Autor Thema: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021  (Gelesen 4222 mal)

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38ger

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ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« am: 22. Dezember 2020, 00:44:04 »
Auf http://www.strassenbahn.tk/inntram/news_337.html#1 gibt's ein ein paar interessante Updates zur Waldstraßenbahn, wie die Linie 6 nun genannt wird, zu Beschleunigungsmaßnahmen bei der Straßenbahn, Flexity-Doppeltraktionen auf der Linie 5, S-Bahn-Haltestelle Messe, geplanten Rasengleisen und einiges mehr...

RABe

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #1 am: 22. Dezember 2020, 02:47:24 »
Fiktion und Wirklichkeit, alles wie gehabt. Mit Fahrplanwechsel wurden Linienintervalle gestreckt. Die "Waldstraßenbahn" besteht als Homepage, die immer noch keine Fahrpläne liefert. Die Linie 1 noch mehr beschleunigen wird nur unter Inkaufnahme von Verspätungen real möglich. Einziger Flaschenhals ist die Bürgerstraße nach Norden.

krisu

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #2 am: 25. Dezember 2020, 18:05:26 »
Beachte bitte die subtile Spitzfindigkeit: Das allgemein als "Rasengleis" bekannte ebensolche wird in oben verlinkter Webseite in "Grüngleis" umbenannt. Ist ja auch in Wien ähnlich gewesen...

Der Seitenbesitzer ist Politiker bei den Grünen Innsbrucks.

So wollen wir hoffen, dass nicht plötzlich Rote Blumen wachsen am Grüngleis. Oder gar die Pflanzen absterben und sich entsprechend flächig verfärben :-)

Fun Fact: Die deutschsprachige Wikipedia zum Jahrzehnte-alten "Rasengleis"
https://de.wikipedia.org/wiki/Rasengleis
erhielt im Mai 2019 gleich im ersten Satz den Einschub "....manchmal auch Grüngleis genannt".

Googelt man nun ein wenig nach "Grüngleis", so fällt auf, dass Begriff quasi nur in Wien und Innsbruck zum Einsatz kommt (ohne lokalisierte Suche).

Wobei, Detail,  selbst im ehemals interessanten Diskussionsforum des o.g. Stadtpolitikers hat dieser bis vor nicht allzulanger Zeit das "Rasengleis" noch normal benannt. Irgendwann kam irgendjemand jedoch diese geniale Idee der Umfärbung in Grüngleis, welche fortan auch in jeglicher Kommunikation so eingesetzt wurde.

Übrigens m.M.n. ist diese Umfärbung der durchaus guten Sache (Rasengleise durchsetzen) wenig zuträglich, da ungeschickt gegenüber Koalitionspartnern...
 
Streng nach dem selbstgefälligen Motto 'Sprache ändert sich' wenn wir von der Partei der Richtigen nur hartnäckig genug die Brechstange ansetzen ...

Dies mögen je nach Weltsicht Details sein. Dennoch zeigt das Beispiel doch recht plakativ, wie unverfroren und durchaus erfolgreich heute Politik in die Sprache gedrückt wird. Wobei das "Grüngleis" eher noch eine kleine harmlose Variante von Sprachsteuerungen darstellt ...

Evtl. sollte der Wikipedia-Eintrag dennoch präzisiert werden in "Rasengleis.... von grünen Politikerinnen und Politiker neuerdings Grüngleis genannt". Das wäre ehrlicher und  wohl auch im Sinne der historischen Korrektheit. Von der ja Wikipedia letztendlich lebt...

Linie 60

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #3 am: 25. Dezember 2020, 18:58:42 »
Der Begriff Grüngleis ist in den letzten Jahren in Fachkreisen gebräuchlich geworden. Unter Grüngleis fallen neben Rasengleisen auch jene die eine Vegetation wie Sedum oder Noos aufweisen, aber vom Aufbau ident sind.

Das ist also definitiv keine politisch grüne Bezeichnung. In Deutschland besteht auch das Grüngleis Netzwerk, dem zahlreiche Straßenbahnbetrieben und Unternehmen angehören. Von denen gibts auch Fachliteratur zum Thema.

krisu

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #4 am: 25. Dezember 2020, 21:49:35 »
http://www.gruengleisnetzwerk.de/images/downloads/Nahverkehr_11-2011.pdf

Gruengleisnetzwerk: Ein guter Name für ein Netzwerk für die Förderung von Rasengleisen :-)

Scherz beiseite, das Auffällige ist m.M.n. die recht plötzliche Umbezeichnung des Rasengleises in Grüngleis. Dass die Bezeichnung "Grüngleis" passend ist, möchte ich ja nicht in Abrede stellen. Allerdings findet Google Scholar kaum Artikel (8 Stück) zu "Grüngleis", jedoch das zigfache (+/100) zu "Rasengleis"...)

In Innsbrucker ""Fachkreisen"" kam die Umbenennung von einer Woche auf die andere, und zwar kategorisch und lückenlos....das ist das schon auffällig wie ich meine. Und nein, an neuen Saatgutmischungen liegt das nicht.


Derweil wurde bisher der gesamte neue schnelle "Regionalbahn Korridor"  durch Innsbruck quasi durchgehend in Asphalt oder Beton verlegt, trotz allem....




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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #5 am: 25. Dezember 2020, 22:38:18 »
Vermutlich entstand die Umbenennung nach der entsprechenden Infoveranstaltung, bei der auch der BM war und kommt davon, dass sich die Verantwortlichen erstmals näher damit auseinander setzen mussten.

Den IVB würden die weiteren Neubaustrecken auch mit Asphalt, Beton bzw. mit halbstarrer Deckschicht bevorzugen.

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #6 am: 25. Dezember 2020, 23:15:54 »
Vermutlich kam die Umbenennung nach der entsprechenden Infoveranstaltung, bei der auch der BM war und kommt davon, dass sich die Verantwortlichen erstmals näher damit auseinander setzen mussten.

Den IVB würden die weiteren Neubaustrecken auch mit Asphalt, Beton bzw. mit halbstarrer Deckschicht bevorzugen.

In IBK weiß ich nicht, aber in Wien kam die Umbenennung von den WiLi, die anscheinend auf Distanz zu Frankreich gehen wollten und zu hochgeschraubte Erwartungen bezüglich Aussehen dämpfen wollten (meiner Wahrnehmung nach, zumindest).

Die Rasengleisveranstaltung in IBK kann hier nachgesehen werden: https://youtu.be/N1DaTVAD-DI
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Aktuell: Großes Update auf www.tramway.at

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #7 am: 26. Dezember 2020, 10:39:48 »
Ist die Benennung nicht völlig egal? Ob man das Gleis jetzt Rasen- oder Grüngleis nennt, ist doch zweitrangig. Wichtig ist doch nur die Ausführung: Hochliegende Vegetationsebene (wie z.B. im Helmut-Zilk-Park oder tiefliegende Vegetationsebene (wie z.B. in der Tokiostraße).
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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #8 am: 26. Dezember 2020, 10:41:27 »
Ist die Benennung nicht völlig egal?

Dass man einen etablierten Begriff ansatzlos und völlig unmotiviert durch ein neu erfundenes Wort ersetzt, ist ungefähr genau so sinnvoll wie das absichtliche Über-Bord-Werfen der akustischen Corporate Identity von WL und ÓBB.
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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #9 am: 26. Dezember 2020, 10:44:31 »
Mag sein, aber es macht in der Sache dennoch keinen Unterschied.
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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #10 am: 26. Dezember 2020, 11:47:37 »
Mag sein, aber es macht in der Sache dennoch keinen Unterschied.
Da geb ich Dir Recht. Wichtig wäre,  dass es in Wien, Graz und Innsbruck zu einem Umdenken bei diesem Thema kommt. Wie es die Verantwortlichen dann nennen ist nebensächlich.

DieTram

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #11 am: 26. Dezember 2020, 14:20:31 »
Mag sein, aber es macht in der Sache dennoch keinen Unterschied.
Da geb ich Dir Recht. Wichtig wäre,  dass es in Wien, Graz und Innsbruck zu einem Umdenken bei diesem Thema kommt. Wie es die Verantwortlichen dann nennen ist nebensächlich.

Irgendwie interessant, dass ein Umdenken (falls überhaupt) erst jetzt, nach Jahrzehnten kommt; wäre fast ein Thema für deine Studie, wie sowas überhaupt möglich ist.

Vielleicht eine Kombination aus gestressten Mitarbeitern, die - frustriert ohne Bezug mehr zu ihrer Arbeit - was anderes zu tun haben, als ich um Verbesserungen zu bemühen, einem finanziell extrem kurz gehaltenen Verkehrsbetrieb, der jeden Euro spart (gerade, dass die Mitarbeiter das Klopapier nicht selber mitbringen müssen) und einer uninformierten Politik, die so viel um die Ohren hat, dass sie nicht auf die Idee kommt, sich auch noch darum zu kümmern?? Rasengleis/Grüngleis/Ziegen-/Schafsgleis oder wie auch immer ist ja keine Erfindung von gestern, macht man ja sogar in München und Berlin länger schon standardmäßig, wo es machbar ist.

Schienenchaos

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #12 am: 26. Dezember 2020, 15:21:54 »
Am Forschungsbereich Städtebau der TU Wien ist mir neben dem „Grüngleis“ letztens der Begriff „Gleisbettnaturierung“ untergekommen.  :D

95B

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #13 am: 26. Dezember 2020, 15:46:17 »
Politisch korrekt müsste man wohl "Gleise mit Vegetationshintergrund" sagen. :P
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Beutetiroler

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Re: ÖV-Ausblick in Innsbruck auf 2021
« Antwort #14 am: 26. Dezember 2020, 21:03:02 »
darf ich was unkorrektes vorschlagen: Gleis mit Unkraut aller Art  :)
Weil: Unkraut verdirbt nicht, so hält das Gleis ew ;)ig >:D