Autor Thema: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet  (Gelesen 22309 mal)

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HLS

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Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« am: 15. Dezember 2011, 01:50:33 »
Ja, das darf man wirklich nicht unterschätzen. Gerade am Anfang ist man mit dem Fahren an sich noch so gefordert, dass man auch auf Strecken, die man eigentlich ansonsten sehr gut kennt, plötzlich unsicher wird. Es ist halt doch ein bedeutender Unterschied, ob man neben dem Fahrer steht und ihm zuschaut, oder ob man dann auf einmal selbst beim Fahren konzentriertes Multitasking im Hirn aktivieren muss! :D
Spricht da jemand aus Erfahrung?  ;D
8) Ein verzweifelter Instruktor klingt so: "bremsn, Bremsn, BREMSN!". Da hab ich gelernt, dass man einen Linksabbieger nicht wegbimmeln kann :D
Wegbimmel theoretisch nicht möglich, wegschieben allerdings schon. ;D Und dann hast gleich wieder was zum ins Forum schreiben: "wegen eines VU ist derzeit die Linie xyz fahrtbehindert".  :D
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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #1 am: 15. Dezember 2011, 09:45:22 »
Wegbimmel theoretisch nicht möglich, wegschieben allerdings schon. ;D Und dann hast gleich wieder was zum ins Forum schreiben: "wegen eines VU ist derzeit die Linie xyz fahrtbehindert".  :D
Mit einem ULF-Warnton kann man niemanden wegbimmeln, auch nicht mit der elektrischen Warnglocke im E1. Die Rasselglocke im E2 ist da schon ein wenig besser, aber am respekteinflößendsten sind immer noch mehrere beherzte Schläge mit der Trittglocke. Nutzt natürlich nix, wenn der Autofahrer durch andere Tätigkeiten wie Rauchen, Telefonieren, laut Radio Hören, Essen, Trinken, Navi etc. abgelenkt ist.

Aber im Normalfall wird sowieso gleichzeitig gebremst. Die Bremsung bleibt bloß den meisten Zeitgenossen nicht in Erinnerung, weil sie sie zugunsten des eindrucksvollen und unvermuteten Klangereignisses ausgeblendet haben - so kommen dann die üblichen Gschichtln zusammen, der Straßenbahnfahrer habe nicht gebremst, sondern nur geläutet.
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hema

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #2 am: 15. Dezember 2011, 11:11:38 »

Aber im Normalfall wird sowieso gleichzeitig gebremst. Die Bremsung bleibt bloß den meisten Zeitgenossen nicht in Erinnerung, weil sie sie zugunsten des eindrucksvollen und unvermuteten Klangereignisses ausgeblendet haben - so kommen dann die üblichen Gschichtln zusammen, der Straßenbahnfahrer habe nicht gebremst, sondern nur geläutet.
Dieses automatische Läuten ist sowieso ein Käse. Es kommt dabei immer wieder zu klassischen Fehlleistungen. Beispiel: Unaufmerksamer Autolenker parkt aus, ohne auf die Tramway zu achten. Durch die eingeleitete Notbremsung und das Dauerläuten erschrickt er und hüpft auf die Bremse, statt  Gas zu geben, wie er eigentlich wollte. Ohne sein Erschrecken wäre sich vielleicht alles ausgegangen, durch sein Anhalten jedoch scheppert es. Was nützt es, wenn der Autofahrer schlussendlich vielleicht die ganze Schuld kriegt? Ein vermiedener Unfall ist jedenfalls besser. Außerdem kann im Vorhinein niemand sagen, wie ein Verfahren letztlich ausgeht, vielleicht kriegt der Autofahrer nur eine Teilschuld oder sogar ganz recht!

Das gleiche Beispiel gibt es auch mit Fußgängern, die träumend (oder telefonierend) über die Straße latschen und durch das Läuten wie angewurzelt stehenbleiben, statt weiterzugehen/-rennen!



Ein anderer Aspekt ist, dass das Dauerläuten eigentlich ein Notsignal ist und alle Straßenbahnfahrer, soweit sie es wahrnehmen, zu einer Notbremsung ihres Zuges veranlassen müsste!  8)
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ULF

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #3 am: 15. Dezember 2011, 11:46:08 »
Mit einem ULF-Warnton kann man niemanden wegbimmeln, auch nicht mit der elektrischen Warnglocke im E1. Die Rasselglocke im E2 ist da schon ein wenig besser, aber am respekteinflößendsten sind immer noch mehrere beherzte Schläge mit der Trittglocke. Nutzt natürlich nix, wenn der Autofahrer durch andere Tätigkeiten wie Rauchen, Telefonieren, laut Radio Hören, Essen, Trinken, Navi etc. abgelenkt ist.

Am wirkungsvollsten finde ich noch immer die Vollbahn-Hupe (Kann man das so nennen?) der Badner Bahn. Immer wieder schön, wenn das einem genervten Fahrer in der Stadt auskommt und im Umkreis von 500 Metern alle einen Herzinfarkt bekommen. ;D

schaffnerlos

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #4 am: 15. Dezember 2011, 11:54:52 »
Vollbahn-Hupe (Kann man das so nennen?)

Signalhorn gefällt mir besser ;)

W_E_St

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #5 am: 15. Dezember 2011, 12:42:54 »
Die Trittglocke ist allerdings höchst respekteinflößend... letztens habe ich sogar wieder einen Fahrer erlebt, der sie im E2 verwendet hat.

Am meisten habe ich aber gestaunt, als einmal ein U6-Fahrer bei der Einfahrt in eine Station die Trittglocke des E6 getestet hat... seeeehr heiserer un "eingerosteter" Klang ;)
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95B

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #6 am: 15. Dezember 2011, 12:44:26 »
Das gleiche Beispiel gibt es auch mit Fußgängern, die träumend (oder telefonierend) über die Straße latschen und durch das Läuten wie angewurzelt stehenbleiben, statt weiterzugehen/-rennen!
Ich habe eher den Eindruck, dass sie nicht durch das Läuten an sich stehenbleiben, sondern das sie durch das Geräusch auf die Tramway aufmerksam gemacht werden und dann angesichts des herannahenden Zuges diesen fixieren und wie eine Litfaßsäule stehenbleiben. Denn wenn sich so ein Passant zufällig zur Straßenbahn dreht und sie erblickt, ohne dass der Fahrer geläutet hat, ist die Reaktion haargenau dieselbe. (Und eigentlich kann man "Fußgänger" auch durch "Autolenker" ersetzen.)
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Linie 41

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #7 am: 15. Dezember 2011, 13:14:36 »
Das Problem an so einem Läuten ist, daß man meistens nicht genau mitkriegt, woher es kommt (das exakte Stereohören ist nicht so gut ausgeprägt bei den meisten Menschen). Daher schauen sich viele erst einmal um, woher das Geräusch kommt.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

Ferry

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #8 am: 16. Dezember 2011, 18:00:50 »
Das Problem an so einem Läuten ist, daß man meistens nicht genau mitkriegt, woher es kommt (das exakte Stereohören ist nicht so gut ausgeprägt bei den meisten Menschen). Daher schauen sich viele erst einmal um, woher das Geräusch kommt.
Ganz genau so ist es. Und vergleicht man die Geräuschkulisse auf der Straße von heute mit der von vor 50, 60 Jahren, so wird auch klar, warum eine Trittglocke seinerzeit völlig ausgereicht hat, heutzutage aber sogar jede sonstige akustische Warneinrichtung in der Reizflut fast vollkommen untergeht. Und wenn sie wahrgenommen wird, muss erst festgestellt werden, von wem und aus welcher Richtung... da vergehen natürlich kostbare Sekunden.

@hema: Welche Alternative siehst du zu dem von dir so verdammten automatischen Läuten? Ein herannahender Zug muss ja den anderen Verkehrsteilnehmer irgendwie auf sich aufmerksam machen, speziell wenn erkennbar oder zu vermuten ist, dass er den Zug noch nicht wahrgenommen hat.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

ULF

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #9 am: 16. Dezember 2011, 23:27:02 »
Ich wäre noch immer für das Signalhorn. ;)
Eine Fahrt mit der Badner Bahn hat erst heute bei der Paulanergasse mir wieder bewiesen wie effektiv das funktioniert. :D

EDIT: Ich hab' einen Straßennamen falsch geschrieben... *duck und wegrenn*

HLS

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #10 am: 16. Dezember 2011, 23:42:28 »
Ich wäre noch immer für das Signalhorn. ;)
Eine Fahrt mit der Badner Bahn hat erst heute bei der Paulaner Gasse mir wieder bewiesen wie effektiv das funktioniert. :D
:up:  ;D
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hema

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #11 am: 17. Dezember 2011, 01:31:48 »

@hema: Welche Alternative siehst du zu dem von dir so verdammten automatischen Läuten? Ein herannahender Zug muss ja den anderen Verkehrsteilnehmer irgendwie auf sich aufmerksam machen, speziell wenn erkennbar oder zu vermuten ist, dass er den Zug noch nicht wahrgenommen hat.
Der E1 läutet nicht automatisch. Und gibt es deshalb mehr Leute, die von E1 niedergeführt werden als von E2 und ULFs? Aber auf jeden Fall weniger Fehlreaktionen von unaufmerksamen Betroffenen. Das wie angewurzelt Stehenbleiben ist hauptsächlich als Schreckreaktion beim nicht enden wollenden Dauerläuten zu beobachten.
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B. S. Agrippa

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #12 am: 13. April 2012, 21:25:20 »
Ich wäre noch immer für das Signalhorn. ;)
Eine Fahrt mit der Badner Bahn hat erst heute bei der Paulanergasse mir wieder bewiesen wie effektiv das funktioniert. :D
Kurze Frage: darf der Lokalbahnfahrer im Stadtgebiet einfach so mit dem Signalhorn auspacken? Autofahrer dürfen mWn auch nicht hupen (deshalb ist es bei uns ja im Vergleich zu anderen Großstädten selbst auf den zugestautesten Kreuzungen fast mucksmäuschenstill :D )

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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #13 am: 13. April 2012, 21:31:07 »
Kurze Frage: darf der Lokalbahnfahrer im Stadtgebiet einfach so mit dem Signalhorn auspacken?
Prinzipiell nicht, aber es ist überaus wirkungsvoll. Die Trittglocke beim E1 ist durch ihren Klang auch wirkungsvoller als die elektrische Warnglocke: Zug setzt sich aus der Haltestelle in Bewegung, vor dem Zug überquert ein Fußgänger seelenruhig bei Rot die Fahrbahn. Mehrere Warnsignale mit der elektrischen Warnglocke - keine Reaktion. Zwei Schläge mit der Trittglocke - er rennt "um sein Leben". 8)
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Re: Warnsignale und Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet
« Antwort #14 am: 13. April 2012, 21:54:13 »
Kurze Frage: darf der Lokalbahnfahrer im Stadtgebiet einfach so mit dem Signalhorn auspacken?
Prinzipiell nicht, aber es ist überaus wirkungsvoll.
Keine Ahnung, was dazu in den Betriebsvorschriften der Badner Bahn steht. Aber ansonst, warum nicht? Von irgend einem Gesetz her ist es einer Eisenbahn (Lokalbahn) sicher nicht verboten bei Bedarf vom Signalhorn Gebrauch zu machen, zumindest soweit es für Warntöne eingesetzt wird um Gefahren abzuwenden.
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