Autor Thema: Elektrische Stadtbahn  (Gelesen 79709 mal)

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diogenes

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Re: Elektrische Stadtbahn
« Antwort #195 am: Gestern um 03:04:44 »
Interessante Idee. Kürzere Teilwagen mit Jacobs-Drehgestellen wären aber sicher auch machbar gewesen.
Ceterum censeo in Vindobona ferrivias stratarias ampliores esse.
Oh 8er, mein 8er!

martin8721

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Re: Elektrische Stadtbahn
« Antwort #196 am: Heute um 08:52:50 »
Von Carl Hochenegg, Professor an der TH Wien, gab es Vorschläge für sechsachsige Doppeltriebwagen (vorne ein Triebdrehgestell, hinten eine Achse) und zweiachsige Beiwagen dazwischen. Zwischen den Achsen waren Niederflurbereiche vorgesehen.

Vorschlag 1910 mit Doppeltriebwagen: https://www.tramway.at/plaene/Stadtbahn/1910-xx-xx%20Stadtbahntriebwagen%20Hochenegg.jpg

Vorschlag 1923 mit TW+BW+TW: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=emb&datum=1923&page=741

Über das Entwurfsstadium dürfte das nie herausgekommen sein.

Das wären wirklich sehr interessante Fahrzeuge gewesen!  :up:
Mit den T ist ja bis zu einem gewissen dann tatsächlich auch verwirklicht worden.

Tramwayhüttl

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Re: Elektrische Stadtbahn
« Antwort #197 am: Heute um 12:16:49 »
Sehr zukunftsweisend.
Auch die ersten S-Bahn-Versuchswagen in Berlin (Bauart "Bernau") verfolgten ein ähnliches Konzept, jedoch mit längeren Zügen.
Schade, dass es dann wieder zu einem "österreichischen Provisorium" kam.
Bitte seien Sie achtsam! Zwischen Ihren Ohren befindet sich nichts als Luft.

fr3

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Re: Elektrische Stadtbahn
« Antwort #198 am: Heute um 14:38:14 »
Das wären wirklich sehr interessante Fahrzeuge gewesen!  :up:
Mit den T ist ja bis zu einem gewissen dann tatsächlich auch verwirklicht worden.
Jein. Die vorgeschlagenen Wagen hätten laut Beschreibung durchgehende Einzelachsen gehabt. Ich bezweifle, dass es damals bereits Einzelradaufhängungen für Schienenfahrzeuge gab. Allerdings war der Vorschlag für Niederflurfahrzeuge damals vorausschauend, wenn auch nicht ganz neu (Budapest hatte Niederflur bei der U-Bahn bereits 1896). Grund war die Absicht, an den Bahnsteigen nach Möglichkeit nichts zu verändern. Lediglich die Bahnsteige zwischen Heiligenstadt und Kritzendorf sowie zwischen Hütteldorf und Purkersdorf hätten leicht angehoben werden sollen.
Link zum Text in der Zeitschrift Elektrotechnik und Maschinenbau 1923

Andere zeitgenössische Stadtschnellbahnen (Berlin Typ B1, Neapel Typ E.40) hatten Vierachser, Berlin hohe Bahnsteige und Neapel Stufen.

MK

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Re: Elektrische Stadtbahn
« Antwort #199 am: Heute um 14:58:23 »
Sehr zukunftsweisend.
Auch die ersten S-Bahn-Versuchswagen in Berlin (Bauart "Bernau") verfolgten ein ähnliches Konzept, jedoch mit längeren Zügen.
Schade, dass es dann wieder zu einem "österreichischen Provisorium" kam.

Nicht ganz. Die Versuchszüge A-E, nach denen die Züge Bauart "Bernau" gebaut wurden (das waren schon Serienwagen), hatten zwei vierachsige TW und dazwischen drei zweiachsige BW, aber keinen Niederfluranteil (bei hohen Bahnsteigen nicht notwendig) und waren im Betrieb eine Notlösung (Fahrverhalten der BW in Kurven, insbesondere S-Kurven, schwache Motorisierung nur durch ein Triebdrehgestell pro TW, das einen höheren Fußboden erzwang). Der Versuchszug F wäre mit seinen Jakobsdrehgestellen eher ein Vorbild gewesen, aber das Problem der schwachen Motorisierung gab es dort auch, und da es damals keine angetriebenen Jakobs-Drehgestelle gab, hätte man es gar nicht wie bei der Bauart "Bernau" nach dem 2. Weltkrieg lösen können (Einbau zweier Triebdrehgestelle pro TW).
o_O