn weg vom Ort Igls, weiter hinauf auf den Berg hat man es der Attraktivierung der Linie 6 sicherlich nicht leichter gemacht.
Ich hoffe, dass man sich mittelfristig dazu aufraffen kann die Linie nicht nur täglich zu betreiben und mit dem 1er zu verknüpfen, sondern zumindest auch in den Ort hinein zu verlängern, zur HVZ zumindest einen 20'-Takt anzubieten sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen sie Strecke für stündliche Nostalgiefahrten zu nutzen, schließlich sind Schloß Amras, Badesee und Golfplatz touristische bzw. Freizeitziele, wo sich das gut anbieten würde. Auch eine Fahrradmitnahme wieder zu erlauben (zumindest südlich von Bergisel) wäre der Linie 6 sicherlich sehr förderlich.
Und ja, da wäre ein politischer Wille notwendig, denn an Fahrgästen übergehen wird die Linie auch mit allen genannten Maßnahmen wohl kaum!

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #37 am: 22. September 2020, 20:36:55 »
Die Verknüpfung Linie 6 - Linie 1 gab's doch schon in den 90ern?!?
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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #38 am: 22. September 2020, 21:32:56 »
Wenn ich denk, was für ein Weichenfriedhof Innsbruck ist, wundert mich, dass eine einzige sinnvolle Weiche dann nicht leistbar ist. Wer ist da eigentlich am planen? ich hab in IBK einen unverwendbaren Hosenträger ebenso gesehen wie einen wirren Remisengleisplan mit einem ganzen Büschel an Sinnlosweichen, abgesehen von dem "stranded Investment" am Bahnhof. Gibts in IBK eigentlich sowas wie ein Kontrollamt?
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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #39 am: 22. September 2020, 21:45:32 »

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #40 am: 02. November 2020, 18:31:27 »
Der Beitrag von krisu dürfte der toxischen Folgewirkung nach ziemlich ins  "Schwarze" (Herz Jesu ) getroffen haben. Zur Ordnung hiesiger Verhältnissen aus eine Presseaussendung:
https://www.ibkinfo.at/barrierefreie-strassenbahnhaltestellen-in-pradl
"Mit den verkürzten „Haltestellenkaps“ wurde hier eine innovative und mit 20.000 Euro auch kostengünstige Lösung gefunden [...] Errichtet wurden die beiden Haltestellenkaps in der Rekordzeit von nur 6 Arbeitstagen"
In beide Richtungen! Als eine sparsame Lösung würde der Bahnsteig  großzügig indexiert heute maximal 13k € kosten. Für die Aufrüstung zwei, drei maximal der Weichen im Bestand mit Antrieben wird eine Differenz auf 400k (sic! ) beaufschlagt. Was Wiener Linien kosten würden?  Scheint wohl eine "billige" Ausrede.

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Re: Innsbruck, Linie 6
« Antwort #41 am: 03. November 2020, 15:36:36 »
Na, am Karlsplatz gab es diese Lösung ja auch. Wie alles in Wien wurde das aber zu einer einzigen Farce (Geländer, Betonplattenmischmasch, Abriss wegen vorher nicht beachteten Wendekreis).