Autor Thema: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken  (Gelesen 3421 mal)

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benkda01

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #45 am: 03. Januar 2026, 12:32:37 »
Und die Weihnachtsbesäufnishalle existiert nicht mehr?
Nein, die Gleise gehen jetzt wieder bis an die Rückwand an der Siebeneichengasse.

W_E_St

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #46 am: 03. Januar 2026, 17:17:12 »
Man könnte vielleicht in RDH zwischen den Hallen 1 und 2 ein Flugdach für zwei weitere Gleise errichten, wenn man von allfälligem Denkmalschutz darf. Platz wäre vorhanden.

Eine Schnapsidee, die ich schon ab und zu als reines Hirngespinst im Kopf gewälzt habe, wäre "Währing 2" auf dem Gelände der Bowlinghalle, mit Wohnbauten oben drüber. Allerdings ist die aktuelle Halle nur grob 50x56 m (aus dem Stadtplan gemessen), und viel mehr gibt das Grundstück nicht her. Man könnte also maximal ganz wild geschätzt 12 Gleise für je einen Zug bauen, ein Teil davon für zwei Züge (die Schätzungen basieren auf Stadtplan-Vermessung von bestehenden Hallen und der Annahme, dass man neben der reinen Gleishalle auch noch Nebenräume aller Art wie Pausenraum, Garderobe, WCs brauchen wird).
Völlig abgesehen davon ist die Erreichbarkeit über enge Gassen bescheiden und die Lage mittelmäßig sinnvoll, würde sich für die Linien 9, 40-42 und sonst nicht recht viel eignen. Ein paar 43er könnte man theoretisch dort auch noch auslagern, wenn man lange Einführungs- und Schlussfahrten in Kauf nimmt auch D-Wagen.
Das ist aber wie gesagt schon pure Fantasie alles.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

Floster

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #47 am: 03. Januar 2026, 18:11:02 »
Danke an Floster für die große Analyse!

Ditto.
@Floster
Vielen Dank für die Analyse!  :up: :up: :up:
Gerne!

Zu den Doppelgelenkbussen: In Linz haben wir sie seit einigen Jahren und ich bin mäßig davon begeistert... Vor allem im hintersten Wagen ist der Fahrkomfort eher überschaubar... Und in Wien wieder OBUS-Fahrleitungen, wenn auch nur teilweise zu installieren... Ob das Sinn macht...
Alles über dem einfachen Gelenk finde ich für Straßenfahrzeuge eher unpraktisch...
Wenn man aufgrund steigender Fahrgastzahlen auf einigen Gelenkbuslinien mehr Kapazitäten braucht wäre das aus meiner Sicht schon anzudenken. Es handelt sich um eine erprobte Technologie die in vielen Städten eingesetzt wird und sich kurz- bis mittelfristig umsetzen lässt. Und ein Doppelgelenkbus bietet immerhin so viel Kapazität wie ein kurzer ULF. Durch die Fortschritte in der Akkutechnologie genügt es ausgewählte Abschnitte mit einer Oberleitung zu versehen und den Rest im Batteriebetrieb zurückzulegen. Dadurch kann man sich komplizierte Fahrdrahtkreuzungen und - verzweigungen weitgehend sparen. Interessant finde ich etwa die Möglichkeit, die Fahrzeuge auf Steigungsabschnitten bergauf über die Fahrleitung zu versorgen, während bergab die Bremsenergie im Akku gespeichert werden kann.

Wie's aussieht setzen die Wiener Linien aber auf Wasserstoff, also aus heutiger Sicht ist es eher unwahrscheinlich, dass es in diese Richtung geht. Es wäre aber aus meiner Sicht deutlich realistischer umsetzbar einige bestehende Straßen ohne weitere Umbauten abschnittsweise mit einer Trolleybus-Fahrleitung zu versehen, als in ganz großem Stil neue Straßenbahnstrecken zu errichten.

- Ehemalige 317 bzw. heute 22A+26A (Strecke 17)
Eine Umstellung des 26A ist ja offiziell geplant.

- Obere Augartenstraße zwischen Untere Augartenstraße und Taborstraße (Strecke 27)
Die Wiedererrichtung dieser Strecke ist ohnehin offiziell geplant.

Was genau heißt "offiziell geplant"? Gibt es schon ein Budget und einen Zeitplan für die Errichtung dieser Strecken?
Offiziell geplant sind für mich die Projekte, die im aktuell gültigen Ausbauplan für den öffentlichen Verkehr in Wien enthalten sind:
https://wien-plan.wienwirdwow.at/wp-content/themes/oceanwp.2.0.2-child/custom-uploads/Wien-Plan_Webversion.pdf (S.95)

Natürlich gibt es deswegen keine Garantie, dass all diese Projekte tatsächlich umgesetzt werden, aber die Umsetzungswahrscheinlichkeit ist schon höher einzustufen als bei anderen Ideen.

User "Streuner" hat einfach alle eingestellten Wiener Streckenbahnstrecken aufgelistet und zur Diskussion gestellt. Sinnvoll war das in manchen Fällen aber sicher nicht. Dass z.B. eine Parallelführung eines wiedererrichteten 64ers und der bestehenden U6 keinen Sinn macht, hättest er sich wohl selber denken können.
Ich bin der Vollständigkeit halber auf alles eingegangen, was Streuner aufgelistet hat. Natürlich wäre ein neuer 64er parallel zur U6 nach Siebenhirten nicht sinnvoll.

hema

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #48 am: 03. Januar 2026, 18:59:41 »
Man könnte vielleicht in RDH zwischen den Hallen 1 und 2 ein Flugdach für zwei weitere Gleise errichten, wenn man von allfälligem Denkmalschutz darf. Platz wäre vorhanden.

Die Gleise hat es früher ja gegeben. Bei einer Wiedererrichtung hättest du einen Aufstand der Gewerkschaft, weil dann ja Parkplätze für die Bediensteten wegfielen!  8)

Schon früher sind auf den Gleisen zu 99 Prozent Pkw gestanden und ganz selten Schienenfahrzeuge. Die abgestellten Pkw der Werkstattler sind auch der eigentliche, wenn auch gern verschwiegene Grund, dass die Haltestelle in der Zollernsperggasse nicht verwendet werden "darf".
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Vineyard

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #49 am: 03. Januar 2026, 19:00:54 »
Offiziell geplant sind für mich die Projekte, die im aktuell gültigen Ausbauplan für den öffentlichen Verkehr in Wien enthalten sind:
https://wien-plan.wienwirdwow.at/wp-content/themes/oceanwp.2.0.2-child/custom-uploads/Wien-Plan_Webversion.pdf (S.95)

Natürlich gibt es deswegen keine Garantie, dass all diese Projekte tatsächlich umgesetzt werden, aber die Umsetzungswahrscheinlichkeit ist schon höher einzustufen als bei anderen Ideen.

Das Wichtigste habe ich damals hier ausgeschnitten.

https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=11466.msg466975#msg466975

Und obgleich ich in Sachen überregionale Projekte skeptisch bin, fand ich deren Neuklassifizierung doch recht interessant.

Warum?

https://www.meinbezirk.at/simmering/c-politik/bleibt-das-vorzeigeprojekt-wegen-des-geldes-auf-der-strecke_a5844970
Zitat
Mit ihm auf der Bühne: Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) sowie Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (beide ÖVP). Sima erläuterte, dass eine Finanzierung ähnlich wie bei der Badner Bahn angedacht sei. Der Bund würde also nicht nur die Errichtung der 72er-Linie, sondern auch den laufenden Betrieb mitfinanzieren.

Kein Geld für den Betrieb

Dies scheint jetzt wohl doch anders zu laufen: "Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 72 ist als Straßenbahn geplant. Hier liegt die Zuständigkeit bei den Ländern", lässt ein Sprecher aus dem Mobilitätsministerium rund um Leonore Gewessler (Grüne) wissen. Konkret heißt das: Die Errichtung der Bim würde gefördert werden. Was jedoch die Betriebskosten betrifft, läge der Ball bei Wien und Niederösterreich.

Und in der Wien Plan Karte sind die überregionalen Bims nun nicht mehr Straßenbahn rot, sondern Badner Bahn hellblau gekennzeichnet. Und im Begleittext ist nun von einer "Stadtregionalbahn" die Rede.

Das bestätigt meinen Verdacht, dass die damalige Finanzierungvereinbarung wegen semantischen Gesetzeshickhack nicht wie ursprünglich geplant möglich war, worüber dann NÖ sauer war.

hema

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #50 am: 03. Januar 2026, 19:09:47 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.
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Vineyard

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #51 am: 03. Januar 2026, 19:13:49 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.

Aha, bei Bussen (26A) geht das und bei "Straßenbahnen" wohl nicht?

Markus1190

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #52 am: 03. Januar 2026, 19:19:07 »
Auch der 60er fährt bereits ein kurzes Stück in Niederösterreich (Schleife Rodaun).

hema

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #53 am: 03. Januar 2026, 21:02:39 »
Das ist aber kein Neubau seit der Zuerkennung des Status als Generalanbieter!   :lamp:
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60er

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #54 am: 03. Januar 2026, 21:23:06 »
Auch der 60er fährt bereits ein kurzes Stück in Niederösterreich (Schleife Rodaun).
Das ist historisch gewachsener Altbestand.

Linie 25/26

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #55 am: 03. Januar 2026, 21:36:54 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.
Hat man deswegen Angst, die Regionalbusse in den Netzplänen anzuzeigen ::)
Linie 25/26/27 Aspern - Ring Kai
Als nächstes 27 Siemensstraße S

W_E_St

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #56 am: Gestern um 11:20:52 »
Man könnte vielleicht in RDH zwischen den Hallen 1 und 2 ein Flugdach für zwei weitere Gleise errichten, wenn man von allfälligem Denkmalschutz darf. Platz wäre vorhanden.

Die Gleise hat es früher ja gegeben. Bei einer Wiedererrichtung hättest du einen Aufstand der Gewerkschaft, weil dann ja Parkplätze für die Bediensteten wegfielen!  8)

Schon früher sind auf den Gleisen zu 99 Prozent Pkw gestanden und ganz selten Schienenfahrzeuge. Die abgestellten Pkw der Werkstattler sind auch der eigentliche, wenn auch gern verschwiegene Grund, dass die Haltestelle in der Zollernsperggasse nicht verwendet werden "darf".

Also zwischen den Hallen 1 und 2 seh ich eigentlich nie Autos parken, bin mir nicht einmal sicher, ob das aktuell wegen der Bauarbeiten überhaupt von der Schwendergasse aus befahrbar ist. Auf alten Google-Aufnahmen stehen dort tatsächlich Autos, aber die sind von vor der Baustelle Völlig verparkt hingegen sind:
- der überdachte Radabstellplatz westlich von Gleis I/8
- das östlichste Gleis vor Halle III.

Aber nachdem wir hier von sehr langfristigen Umbauten reden, kann sich das auch irgendwann ändern. Am Bahnhofsgrund parken zu können ist ja ein "Gewohnheitsrecht" der aktuellen Mitarbeiter, kein naturgegebenes Grundbedürfnis aller zukünftigen. Und wenn man denn unbedingt mit aller Gewalt wollte, könnte man sicher mit Unsummen Geld Halle 1 oder 2 unterfangen und eine Tiefgarage mit Einfahrt von der Siebeneichengasse darunter bauen. Bzw. gibt es sowieso Räume unter den Hallen 1 und 2, wo ich nicht weiß, was davon benötigt wird und was nicht. Aber wie gesagt, ich halte für möglich, dass sich das Problem langfristig eh von selber löst.

Das ist aber kein Neubau seit der Zuerkennung des Status als Generalanbieter!   :lamp:

Meiner Erinnerung nach ist das keine harte Bestimmung ("Linien dürfen nicht das Stadtgebiet verlassen"), sondern eine flexible Fomulierung in der Art von "muss seine Leistungen großteils auf dem Stadtgebiet erbringen". Damit wäre das kurze Stückerl nach Großenzersdorf ziemlich sicher kein Problem.
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Vineyard

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #57 am: Gestern um 12:12:27 »
Meiner Erinnerung nach ist das keine harte Bestimmung ("Linien dürfen nicht das Stadtgebiet verlassen"), sondern eine flexible Fomulierung in der Art von "muss seine Leistungen großteils auf dem Stadtgebiet erbringen". Damit wäre das kurze Stückerl nach Großenzersdorf ziemlich sicher kein Problem.

Das Ganze hat mich mal neugierig gemacht und mit Google Maps in Bezug auf den 71A (Zentralfriedhof Tor 3 - Schwechat, Bahnhof) rumspielen lassen.

Und laut dem fährt der Bus ca. 3,2 km durch Wien und dann ca. 2,5 km durch NÖ Gebiet.

haidi

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #58 am: Gestern um 15:49:00 »
Aber nachdem wir hier von sehr langfristigen Umbauten reden, kann sich das auch irgendwann ändern. Am Bahnhofsgrund parken zu können ist ja ein "Gewohnheitsrecht" der aktuellen Mitarbeiter, kein naturgegebenes Grundbedürfnis aller zukünftigen.
Dann muss man halt die Bäckenbim wieder einführen.
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

MK

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Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #59 am: Gestern um 15:54:51 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.

Manche Gerüchte sterben trotz zahlreicher Gegenbeispiele nie.

Die Wiener Linien verlieren ihren Generalanbieter-Status nur dann, wenn sie Linien ohne Bezug zu Wien betreiben, d.h. wenn sie sich z.B. für den Landbus Vorarlberg oder die Straßenbahn Brno bewerben würden. Linien, bei denen nur eine Endstation in Wien liegt und die andere nicht, sind explizit erlaubt.

Es spielt dafür auch keine Rolle, ob es sich um Altbestand oder Neubau handelt. Inkrafttreten dieser Regelung war 2009 und seitdem haben z.B. die Linz Linien mehrere Straßenbahnstrecken ins Umland in Betrieb genommen. In Wien zwar keine Straßenbahnstrecken, aber die Linie 171 nach Schwechat wurde als Linie 71A (wieder) von den WL übernommen, und die Linie 70A nach Kledering neu eröffnet. (In beiden Fällen gehört die Konzession den WL, der Betrieb erfolgt als Auftragslinie).
Wanderer, kommst du nach Liechtenstein,
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