Autor Thema: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken  (Gelesen 7721 mal)

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Ferry

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #90 am: 11. Juli 2019, 09:17:12 »
Für dich vielleicht. Für jemanden, der gehbehindert ist oder für eine Mutter mit Kleinkindern und Kinderwagen kann das ein ziemlich langer Weg sein.

Man sollte bei solchen Aussagen immer bedenken, dass es Angehörige von Gruppen gibt, die aus welchen Gründen auch immer nicht so gut zu Fuß sind wie man selbst.  :lamp:
100m ist weniger als die Länge eines U-Bahn-Bahnsteigs und bei der hochgelobten U-Bahn hat komischerweise niemand Probleme mit den langen Zugangswegen. Da schaffen es die oben angesprochenen Personengruppen sehr gut, dieses Verkehrsmittel zu benutzen.

"Sehr gut" schaffen sie es auch nicht immer. Sie schaffen es, weil sie es schaffen müssen, weil es dank unserer U-Bahn-freundlichen Stadtplanung in den meisten Fällen keine Alternativen (mehr) gibt. Oder glaubst du, dass jemand die sinnlose Hatscherei in den U3-Stationen Neubaugasse und Zieglergasse (um jetzt nur zwei Beispiele zu nennen) machen würde, wenn es in diesem Bereich noch die Straßenbahn gäbe (mit wesentlich dichteren Haltestellen und daher kürzeren Anmarschwegen)?

Und nur weil es bei der U-Bahn so ist, heißt das ja nicht, dass man es woanders genauso machen muss.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

60er

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #91 am: 11. Juli 2019, 09:46:35 »
"Sehr gut" schaffen sie es auch nicht immer. Sie schaffen es, weil sie es schaffen müssen, weil es dank unserer U-Bahn-freundlichen Stadtplanung in den meisten Fällen keine Alternativen (mehr) gibt. Oder glaubst du, dass jemand die sinnlose Hatscherei in den U3-Stationen Neubaugasse und Zieglergasse (um jetzt nur zwei Beispiele zu nennen) machen würde, wenn es in diesem Bereich noch die Straßenbahn gäbe (mit wesentlich dichteren Haltestellen und daher kürzeren Anmarschwegen)?
Warum benutzen dann selbst dort, wo es Alternativen gibt, die meisten Fahrgäste bei jeder sich bietenden Möglichkeit die "schnelle" U-Bahn? Sieht man z.B. gut am 49er, wo bei der U3 Hütteldorfer Straße ein reger Fahrgastwechsel stattfindet. Das größte Problem der U3 auf der Mariahilfer Straße ist, dass sie Kurzstreckenfahrgästen keine sinnvolle Fahrtmöglichkeit bietet, weil die Hatscherei durch die Stationsgebäude den Zeitvorteil der U-Bahn wieder auffrisst. Wenn man von Mariahilf nach Erdberg oder Simmering fahren will, ist das natürlich anders. Da spielen die Zugangswege keine so große Rolle.

Und nur weil es bei der U-Bahn so ist, heißt das ja nicht, dass man es woanders genauso machen muss.
Macht man doch eh nicht. Wo es technisch möglich ist, sollte das Umsteigen im Oberflächenverkehr bei der selben Randsteinkante erfolgen. Wo das aber technisch nicht geht, sind Umsteigewege von zwei oder drei ULF-Längen durchaus noch in einem zumutbaren Rahmen. Oder wie willst du das Umsteigen z.B. beim Johann-Nepomuk-Berger-Platz (vom 44er zum 9er Richtung Westbahnhof) anders lösen?

haidi

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #92 am: 11. Juli 2019, 19:08:36 »

Zitat
Lass die ÖBB die Stranzenberbrücke umbauen, das wird wohl das Beste für diesen Bereich sein.

Moment mal, du hast jetzt doch geschrieben wenn irgendetwas dort geändert wird mit Ampeln und alles, kollabiert alles. Und jetzt soll die ÖBB vieles ändern?
Ich hab von der Hetzendorfer Straße und nciht von der Stranzenbergbrücke gesprochen.


Warum benutzen dann selbst dort, wo es Alternativen gibt, die meisten Fahrgäste bei jeder sich bietenden Möglichkeit die "schnelle" U-Bahn? Sieht man z.B. gut am 49er, wo bei der U3 Hütteldorfer Straße ein reger Fahrgastwechsel stattfindet. Das größte Problem der U3 auf der Mariahilfer Straße ist, dass sie Kurzstreckenfahrgästen keine sinnvolle Fahrtmöglichkeit bietet, weil die Hatscherei durch die Stationsgebäude den Zeitvorteil der U-Bahn wieder auffrisst. Wenn man von Mariahilf nach Erdberg oder Simmering fahren will, ist das natürlich anders. Da spielen die Zugangswege keine so große Rolle.


Ich hatte einen Arbeitskollegen, der Alser Straße U6 Westbahnhof U3 und 49 Leyserstraße gefahren ist, weil das lt. Fahrplan 1 Minute kürzer war. Naja
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Lerchenfelder

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #93 am: 12. Juli 2019, 10:27:27 »
Am 49er findet halt bei der Hütteldorfer Straße ein deutlicher Fahrgastwechsel statt mit Fahrgästen die vermutlich ein längeres Stück mit der U3 in die Stadt fahren. Ich habe früher im 15. gewohnt und es gab jedenfalls immer mehr als genug Fahrgäste im 49er, auch vom 14. kommend über die Hütteldorfer Straße hinaus. Ich finde sowieso, dass die ÖV-Situation im 15. - zumindest für Wiener Verhältnisse - ein Musterbeispiel an gut funktionierendem Nebeneinander von U-Bahn, Straßenbahn und mehr oder weniger auch Bus ist. Ich habe, zumindest was die Anbindung betrifft, sehr gerne dort gewohnt.

Das nur als kleine Anmerkung meinerseits zu dem Verweis auf U3/ 49er.

Ich finde speziell die Bus-Vorschläge in dem AK-Papier teilweise sehr kurios. Auch die Verlegung des 10ers oder die Verlängerung des 46ers halte ich zwar für nette Ideen, aber nicht wirklich prioritär. Aber klar, bei anderen Verkehrsbetrieben würde man so etwas irgendwann mal tatsächlich andenken. In Wien leider sehr unrealistisch. Gerade Verlegungen... In der Neilreichgasse, wo das ja vermutlich wirklich Sinn gemacht hätte, ist die Planung ja wieder still und sanft entschlafen...

Mir ist sowieso welcher Straßenbahnausbau nach D- und O-Verlängerung wirklich zeitnah noch kommen könnte. Derzeit hört man da ja gar nichts und alle weiteren kleineren Projekte des bekannten Öffi-Paketes sind ja eben wie es scheint schon wieder zu Grabe getragen worden.

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #94 am: 12. Juli 2019, 10:33:51 »
Ich persönlich hoffe ganz stark auf die Linie 12, zumindest die BV aus dem 2. steht ja hinter dem Projekt und im 20. ginge es auch um die Erschließung eines Neubaugebietes - so was hat in Wien tendentiell ja bessere Chancen auf Umsetzung, als Projekte im Bestand.

coolharry

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #95 am: 12. Juli 2019, 10:41:10 »
Ich persönlich hoffe ganz stark auf die Linie 12, zumindest die BV aus dem 2. steht ja hinter dem Projekt und im 20. ginge es auch um die Erschließung eines Neubaugebietes - so was hat in Wien tendentiell ja bessere Chancen auf Umsetzung, als Projekte im Bestand.

Vorallem da sich der Neubaustreckenanteil in Grenzen halten täte. Wahrscheinlicher ist aber das der 5er dann einfach statt über die Rauscherstraße die Wallensteinstraße weiter und dann in die Nordwestbahnstraße einbiegt. Wären ca. 800m Strecke.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #96 am: 12. Juli 2019, 14:28:58 »
Stimmt, der 12er ist so um Mitte 2020 ein halbwegs realistisches Projekt. Wobei da die Strecke entlang des 11A bis Krieau oder Stadion wiederum weniger realistisch erscheint, als die kurzen Neubaustrecken im Nordbahnhof- und Nordwestbahnhofviertel... Und wo er in die andere Richtung hingeführt wird, ist auch die Frage. Ich habe ja schon mehrmals eine Zusammenlegung mit dem 42er-Außenast vorgeschlagen, auch wenn das intervallmäßig wohl teilweise eine deutliche Verdichtung (zumindest von 10min auf 7,5 min) in der Kreuzgasse bedeuten würde - ist fraglich, ob man das machen würde, gerade wenn mal die U5 in die Gegend fährt. Gleichzeitig würde sich dann auch anbieten, den 37er und 33er zusammenzulegen, sobald die U5 fertiggestellt ist.

Ferry

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #97 am: 12. Juli 2019, 15:54:16 »
Warum benutzen dann selbst dort, wo es Alternativen gibt, die meisten Fahrgäste bei jeder sich bietenden Möglichkeit die "schnelle" U-Bahn? Sieht man z.B. gut am 49er, wo bei der U3 Hütteldorfer Straße ein reger Fahrgastwechsel stattfindet.

Weil sie 1) subjektiv als schneller empfunden wird und 2) viele Fahrgäste über Bellaria hinaus fahren (z.B. Stephansplatz, Landstraße) und diese Orte mit dem 49er nicht zu erreichen sind.

Zitat von: 60er
Macht man doch eh nicht. Wo es technisch möglich ist, sollte das Umsteigen im Oberflächenverkehr bei der selben Randsteinkante erfolgen. Wo das aber technisch nicht geht, sind Umsteigewege von zwei oder drei ULF-Längen durchaus noch in einem zumutbaren Rahmen. Oder wie willst du das Umsteigen z.B. beim Johann-Nepomuk-Berger-Platz (vom 44er zum 9er Richtung Westbahnhof) anders lösen?

Klar, überall ist es nicht möglich. Mir ging es ja nur um deine Aussage, dass 100m Fußweg generell und immer zumutbar sind. Und das sind sie eben für manche Personengruppen nicht. Dass es oft nicht anders geht, steht auf einem anderen Blatt.  ;)
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #98 am: 13. Juli 2019, 11:02:02 »
Gibt es die Machbarkeitsstudie zur Linie 12 irgendwo online? Bzw. ist die schon fertig? Ich konnte auf der Seite von consens Mobilitätsdesign jedenfalls keine fertige bzw. öffentlich zugängliche Studie finden. Dort steht aber in der allgemeinen Beschreibung des Auftrages jedenfalls folgendes "Die neue Linie 12 soll in Zukunft die U4-Station Friedensbrücke mit der U1-Station Vorgartenstraße verbinden" - Das heißt, es wird hier mal von der Minimalvariante ausgegangen, also nix mit einer neuen Strecke bis zur U2 Krieau. Am anderen Ende würde mich interessieren, ob die Linie 12 wirklich nur bis zur Friedensbrücke geplant ist oder etwa zur Augassenschleife. Weil sonst bräuchte man ja eine neue Schleife - kaum realistisch.

Die Wien.gv-Seite zum Straßenbahn-Ausbau wurde übrigens endlich aktualisiert, es ist jetzt dort etwa neue 6er-Schleife anstatt der Kretaviertel-Neubaustrecke drinnen. Die Seite gibt gewisse Anhaltspunkte über die Reihenfolge der Realisierung bzw. der Priorisierung der einzelnen Ausbauprojekte. Und siehe da, selbst die Straßenbahn in der Laaer-Berg-Straße ist noch immer enthalten. Aber auch da frage ich mich, wie man denn diese neue Linie weiterführen wollen würde. Denn eine Linie Laaer Berg-Reumannplatz wäre ja wirklich sehr kurz. Ich hatte dabei ja schonmal an eine zusätzliche Neubaustrecke zwischen dem Reumannplatz und dem Sonnwendviertel durch die Hendlgasse gedacht und dann an eine Führung bis zum Quartier Belvedere. Wäre eine relativ kurze zusätzliche Neubaustrecke und würde das Sonnwendviertel direkt ans Bezirkszentrum Reumannplatz anbinden. Gleichzeitig erhält der Hauptbahnhof eine zusätzliche Anbindung und die U1 wird lokal entlastet.

60er

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #99 am: 13. Juli 2019, 11:10:49 »
Am anderen Ende würde mich interessieren, ob die Linie 12 wirklich nur bis zur Friedensbrücke geplant ist oder etwa zur Augassenschleife. Weil sonst bräuchte man ja eine neue Schleife - kaum realistisch.
Nein, natürlich nicht. Der 12er sollte den 33er bis Josefstädter Straße (bzw. Augasse) ersetzen. Allzu realistisch ist dieses Projekt aber eh nicht. Ich fürchte, dass es nach D- und O-Wagen wieder mindestens 10 Jahre dauern wird, bis man bei der Straßenbahn ein Neubauprojekt realisiert. >:(

Lerchenfelder

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Re: AK-Studie ÖV in den Wiener Außenbezirken
« Antwort #100 am: 13. Juli 2019, 12:04:24 »
Am anderen Ende würde mich interessieren, ob die Linie 12 wirklich nur bis zur Friedensbrücke geplant ist oder etwa zur Augassenschleife. Weil sonst bräuchte man ja eine neue Schleife - kaum realistisch.
Nein, natürlich nicht. Der 12er sollte den 33er bis Josefstädter Straße (bzw. Augasse) ersetzen. Allzu realistisch ist dieses Projekt aber eh nicht. Ich fürchte, dass es nach D- und O-Wagen wieder mindestens 10 Jahre dauern wird, bis man bei der Straßenbahn ein Neubauprojekt realisiert. >:(

Ja stimmt natürlich, das hatte ich nicht mehr in Erinnerung, das das so geplant ist. Aber was passiert dann mit dem 37er bei der U5-Eröffnung? Eine Zusammenlegung vom 37er und 42er kann doch wirklich nicht ernst gemeint sein! Da wäre doch viel eher 12er+42er und 33er+37er sinnvoll, da sich dadurch wirklich sinnvolle neue Relationen ergeben würden! Völlig utopisch, aber meiner Meinung nach sehr sinnvoll wäre es auch, den 12er dann nicht nur bis zur Antonigasse sondern bis Gersthof zu führen und den 9er dafür auf einer kurzen Neubaustrecke durch die Vinzenzgasse zum Aumannplatz zu führen! Dadurch würde sich eine bessere Querverbindung zwischen dem 17. und 18. ergeben, zusätzlich würde man dann irgendwann mal bequem zur U5 Elterleinplatz kommen, zusätzlich zur Option, mit dem 40er oder 41er bis zur U5 Spittalgasse zu fahren. Und die Kreuzgasse-Linie (dann eben der 12er) wäre meiner Meinung nach auch deutlich aufgewertet, wenn sie bis Gersthof geführt werden würde.