Autor Thema: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz  (Gelesen 19065 mal)

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13er

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13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« am: 13. August 2013, 18:20:53 »
Rien ne va plus auf der U3: Schadhafter Zug Stephansplatz. Derzeit am besten mit der Schnellbahn großräumig ausweichen ;)
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Tatra83

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #1 am: 13. August 2013, 18:27:16 »
Rien ne va plus auf der U3: Schadhafter Zug Stephansplatz. Derzeit am besten mit der Schnellbahn großräumig ausweichen ;)
Ist ein Zug Ri. Ottakring. Mittlerweile dürfte am West-Ast gar kein Zug mehr fahren...
Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. (Karl Lagerfeld)

13er

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #2 am: 13. August 2013, 19:12:54 »
Rien ne va plus auf der U3: Schadhafter Zug Stephansplatz. Derzeit am besten mit der Schnellbahn großräumig ausweichen ;)
Ist ein Zug Ri. Ottakring. Mittlerweile dürfte am West-Ast gar kein Zug mehr fahren...
Ja, derzeit Wartezeit auf den nächsten Zug laut Bekannten ~15 Minuten. War übrigens ein schwerer Motorschaden, der außerordentlich volle Zug musste evakuiert werden.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Bus

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #3 am: 13. August 2013, 21:01:26 »
Zumindest wird man hier in Wien halbwegs informiert. In London passierts mir immer wieder, das "auf allen Linien ein gutes Service herrscht" (Ansage läuft ununterbrochen) vor einem gerade der Zug geräumt wird (mühsam, jeder einzelne Waggon wird extra geschlossen...) und die nächsten 10 min noch immer der gute Service herrscht  ;D
Allerdings muss man in London nie achtsam sein  >:D (Bis auf das GAPerl)

N1

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #4 am: 13. August 2013, 21:07:08 »
War übrigens ein schwerer Motorschaden, der außerordentlich volle Zug musste evakuiert werden.
Laut diepresse.com berichteten Fahrgäste teils dramatisch von einem Marsch durch den dunklen U-Bahn-Schacht.
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hema

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #5 am: 13. August 2013, 21:10:45 »
Wieso Schacht? Ein Schacht verläuft doch senkrecht!  :o  :fp:
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

13er

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #6 am: 13. August 2013, 21:54:47 »
War übrigens ein schwerer Motorschaden, der außerordentlich volle Zug musste evakuiert werden.
Laut diepresse.com berichteten Fahrgäste teils dramatisch von einem Marsch durch den dunklen U-Bahn-Schacht.
So harmlos wie die WL das berichten, klingt das bei einem Betroffenen im Facebook nicht:

Zitat
...
als evakuierter Fahrgast des U3-Zuges Stephansplatz kurzes Feedback: leider gab es nur eine Durchsage im Zug (sonst nichts, 20 Minuten lang), die Leitstelle war über den Notruf im Waggon nicht erreichbar und letztlich stiegen die Fahrgäste auf die falsche Tunnelseite aus (ohne überhaupt zu wissen, ob sie das nun dürfen/sollen oder nicht) und mussten erst wieder den Zug besteigen (Höhe von über 1m), um auf der anderen Seite des Zugs dann in die Station zu kommen. Im Tunnel gab es kaum anweisende Mitarbeiter, erst am Bahnsteig in der Station ein beobachtendes Aufgebot.

Speziell für ältere Menschen, Kinder und Kranke wäre es zumindest wichtig den Fahrgästen recht rasch Anweisungen zukommen zu lassen, denen sie Folge leisten können.

Störungen wie diese (und damit solltet Ihr Erfahrungen haben - im Erst- und regelmäßigem Übungsfall) sollten ein wenig erprobter abgewickelt werden, um den Fahrgästen das Gefühl zu geben, im echten Notfall dennoch gut versorgt zu sein...

In den anderen Stationen dürfte die Stationsaufsicht überhaupt nicht davon informiert gewesen sein, nur so lässt es sich erklären, dass ein Stawerl (die Station nenne ich bewusst nicht) seinen Lottoschein in Ruhe ausgefüllt hat, während die Fahrgäste unten auf den nächsten Zug warteten...
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Tatra83

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #7 am: 13. August 2013, 22:31:03 »
War übrigens ein schwerer Motorschaden, der außerordentlich volle Zug musste evakuiert werden.
Laut diepresse.com berichteten Fahrgäste teils dramatisch von einem Marsch durch den dunklen U-Bahn-Schacht.
Ob das stimmt... Die Türen dürften nicht vor der Stromabschaltung geöffnet worden sein. M.W.n. geht dabei sofort das Tunnellicht an. Am Bild vom 13er scheint die Notbeleuchtung des Zuges aktiv zu sein und die Tunneldecke wirkt diffus beleuchtet. War evtl. ein Notstop am Bahnsteig gezogen worden? Na wurscht, wir werden es dank WL nie erfahren.
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21er

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #8 am: 13. August 2013, 23:41:43 »
Aber Ich war dabei! :D

Zunächst habe Ich den Zug selber um 10 Sekunden verpasst. Erwartet hat mich ein voller Bahnsteig.  Während Ich den Rückleuchten hinterher schaute gab es plötzlich einen lauten Knall, ein ordentliches Zischen und dann stand der Zug. (wie auf dem ersten Foto erkenntlich ist)

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Es leuchteten von allen Waggons die gelben Leuchten beim Fahrerstand. Nach 5 Minuten kam die Stationsaufsicht (2 Mann) mit einem weiteren WL-Mitarbeiter. Über das Telefon und über die Funkgeräte wurde hektisch hin und her telefoniert, zwischen Station, Leitstelle und dem Fahrer. Es wurde der gesamte Zug cirka 6 Mal komplett abgedreht und wieder hochgefahren, aber er wollte sich einfach nicht bewegen. Beim Zuhören des Gesprächs zwischen Fahrer und dem WL-Mitarbeiter hab Ich erfahren soll die rote Türkontrollleuchte begonnen haben zu leuchten.

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Dann wurde versucht den Zug zurück in die Station zu fahren, ging auch nicht (mehr als 10 Minuten sind nach dem Stillstand des Zuges vergangen). Einige Fahrgäste begannen bereits an den Türen zu ziehen und gegen die Scheiben zu klopfen, wollten raus, Kinder haben begonnen zu weinen.

Als dies nicht ging, wurde in der Leitstelle gefordert, man möge den Strom abschalten, um den Zug zu evakuieren. Während wir auf das Abschalten das Fahrstroms warteten, haben wir (Ich habe meine Hilfe angeboten, wurde auch dankend angenommen) die zwei Wagen, die noch in der Station waren, begonnen zu evakuieren.
Wir haben den Leuten im Zug gesagt sie sollen die Tür-Nottasten betätigen, das die Türen den Druck ablassen. Beide Mitteltüren (von jedem Wagen die Mitteltür) ließen sich trotz ziehen von zwei Leuten auf jeder Seite nicht aufbekommen. Alle anderen gingen mit viel Kraft (die Türen hatten extrem viel Druck) und Aufhalten auf, wo nach ca. 5 Minuten alle Fahrgäste der zwei Wagen draußen waren (weitere 10 Minuten vergangen).

Dann kam endlich das "Strom Aus" aus der Leitstelle. Ich habe mir meine WL-Warnweste (für Notfälle immer dabei!) aus dem Rucksack geschnappt und dann haben wir uns aufgeteilt. Je zwei Mann bei einem Wagen. Einen Fahrgast nach dem anderen haben wir aus dem Wagen geholfen (die Höhe ist nicht zu unterschätzen!!).

Leider ist die Hälfte des Zuges auf die falsche Seite ausgestiegen, zurecht, da leider keine Information über Lautsprecher erfolgte (Ich habe Sie zumindest nicht gehört!). Habe mir dann die Notleiter geschnappt und dann mithilfe von einem Parksheriff und den anderen WL-Leuten alle Fahrgäste wieder in den Wagen zurückgeholt, das Sie auf der anderen Seite wieder runtergehen können, um dann zum Bahnsteig zu gehen. Platz für einen nach dem anderen war aber vorhanden, eng war es nicht!  ;)

Durch gut zureden haben wir alle Fahrgäste in Gut 20 Minuten evakuiert. Leider hat das gedauert, um die knapp 300 Fahrgäste von der einen Seite des Tunnels, über den U-Bahn Wagen,  auf die andere Seite zu bringen. Die meisten nahmen es mit Humor (z.B.: "Wo bekomme Ich jetzt meinen Fahrschein retourniert?"), nur eine Dame war (aufgrund der ganzen Situation) bisschen angefressen, aber Ich blieb cool. Drei Damen haben leider eine Panik-Attacke bekommen und mussten mithilfe der Feuerwehr aus dem Zug gebracht werden. Ein Herr war so genial und wollte unter dem Zug krabbeln, davon konnte Ich ihm allerdings abraten. Gegen 18:30 Uhr war der Zug evakuiert! Der Tunnel nach Beendigung der Evakuierung:

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Dann sind auch Polizei, Rettung, ein Rüstwagen-Team und ein Herr, mit der Aufschrift "Betriebsorganisation", da gewesen und haben die Tunnelbegehung gemacht. Es war niemand mehr drinnen. Der Stationswart hat mich dann noch Hände waschen lassen, in der Stationsaufsicht, - Danke dafür!

Mein Fazit:

1. Die Tunnelbeleuchtung befindet sich auf der falschen Seite. Auf der anderen Seite (wo der Bahnsteig ist) wäre Sie besser aufgehoben.
2. Meiner Meinung nach wurde zu lange gewartet! Wenn man merkt der Zug will bereits nach dem dritten Mal hochfahren sich nicht bewegen, würde Ich bereits evakuieren.

3. Ja, und das alte Thema: Die Information! Es ist einfach zu wenig Information für die Fahrgäste im Zug gewesen.



Linie 41

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #9 am: 13. August 2013, 23:58:10 »
So unorganisiert das auch gewesen sein mag, aber "dramatischer Marsch durch den dunklen U-Bahn-Schacht". Ich mach mir gleich in die Hose... das war 2/3 einer Zuglänge – also ca. 75 Meter. Das mag vielleicht für ältere Menschen beschwerlich sein da rauf und runter zu kraxeln, aber von dramatischem Marsch ist das weit entfernt.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

13er

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #10 am: 14. August 2013, 00:08:27 »
Poah, 21er, das liest sich dramatisch wie ein Krimi :D
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ULF

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #11 am: 14. August 2013, 00:48:24 »
Wir haben den Leuten im Zug gesagt sie sollen die Tür-Nottasten betätigen, das die Türen den Druck ablassen. Beide Mitteltüren (von jedem Wagen die Mitteltür) ließen sich trotz ziehen von zwei Leuten auf jeder Seite nicht aufbekommen. Alle anderen gingen mit viel Kraft (die Türen hatten extrem viel Druck) und Aufhalten auf, wo nach ca. 5 Minuten alle Fahrgäste der zwei Wagen draußen waren (weitere 10 Minuten vergangen).
Wenn die Tür-Nottaster betätigt werden und der Schließdruck (hoffentlich) entweicht, sollten die Türen nicht praktisch von selbst durch die eingebauten Federn aufgehen? Wenn ich da dran trotzdem dann mit viel Kraft ziehen muss bzw. die Türen trotz allem nicht aufgehen - wie in 21ers Schilderung - führt das die Tür-Nottaster nicht als Ganzes ad absurdum..? ::)
Ehrlich gesagt, wenn sich das wirklich so zugetragen hat, finde ich das mehr als besorgniserregend... Wenn das ganze auch noch so vorgesehen ist, dann...  :fp:

hema

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #12 am: 14. August 2013, 00:50:51 »
Jetzt stell' ich mir vor, was sich abspielt, wenn das weiter weg von einer Station in einem verrauchten Tunnel ist. Mit panischen Menschen und vielleicht auf einer alten Strecke ohne ausreichend Platz neben dem Zug (z.B. alte 2er-Linie).  :o


Ach ja, laut Rathaus-Propaganda ist die Feuerwehr längstens in fürnf Minuten bei jedem Zug und hat ihn weitere fünf Minuten später geräumt.  ::)
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coolharry

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #13 am: 14. August 2013, 07:31:23 »
Jetzt stell' ich mir vor, was sich abspielt, wenn das weiter weg von einer Station in einem verrauchten Tunnel ist. Mit panischen Menschen und vielleicht auf einer alten Strecke ohne ausreichend Platz neben dem Zug (z.B. alte 2er-Linie).  :o


Ach ja, laut Rathaus-Propaganda ist die Feuerwehr längstens in fürnf Minuten bei jedem Zug und hat ihn weitere fünf Minuten später geräumt.  ::)

Die Feuerwehr gibt selbst an, eine Anfahrtszeit von der Alarmierung bis zum eintreffen am Einsatzort, 10min an. Das hab ich zumindest so bei meiner Brandwartausbildung so gelernt.
Panik wird auch schon in den Wagen geherrscht haben. Nona. Du stehst 15-20min mit Blick auf den Bahnsteig und kommst aus dem scheiß Zug nicht raus. Manche Leute bekommen schon Panik, wennst mal eine Minute im Tunnel stehst.
Wobei ich möchte nie, nie, niemals in einem Zug sein der, warum auch immer, in einem verrauchten Tunnel zum stehen kommt. Da wird wohl auch dem coolsten ein wenig mulmig werden. Vor allem wennst dann noch 15Minuten (oder vermutlich länger) warten musst bis sich mal was tut.

Und an den 21er. So wie ich gelesen habe warst du Privat dort. Somit ein Danke schön für die freiwillige Hilfe.

Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

U4

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Re: 13.8.2013: U3-Evakuierung Stephansplatz
« Antwort #14 am: 14. August 2013, 07:37:41 »
Die Lage des "Fluchtwegs" ist ident mit der Beleuchtung und von der Behörde genehmigt

Hier war der Sonderfall, dass der Zug das Überschreiten des Gleises vom Fluchtweg zum Bahnsteig verhinderte ...