Autor Thema: Bahnhof Vorgarten  (Gelesen 163865 mal)

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Erich Mladi

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #210 am: 04. April 2026, 12:39:34 »
Der offene SP war wohl zum üben ein geeignetes Fahrzeug, gab es doch Sicht auf Lehrenden, Bügel und Oberleitung!

N1

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #211 am: 04. April 2026, 12:56:03 »
Bügel umlegen ist jetzt auch keine stereotyp dem weiblichen Geschlecht zuzuordnende Tätigkeit.
Aber waren Schaffnerinnen damals nicht voll en vogue? Und war mit dem Job nicht auch das Bügelumlegen verbunden?
Wer hat das eigentlich für gewöhnlich gemacht? Der Zugführer (= Triebwagenschaffner)? Oder ein x-beliebiger Schaffner? Der Zugführer war ja die "Nummer 1" eines Zuges und somit auch dem Fahrer übergeordnet. Wenn man Frauen die Fahrertätigkeit verwehrt, sie aber als Zugführer einsetzt, wäre das sogar reichlich inkonsequent.

"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden Frauen, anders als im Weltkrieg davor, nicht als Fahrerinnen eingesetzt. Deshalb fand ich das Bild von der Dame, in unpassender Montur auf der Arbeitsfläche eines SP stehend, bemerkenswert. Als Fahrerin nicht, aber das schon?
"Der Raum, wo das stattfand, ist ziemlich groß."
Hans Rauscher

Katana

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #212 am: 04. April 2026, 13:09:11 »
"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
Man kann auch sagen "im Aufwärtstrend" oder so ähnlich, jedenfalls waren sie kein vernachlässigbarer Teil der Beschäftigten. Der Auslöser für diese Entwicklung war jedenfalls in erster Linie ein beklagenswerter.
Ab wann hat es denn die ersten Schaffnerinnen gegeben? In der Ersten Republik oder schon in der Monarchie?

Der Zugführer war ja die "Nummer 1" eines Zuges und somit auch dem Fahrer übergeordnet.
Wenn ich auf meine etwas verstaubten Informationen aus ÖBB-Kreisen zurückgreifen darf, war der Zugführer nur in mancher Hinsicht der Chef. Was auf der Lok geschieht, hat(te) ihn angeblich nicht zu interessieren.

Wenn man Frauen die Fahrertätigkeit verwehrt, sie aber als Zugführer einsetzt, wäre das sogar reichlich inkonsequent.
Außer man hat (an den Haaren herbeigezogene) Argumente.

N1

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #213 am: 04. April 2026, 13:20:00 »
"en vogue" ist wohl nicht ganz der passende Begriff. Während des Krieges waren viele Männer leider anderweitig beschäftigt.
Ab wann hat es denn die ersten Schaffnerinnen gegeben? In der Ersten Republik oder schon in der Monarchie?
Seit dem Ersten Weltkrieg. Nach dessen Ende wurde also an der Beschäftigung von Frauen im Schaffnerdienst festgehalten.
"Der Raum, wo das stattfand, ist ziemlich groß."
Hans Rauscher

Erich Mladi

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #214 am: 05. April 2026, 02:28:32 »
Soweit ich es erlebt habe waren auch Schaffnerinnen als auch Schaffner zum Zugführen (abfertigen) sowie auch das Kuppeln ausgebildet. Man bedenke das es damals Gang und Gebe war, Züge Solo zu führen, verstärken oder verkürzen, umzukuppeln oder nur mit einem Schaffner + schaffnerlosen Beiwagen. Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.

haidi

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #215 am: 05. April 2026, 09:42:07 »
Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
Heißt das, dass Frauen mit den damaligen Triebwagen nicht fahren konnten?
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Halbstarker

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #216 am: 05. April 2026, 13:56:18 »
OT: Erst in den 70er Jahren wurden in Wien Frauen als Straßenbahnfahrerinnen zugelassen, zunächst jedoch nur für die Geamatic-Fahrzeuge. Erst später sah man auch Frauen an den Fahrzeugen mit knüppel- oder kurbelbetätigten Fahrzeugen.
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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #217 am: 05. April 2026, 19:58:51 »
Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
Heißt das, dass Frauen mit den damaligen Triebwagen nicht fahren konnten?
Ich nehme an, dass die Bedienung der Fahrschalter und vor allem der Feststellbremse bei den alten Triebwagen einiges an Muskelkraft erforderte, weshalb man diese Arbeit vermutlich Frauen nicht zumuten wollte. Ähnlich war es ja auch mit Autobussen, bevor diese eine Servo-Lenkung hatten.

Wobei es durchaus Frauen gibt, die so manchen Mann über den Tisch ziehen können  ;D
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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #218 am: 05. April 2026, 21:12:06 »
Den Zug fahren und führen sind halt Tätigkeiten die sich erst mit der entsprechenden Technik vereinen lassen.
Heißt das, dass Frauen mit den damaligen Triebwagen nicht fahren konnten?

Ich dachte immer, in den beiden Weltkriegen war es üblich, dass Frauen das getan haben?

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #219 am: 05. April 2026, 21:30:45 »
Zur Richtigstellung: Ab 1914 wurden Frauen als Schaffnerinnen verwendet; zwischen1916 und 1918 kamen auch erstmals (kriegsbedingt) Frauen  als Straßenbahnfahrerinnen zum Einsatz.
Und dann wieder erst ab 1970, ab da wurden auch Frauen im Fahrdienst aufgenommen.....

Erich Mladi

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #220 am: 05. April 2026, 23:02:03 »
OT: Erst in den 70er Jahren wurden in Wien Frauen als Straßenbahnfahrerinnen zugelassen, zunächst jedoch nur für die Geamatic-Fahrzeuge. Erst später sah man auch Frauen an den Fahrzeugen mit knüppel- oder kurbelbetätigten Fahrzeugen.

Soviel mir bekannt, durften sie nur auf Sitzwagen eingesetzt werden. Später gab es es dann bei den Vereinen auch Fahrschulen mit weiblichen Personal auf Steher um im Notfall einen Zug fahren zu können.

Katana

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Re: Bahnhof Vorgarten
« Antwort #221 am: Heute um 11:07:35 »
Die letzten ca. 15 Beiträge, über die Tätigkeit der Frauen bei der Wr. Straßenbahn, wären es wert, in einen anderen Thread verschoben/ausgelagert zu werden.