Autor Thema: Arkaden-Tankstellen  (Gelesen 3832 mal)

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Linie106

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Arkaden-Tankstellen
« am: 03. April 2018, 07:35:54 »
.... dachte mir, der ORF-Bericht passt recht gut hier rein. Vielleicht haben ja paar User auch Bilder von solchen Tankstellen?

http://wien.orf.at/news/stories/2903486/

Kleine Tankstellen verschwinden
Arkadentankstellen unter Wohnhäusern sind etwas typisch Wienerisches. Allerdings verschwinden sie aus dem Stadtbild: Die Auflagen für die Betriebe sind hoch, der Benzinpreis dagegen zu niedrig.

Der 87-jährige Kurt Weber ist Besitzer der Apollo-Garage in Wien-Neubau, eine der letzten Wiener Hinterhof-Tankstellen. „Als Kind habe ich am Parkdeck mit Freunden gespielt. Übernommen habe ich die Garage im April 1945, da war hier Kampfzone“, berichtet Weber. Treibstoff war damals rar. Tankberechtigte, zum Beispiel Mediziner, benötigten eine Punktekarte wie bei Lebensmitteln.

Das Hauptgeschäft macht der Fünf-Mann-Betrieb mittlerweile nicht mehr mit Tanken, sondern der Vermietung von 160 Parkplätzen. „Benzinverkauf allein ist fast ein Verlustgeschäft. Viele fahren hier rein zum Parken, lassen das Auto im Hof stehen und sagen: ‚Bis um elf Uhr komme ich wieder, tanken Sie mir es bitte voll bis dahin‘“, so Weber.

Tanken, um Sehen und Gesehen zu werden
Aus Platzgründen hat die Stadt Wien in den 70er Jahren Tankstellen in Wohnhäuser hineingepfercht. Andere stehen wiederum an prominenten Orten, wie vor dem Schloss Schönbrunn oder am Schwarzenbergplatz.

Der Architekturfotograf Stefan Olah hat 36 Wiener Tankstellen vor acht Jahren in einem Bildband festgehalten: „Tanken war früher ein repräsentativer Akt. Man hat sich schön angezogen und hat das zelebriert. Ich vermute, dass das der Grund war, warum die ersten Tankstellen an berühmten Orten wie dem Schwarzenbergplatz oder vis-a-vis vom Schloss Schönbrunn positioniert worden sind.“ Über die Situation heute sagt Olah: „Tankstellen, die auch Stellplätze vermieten und Reparaturen anbieten, tun sich leichter, zu überleben.“

Mineralölkonzerne springen ein
Viele der einst familiengeführten Tankstellen sind in den vergangenen zwanzig Jahren von Mineralölkonzernen übernommen worden. Andere haben ganz zugesperrt, wie etwa die Tankstelle gegenüber dem Burgtheater oder jene hinter dem Wiener Parlament.

Andreas Weltler, der seit dreißig Jahren die Johanna-Tankstelle in Wien-Margareten führt, kennt einen der Gründe: „Von 1997 bis 2000 gab es neue Umweltauflagen für Tankstellen. In dieser Zeit hat man überlegt, ob man die Tankstelle schließt oder weiterführt. Viele kleine Tankstellen haben es nicht notwendig empfunden, weiter zu investieren.“

In der Arkadentankstelle der Johanna-Garage fließt der Treibstoff untertags fast noch ununterbrochen. Parken um zehn Cent weniger als woanders spricht sich auch bei Ortsunkundigen herum. Andreas Weltler: "Wir bedienen die Leute direkt, das heißt, es muss keiner aussteigen. Es sind ältere Damen, ältere Herren aber auch sehr junge Leute, die unser Service schätzen.

EU-Vorschrift: Bunte Zapfsäulen ab Herbst
Die Lage der Arkadentankstellen, direkt unterm Wohnblock, bringt aber so manche Herausforderung mit sich: „Man sollte schauen, dass wenig Lärm entwickelt wird und wenig Geruchsemissionen. Außerdem braucht es Öffnungszeiten, die anrainerfreundlich sind“, erzählt der Chef der Johanna-Tankstelle.

In Zukunft werden die Anforderungen für kleine und große Tankstellenbetreiber noch weiter zunehmen: Ab Herbst müssen die Zapfsäulen laut EU-Vorschrift farbig bemalt sein, um Benzin und Diesel besser unterscheiden zu können. Vielen wird das Geschäft zu bunt. Herr Weber will sich aber nicht so bald zur Ruhe setzen.

tramway.at

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #1 am: 03. April 2018, 08:36:45 »
Ich hab nicht viel, hier ein paar Bilder rund ums Auto:
Harald A. Jahn, www.tramway.at

Aktuell: Großes Update auf www.tramway.at

Ferry

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #2 am: 03. April 2018, 10:28:14 »
Der 87-jährige Kurt Weber ist Besitzer der Apollo-Garage in Wien-Neubau, eine der letzten Wiener Hinterhof-Tankstellen. „Als Kind habe ich am Parkdeck mit Freunden gespielt. Übernommen habe ich die Garage im April 1945,..."

Das glaube ich nicht so ganz, dass er mit 14 Jahren bereits eine Garage bzw. Tankstelle übernommen hat. Da sind dem Autor wohl ein paar Daten durcheinander gekommen.
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moszkva tér

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #3 am: 03. April 2018, 13:02:27 »
Der 87-jährige Kurt Weber ist Besitzer der Apollo-Garage in Wien-Neubau, eine der letzten Wiener Hinterhof-Tankstellen. „Als Kind habe ich am Parkdeck mit Freunden gespielt. Übernommen habe ich die Garage im April 1945,..."

Das glaube ich nicht so ganz, dass er mit 14 Jahren bereits eine Garage bzw. Tankstelle übernommen hat. Da sind dem Autor wohl ein paar Daten durcheinander gekommen.

Wahrscheinlich war gemeint, dass er erstmals mit 14 im elterlichen Betrieb mitgearbeitet hat. Das würde durchaus Sinn ergeben.
Edit: Wobei im Artikel nicht steht, dass es der elterliche Betrieb war...

h 3004

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #4 am: 03. April 2018, 14:59:06 »
Gibt es die Tankstellen noch in der Rotensterng (2.Bez) und zwischen Hernalser Hauptstr. und Jörgerstr.? Bin leider nicht in Wien.

sg2001

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #5 am: 03. April 2018, 19:40:32 »
Gibt es die Tankstellen noch in der Rotensterng (2.Bez) und zwischen Hernalser Hauptstr. und Jörgerstr.? Bin leider nicht in Wien.

Rotensterngasse wird nach wie vor betrieben, Hernalser Hauptstraße ebenso!

haidi

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #6 am: 03. April 2018, 21:10:43 »
Heute hab ich in 1150, Hollergasse 7-9 getankt. Das Geschäft scheint auch stark nachgelassen zu haben, früher sind die Autos in der Hollergasse angestanden, heute war über 5 Minuten kein weiterer Tankender dort.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

coolharry

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #7 am: 04. April 2018, 09:59:51 »
Heute hab ich in 1150, Hollergasse 7-9 getankt. Das Geschäft scheint auch stark nachgelassen zu haben, früher sind die Autos in der Hollergasse angestanden, heute war über 5 Minuten kein weiterer Tankender dort.

Der Preisunterschied ist nicht teilweise nicht mehr so hoch bzw. nicht mehr so sichtbar wie früher. Früher sind einige wegen 30 Groschen pro Liter quer durch Wien gefahren. Wegen 2Cent tut sich das aber kaum noch einer an.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

Bahnpetzi

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #8 am: 04. April 2018, 10:11:08 »
Heute hab ich in 1150, Hollergasse 7-9 getankt. Das Geschäft scheint auch stark nachgelassen zu haben, früher sind die Autos in der Hollergasse angestanden, heute war über 5 Minuten kein weiterer Tankender dort.

Der Preisunterschied ist nicht teilweise nicht mehr so hoch bzw. nicht mehr so sichtbar wie früher. Früher sind einige wegen 30 Groschen pro Liter quer durch Wien gefahren. Wegen 2Cent tut sich das aber kaum noch einer an.

...... wobei 2 cent immerhin ca. 28 groschen sind !   ;D

haidi

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #9 am: 04. April 2018, 14:27:55 »
28 Groschen schauen mehr aus als 2 Cent.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Helga06

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #10 am: 04. April 2018, 14:38:00 »
28 Groschen schauen mehr aus als 2 Cent.
Auch wen du dir einen Euro ersparst taucht die Frage auf, was bekommst du denn noch für einen Euro? Eis, Kaffee, Bier öder ähnliches kostet im Lokal schon mehr. Leider >:(

LH

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #11 am: 04. April 2018, 15:43:42 »
Die Inflation seit 2000 lag bei grob 35%.

luki32

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #12 am: 04. April 2018, 16:31:09 »
Die Inflation seit 2000 lag bei grob 35%.

Zwischen Inflation und Preissteigerung bei Lebensmiteln und Wohnungskosten klafft aber ein riesiges Loch!

Vorsicht, Bösuser!
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buschberg

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #13 am: 05. April 2018, 09:02:21 »
Ich rechne leider auch imm er in Schillinge um, das sollte man aber nicht tun. Die jungen Leute glauben einen das oft nicht, daß manches so "billig" war.

coolharry

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Re: Arkaden-Tankstellen
« Antwort #14 am: 05. April 2018, 09:37:56 »
Die Inflation seit 2000 lag bei grob 35%.

Zwischen Inflation und Preissteigerung bei Lebensmiteln und Wohnungskosten klafft aber ein riesiges Loch!

Bei Lebensmitteln kommt es ganz stark darauf an was. Limonaden sind nicht so viel teurer geworden wie z.b. Brot.
Aber klar in 16 Jahren Euro wird nunmal einiges teurer. Schließlich hat das Brot 2002 auch mehr gekostet als 1986.


Ich rechne leider auch imm er in Schillinge um, das sollte man aber nicht tun. Die jungen Leute glauben einen das oft nicht, daß manches so "billig" war.

Mach ich auch öfters. Vorallem bei großen Summen. Man wird schon halb ohnmächtig wenn man bedenkt dass man für eine Eigentumswohnung oder kleineres Reihenhaus mittlerweile gut 6 Mio. Schilling auf den Tisch legen muss. Oder da man jeden Monat über 12.000 Schilling Miete überweist.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.