Pardon, aber marode Spannbetonbrücken gibt es im Westen ebenso, wohl eher eine technische und Wartungsfrage.
Die Frage ist, ob Spannstahl verwendet wurde, der für Spannungsrisskorrosion anfällig ist.
Die letzten "stark anfälligen" Spannstähle wurden im Westen 1965 produziert, in Hennigsdorf aber bis 1993. 1978 endete die Produktion auch von "anfälligen" Spannstählen im Westen, nachdem 1975 die Zulassung für Brückenneubauten entzogen wurde.
Und während die problematischen Spannstähle im Westen nur von zwei Walzwerken, später einem, produziert wurden und einen geringen Marktanteil hatten, kam Hennigsdorfer Spannstahl in fast jedem Spannbetonbrückenneubau und in zahlreichen Gebäuden in der DDR zum Einsatz, weil die im Westen benutzten Spannstahllitzen im gesamten RGW bis zum Schluss nicht produziert werden konnten und für Devisen hätten importiert werden müssen.