Autor Thema: Museumslinie Böhmischer Prater (war: Rathaus-PM: Neue Straßenbahnlinie 11)  (Gelesen 3836 mal)

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tramway.at

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Bei all euren Überlegungen. darf ich euch erinnern, dass es vor Jahren so eine Linie gab. Diese fuhr vom Karlsplatz weg. wurde diese auf Grund der geringen nachfrage eingestellt.
Da muss man sich zunächst die Frage stellen: Warum war die Nachfrage so gering? Hier einige Möglichkeiten, die mir ad hoc einfallen:

Leider ist man bei den WiLi nicht sehr ideenreich, wenn es um neue Geschäftsbereiche geht (dass zB die Pariser RATP inzwischen etliche Verkehre weltweit betreibt und das KnowHow für neue Straßenbahnlinien zusammen mit Alstom aktiv vermarktet, bis hin zum schlüsselfertigen Gesamtpaket incl. Designer Architekten, Gleisbau etc. sei nur am Rande erwähnt).

Als Unternehmer, der dauernd neue Geschäftsideen entwickelt, wäre mir zB vor 10 Jahren (Ringlinienreform) sofort eingefallen, dass die Linie 1 als Tipp für eine Ringrundfahrt in jedem Reiseführer steht - was hätte sich mehr angeboten als den Rundkurs so zu nennen, Sondertarif zu verlangen und mit irgendwelchen Fahrzeugen zu betreiben (meinetwegen unter der Woche mit VRT-E1 und am Weekend mit M+m - dass man die Ringlinienerweiterung auch besser verkaufen hätte können, wenn man sie mit Buchstaben betrieben hätte, zB A für den heutigen 1er, B für den 2er, C für den 71er und D, wäre ein weiterer Nutzen gewesen).

man versucht ja auch jetzt, die VRT mit aller Gewalt umzubringen - Aber mit der Güterbim wars ja das selbe - die wurde mutwillig schlecht gerechnet, weil man halt ungestört seine Kreise ziehen will, obwohl es große Interessenten für die Lieferlogistik gegeben hätte.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Ferry

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Bei all euren Überlegungen. darf ich euch erinnern, dass es vor Jahren so eine Linie gab. Diese fuhr vom Karlsplatz weg. wurde diese auf Grund der geringen nachfrage eingestellt.

Und wenn die Linie einen Erfolg haben sollte, dann muss sie mMn täglich fahren und dies in einem 30 min Takt. Denn die Ringtram hat mMn auch nur deshalb den Erfolg. Würde sie nur am Wochenende fahren, dann wäre sie bei weiten nicht so beliebt.

Gut, dann würden unter der Woche die WL mit den VRT-Zügen fahren und am Wochenende die Vereine mit deren Zügen.

Es wäre alles machbar, es müsste sich nur jemand finden, der die Kostenfrage klärt. Denn da die Vereine ihre Fahrzeuge selbst erhalten und für jede Fahrt an die WL eine péage-Gebühr entrichten müssen, werden sie Publikumsfahrten nicht ganz umsonst durchführen wollen (bzw. können).

Und natürlich müsste das Ganze entsprechend promoted werden. Ich glaube, das war einer der Hauptgründe, warum die früheren Fahrten (vor der VRT) nicht ausreichend angenommen wurden.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

Interessierte

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Leider ist man bei den WiLi nicht sehr ideenreich, wenn es um neue Geschäftsbereiche geht (dass zB die Pariser RATP inzwischen etliche Verkehre weltweit betreibt und das KnowHow für neue Straßenbahnlinien zusammen mit Alstom aktiv vermarktet, bis hin zum schlüsselfertigen Gesamtpaket incl. Designer Architekten, Gleisbau etc. sei nur am Rande erwähnt).

Das würde, wenn ich das richtig sehe, eine rechtliche Trennung zwischen Gleisnetz und Straßenbahnbetrieb bedingen, analog ÖBB? Damit könnte wohl einiges besser werden im Wiener Straßenbahnnetz und -betrieb. Einerseits könnten neue Linien auf nicht (mehr) vorhandenen Gleisstrecken entstehen, andererseits hätten die WL endlich auch Mitbewerber (a la Pariser RATP wie oben erwähnt) im Strabbetrieb, gegen die sich die WL entsprechend anstrengen müssen, damit sie ihre bisher eigenen Linien weiterbetreiben können. Fruchtet ja im Busbereich auch positiv.

Eine sich tragende Museumslinie, betrieben durch Anbieter XY, könnte mit der Netz- und Betriebstrennung dann auch umsetzbar sein, wenn es die WL selbst nicht zusammenbringen.

Klingelfee

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Eine sich tragende Museumslinie, betrieben durch Anbieter XY, könnte mit der Netz- und Betriebstrennung dann auch umsetzbar sein, wenn es die WL selbst nicht zusammenbringen.

Die könnte auch jetzt schon in Betrieb gehen. Die hätte im Prinzip die gleichen Rechte und Pflichten, wie WTM und VEF. Nur deshalb den Betrieb und und Netz- trennen halte ich persönlich als großen Schwachsinn. Man sieht da ja auch bei der ÖBB, was rauskommt. Züge können nicht verstärkt werden, weil der Verschub wer anderer ist, als der Betrieb.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

haidi

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Das würde, wenn ich das richtig sehe, eine rechtliche Trennung zwischen Gleisnetz und Straßenbahnbetrieb bedingen, analog ÖBB? Damit könnte wohl einiges besser werden im Wiener Straßenbahnnetz und -betrieb. Einerseits könnten neue Linien auf nicht (mehr) vorhandenen Gleisstrecken entstehen, andererseits hätten die WL endlich auch Mitbewerber (a la Pariser RATP wie oben erwähnt) im Strabbetrieb, gegen die sich die WL entsprechend anstrengen müssen, damit sie ihre bisher eigenen Linien weiterbetreiben können. Fruchtet ja im Busbereich auch positiv.

Im Busbetrieb gibt es in Wien einen einzigen Betreiber - die Wiener Linien. Es gibt nur Auftragnehmer, die aber keine Betreiber sind und der Geschäftspartner der Fahrgäste sind immer die WL


Eine sich tragende Museumslinie, betrieben durch Anbieter XY, könnte mit der Netz- und Betriebstrennung dann auch umsetzbar sein, wenn es die WL selbst nicht zusammenbringen.

Die könnte auch jetzt schon in Betrieb gehen. Die hätte im Prinzip die gleichen Rechte und Pflichten, wie WTM und VEF. Nur deshalb den Betrieb und und Netz- trennen halte ich persönlich als großen Schwachsinn. Man sieht da ja auch bei der ÖBB, was rauskommt. Züge können nicht verstärkt werden, weil der Verschub wer anderer ist, als der Betrieb.
Ich weiß nicht, ob das geht - aber im Prinzip könnte doch der Personenverkehr den Verstärkerverschub selbst machen - heißt aber, man braucht eine Verschublok und einen Verschub-Triebfahrzeugführer und das kostet.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Klingelfee

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Das würde, wenn ich das richtig sehe, eine rechtliche Trennung zwischen Gleisnetz und Straßenbahnbetrieb bedingen, analog ÖBB? Damit könnte wohl einiges besser werden im Wiener Straßenbahnnetz und -betrieb. Einerseits könnten neue Linien auf nicht (mehr) vorhandenen Gleisstrecken entstehen, andererseits hätten die WL endlich auch Mitbewerber (a la Pariser RATP wie oben erwähnt) im Strabbetrieb, gegen die sich die WL entsprechend anstrengen müssen, damit sie ihre bisher eigenen Linien weiterbetreiben können. Fruchtet ja im Busbereich auch positiv.

Im Busbetrieb gibt es in Wien einen einzigen Betreiber - die Wiener Linien. Es gibt nur Auftragnehmer, die aber keine Betreiber sind und der Geschäftspartner der Fahrgäste sind immer die WL

Das wurde jedoch von der Stadt Wien so beschlossen. Und die WL sind auch vertraglich verpflichtet, einen gewissen Anteil der Linien öffentlich auszuschreiben.

Und das die WL der alleinige Konzessioninhaber für Wien ist hat mMn den Vorteil, dass die Haltestellen ein einheitliche Bild haben und das nicht bei einigen Haltestellen dann ein ganzer Schilderwald steht, weil dort eben zufällig mehrere betreiber stehen bleiben und ein jeder seine eigene Haltestellentafel und auch seinen eigenen Fahrplanaushang hat. Ich denke da noch mit grauen zurück, wo bei einer Haltestelle WL, Richard und Blaguss stehen geblieben sind. Ein jeder hatte seine Stande und ein jeder hatte seinen eigenen Fahrplan in einem komplett anderen Design


Eine sich tragende Museumslinie, betrieben durch Anbieter XY, könnte mit der Netz- und Betriebstrennung dann auch umsetzbar sein, wenn es die WL selbst nicht zusammenbringen.

Die könnte auch jetzt schon in Betrieb gehen. Die hätte im Prinzip die gleichen Rechte und Pflichten, wie WTM und VEF. Nur deshalb den Betrieb und und Netz- trennen halte ich persönlich als großen Schwachsinn. Man sieht da ja auch bei der ÖBB, was rauskommt. Züge können nicht verstärkt werden, weil der Verschub wer anderer ist, als der Betrieb.
Ich weiß nicht, ob das geht - aber im Prinzip könnte doch der Personenverkehr den Verstärkerverschub selbst machen - heißt aber, man braucht eine Verschublok und einen Verschub-Triebfahrzeugführer und das kostet.
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Klar ginge das, nur wie du festgestellt hat, geht es da dann um Kosten, die dann anfallen, weil ich wegen wenigen Tagen im Jahr ganzjährig Personal und Maschinen anschaffen müsste.

Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

64/8

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[...]Und das die WL der alleinige Konzessioninhaber für Wien ist hat mMn den Vorteil, dass die Haltestellen ein einheitliche Bild haben und das nicht bei einigen Haltestellen dann ein ganzer Schilderwald steht, weil dort eben zufällig mehrere betreiber stehen bleiben und ein jeder seine eigene Haltestellentafel und auch seinen eigenen Fahrplanaushang hat. Ich denke da noch mit grauen zurück, wo bei einer Haltestelle WL, Richard und Blaguss stehen geblieben sind. Ein jeder hatte seine Stande und ein jeder hatte seinen eigenen Fahrplan in einem komplett anderen Design[...]
Und wenn man diese Einheit jetzt noch
  • abteilungsübergreifend innerhalb der Wiener Linien (z.B. Straßenbahn und Bus tragen einen gemeinsamen, einheitlichen und eindeutigen Namen)
  • unternehmensübergreifend (z.B. VOR und Wiener Linien haben einen gemeinsamen, einheitlichen und eindeutigen Namen)
hinbekommt, dann wäre es wirklich Perfektion.

So hat man zwar, was das Aussehen der Haltestellen bzw. der Aushänge betrifft, ein einheitliches Auftreten, aber bei den restlichen Sachen gibt es noch viel Kraut und Rüben, die vereinheitlicht werden könnten, wenn man nur will und halt miteinander redet und kompromisbereit ist.  ;) ;D