Autor Thema: Fahrgastinformationsanzeigen  (Gelesen 344550 mal)

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moszkva tér

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #75 am: 19. September 2011, 08:15:37 »
Dieses Datum bezieht sich auf die Inbetriebnahme des Minutencountdowns. Die digitalen Anzeigen selbst gab es da schon geraume Zeit. Entlang des Gürtels hingen sie schon zu Stadtbahnzeiten (allerdings noch ohne Funktion, schätzungsweise wurden sie während des Umbaus auf Rechtsfahren montiert); in Betrieb gingen sie vermutlich mit der tatsächlichen Eröffnung der U6.
Die ersten Anzeigen der U6 zeigten übrigens
U6
PHILADELPHIA BRÜ

ein paar Wochen später wurden sie abgeändert auf
U6
PHILADELPHIABR.

Da ein Anschlag zu wenig war, wäre sich, bei korrekter Schreibweise, maximal "PHILADELPHIABRÜCK" ausgegangen.

Wohl der Hauptgrund für einen Weiterbau bis SIEBENHIRTEN  :D
Oder man hätte die Endstation umbenennen und "U6 MEIDLING" draufschreiben können. :)

Wir sind in Wien. Da baut man lieber eine U5 damit die blöde Fragerei endlich aufhört, anstatt sich damit abzufinden, dass die Zahlenreihe halt nicht perfekt ist.  8)
U6 Meidling? Also fahrt die jetzt wieder so wie die alte Stadtbahn? Ich hab geglaubt, da hams a neiche Streckn baut...  ;)

U4

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #76 am: 19. September 2011, 08:19:58 »
Auch wenn es nicht ganz her passt:
Neuerdings habe ich in den ULFs bereits die neuen Innen-Anzeigen:
"60 Rodaun" wobei 60 linksbündig und Rodaun rechtsbündig ist - gesehen.
Unsere Fahrgäste sind uns egal - wir fahren nur mehr wenn unbedingt nötig

E2

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #77 am: 19. September 2011, 09:09:54 »
...wenn die gefahrene Umleitung nicht durch eine RBL-Route gedeckt ist, der Wegstreckenzähler weiterläuft und das Fahrzeug aber einen völlig anderen Weg fährt.

Sehr gscheit!
Da frag ich mich, warums Routen gibt, die nicht RBL-versorgt sind  >:(

Edit: >>>DA<<< kannst gleich weiter erklären bitte.

Tatra83

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #78 am: 19. September 2011, 10:05:00 »
...wenn die gefahrene Umleitung nicht durch eine RBL-Route gedeckt ist, der Wegstreckenzähler weiterläuft und das Fahrzeug aber einen völlig anderen Weg fährt.

Sehr gscheit!
Da frag ich mich, warums Routen gibt, die nicht RBL-versorgt sind  >:(
Edit: >>>DA<<< kannst gleich weiter erklären bitte.

Naja, die Standard-Routen sowie die meistgenutzten Umleitungen, Kurzführungen oder Langwenden sind garantiert gepflegt. Aber es beginnt damit, dass man den 13A in Ri. Südbahnhof ab Neubaugasse U via Amerlingstraße und Gumpi zur Hst. Haus des Meeres ablenkt und die längere Fahrtstrecke erst durch die RBL-Bake am Margaretplatz korrigiert wird. Bis dahin zeigt die DFI-Anzeige an der Hst. Pilgramgasse U natürlich Murks an. Ein weiterer Klassiker sind die Aussetzfahrten des 63A im Zuge des 10A zur Possingergasse/Gablenzgasse. Dass hier manch Busfahrer schon an der Linzer Straße/Johnstraße mangels Fahrgast die Innenbeleuchtung ausschaltet und links abbiegt, um über die Breitenseer Straße zur Spetterbrücke zu fahren, sorgt auf der anderen Seite für Phantom-Abfahrten bswp. am Anzeiger Johnstraße U.
Die Lösung dafür kann eigentlich nur eine zusätzliche georeferenzierte Ortung à la GPS bzw. Galileo sein, wobei in der RBL-Oberfläche dann auch eine Kartenansicht verfügbar sein muss, damit die Fahrzeuge, die sich "off-route" befinden, ebenso visualisiert werden können.

In dem Link zum Visagen-Buch habe ich jetzt das Ding mit der Stadiongasse als neu gesehen. Denkbar auch hier Hardwarefehler bzw. grober Software-Fehler. Denn eigentlich sollte die Haltestellen-Rechner-Software den Anzeiger dunkel schalten, wenn sie einen Fehler in der Kommunikation mit der Display-Ansteuerung feststellt.
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13er

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #79 am: 19. September 2011, 10:15:42 »
Die Lösung dafür kann eigentlich nur eine zusätzliche georeferenzierte Ortung à la GPS bzw. Galileo sein, wobei in der RBL-Oberfläche dann auch eine Kartenansicht verfügbar sein muss, damit die Fahrzeuge, die sich "off-route" befinden, ebenso visualisiert werden können.
DI Hochreiter hat mir einmal erklärt, dass man bei der Evaluation der RBL-Systeme GPS absichtlich nicht genommen hat, da man sich damit in eine Abhängigkeit zur USA begibt, die im Kriegsfall oder auch sonst gerne einmal die Genauigkeit stark verschlechterten bzw. einen Schlüssel für exakte Ortung benötigten. Dieses Verhalten wurde ungefähr im Jahr 2000 eingestellt, aber da war es halt schon zu spät.

Einige private Busunternehmen (z.B. Blaguss) verwenden übrigens GPS.

@U4: Ja, die Linie wird mittlerweile in so gut wie allen Fahrzeugen innen angezeigt. Ist auch einmal etwas Positives, finde ich!  :up:
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haidi

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #80 am: 19. September 2011, 10:46:14 »
Aus der Software-Oberfläche kann man sowohl die Haltestellen-Rechner-Software aus der Ferne neustarten (Dienst starten und stoppen, da der Hst.-Rechner unter Windows läuft  :o ) und ebenso den gesamten Haltestellen-Rechner neustarten, beides sorgt kurzzeitig für schwarze Anzeigen.

Du meinst wohl: Man muss sie immer wieder neu starten, weil sie unter Windows läuft. Unter anderen Betriebssystemen wäre ein Neustart auch möglich, aber nicht notwendig. :)

Hannes
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

E2

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #81 am: 19. September 2011, 12:24:23 »
 :o ohne GPS  :o

Naja, wenn Busse abkürzen, mag das ja wohl so sein, müsste man auch lösen können.

Aber da wo Schienen liegen, sollte das schon im RBL sein!

13er

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #82 am: 19. September 2011, 12:45:35 »
Aber da wo Schienen liegen, sollte das schon im RBL sein!
Es gibt meines Wissens im RBL pro Linie nur einige vordefinierte Ableitungsstrecken (die häufiger verwendeten). Wird eine größere Umfahrung eines Hindernisses genutzt, dürfte da das RBL nicht mitkommen. Nach dem, was ich bisher vom RBL gesehen habe, denke ich nicht, dass das RBL pro Linie das gesamte Netz überhaupt "kennt". Jede Linie existiert für sich, als ob es keine Weichenverbindungen und von mehreren Linien benutzte Gleise gäbe. Also das 5er-Gleis Spitalgasse ist im RBL nicht deckungsgleich mit dem 33er-Gleis Spitalgasse. Aber vielleicht kann uns Tatra83 dazu aufklären, wäre interessant!
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E2

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #83 am: 19. September 2011, 12:53:12 »
Jede Linie existiert für sich, als ob es keine Weichenverbindungen und von mehreren Linien benutzte Gleise gäbe. Also das 5er-Gleis Spitalgasse ist im RBL nicht deckungsgleich mit dem 33er-Gleis Spitalgasse. Aber vielleicht kann uns Tatra83 dazu aufklären, wäre interessant!

Das kanns ja doch wohl nicht sein. Da leuchten mir die "Des"informationen schon eher ein, aber da liegt das Problem nicht an der Hard- oder Software, sondern an der Man-Ware. Wer lässt sich denn so einen ... einfallen. Vernetzte Linien und das RBL macht einen auf einzeln .... sowas

13er

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #84 am: 19. September 2011, 13:00:03 »
Das kanns ja doch wohl nicht sein. Da leuchten mir die "Des"informationen schon eher ein, aber da liegt das Problem nicht an der Hard- oder Software, sondern an der Man-Ware. Wer lässt sich denn so einen ... einfallen. Vernetzte Linien und das RBL macht einen auf einzeln .... sowas
Ich denke, dass gerade deswegen viele einfache Dinge so schwierig zu realisieren sind, weil die Software darunter es einem so schwer macht, das Modell der Wiener Linien auf die SW-Datenstrukturen umzulegen.

Es ist beim 5er aus diesem Grund quasi unmöglich, das Problem am Praterstern (ernsthaft) zu lösen, dass auf beiden Schleifengleisen unterschiedliche Zeiten angezeigt werden, je nachdem, wann der jeweilige Zug abfährt. Ich denke, man müsste dazu zwei quasi-identische 5er mit unterschiedlichen IDs/Liniensignalen schaffen, wovon einer das linke und einer das rechte Gleis verwendet. Dann hat man das Problem, dass die Linien ja realiter dieselben sind und müsste Ablenkungen und sonstige Maßnahmen doppelt eingeben, auch die Displays würden zwei verschiedene 5er anzeigen. Von der Hastus-Anbindung wegen Fahrereinteilung/-pausen überhaupt zu schweigen. Es ist alles sehr kompliziert! ;)
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95B

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #85 am: 19. September 2011, 14:12:18 »
Es ist beim 5er aus diesem Grund quasi unmöglich, das Problem am Praterstern (ernsthaft) zu lösen, dass auf beiden Schleifengleisen unterschiedliche Zeiten angezeigt werden, je nachdem, wann der jeweilige Zug abfährt. Ich denke, man müsste dazu zwei quasi-identische 5er mit unterschiedlichen IDs/Liniensignalen schaffen, wovon einer das linke und einer das rechte Gleis verwendet. Dann hat man das Problem, dass die Linien ja realiter dieselben sind und müsste Ablenkungen und sonstige Maßnahmen doppelt eingeben, auch die Displays würden zwei verschiedene 5er anzeigen. Von der Hastus-Anbindung wegen Fahrereinteilung/-pausen überhaupt zu schweigen. Es ist alles sehr kompliziert! ;)
Gerade das Problem mit den Schleifengleisen ist wirklich nicht so kompliziert: Man nehme zwei Baken und montiere sie unmittelbar am Beginn der getrennten Führung beider Schleifengleise, sodass jedes Fahrzeug einwandfrei auf dem entweder linken oder rechten Gleis geortet werden kann. Der Bordrechner empfängt die Ortung und gibt sie an das Zentralsystem weiter, das den Zug sodann dem richtigen der beiden Gleise zuordnen kann. So ist sichergestellt, dass die Züge zumindest ab ihrer Ankunft richtig angezeigt werden. Mehr braucht es ja eigentlich nicht, man kann ja bei geortetem Fahrzeug als Zusatztext "Abfahrt Bstg. A" oder "Abfahrt Gleis 1" anzeigen, während ein noch nicht georteter Zug auf beiden Displays ohne Abfahrtsbahnsteig angezeigt wird (wie bisher).

Allerdings (und ich wiederhole mich da...) bin ich weiterhin der Meinung, dass ein 5er am Praterstern im linken Gleis nichts zu suchen hat. Beide Gleise verfügen über eine Doppelhaltestelle und es kommt de facto nie vor, dass drei 5er gleichzeitig am Praterstern sind (und selbst wenn, gäbe es da immer noch die Haltestelle für bestimmte Züge vis-a-vis - mit dieser Konfiguration ist man auch vor dem Umbau des Pratersterns jahrzehntelang zurechtgekommen, obwohl die 5er-Haltestellen keine doppelten waren). Das linke Gleis sollte als Überholgleis für allfällig abgelenkte 2er stets freigehalten werden, denn sonst passiert es leicht, dass in beiden Gleisen 5er stehen, der 2er sich am falschen Gleis anstellt und die volle Stehzeit des 5ers abwarten muss, was die Ablenkung zwecks Intervallausgleich wieder ad absurdum führt.
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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #86 am: 19. September 2011, 14:22:48 »
Jeder Zug hat doch seine eigene "Identität", welche auf den Anzeigen ja nicht angezeigt wird (außer Dixie). So wie von 95B beschrieben, bei Gleistrennungen, sprich nach Weichen Baken und das System weiß immer, wo welcher Zug auf welchem Gleis ist. Netzweit. Das Gesamtnetz muss halt im RBL hinterlegt sein. So könnte auch ein 33er am Südbahnhof ordnungsgemäß angezeigt werden (nicht lachen, ist schon passiert. Dass so ein verfahrener Zug sicher als Sonderzug fährt, ist aber anzunehmen).

95B

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #87 am: 19. September 2011, 16:04:08 »
So könnte auch ein 33er am Südbahnhof ordnungsgemäß angezeigt werden
Da sind wir dann beim nächsten Problem. Ist das System in der Lage, alles überall korrekt anzuzeigen, kann man als Defaultwert entweder setzen: alles abseits der Planroute anzeigen, außer es wird eigens unterbunden. Das geht dann in die Hose, weil sich in derartigen Fällen niemand bemüßigt fühlt, vom Schreibtisch aus einzugreifen. Denn zusätzlich zu dieser Vorgabe muss ja der Zieltext auch richtig sein. Niemandem bringt es etwas, wenn beispielsweise am Praterstern ein 2er aus Richtung Schwedenplatz - Heinestraße umdreht und der Zug aber mit "2 Friedrich-Engels-Platz" angekündigt wird, weil sich niemand um das Ändern des Zieltextes gekümmert hat.

Eventuelle Abhilfe: Bei erkannten Ablenkungsfahrten wird nur die Linie angezeigt, aber nicht das Ziel.* Anstelle des Zieltextes steht "Bitte Anzeige am Zug beachten!" - das ist allein deswegen sinnvoll, weil nur so vermieden werden kann, dass Display und Zug (Überschilderung!!!) etwas Unterschiedliches anzeigen. Dieser Defaulttext könnte dann vom Disponenten beeinflusst werden, was vor allem bei länger dauernden Umleitungen sinnvoll ist und im "Cache" bleibt, bis - Hausnummer - zwei Stunden lang kein Zug dieser Linie mehr diese Route genommen hat. Dann wird wieder auf den Defaulttext geschaltet.

Die andere Variante wäre: Abseits der Planroute nichts anzeigen, außer es wird eigens freigeschaltet. Auch das geht dann daneben, weil sich niemand um die Freischaltung kümmert. (O-Ton: "Im Störungsfall haben die Disponenten Wichtigeres zu tun, als sich um Fahrgastinformation zu kümmern."**)

*) Dass die Displays das können, wird ja seit dem letzten Software-"Update" pausenlos bewiesen.
**) stammt zwar ursprünglich von V47 (U-Bahn-Abteilung), ist aber wohl sinngemäß auf V48 (Straßenbahn) ebenfalls anzuwenden.
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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #88 am: 19. September 2011, 17:10:07 »
Was RBL und GPS angeht, so ist es heutzutage nicht mehr die große Problematik. Es bieten sich zudem das Galileo-System bzw. die GLONASS-Architektur unserer russischen Freunde  ;) an. Im Grunde wäre die GPS-Ortung auch nur ergänzend am Fahrzeugrechner zu integrieren, das Ergebnis wären halt genauere Ortungsangaben in Richtung RBL-Zentrale bzw. eine Zusatzangabe "off-route", wenn das Fahrzeug tatsächlich die Stammstrecke verläßt.
Woraus einige Probleme resultieren, und zwar u.a. auch die 5er-Problematik am Praterstern, ist das Datenmodell in HASTUS und dessen tatsächliche Umsetzung. Eine schnöde Standard-Haltestelle wie z.B. Beingasse verfügt über zwei RBL-Haltepunkte (Ri. Gürtel und Ri. Schweglerstraße). Bezogen auf 13ers Überlegungen verwenden die Linien 9 und 49 jeweils richtungsbezogen die gleichen Haltepunkte, das ist überall im Netz so. An der Hst. Johnstraße U (stadtauswärts) verwenden die Linien 12A und 49 den identischen RBL-Haltepunkt. An der 5er-Schleife am Praterstern hat man (aus kundendienstlichen Gründen  :o) darauf verzichtet, je einen Haltepunkt für das Schleifengleis anzulegen. Das Ergebnis wäre eine Verdoppelung der bis dato vorhandenen Routendaten, da vom Westbahnhof zwei (logische) Wege für das IBIS zum Praterstern möglich wären. Und retour genau das gleiche. Hier kann ich nur 95B beipflichten, dass der 5er am rechten Gleis stehen sollte, während das linke Gleis zur Überholung im Umleitungsfall frei bleibt. Allerdings könnte man dem Gleis trotzdem einen RBL-Haltepunkt zuordnen und z.B. der Umleitung des 2er zuordnen.

Hier noch ein Link zu einer Präsentation, in dem u.a. die Sicht des RBL-Disponenten zu sehen ist. http://www.itcs-info.de/download/ITCS_Seminar_April_09/Dohmen.pdf

Zitat
(O-Ton: "Im Störungsfall haben die Disponenten Wichtigeres zu tun, als sich um Fahrgastinformation zu kümmern."**)

Ja, das ist nicht nur in Wien eine verbreitete Ansicht, die aber seit der Einführung von RBL- und DFI-Systemen völlig fehl am Platz ist. Sie resultiert aber auch aus der nicht vorhandenen Motivation, sich mit den zur Verfügung gestellten Systemen und Werkzeugen auseinander zu setzen. Die Verkehrsbetriebe reagieren darauf allerdings, in dem bspw. Leitstellen-Arbeitsplätze eingeführt werden, an denen ausschließlich die Fahrgastinformation durchgeführt wird.

Edit: Eine weitere, sich abzeichnende Entwicklung dürfte die dynamische Routenbearbeitung sein. Bedingung dafür ist ein im RBL hinterlegtes GIS-System, welches die Befahrbarkeiten für Busse (Durchfahrtshöhen, Straßenbreiten, Abbiegemöglichkeiten) enthält. Der RBL-Disponent kann dann eine Alternativ-Fahrtroute in der RBL-Oberfläche anlegen. Das RBL selbst legt die neue Route auf die RBL-Haltepunkte um und übermittelt die Daten auf den Fahrzeugrechner.
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hema

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Re: Fahrgastinformationsanzeigen
« Antwort #89 am: 19. September 2011, 17:51:42 »

Gerade das Problem mit den Schleifengleisen ist wirklich nicht so kompliziert: Man nehme zwei Baken und montiere sie unmittelbar am Beginn der getrennten Führung beider Schleifengleise, sodass jedes Fahrzeug einwandfrei auf dem entweder linken oder rechten Gleis geortet werden kann.
Für diesen Zweck genügt sogar eine Bake lediglich am Beginn des linken Gleises. Erreicht ein Zug (laut IBIS) die Haltestelle "normal", also ohne Korrektur, steht er rechts, überfährt er die Bake, meldet er sich als am linken Gleis befindlich!  ;)


Ein ähnliches Problem gibt es am Westbahnhof (52, 58). Wegen der funkgesteuerten Anmeldung der Ausfahrtssignale muss der 52er jetzt immer links stehen und der 58er rechts, weil sonst das falsche Signal auf Frei schaltet. Für einziehende 18er wird das linke Signal frei, steht der rechts, muss er sich beim Drehschalter einprogrammieren. Züge ohne 18-, 52- oder 58-Codierstecker und passender IBIS-Karte können sich auch nur per Drehschalter anmelden. Aber auch wenn Codierung und Speicherkarte passen, muss ein Zug an der in der Speicherkarte vorgegebenen Position stehen, um sich anmelden zu können. Glaubt das IBIS z.B., der Zug ist schon 200 m weiter, geht gar nichts (mehr).



Das Gesamtnetz muss halt im RBL hinterlegt sein.
Das Gesamtnetz ist dem RBL schon bekannt, nur "arbeitet" das RBL linienspezifisch. Was mit dem 5er ist, ist "33er-RBL" wurscht. Auch kann das RBL nur jene Informationen verarbeiten, welche die Fahrzeuge ihm liefern und die sind damit begrenzt, was auf den jeweiligen IBIS-Speicherkarten drauf ist. Und die sind je nach Sektor bzw. Garage, Fahrzeugtyp und Aktualisierungsdatum alle verschieden. Überfährt ein Fahrzeug eine Bake, die seiner Speicherkarte nicht bekannt ist oder dort mit einer überholten Information belegt ist, kriegt das RBL gar keine oder eine falsche Information. Auch muss im IBIS eine plausible und ihm bekannte Fahrtroute (Ziel) hinterlegt sein, sonst liefert es dem RBL auch keine sinnvollen Infos. Gibt ein Disponent ein Ziel oder Strecke vor mit denen die Rechner einiger Fahrzeuge nichts anfangen können, geben die nur Müll weiter oder klinken sich (vorübergehend) ganz aus dem RBL aus.


Eigentlich sollte man den ganzen Mist wegschmeißen und umgehend mit einem neuen, klaren und einfach strukturierten System neu starten! Nur, wer hat den Mut?
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