Autor Thema: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen  (Gelesen 20408 mal)

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38ger

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #15 am: 19. Dezember 2016, 16:45:03 »
Zitat
Offenbar will man die 4020 so rasch als möglich loswerden und nicht warten, bis die 300 Talent 3 [..]
Blöd nur, dass die Talent nicht in den Osten von Österreich kommen werden, sondern die cityjets.

Es wurde die Option neuer cityjets gezogen und werden in der Konfiguration geändert.

Werden in der Konfiguration geändert bedeutet?
Weniger Sitzplätze?
Wäre sehr erfreulich, denn so, wie sie jetzt sind, sind sie für die Wiener-S-Bahn eher unbrauchbar.

Linie 58

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #16 am: 19. Dezember 2016, 17:39:31 »
Sollten die Talent 3 nicht einfach vorerst nur im Westen eigesetzt werden? Kann mir nicht vorstellen, dass man 300 Stück allein in Vorarlberg braucht. Da könnten früher oder später doch auch einige im Osten landen, oder?

Eh nicht, aber in der 100m-Variante sind sie im Osten sinnlos.

Auf der Vorortelinie könnten sich 100 m-Züge vielleicht ausgehen (insbesondere abhängig davon, wo in Oberdöbling, Krottenbachstraße und Breitensee die tatsächlichen Haltepunkte sind und ob das Gleis in Hütteldorf lang genug ist).

Im derzeitigen baulichen Zustand der Stationen definitiv nicht. Und eine Splittergattung nur für die S45 (auch langfristig nicht mehr als zehn Fahrzeuge) in Wien zu stationieren, ist auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss.

Monorail

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #17 am: 19. Dezember 2016, 20:53:12 »
Sollten die Talent 3 nicht einfach vorerst nur im Westen eigesetzt werden? Kann mir nicht vorstellen, dass man 300 Stück allein in Vorarlberg braucht. Da könnten früher oder später doch auch einige im Osten landen, oder?
Eh nicht, aber in der 100m-Variante sind sie im Osten sinnlos.
Für die Stammstrecke ja, für R-/REX-Züge abseits davon (Ostbahn, FJB) nicht ganz.

Linie 58

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #18 am: 20. Dezember 2016, 06:55:26 »
Für die Stammstrecke ja, für R-/REX-Züge abseits davon (Ostbahn, FJB) nicht ganz.

Nicht ganz - wenn man aber die höchstmögliche Kapazität erreichen will (und das halte ich mittelfristig z.B. auch auf der Ostbahn für notwendig), dann sind 100m-Züge suboptimal um die maximalen Bahnsteiglängen auszunützen, die betragen im Regelfall nämlich entweder 160 oder 220 Meter.

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #19 am: 20. Dezember 2016, 13:24:41 »
Das (nämlich Haus- und Hoflieferanten der Bundesbahnen) hat jahrzehntelang zu Stillstand im österreichischen Lokomotiv- und Eisenbahnbau geführt und auch dazu, dass technisch schon längst überholte Fahrzeuge noch jahrelang weitergebaut wurden (4030, 1044,…) – also gerade das, wo du am ersten laut schreien würdest. ::) Erst in den 90ern wurde die heimische Industrie ein wenig moderner, das aber zu unleistbaren Preisen (1014, 1822, 1012).
Dafür kann aber der Lieferant wenig, wenn der Besteller immer das Gleiche will. Wenn man einfach früher damit angefangen hätte, modernere und dem Puls der Zeit angepasste Fahrzeuge zu fordern, dann kann auch ein einziger Lieferent gute Fahrzeuge hervorbringen. Aber Liberalisierung führt mE eher dazu, dass sich die Unternehmen gegenseitig im Preis unterbieten versuchen und dann leidet tendenziell die Qualität noch mehr.
Die Bundesbahn hat ja sogar hie und da gefordert, aber die Industrie hat halt das gebaut, was sie wollte. Die hätten ja am liebsten noch weitere 1042er gebaut, wenn nicht die ÖBB aus Schweden die Drohung in Form der 1043 eingekauft hätten.

Und dieser fehlende Wettbewerb, auch im europäischen Bereich, hat halt in Österreich dazu geführt, dass zwar nach und nach moderne Fahrzeugkonzepte kamen, aber viel zu spät und total unausgegoren.

Und glaubst du wirklich, ohne die Liberalisierung im europäischen Markt hätte Stadler jemals seine Fahrzeuge, die du so schätzt, entwickelt? Niemals, dafür wären die Stückzahlen zu gering.

Aber der alten Bundesbahn nachweinen ist ja in Österreich allgemein sehr beliebt, die Augen verschließt man dann aber vor der Realität ::)

Würden die 100 Meter-Züge überhaupt bei uns im Osten eingesetzt werden?
Nein.
Sollten die Talent 3 nicht einfach vorerst nur im Westen eigesetzt werden? Kann mir nicht vorstellen, dass man 300 Stück allein in Vorarlberg braucht. Da könnten früher oder später doch auch einige im Osten landen, oder?
Es sind nur 21 Stück fix bestellt :lamp:

Was früher oder später "im Osten" landet, hängt auch vom Finanzierungswille und den Wünschen der Bundesländer ab. Und die haben sich gerade für weitere 64 cityjet entschieden.

Fahzeug Technik

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #20 am: 23. November 2020, 19:44:38 »

Bhf_Breitensee

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #21 am: 25. November 2020, 07:54:07 »
Mit der Veröffentlichung, welche Dosto-Triebwagen künftig beschafft werden, ist in den nächsten Wochen zu rechnen, da die Entscheidung intern schon gefallen ist.

Schienenchaos

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #22 am: 25. November 2020, 12:32:19 »
Mit der Veröffentlichung, welche Dosto-Triebwagen künftig beschafft werden, ist in den nächsten Wochen zu rechnen, da die Entscheidung intern schon gefallen ist.
Sehr spannend, danke für die Info! Infrage kommen ja eigentlich nur Stadler mit dem Kiss, Bombardier/Alstom mit dem Twindexx und Siemens mit dem Desiro HC.

highspeedtrain

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #23 am: 25. November 2020, 13:32:09 »
Mit der Veröffentlichung, welche Dosto-Triebwagen künftig beschafft werden, ist in den nächsten Wochen zu rechnen, da die Entscheidung intern schon gefallen ist.
Sehr spannend, danke für die Info! Infrage kommen ja eigentlich nur Stadler mit dem Kiss, Bombardier/Alstom mit dem Twindexx und Siemens mit dem Desiro HC.

Mein Tipp - mal schauen, was dann rauskommt - ist Siemens. Stadler hat bei den ÖBB noch nie etwas gewonnen, und ob man Bombardier nach dem Talent3-Desaster gleich wieder einen Auftrag gibt... zweifelhaft.

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #24 am: 25. November 2020, 13:43:28 »
Infrage kommen ja eigentlich nur Stadler mit dem Kiss, Bombardier/Alstom mit dem Twindexx und Siemens mit dem Desiro HC.
Wie kommst du darauf?

highspeedtrain

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #25 am: 25. November 2020, 14:06:25 »
Infrage kommen ja eigentlich nur Stadler mit dem Kiss, Bombardier/Alstom mit dem Twindexx und Siemens mit dem Desiro HC.
Wie kommst du darauf?

Was gibt es aktuell sonst noch am Markt, das zumindest im Grundsatz zugelassen ist oder zulassungsfähig wäre? Natürlich kann man Chinesisch kaufen, aber ob das sinnvoll ist? Von den anderen in Europa produzierenden Herstellern (CAF, Hitachi-Ansaldo, Pesa etc) wäre mir kein Produkt bekannt (was nicht heißt, dass es keines gibt, da wäre ich nur neugierig).

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #26 am: 25. November 2020, 14:20:20 »
Škoda und Hitachi (Caravaggio bzw. Trenitalia Rock) würden mir noch einfallen.

coolharry

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #27 am: 25. November 2020, 14:24:28 »
Škoda und Hitachi (Caravaggio bzw. Trenitalia Rock) würden mir noch einfallen.
Da bei ÖBB Ausschreibungen auch immer die heimische Wertschöpfung mit in die Ausschreibung fließt und mir kein Werk dieser Hersteller in Österreich bekannt ist, würde ich das eher verneinen. Aber möglich ist alles.
Wetten würde ich auf Siemens.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #28 am: 25. November 2020, 14:42:07 »
Das ist kein Argument. Die heimische Wertschätzung kann auch durch Endmontage im TS-Werk wie bei den Siemens-Fahrzeugen erfolgen. Weder die Desiro ML noch die Talent 3 wurden in Österreich produziert (sondern in Krefeld bzw. Hennigsdorf).

Abgesehen davon stammen oftmals viele Antriebskomponenten aus Österreich, u.a. von TSA (Traktionssysteme Austria).

Hauptbahnhof

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #29 am: 25. November 2020, 16:47:44 »
Ganz ehrlich: Die ÖBB kauft eh immer alles von Siemens. Warum sollte es diesmal anders sein?