Autor Thema: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)  (Gelesen 8752563 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

petestoeb

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 626
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18705 am: 15. Mai 2026, 19:59:41 »
Und mit ein wenig vorausschauenden Fahrens und ohne Vorrang durchsetzen um jeden Preis sollte man nicht vertrauenswürdigen Verkehrsteilnehmer entsprechend vorsichtig verhalten. Und da fällt schon auf, dass es leider immer mehr Fahrer gibt, die glauben das nur weils eine Straßenbahn fahren sie immer mit Vollgas ihren Vorrang durchsetzen können. Genau danach sieht auch dieser Unfall aus.

Wenn ich einen solchen UNSINN lese, geht mir das geimpfte auf. Der Fahrer soll mit seiner Straßenbahn der StVo entsprechend fahren und nicht vor jeder möglichen Konfliktstelle Angst haben. Und das so schnell wie möglich. Als ich noch Fahrer bei den WL war (lange ist es her) bin ich grundsätzlich immer mit der an der Stelle erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefahren. Und durchaus auch am Ring gegen die Fahrtrichtung. Natürlich muss man aufpasen und auf alle möglichen Vorfälle gefasst sein, aber deshalb dauernd nachgebend unterwegs zu sein, dürfte heute LEIDER die Normalität sein. Und dann gab es manchmals eben einen Zusammenstoß. In meiner Zeit bei den WL (1979 bis 2000) hatte ich im Schnitt 3-4 Karambolagen pro Jahr. Die Schuld wurde IMMER beim anderen Beteiligten festgestellt. Zumindest damals gab es mit einer solchen Bilanz keinerlei Probleme. Warum sollte jetzt der Fahrer einer Straßenbahn nicht den lt. StVo ermöglichten Vorrang nutzen. Der Andere hat ja dementsprechend IMMER Wartepflicht. Und hält dieser sich nicht daran, dann ist es nicht das Problem des Fahrers.

Natürlich braucht man dazu auch eine gewisse Routine und auch Härte. Und natürlich geht das auch auf die Nerven und aufs Gemüt. Das war auch der Grund, warum ich nach einem spektakulären Frontalcrash mit einem Linienbus dann nicht mehr weiter diesen Job machen wollte und letztlich zu einem anderen öffentlichen Arbeitgeber gewechselt bin.

Wenn ich heute als Fahrgast unterwegs bin, geht mir meist die zuckelnde Fahrweise gründlich auf die Nerven, weil heute oft dadurch nichts weitergeht.

Katana

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2854
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18706 am: 15. Mai 2026, 22:21:37 »
Ich hoffe, das ist jetzt nicht im falschen Forum, sonst bitte gerne beheben.

Seit kurzem ist es bei den Wiener Linien Mode, bei Störungen und Fahrtbehinderungen gezielt Desinformation über die Anzeigen flimmern zu lassen.
Konkrete Fälle - beide Male die Linie D.
....
Meine Theorie ist, dass sich das irgendein Schreibtischtäter ausgedacht hat, weil es von seinem Schreibtisch aus gesehen vielleicht irgendwie logisch wirkt.
Gibt es plausiblere Erklärungen?
Ein Fall für diesen Thread https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=2930.0

Und mit ein wenig vorausschauenden Fahrens und ohne Vorrang durchsetzen um jeden Preis sollte man nicht vertrauenswürdigen Verkehrsteilnehmer entsprechend vorsichtig verhalten. Und da fällt schon auf, dass es leider immer mehr Fahrer gibt, die glauben das nur weils eine Straßenbahn fahren sie immer mit Vollgas ihren Vorrang durchsetzen können. Genau danach sieht auch dieser Unfall aus.

Wenn ich einen solchen UNSINN lese, geht mir das geimpfte auf. Der Fahrer soll mit seiner Straßenbahn der StVo entsprechend fahren und nicht vor jeder möglichen Konfliktstelle Angst haben.
Es gab ein paar Jahre in meinem Leben, wo ich mir dauernd Sorgen gemacht habe, ob die Anderen gemäß StVO unterwegs sind. Und zwar weil mir als Motorradfahrer bewusst war, dass im Falle einer Kollision am Auto des schuldigen Unfallgegners nur ein kleiner Blechschaden entstehen würde und ich möglicherweise ins Spital käme.
Aber das steht hier nicht zur Diskussion.

Klingelfee

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 16185
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18707 am: 16. Mai 2026, 05:50:16 »
Es gab ein paar Jahre in meinem Leben, wo ich mir dauernd Sorgen gemacht habe, ob die Anderen gemäß StVO unterwegs sind. Und zwar weil mir als Motorradfahrer bewusst war, dass im Falle einer Kollision am Auto des schuldigen Unfallgegners nur ein kleiner Blechschaden entstehen würde und ich möglicherweise ins Spital käme.
Aber das steht hier nicht zur Diskussion.

Und ich finde es erschreckend, dass immer davon ausgegangen wird, dass bei einem Unfall IMMER der andere Schuld ist. Wir sind alle Menschen und wir machen alle Fehler. Und es kann auch sein, dass man auf Grund einer kurzen Unachtsamkeit SELBST einen Unfall verschuldet.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Katana

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2854
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18708 am: 16. Mai 2026, 10:04:08 »
Es gab ein paar Jahre in meinem Leben, wo ich mir dauernd Sorgen gemacht habe, ob die Anderen gemäß StVO unterwegs sind. Und zwar weil mir als Motorradfahrer bewusst war, dass im Falle einer Kollision am Auto des schuldigen Unfallgegners nur ein kleiner Blechschaden entstehen würde und ich möglicherweise ins Spital käme.
Aber das steht hier nicht zur Diskussion.

Und ich finde es erschreckend, dass immer davon ausgegangen wird, dass bei einem Unfall IMMER der andere Schuld ist.
"Immer" habe ich nicht geschrieben.
Fakt bleibt, dass man für den Anderen mitdenken sollte, wenn man der Schwächere ist, also den größeren Schaden davontragen könnte. Das trifft aber auf den Straßenbahnfahrer nicht zu. Er sollte, wie petestoeb geschrieben hat, nicht vor jeder Konfliktstelle Angst haben.

Klingelfee

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 16185
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18709 am: 16. Mai 2026, 10:36:15 »
Es gab ein paar Jahre in meinem Leben, wo ich mir dauernd Sorgen gemacht habe, ob die Anderen gemäß StVO unterwegs sind. Und zwar weil mir als Motorradfahrer bewusst war, dass im Falle einer Kollision am Auto des schuldigen Unfallgegners nur ein kleiner Blechschaden entstehen würde und ich möglicherweise ins Spital käme.
Aber das steht hier nicht zur Diskussion.

Und ich finde es erschreckend, dass immer davon ausgegangen wird, dass bei einem Unfall IMMER der andere Schuld ist.
"Immer" habe ich nicht geschrieben.
Fakt bleibt, dass man für den Anderen mitdenken sollte, wenn man der Schwächere ist, also den größeren Schaden davontragen könnte. Das trifft aber auf den Straßenbahnfahrer nicht zu. Er sollte, wie petestoeb geschrieben hat, nicht vor jeder Konfliktstelle Angst haben.

Sorry, aber mit dem ..... schuldigen Unfallgegners .... ging ich aus, dass du die Schuld grundsätzlich dem Unfallgegner zuschieben willst. Du kannst aber auch einen Unfallhaben, wo du leider schwer verletzt wirst und der Unfallgegner nichts für den Unfall kannst. Hättest du eben das Wort  ... schuldigen .... weggelassen oder ... gegnerischen ... geschrieben, dann hättest du von mir eine Zustimmung bekommen. Aber so akzeptiere ich deine Aussage nicht.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

MK

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1900
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18710 am: Gestern um 21:07:54 »
Als ich noch Fahrer bei den WL war (lange ist es her) bin ich grundsätzlich immer mit der an der Stelle erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefahren. Und durchaus auch am Ring gegen die Fahrtrichtung. Natürlich muss man aufpasen und auf alle möglichen Vorfälle gefasst sein, aber deshalb dauernd nachgebend unterwegs zu sein, dürfte heute LEIDER die Normalität sein. Und dann gab es manchmals eben einen Zusammenstoß. In meiner Zeit bei den WL (1979 bis 2000) hatte ich im Schnitt 3-4 Karambolagen pro Jahr. Die Schuld wurde IMMER beim anderen Beteiligten festgestellt. Zumindest damals gab es mit einer solchen Bilanz keinerlei Probleme. Warum sollte jetzt der Fahrer einer Straßenbahn nicht den lt. StVo ermöglichten Vorrang nutzen. Der Andere hat ja dementsprechend IMMER Wartepflicht. Und hält dieser sich nicht daran, dann ist es nicht das Problem des Fahrers.

Natürlich braucht man dazu auch eine gewisse Routine und auch Härte. Und natürlich geht das auch auf die Nerven und aufs Gemüt. Das war auch der Grund, warum ich nach einem spektakulären Frontalcrash mit einem Linienbus dann nicht mehr weiter diesen Job machen wollte und letztlich zu einem anderen öffentlichen Arbeitgeber gewechselt bin.

Diese Geschichte spricht eigentlich nur gegen die Maßstäbe, die die WL damals an ihre Mitarbeiter angelegt haben.

Man darf als Verkehrsteilnehmer zwar darauf vertrauen, dass sich die anderen (mit einigen Ausnahmen) an die Verkehrsregeln halten; wenn es allerdings jemand nicht tut, und man hat noch die Möglichkeit, zu reagieren, muss man das auch und darf nicht zu Fleiß einen Unfall verursachen. (Im Gegenteil, das kann sogar zu einer höheren Strafe führen!)

Zitat
Wenn ich heute als Fahrgast unterwegs bin, geht mir meist die zuckelnde Fahrweise gründlich auf die Nerven, weil heute oft dadurch nichts weitergeht.

Das Problem ist die fehlende Bevorrangung und teilweise mangelhafte Trennung von MIV und Bim und nicht die Fahrweise.
o_O

Cerberus2

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 326
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18711 am: Heute um 17:28:31 »
Diese Geschichte spricht eigentlich nur gegen die Maßstäbe, die die WL damals an ihre Mitarbeiter angelegt haben.
Finde ich nicht. Erklärung anschließend.

Man darf als Verkehrsteilnehmer zwar darauf vertrauen, dass sich die anderen (mit einigen Ausnahmen) an die Verkehrsregeln halten; wenn es allerdings jemand nicht tut, und man hat noch die Möglichkeit, zu reagieren, muss man das auch und darf nicht zu Fleiß einen Unfall verursachen. (Im Gegenteil, das kann sogar zu einer höheren Strafe führen!)
Ja, aber ich darf darauf vertrauen, dass sich der andere korrekt verhält, solange er sich korrekt verhält. Wenn die Straßenbahn auf einem abmarkierten Gleiskörper fährt und ein korrekt rechts vom Gleis fahrendes Auto langsamer wird und den Blinker links setzt, darf der Straßenbahnfahrer darauf vertrauen, dass der PKW nicht an der nächsten Kreuzung ohne zu nach hinten zu schauen seinen Abbiegevorgang beginnt. Vertrauen bedeutet, erst dann zu reagieren, wenn ein Fehlverhalten offensichtlich wird, und das ist in diesem Beispiel ohnehin erst, wenn das Fahrzeug schon im Gleisbereich steht, weil an Hand der Verzögerung des Fahrzeugs nicht erkennbar ist, ob er parallel zum Gleis stehen bleiben wird oder die Vorderräder Richtung Gleis einschlägt.

Und das ist das, was petestoeb anscheinend meint. Ich weiß, dass ich nicht absichtlich einen Unfall bauen darf, aber ich muss auch nicht mit einem Fehlverhalten rechnen, solange es nicht wahrnehmbar ist.

Straßenbahnfahrer bremsen hier aber so gut wie immer zumeist ab und rechnen mit Fehlverhalten, obwohl sie es nicht müssten.

Irgendwann ist hier mal geschrieben worden, dass Straßenbahnfahrer geschult werden, auch auf einem abmarkierten Gleiskörper nicht schneller als die Autokolonne rechts neben ihnen zu fahren. Das fällt in die gleiche Kategorie. Wieso bitte?

EinfallsreicherName

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 517
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18712 am: Heute um 17:51:31 »

Irgendwann ist hier mal geschrieben worden, dass Straßenbahnfahrer geschult werden, auch auf einem abmarkierten Gleiskörper nicht schneller als die Autokolonne rechts neben ihnen zu fahren. Das fällt in die gleiche Kategorie. Wieso bitte?

Es wird gerne von den Obrigkeiten gerne so gesehen. Es ist keine Vorschrift/Regel, jedoch darf man sich im Nachhinein anhören (und unter Umständen auch was unterschreiben „man solle doch zukünftig bitte „vorsichtiger“ fahren“), dass man den Unfall doch leicht hätte verhindern können, wäre man doch nur hinter den Autos hergezuckelt. So war es zumindest in meinem Fall.

haidi

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 15815
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18713 am: Heute um 18:07:57 »
Ja, aber ich darf darauf vertrauen, dass sich der andere korrekt verhält, solange er sich korrekt verhält. Wenn die Straßenbahn auf einem abmarkierten Gleiskörper fährt und ein korrekt rechts vom Gleis fahrendes Auto langsamer wird und den Blinker links setzt, darf der Straßenbahnfahrer darauf vertrauen, dass der PKW nicht an der nächsten Kreuzung ohne zu nach hinten zu schauen seinen Abbiegevorgang beginnt. Vertrauen bedeutet, erst dann zu reagieren, wenn ein Fehlverhalten offensichtlich wird, und das ist in diesem Beispiel ohnehin erst, wenn das Fahrzeug schon im Gleisbereich steht, weil an Hand der Verzögerung des Fahrzeugs nicht erkennbar ist, ob er parallel zum Gleis stehen bleiben wird oder die Vorderräder Richtung Gleis einschlägt.
Wenn ich als Autofahrer dem Vertrauensgrundsatz entsprechend fahre, dann käme ich gar nicht mehr weiter. Streng genommen fällt der Großteil der Autofahrer nicht unter den Vertrauensgrundsatz.
Viele Unfälle verhindern und kritische Situationen eliminieren - das macht meine Nase. Ich weiß oft schon im Vorhinein, wie sich andere verhalten werden.
Eine Spezies: Autobahn 1. Spur LKW, dahinter PKW der mit nicht all zu großer Differenz sich dem LKW näher, dann langsamer wird, bis er die LKW Geschwindigkeit hat rechts blinkt und sofort in die Nebenspur wechselt, auf der ich mit höherer bis wesentlich höherer Geschwindigkeit daher komme. Fluch.

Ähnlich wird ein Straßenbahnfahrer, der vorausschauen fährt, auch seine "Gegner" riechen und entsprechend reagieren.
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

EinfallsreicherName

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 517
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18714 am: Heute um 18:30:59 »

Wenn ich als Autofahrer dem Vertrauensgrundsatz entsprechend fahre, dann käme ich gar nicht mehr weiter. Streng genommen fällt der Großteil der Autofahrer nicht unter den Vertrauensgrundsatz.
Viele Unfälle verhindern und kritische Situationen eliminieren - das macht meine Nase. Ich weiß oft schon im Vorhinein, wie sich andere verhalten werden.
Eine Spezies: Autobahn 1. Spur LKW, dahinter PKW der mit nicht all zu großer Differenz sich dem LKW näher, dann langsamer wird, bis er die LKW Geschwindigkeit hat rechts blinkt und sofort in die Nebenspur wechselt, auf der ich mit höherer bis wesentlich höherer Geschwindigkeit daher komme. Fluch.

Ähnlich wird ein Straßenbahnfahrer, der vorausschauen fährt, auch seine "Gegner" riechen und entsprechend reagieren.

Da braucht es nicht mal einen LKW dafür, es reicht ein rechtsabbiegendes Auto und der Hintere schert in 4 von 5 fällen auf den abmarkierten Gleiskörper aus  ::)

denond

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2090
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18715 am: Heute um 21:28:57 »

Irgendwann ist hier mal geschrieben worden, dass Straßenbahnfahrer geschult werden, auch auf einem abmarkierten Gleiskörper nicht schneller als die Autokolonne rechts neben ihnen zu fahren. Das fällt in die gleiche Kategorie. Wieso bitte?

Es wird gerne von den Obrigkeiten gerne so gesehen. Es ist keine Vorschrift/Regel, jedoch darf man sich im Nachhinein anhören (und unter Umständen auch was unterschreiben „man solle doch zukünftig bitte „vorsichtiger“ fahren“), dass man den Unfall doch leicht hätte verhindern können, wäre man doch nur hinter den Autos hergezuckelt. So war es zumindest in meinem Fall.

Zum abmarkierten Gleiskörper:
Da brauche ich keine spezielle Schulung um an einer stehenden Kolonne anstatt mit der erlaubten örtlichen Geschwindigkeit - trotz einer bestehenden Abmarkierung des Gleiskörpers vielleicht 50 km/h - doch eher mit mäßiger oder verminderter Geschwindigkeit unter dauernder Beobachtung, vielleicht auch unter Abgabe von Warnsignalen an der stehenden Autokolonne vorbeizufahren. Kann doch zumindest jederzeit irgendwo eine Lenker-/ Beifahrertüre aufgehen.
Gleiches gilt auch für einen Fiaker (wenn wir auf der Ringstraße bleiben), wo ich ebenfalls mit mäßiger bis geringer Geschwindigkeit vorbeifahre um nicht das Pferd zum Scheuen zu bringen. Meistens dreht sich sogar der Kutscher sowieso auch um, da er die Straßenbahn hört...

Ein guter Lehrfahrer bringt dieses Verhalten seinem Schüler schon in der Anfangszeit bei. Frage ist halt, ob der Schüler es auch annimmt. Auch weiß ich genau, wo ich Zeit liegen lassen kann und wo ich Zeit aufholen kann, wo für mich die Gefahrenpunkte auf einer Strecke liegen. Da hat so jeder Fahrer seine eigenen Streckenpunkte, wo er was, wie, machen kann.

Im geschilderten Fall glaube ich, daß der Fahrer eher vom Fahrmanöver der Klein-LKW-Lenkers überrascht wurde. Ob aus zu kurzer Distanz oder aus Unachtsamkeit während der Fahrt zum eigentlichen Unfallpunkt kriegt man bei der Befragung zum Unfallhergang als Meldungsleger schon heraus. Und damit beweist sich schon vordergründig die Schuld oder Unschuld. Genaues kriegt dann der Sachverständige heraus.


MK

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1900
Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Antwort #18716 am: Heute um 21:53:37 »
Ja, aber ich darf darauf vertrauen, dass sich der andere korrekt verhält, solange er sich korrekt verhält. Wenn die Straßenbahn auf einem abmarkierten Gleiskörper fährt und ein korrekt rechts vom Gleis fahrendes Auto langsamer wird und den Blinker links setzt, darf der Straßenbahnfahrer darauf vertrauen, dass der PKW nicht an der nächsten Kreuzung ohne zu nach hinten zu schauen seinen Abbiegevorgang beginnt. Vertrauen bedeutet, erst dann zu reagieren, wenn ein Fehlverhalten offensichtlich wird, und das ist in diesem Beispiel ohnehin erst, wenn das Fahrzeug schon im Gleisbereich steht, weil an Hand der Verzögerung des Fahrzeugs nicht erkennbar ist, ob er parallel zum Gleis stehen bleiben wird oder die Vorderräder Richtung Gleis einschlägt.

Tatsächlich sollte ein Straßenbahnfahrer erkennen, dass es gewisse Zeichen für einen bevorstehenden Abbiegevorgang gibt. Zum Beispiel fahren viele vor dem Spurwechsel langsamer oder fahren (innerhalb ihrer Spur) leicht in die Abbiegerichtung, schon bevor sie blinken (oder auch wenn sie gar nicht blinken) oder die Spur wechseln. Wenn man sowas beobachtet und den Eindruck hat, der Fahrer achtet nicht auf die Bim, sollte man als Straßenbahnfahrer reagieren.

Zitat
Straßenbahnfahrer bremsen hier aber so gut wie immer zumeist ab und rechnen mit Fehlverhalten, obwohl sie es nicht müssten.

Das nennt sich vorausschauendes, defensives Fahren und ist grundsätzlich eine gute Idee.

Zitat
Irgendwann ist hier mal geschrieben worden, dass Straßenbahnfahrer geschult werden, auch auf einem abmarkierten Gleiskörper nicht schneller als die Autokolonne rechts neben ihnen zu fahren. Das fällt in die gleiche Kategorie. Wieso bitte?

Am Ring, aber auch an anderen Stellen, gibt es häufig das Problem, dass die Autos zu breit für die Spuren sind. Daher kommt es entweder zu seitlichen Kollisionen, weil ein Autolenker (oder auch LKW-Lenker) seine Spur verfehlt, oder die Straßenbahn muss dahinter warten bzw. langsamer fahren.

Die Lösung wäre natürlich ganz einfach, man entfernt Fahr- oder Parkspuren. Aber da weigert sich die Stadt.
o_O