Autor Thema: [PL] Impressionen aus Krakau  (Gelesen 458936 mal)

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Konstal 105Na

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #750 am: 31. August 2014, 12:50:16 »
Heute fahren auf der Museumslinie neben dem N-Dreiwagenzug auch der Sanok SN1 Baujahr 1912 mit dem Beiwagen MAN PN3 (Baujahr 1909), bei dem es sich um eine Rekonstruktion aus 2008 handelt. Die PN3 kamen 1941 aus Nürnberg nach Krakau und erhielten die Bezeichnung PN3 (przyczepa normalnotorowa, Normalspurbeiwagen). Ursprünglich waren die SN1 solo oder mit PN1 unterwegs. Leider ist von den PN1 keiner mehr erhalten. Die PN1 wurden von der Werkstätte der Krakowska Miejska Kolej Elektryczna (Krakauer Städtische Eletkrische Eisenbahn), dem damaligen Betreiber der Straßenbahn in Krakau, gebaut.

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Ich kam etwas früher und konnte noch die letzten Verschubarbeiten sehen. Hier steht der SN1+PN3 neben dem N+ND+ND im Museum.

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Ausfahrt aus dem Museum.

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Nach dem 2. Weltkrieg verkehrten die SN1 solo oder mit den PN3. Die SN1 und PN3 waren bis 1960 im Personenverkehr. Die SN1 wurden von der Wagonfabrik in Sanok gebaut, ein Teil wurde auch in Graz gebaut, Wagen #37 ist ein Grazer und wird daher Gracówka genannt.

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Die SN1 waren ursprünglich in zwei Klassen unterteilt. In der ersten Klasse gab es gepolsterte Ledersitze. Auch wenn die Lehne nicht gepolstert war, sitzt man hier sehr bequem. Im Kommunismus wurde die erste Klasse abgeschafft und schrittweise wurden die Ledersitze ausgebaut.

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Zum Vergleich die Sitze in der zweiten Klasse.

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Die Deckenbeleuchtung gefällt mir sehr gut.

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Ein paar Details des Fahrerplatzes.

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Hier füllte früher der Fahrer den Sand ein.

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Nachdem ein Falschparker den 79er behinderte bleiben wir in der Haltestelle beim Museum stehen. Die Straż Miejska, eine MPK-Funkstreife und ein Abschleppwagen waren schon da. Das Brautpaar im Hintergrund kam zufällig vorbei und man wollte diesen Zufall gleich für Fotos nutzen.

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So entstanden ein paar ungeplante Hochzeitsfotos.  :)

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Das ehemalige Logo.

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In Cichy Kącik wieder einmal ein Gruppenbild. Diesmal SN1 und EU8N. Als der EU8N als E6 produziert wurde, war der SN1 bereits außer Dienst.

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102 Jahre Straßenbahn.

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Die römischen Ziffern geben die Klasse an. Der Wagen wurde 1995 aufgearbeitet.

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Der PN3.

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Innenraum des PN3.
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Konstal 105Na

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #751 am: 31. August 2014, 12:59:29 »
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In der Haltestelle Teatr Bagatela, leider mit Auto.  :-\

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SN1+PN3 auf den Planty (die ringförmige Straße um die Alstadt) hier passiert der Zug gerade die Dunajewskiego.

Damit überlasse ich wieder Tramwaycafe das Parkett.  :)
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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #752 am: 31. August 2014, 13:05:45 »
Danke für die wunderschönen Fotos dieser herrlichen Garnitur. Weißt du zufällig wieviele Parallel- und Bremsstufen der Fahrschalter aufweist? Auf den Bildern ist das leider nicht zu erkennen. Sicher ist jedenfalls, daß der Fahrschalter in späteren Jahren auf mehr Fahrstufen als ursprünglich umgebaut wurde.

haidi

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #753 am: 31. August 2014, 13:24:34 »
Hier füllte früher der Fahrer den Sand ein.

Einfüllen sehe ich in Bedeutung von "Sandvorrat auffüllen" - mit dem Schauferl sandete er durch den Trichter, stell ich mir heute bei einer Schnellbremsung prickelnd vor, wenn ich da erst zum Schauferl greifen muss und dann denn Sand fassen und in den Trichter leeren muss.

Wird wahrscheinlich zur Bauzeit des Fahrzeuges eher als Anfahrhilfe gedacht gewesen sein.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #754 am: 31. August 2014, 15:23:07 »
...ich hab' versucht, mich wie üblich eher im Hintergrund zu halten und nicht provokant zu fotografieren.
Wie zu deiner Ausrüstung gehört kein Stockerl?  >:D
Na, voll ur ned, nur eine ure Äktschnkäm, die ich gerne ungefragt dem Fahrer vor die Nase stelle >:D

Sei's d'rum, wie gesagt, das Fotografieren war äußerst angenehm, in jeglicher Hinsicht. Hab' ich in Frankreich, Italien und Ungarn auch schon ganz anders erlebt:

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Übrigens bisher eine sehr schöne Bebilderung sowie Beschreibung deiner Reise.  :up:
Freut mich sehr :D Hat nach meinen letzten sehr unlustigen Jahren aber auch wieder einen Riesenspaß gemacht ^-^ Als nächstes kommt dann Antwerpen d'ran 8)

Damit überlasse ich wieder Tramwaycafe das Parkett.  :)
Danke dafür, aber noch viel mehr für die so wunderbaren Fotos des Nullers: Schon erstaunlich, wie man in Kraków bei allem unglaublichen Engagement, die Infrastruktur an allen Ecken und Enden auf Vordermann zu bringen, auch auf die historischen Aspekte nicht vergisst!

Der Tw37 ist mir im Übrigen auch einmal vor die Linse gefahren: Lichttechnisch ging sich von meinem Standpunkt aus nur eine Nachschuss-Notschlachtung aus, aber ich hoffe, sie gefällt trotzdem; besagter Wagen an der Haltestelle Starowiślna am 22. August:

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Weiter zur Reise selbst: Am 22. August ist nachmittags die Sonne von einer lichtzeltartigen, dünnen Wolkenschicht verdeckt gewesen, sodass die Fahrt in die südwestlichen Streckenabschnitte leider unter einem fototechnisch äußerst ungünstigen, weil typisch weiß-überstrahlten Himmel gezeichnet war. Eigentlich sollte unter diesen Umständen der Himmel nicht mit aufs Foto; eigentlich… :-[ Aber die Fahrt nach Czerwone Maki selbst, tja, was soll ich sagen: Ein Bild spricht mehr als tausend Worte. Warum nicht bei uns so bauen, warum nicht? >:(

Die Linie 23 ist eine reine Außenastquerverbindung südlich der Weichsel; offenbar derzeit rein mit GT8S bestückt. Sieht aus wie neu, das Fahrzeug, und ist auch innen äußerst adrett und sauber: Ich kenne keine andere Stadt, deren Straßenbahnen innen durchgehend so gepflegt, sauber und schmierereienfrei sind. Den 601er-Ulf am Tag der Rückkehr nach Wien in all seiner Abgef*cktheit innen sehen zu müssen, war ein Schock, zumal Wien ja vor noch nicht langer Zeit für den Unterhalt seiner Straßenbahnen weithin berühmt war. Wie auch immer, zurück nach Krakau, Czerwone Maki, Wagen 3047, 22. August nachmittags.

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #755 am: 31. August 2014, 16:12:05 »
Es ist geplant eine Verbindung nach Mistrzejowice zu bauen. Entweder vom Cmentarz Rakowicki aus oder über die Meissnera von der Haltestelle Wieczysta aus. […] Zudem ist noch ein Abzweig nach Azory geplant […] Dann sind noch Verbindungen von Kurdwanów nach Łagiewniki geplant. […]
Danke für den Überblick und die Einschätzung des Nutzens der jeweiligen Erweiterung! Summa summarum also im Wesentlichen das, was auf diesem Plan eingezeichnet ist, nicht wahr?

Wie hoch wird eigentlich der Nutzen der Querverbindung über den Bahnhof Płaszów eingeschätzt? Und was soll dort fahren?

Ich frage mich, was sonst noch sinnvolle Neubaustrecken sein könnten. Da fiele mir zuallererst der Außenring ein, derzeit von einer Myriade von sehr gut besetzten Buslinien befahren, und mit einem Mittelstreifen, der nach einer Straßenbahnstrecke geradezu verlangt. Die Strecke nach Salwator ließe sich in meinen Augen auch noch gut westlich weiterführen; ein Ast Richtung Bielany und einer Richtung Chełm (oder gar weiter zum Flughafen ;)). Was meint unser Experte? :D

À propos Außenring: So überhaupt nicht gefallen haben mir die Dolmuş-Taxis; Kleinbusse, die offenbar jenseits des städtischen ÖPNVs, aber gegen Zuruf und Gebühr an Bushaltestellen halten und Fahrgäste wegkarren. Da ist mir Polen dann doch ein wenig zu sehr dereguliert :-\

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #756 am: 31. August 2014, 18:43:07 »
Sei's d'rum, wie gesagt, das Fotografieren war äußerst angenehm, in jeglicher Hinsicht. Hab' ich in Frankreich, Italien und Ungarn auch schon ganz anders erlebt:

Wenn das so schön abgebildet ist, würde ich den dortigen Kundendienst um eine Stellungnahme ersuchen. ;)

À propos Außenring: So überhaupt nicht gefallen haben mir die Dolmuş-Taxis; Kleinbusse, die offenbar jenseits des städtischen ÖPNVs, aber gegen Zuruf und Gebühr an Bushaltestellen halten und Fahrgäste wegkarren. Da ist mir Polen dann doch ein wenig zu sehr dereguliert :-\

Meines Erachtens haben die aber keine lokale Verkehrsfunktion, sondern fahren irgendwo ins Umland.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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Konstal 105Na

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #757 am: 31. August 2014, 20:13:21 »
Danke für den Überblick und die Einschätzung des Nutzens der jeweiligen Erweiterung! Summa summarum also im Wesentlichen das, was auf diesem Plan eingezeichnet ist, nicht wahr?

Ja.

Wie hoch wird eigentlich der Nutzen der Querverbindung über den Bahnhof Płaszów eingeschätzt? Und was soll dort fahren?

Laut Planungen der 50er und der 9er. Eventuell auch der 23er oder 11er. Sollten drei Linien über das Verbindungsstück fahren, wird der 11er oder 23er eingestellt, da die beiden Linien sich zum Großteil überlappen würden. Im Moment reicht auf der Relation des 23ers ein 20-Minutentakt.
Der 9er und 50er werden ziemlich sicher über das Verbindungsstück fahren. Alle anderen Linien, die in Nowy Bieżanów oder Kurdwanów enden würden über das Verbindungsstück nur einen Umweg fahren. Außer der 23er verkehrt nach Mały Płaszów anstatt nach Nowy Bieżanów.

Der Nutzen ist sicher hoch. Zum Einen verkürzt sich die Reisezeit nach zum Rondo Mogilskie, nach Krowodrza Górka (50er) und Nowa Huta (9er), zum Anderen sind in Zukunft bei Bauarbeiten/Störungen Nowy Bieżanów, Kurdwanów, Prokocim, Nowy Prokocim, Os. na Kozłówce, Piaski Nowe und der südliche Teil von Wola Duchacka nicht mehr vom Restnetz abgeschnitten. Ich spürte jetzt den großen Nachteil. Die Straßenbahn kommt flott voran, aber der 703er steht in der Herlinga-Grudzińskiego im Stau. In Zukunft kann man dann über das Verbindungsstück umleiten.

Ich frage mich, was sonst noch sinnvolle Neubaustrecken sein könnten. Da fiele mir zuallererst der Außenring ein, derzeit von einer Myriade von sehr gut besetzten Buslinien befahren, und mit einem Mittelstreifen, der nach einer Straßenbahnstrecke geradezu verlangt.

Da haben sich einmal die Anreiner dagegen ausgesprochen. Natürlich wäre so eine Verbindung sinnvoll, da die Buslinien gut ausgelastet sind. Allerdings müsste die Verbindung vom Plac Inwalidów mindestens bis zum Rondo Matecznego verlaufen, noch besser von Nowy Kleparz bis Rondo Matecznego. Würde man sie nur von Plac Inwalidów bis Jubliat bauen (also den Ast von Bronowice mit dem Ast nach Salwator verbinden), würden einige wichtige Querverbindungen, die die Busse heute bedienen wegfallen.
Übrigens: Dieser Straßenzug wird Aleje Trzech Wieszczów (Alleen der drei Dichter) genannt. Das kommt daher, dass verschiedene Abschnitte nach polnischen Poeten benannt sind (Aleja Słowackiego, Aleja Mickiewicza, Aleja Krasińskiego) benannt sind.
Außerdem könnte man dann bei Bauarbeiten/Störungen Linien von/nach Bronowice, Salwator, Cichy Kącik schön umleiten.


Die Strecke nach Salwator ließe sich in meinen Augen auch noch gut westlich weiterführen; ein Ast Richtung Bielany und einer Richtung Chełm (oder gar weiter zum Flughafen ;)). Was meint unser Experte? :D

Chełm ist schon sehr weit draußen, da gibt es zuwenig Fahrgastpotential. Im Moment würde eine Verlängerung nach Przegorzały ausreichen. Auch hier gibt es Überlegungen, aber nichts Konkretes ist geplant.
Die Strecke zum Flughafen wäre aus Liebhabersicht interessant, aber es gibt bereits einen Zug und die Trasse wird gerade saniert. Sollte man wirklich eine Straßenbahnanbindung bauen wollen, wäre diese von Bronowice Małe aus besser.

Sinnvoll wäre eine Verlängerung nach Wieliczka, einer Stadt mit über 20 000 Einwohnern südöstlich von Krakau. Der 304er ist gut ausgelastet, in Wieliczka gibt es ein Salzbergwerk, das viele Touristen anlockt (sehenswert!). Die Saline ist heute noch in Betrieb.

À propos Außenring: So überhaupt nicht gefallen haben mir die Dolmuş-Taxis; Kleinbusse, die offenbar jenseits des städtischen ÖPNVs, aber gegen Zuruf und Gebühr an Bushaltestellen halten und Fahrgäste wegkarren. Da ist mir Polen dann doch ein wenig zu sehr dereguliert :-\

Wie 95B bereits erwähnte, sind das Überlandbusse. Niemand fährt innerhalb Krakaus damit. Diese Busse verbinden verschiedene Land- und Stadtgemeinden mit Krakau. Sie erschließen auch die Umlandgemeinden besser, da es dort mehrere Haltestellen gibt, die Bahn aber nur einen Bahnhof hat. Der Fahrpreis innerhalb Krakaus darf auch nicht geringer sein, als der günstigste Fahrschein des städtischen Öffentlichen Verkehrs. So schließt man aus, dass diese privaten Firmen die Fahrgäste absaugen.
Man kann auch nicht einfach so eine Linie betreiben, die nur innerhalb Krakau verkehrt. Es gibt einen Vertrag seitens der Stadt mit zwei Unternehmen (MPK und Mobilis) wo genau geregelt ist, wer welche Linien betreibt und wieviele Fahrten zu erledigen sind. Es wird genau kontrolliert und abgerechnet ob Fahrten stattgefunden haben oder ausgefallen sind. Ausgefallene Fahrten werden von der Stadt nicht bezahlt. Ist ein Falschparker am Ausfall Schuld, werden ihm vom jeweiligen Verkehrsunternehmen die Kosten dieses Kurses verrechnet.

Danke dafür, aber noch viel mehr für die so wunderbaren Fotos des Nullers: Schon erstaunlich, wie man in Kraków bei allem unglaublichen Engagement, die Infrastruktur an allen Ecken und Enden auf Vordermann zu bringen, auch auf die historischen Aspekte nicht vergisst!

Freut mich, dass die Fotos gefallen, deine gefallen mir auch gut, auch die Beschreibungen sind supter.  :up:

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie engagiert die Fahrer und Schaffner der Museumslinie sind. Die Fahrer ist hauptberufliche Fahrer bei MPK, die Schaffner sind meist Fans. Oft sind es sehr junge Leute, die neben dem Studium an der Aufarbeitung und am Betrieb der Oldtimer mitwirken. Das freut mich natürlich sehr. An Haltestellen werden die Leute eingeladen einzusteigen, es wird immer erwähnt, dass man keinen Sonderfahrschein braucht. Der 0er erfreut sich großer Beliebtheit, die Züge sind oft gut ausgelastet immer wieder zeigen Großeltern ihren Enkelkindern womit man einst in die Arbeit/Schule fuhr.
Die Schaffner geben gerne Auskünfte über das Wagenmaterial, die Fahrgäste sind oft sehr interessiert und immer wieder sind auch Fans mit Kameras anzutreffen. In der Regel bleiben die Fahrer dann kurz stehen, damit man ein schönes Foto machen kann, in der Schleife Cichy Kącik kann man oft nach der Schleifenfahrt nochmal zusteigen, nachdem man Fotos gemacht hat, obwohl dort keine Haltestelle ist. Es ist sehr familiär, man kennt sich gut.
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Tramwaycafe

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #758 am: 31. August 2014, 20:40:28 »
Sei's d'rum, wie gesagt, das Fotografieren war äußerst angenehm, in jeglicher Hinsicht. Hab' ich in Frankreich, Italien und Ungarn auch schon ganz anders erlebt:
Wenn das so schön abgebildet ist, würde ich den dortigen Kundendienst um eine Stellungnahme ersuchen.
Wie sagte Karl Korinek, VfGH-Präsident a. D., ob er wegen einer Petzner-Rotzbuben-Aussage («Der Name Korinek steht für rechtlichen Dreck») diesen klagen wolle, in unübertrefflicher Souveränität: «So jemanden nicht!» ;D

Worauf ich sonst hinaus wollte: Auf http://kmkrakow.atlaskolejowy.pl/?id=01.09.2014 kann man bereits das ab morgen gültige, von Konstal 105Na schon umfassend beschriebene Liniennetz in Kartenform bestaunen. In der Tat bleibt kaum ein Stein auf dem anderen!

Ferry

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #759 am: 01. September 2014, 08:56:32 »
Sicher ist jedenfalls, daß der Fahrschalter in späteren Jahren auf mehr Fahrstufen als ursprünglich umgebaut wurde.

Woran erkennst du bzw. woher weißt du das?

PS: Interessant auch, dass die Pseudo-Fahrstufen beim Übergang von Serie auf Parallel (6 - 7) im Unterschied zu Wien sichtlich nicht mitgezählt werden. Oder gibt es die bei dieser Fahrschaltertype gar nicht? Aber das kann ich mir nicht vorstellen; der Schaltweg ist ja deutlich länger als innerhalb der Serienstufen.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

Konstal 105Na

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #760 am: 01. September 2014, 09:22:57 »
Danke für die wunderschönen Fotos dieser herrlichen Garnitur. Weißt du zufällig wieviele Parallel- und Bremsstufen der Fahrschalter aufweist? Auf den Bildern ist das leider nicht zu erkennen. Sicher ist jedenfalls, daß der Fahrschalter in späteren Jahren auf mehr Fahrstufen als ursprünglich umgebaut wurde.

Freut mich, dass die Bilder gefallen, danke. Das mit den Fahrstufen weiß ich leider nicht, ich habe aber nachgefragt.

Es hat sich etwas beim Auslauf geändert.

Linie 52: E1+c3 und 3x105Na, bisher nur E1+c3. Die Dreiwagenzüge sind Hauptverkehrszeitverstärker.

Linie 72: E1+c3, bisher N8 und EU8N
Linie 74: GT8S, bisher 2x105Na (eventuell fahren auch noch 105er)
Linie 75: 2x105Na, EU8N, GT8S, bisher 2x105Na und GT8S
Linie 77: EU8N
Linie 78: E1+c3 und NGT8, bisher nur NGT8

Zudem gibt es in der Al. Jana Pawła II eine neue Haltestelle zwischen AWF und Wieczysta. Diese trägt den Namen Muzeum Lotnictwa (Luftfahrtsmuseum). Die Haltestelle Most Grunwaldzki wurde umbenannt in Centrum Kongresowe (Kongresszentrum)
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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #761 am: 01. September 2014, 10:24:34 »
Sicher ist jedenfalls, daß der Fahrschalter in späteren Jahren auf mehr Fahrstufen als ursprünglich umgebaut wurde.

Woran erkennst du bzw. woher weißt du das?

An den auf die Fahrschalterdeckplatte aufgeschraubten beiden Platten mit den Stufenskalen für Umkehrhebel und Fahrschalterkurbel. Wenn so etwas geplant gewesen wäre, würde die Schraube sicher nicht genau bei der Aufschrift "I+II" für Rückwärtsfahrt angeordnet sein und diese teilweise zerstören. Die Fahrschalterdeckplatte erweckt den Eindruck, als könnte sie aus der Bauzeit des Triebwagens stammen und damals hatten die Fahrschalter erst vier oder fünf Serienstufen. Möglicherweise verbirgt sich heute hinter diesem alten Fahrschaltermantel ohnehin ein Nockenfahrschalter.


Zitat
PS: Interessant auch, dass die Pseudo-Fahrstufen beim Übergang von Serie auf Parallel (6 - 7) im Unterschied zu Wien sichtlich nicht mitgezählt werden. Oder gibt es die bei dieser Fahrschaltertype gar nicht? Aber das kann ich mir nicht vorstellen; der Schaltweg ist ja deutlich länger als innerhalb der Serienstufen.
Natürlich muß es diese Übergangsstufen geben, aber es ist reine Geschmacksache, ob diese mitgezählt werden oder nicht. Es gab auch in Wien Fahrschalter mit durchgehender Numerierung der Fahrstufen.

Edit: Je länger ich mir den Fahrschalter anschaue, umso mehr glaube ich, daß es sich um einen ursprünglich grobstufigen Nockenfahrschalter aus den 1920er Jahren handelt, der später auf feinstufig geändert wurde. Das gleiche gab es in Wien nämlich auch, allerdings nicht von Siemens, sondern von Elin, BBC und Secheron.

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #762 am: 01. September 2014, 20:07:47 »
Manche Linien in Kraków scheinen einen äußerst fixen und möglichst monotonen Fahrzeugpark zu haben, andere hingegen das, was gerade verfügbar ist. Zu den letzteren Linien gehört offensichtlich der im Vergleich außerordentlich kurze Zweier, dessen Länge von gerade einmal gut 5km eher an Wien erinnert als viele andere Linien. Damit die Vorfreude auf die E1(+c3) noch größer wird ;), wollen wir uns vorher noch einem der N-Wägen zuwenden, konkret einem «N8S-NF». Im Gegensatz zu den EU8N behielten diese Fahrzeuge ihren Zweirichtungscharakter. Diese N8S-NF-Wägen zeichnet eine von Wagen zu Wagen andere Farbgebung aus; die hier abgebildete dürfte ein Einzelstück sein. Wir befinden uns wieder in der Basztowa mit dem Barbakan im Hintergrund. Einfach ein wunderbares Szenario, finde ich! Weil ich darauf noch weiter eingehen werde, beachte man insbesondere die Spiegelmontage, die in Wien für mich ein wesentlicher Grund ist, nur mehr äußerst widerwillig auf Fototour zu gehen. Wie auch immer: Wagen 3074 am Vormittag des 23. Augusts.

Konstal 105Na

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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #763 am: 01. September 2014, 20:13:06 »
Im Gegensatz zu den EU8N behielten diese Fahrzeuge ihren Zweirichtungscharakter.

Allerdings wurden die modernisierten N8 (heißen jetzt N8C-NF) zu Einrichtungsfahrzeugen umgebaut. Es handelt sich bisher um die Wagen 3071, 3072 und 3073. Danke für das schöne Bild und die Beschreibung.
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Re: [PL] Impressionen aus Krakau
« Antwort #764 am: 01. September 2014, 20:13:41 »
Manche Linien in Kraków scheinen einen äußerst fixen und möglichst monotonen Fahrzeugpark zu haben, andere hingegen das, was gerade verfügbar ist.

Die Wagen werden meiner Ansicht nach weniger nach Typen als vielmehr nach Gefäßgröße eingeteilt. EU8N und N8 dürften diesbezüglich gleichwertig sein.
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