Autor Thema: Bauwerke der Wiener Stadtbahn  (Gelesen 64962 mal)

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D 3XX

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #241 am: 13. Februar 2021, 13:11:45 »
Wenn man alles wegreisst, kommt nicht Besseres nach:
Man muss sich nur den Architekturmüll links neben dem erhaltenen Otto Wagner-Bau ansehen.
Da ist der Otto Wagner-Bau als Fast-Ruine noch besser!
Das ist aber reine Geschmackssache.
D 3XX

DieTram

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #242 am: 13. Februar 2021, 13:20:57 »
Wenn man alles wegreisst, kommt nicht Besseres nach:
Man muss sich nur den Architekturmüll links neben dem erhaltenen Otto Wagner-Bau ansehen.
Da ist der Otto Wagner-Bau als Fast-Ruine noch besser!
Das ist aber reine Geschmackssache.

Ist der Otto Wagner-Bau einmal hergerichtet, kann jeder sehen, dass es keine Gechmackssache ist.

D 3XX

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #243 am: 13. Februar 2021, 13:23:26 »
Wenn man alles wegreisst, kommt nicht Besseres nach:
Man muss sich nur den Architekturmüll links neben dem erhaltenen Otto Wagner-Bau ansehen.
Da ist der Otto Wagner-Bau als Fast-Ruine noch besser!
Das ist aber reine Geschmackssache.

Ist der Otto Wagner-Bau einmal hergerichtet, kann jeder sehen, dass es keine Gechmackssache ist.
Es soll auch Menschen geben, denen der Otto-Wagner-Stil nicht gefällt. ;)
D 3XX

Gast1090

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #244 am: 13. Februar 2021, 13:53:29 »
Wenn man alles wegreisst, kommt nicht Besseres nach:
Man muss sich nur den Architekturmüll links neben dem erhaltenen Otto Wagner-Bau ansehen.
Da ist der Otto Wagner-Bau als Fast-Ruine noch besser!
Das ist aber reine Geschmackssache.

Ist der Otto Wagner-Bau einmal hergerichtet, kann jeder sehen, dass es keine Gechmackssache ist.

Wenn nach Abschluß des Bauprojektes nur der sanierte Otto Wagner-Bau dort stehen würde, umgeben von einer Grünfläche, würde ich ja nichts sagen. Aber eingekesselt zwischen zwei siebengeschossigen(!) Gebäuden, die sogar noch schräg über den Otto Wagner-Bau reichen, das soll schön sein?? Wo die Bewohner dann einen direkten Blick von oben auf das Dach des Otto Wagner-Baus haben?

Gast1090

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #245 am: 13. Februar 2021, 13:57:19 »
Fund im Netz:

https://www.wienschauen.at/verfaellt-letztes-gebaeude-eines-historischen-bahnhofs-hauptzollamt-untere-viaduktgasse-4a/

Danke - sehr informativ.

Auch wenn das jetzt hier OT sein möge: Weiß jemand den Grund für die Menschenschlange bzw. den Menschenauflauf im Jahr 1952 vor/neben der Station Hauptzollamt (womit wieder der Bogen zu einem Stadtbahn-Bauwerk gespannt ist)?

DieTram

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #246 am: 13. Februar 2021, 14:20:42 »
Wenn man alles wegreisst, kommt nicht Besseres nach:
Man muss sich nur den Architekturmüll links neben dem erhaltenen Otto Wagner-Bau ansehen.
Da ist der Otto Wagner-Bau als Fast-Ruine noch besser!
Das ist aber reine Geschmackssache.

Ist der Otto Wagner-Bau einmal hergerichtet, kann jeder sehen, dass es keine Gechmackssache ist.
Es soll auch Menschen geben, denen der Otto-Wagner-Stil nicht gefällt. ;)

Alles gibt es.

Die Touristenmassen in der Großfeldsiedlung, in München Neuperlach und Berlin Marzahn sind aber eher überschaubar.

WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #247 am: 13. Februar 2021, 14:43:20 »
Fund im Netz:

https://www.wienschauen.at/verfaellt-letztes-gebaeude-eines-historischen-bahnhofs-hauptzollamt-untere-viaduktgasse-4a/

Danke - sehr informativ.

Auch wenn das jetzt hier OT sein möge: Weiß jemand den Grund für die Menschenschlange bzw. den Menschenauflauf im Jahr 1952 vor/neben der Station Hauptzollamt (womit wieder der Bogen zu einem Stadtbahn-Bauwerk gespannt ist)?

Die waren angestellt zur Wanderaustellung EUROPAZUG, bestehend aus fünf Schnellzugwagen am 13 09 1952.
Im Vordergrund Gleisreste der Pressburgerbahn und das dazugehörige Stationsgebäude.

Dazu mehr interessante Aufnahmen in der Sammlung ÖNB:

https://onb.digital/search/123988

abc

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #248 am: 13. Februar 2021, 22:16:55 »
Ist der Otto Wagner-Bau einmal hergerichtet, kann jeder sehen, dass es keine Gechmackssache ist.
Es soll auch Menschen geben, denen der Otto-Wagner-Stil nicht gefällt. ;)

Alles gibt es.

Die Touristenmassen in der Großfeldsiedlung, in München Neuperlach und Berlin Marzahn sind aber eher überschaubar.

Das ist leider ein sehr beliebtes Missverständnis: Denkmalschutz hat weder etwas mit Ästhetik noch mit touristischer Verwertbarkeit zu tun, auch wenn natürlich nicht auszuschließen (oder zuweilen sogar gewünscht) ist, dass diese beiden Punkte auch eine Rolle spielen. Dazu ein Auszug aus dem Denkmalschutzgesetz:

Zitat von: Denkmalschutzgesetz, Hervorhebungen durch mich
§ 1. (1) Die in diesem Bundesgesetz enthaltenen Bestimmungen finden auf von Menschen geschaffene unbewegliche und bewegliche Gegenstände (einschließlich Überresten und Spuren gestaltender menschlicher Bearbeitung sowie künstlich errichteter oder gestalteter Bodenformationen) von geschichtlicher, künstlerischer oder sonstiger kultureller Bedeutung („Denkmale“) Anwendung, wenn ihre Erhaltung dieser Bedeutung wegen im öffentlichen Interesse gelegen ist. Diese Bedeutung kann den Gegenständen für sich allein zukommen, aber auch aus der Beziehung oder Lage zu anderen Gegenständen entstehen. „Erhaltung“ bedeutet Bewahrung vor Zerstörung, Veränderung oder Verbringung ins Ausland.

(2) Die Erhaltung liegt dann im öffentlichen Interesse, wenn es sich bei dem Denkmal aus überregionaler oder vorerst auch nur regionaler (lokaler) Sicht um Kulturgut handelt, dessen Verlust eine Beeinträchtigung des österreichichen Kulturgutbestandes in seiner Gesamtsicht hinsichtlich Qualität sowie ausreichender Vielzahl, Vielfalt und Verteilung bedeuten würde. Wesentlich ist auch, ob und in welchem Umfang durch die Erhaltung des Denkmals eine geschichtliche Dokumentation erreicht werden kann.

Großwohnsiedlungen werden wahrscheinlich eher nicht als Ganzes unter Denkmalschutz gestellt, in Österreich genauso wenig wie in Deutschland, weil die dort vertretenen Bautypen weit verbreitet sind (auch überregional) und deshalb kein Schutzbedarf besteht. Das schließt allerdings wiederum nicht aus, dass einzelne Bauten in Großwohnsiedlungen Denkmalschutzstatus erhalten, weil sie als typischer Vertreter ihrer Zeit gelten und eben selten bis einmalig sind. So steht z.B. in Berlin-Marzahn das erst in den 80er Jahren errichtete Rathaus unter Denkmalschutz (pdf). Ein anderer Fall für Denkmalschutz wäre z.B. ein Prototyp eines später weit verbreiteten seriellen Baus.

Gast1090

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #249 am: 13. Februar 2021, 23:00:34 »
Fund im Netz:

https://www.wienschauen.at/verfaellt-letztes-gebaeude-eines-historischen-bahnhofs-hauptzollamt-untere-viaduktgasse-4a/

Danke - sehr informativ.

Auch wenn das jetzt hier OT sein möge: Weiß jemand den Grund für die Menschenschlange bzw. den Menschenauflauf im Jahr 1952 vor/neben der Station Hauptzollamt (womit wieder der Bogen zu einem Stadtbahn-Bauwerk gespannt ist)?

Die waren angestellt zur Wanderaustellung EUROPAZUG, bestehend aus fünf Schnellzugwagen am 13 09 1952.
Im Vordergrund Gleisreste der Pressburgerbahn und das dazugehörige Stationsgebäude.

Dazu mehr interessante Aufnahmen in der Sammlung ÖNB:

https://onb.digital/search/123988

Danke für die Info und den Link  :up:
Wieder was dazugelernt  :lamp:

schaffnerlos

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #250 am: 14. Februar 2021, 21:43:49 »
Wobei mich das immer etwas gestört hat - Wien Mitte wäre für mich (zumindest geografisch) der Stephansplatz. Bahnhof Landstraße hat da viel besser gepasst - besagter Straßenzug liegt immerhin in unmittelbarer Nähe.

Also: Geographisch gesehen ist der Mittelpunkt von Wien etwa am Augartenspitz. Also müsste man die U2-Station Taborstraße in Wien Mitte umbenennen. Was du meinst, ist das Stadtzentrum. Die Bezeichnung Wien Mitte für die Station Landstraße macht heute mangels Fernverkehr an dieser Station eigentlich keinen Sinn mehr – außer für den CAT.

Katana

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #251 am: 14. Februar 2021, 23:26:48 »
Also: Geographisch gesehen ist der Mittelpunkt von Wien etwa am Augartenspitz. Also müsste man die U2-Station Taborstraße in Wien Mitte umbenennen. Was du meinst, ist das Stadtzentrum. Die Bezeichnung Wien Mitte für die Station Landstraße macht heute mangels Fernverkehr an dieser Station eigentlich keinen Sinn mehr – außer für den CAT.

Der Augartenspitz ist nur eine mögliche Definition des Mittelpunktes. Lt. den beiden anderen sind es die Bäckerstraße und im Stadtpark, gerade 200 m vom Abgang zur S- und U-Bahn entfernt.
Siehe: https://ppete.de/mittelpunkte/karte/karte.php#14/48.21215/16.37787/55-9-101-102-103-104

Die Erläuterung der drei Definitionen:
Zitat
1) Eine häufig verwendete Methode ist die rechnerische Ermittlung des geometrischen Schwerpunkts eines zweidimensionalen Landkartenmodells des Gebiets. Man kann diesen auch rein mechanisch bestimmen, durch Ausbalancieren einer ausgeschnittenen Landkarte oder durch Befestigung dieser an zwei Aufhängepunkten und Ermittlung des Schnittpunkts der zwei sich ergebenden Schwerelinien. Bei spezieller Form des Gebiets (z.b. sichelförmig) kann sich der Schwerpunkt auch außerhalb des Gebiets befinden.

2) Eine weitere Methode ist die Berechnung der arithmetischen Mittelwerte der Längengrade des westlichsten und östlichsten Punkts sowie der Breitengrade des südlichsten und nördlichsten Punkts eines Gebietes. Dieser Mittelpunkt entspricht dem Schnittpunkt der beiden Diagonalen eines Rechtecks, welches das Gebiet umschließt (daher im weiteren Artikel kurz "Schnittpunkt" benannt). Auch mit dieser Methode könnte sich bei einer speziellen Form des Gebiets der Schnittpunkt außerhalb des Gebiets befinden.

3) Eine weitere, aber seltene Methode ist die Ermittlung des Pol der Unzugänglichkeit. Das ist jener Ort, welcher sich am weitesten von jedem Punkt der Gebietsgrenze entfernt im Landesinneren befindet. Diesen könnte man auch geometrisch mittels Zirkel auf einer Landkarte eruieren.
Quelle: https://ppete.de/mittelpunkte/mittelpunkte.php

Übrigens ist Wien nicht der Mittelpunkt Österreichs  >:D

Gast1090

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #252 am: 14. Februar 2021, 23:51:21 »

Übrigens ist Wien nicht der Mittelpunkt Österreichs  >:D

Hat ja auch Keiner behauptet; Berlin liegt auch nicht mitten in Deutschland.
Am ehestens trifft das noch auf Madrid (Spanien) zu.
Das jetzt nur auf die Schnelle, ohne akribische Nachforschungen angestellt zu haben.

DieTram

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Re: Bauwerke der Wiener Stadtbahn
« Antwort #253 am: 15. Februar 2021, 02:00:30 »
Ist der Otto Wagner-Bau einmal hergerichtet, kann jeder sehen, dass es keine Gechmackssache ist.
Es soll auch Menschen geben, denen der Otto-Wagner-Stil nicht gefällt. ;)

Alles gibt es.

Die Touristenmassen in der Großfeldsiedlung, in München Neuperlach und Berlin Marzahn sind aber eher überschaubar.

Das ist leider ein sehr beliebtes Missverständnis: Denkmalschutz hat weder etwas mit Ästhetik noch mit touristischer Verwertbarkeit zu tun, auch wenn natürlich nicht auszuschließen (oder zuweilen sogar gewünscht) ist, dass diese beiden Punkte auch eine Rolle spielen. Dazu ein Auszug aus dem Denkmalschutzgesetz:

Zitat von: Denkmalschutzgesetz, Hervorhebungen durch mich
§ 1. (1) Die in diesem Bundesgesetz enthaltenen Bestimmungen finden auf von Menschen geschaffene unbewegliche und bewegliche Gegenstände (einschließlich Überresten und Spuren gestaltender menschlicher Bearbeitung sowie künstlich errichteter oder gestalteter Bodenformationen) von geschichtlicher, künstlerischer oder sonstiger kultureller Bedeutung („Denkmale“) Anwendung, wenn ihre Erhaltung dieser Bedeutung wegen im öffentlichen Interesse gelegen ist. Diese Bedeutung kann den Gegenständen für sich allein zukommen, aber auch aus der Beziehung oder Lage zu anderen Gegenständen entstehen. „Erhaltung“ bedeutet Bewahrung vor Zerstörung, Veränderung oder Verbringung ins Ausland.

(2) Die Erhaltung liegt dann im öffentlichen Interesse, wenn es sich bei dem Denkmal aus überregionaler oder vorerst auch nur regionaler (lokaler) Sicht um Kulturgut handelt, dessen Verlust eine Beeinträchtigung des österreichichen Kulturgutbestandes in seiner Gesamtsicht hinsichtlich Qualität sowie ausreichender Vielzahl, Vielfalt und Verteilung bedeuten würde. Wesentlich ist auch, ob und in welchem Umfang durch die Erhaltung des Denkmals eine geschichtliche Dokumentation erreicht werden kann.

Großwohnsiedlungen werden wahrscheinlich eher nicht als Ganzes unter Denkmalschutz gestellt, in Österreich genauso wenig wie in Deutschland, weil die dort vertretenen Bautypen weit verbreitet sind (auch überregional) und deshalb kein Schutzbedarf besteht. Das schließt allerdings wiederum nicht aus, dass einzelne Bauten in Großwohnsiedlungen Denkmalschutzstatus erhalten, weil sie als typischer Vertreter ihrer Zeit gelten und eben selten bis einmalig sind. So steht z.B. in Berlin-Marzahn das erst in den 80er Jahren errichtete Rathaus unter Denkmalschutz (pdf). Ein anderer Fall für Denkmalschutz wäre z.B. ein Prototyp eines später weit verbreiteten seriellen Baus.

Es ist eigentlich weniger um Denkmlschutz als um gestalterische Präferenzen gegangen.
Viele Leute wundern sich, was alles nicht unter Schutz steht, aber auch umgekehrt, v. a. bei Nachkriegsbauten.

Nachkriegsbauten sind aber auch besonders gefährdet, weil sie heute meist schon schwerste Sanierungsfällle sind mit einem hohen Anteil nicht oder nur schwer reparaturfähiger Techniken und Teile nicht nachhaltig errichtet. Ein Problem, das bis heute besteht nach dem Motto: lieber wegschmeißen/bestenfalls recyclen statt reparieren. Z. B. hat man vor kurzem einige Beton-Brutalismusbauten der 70er-Jahre im Burgenland unter Schutz gestellt, wie das Hallenbad Neusiedl am See: https://burgenland.orf.at/stories/3077988/ Macht man das nicht, bleibt davon nichts übrig, da nur sehr teuer sanierbar und gestalterisch meist schwer vermittelbar.

Ob in D. irgendwelche Nachkriegs-Großsiedlungen unter Schutz stehen, weiß ich nicht; ein heißer Anwärter in Wien wäre in Zukunft wohl Alt Erlaa.