Autor Thema: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken  (Gelesen 6850 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

hema

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 16533
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #45 am: 03. Januar 2026, 18:59:41 »
Man könnte vielleicht in RDH zwischen den Hallen 1 und 2 ein Flugdach für zwei weitere Gleise errichten, wenn man von allfälligem Denkmalschutz darf. Platz wäre vorhanden.

Die Gleise hat es früher ja gegeben. Bei einer Wiedererrichtung hättest du einen Aufstand der Gewerkschaft, weil dann ja Parkplätze für die Bediensteten wegfielen!  8)

Schon früher sind auf den Gleisen zu 99 Prozent Pkw gestanden und ganz selten Schienenfahrzeuge. Die abgestellten Pkw der Werkstattler sind auch der eigentliche, wenn auch gern verschwiegene Grund, dass die Haltestelle in der Zollernsperggasse nicht verwendet werden "darf".
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Vineyard

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 751
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #46 am: 03. Januar 2026, 19:00:54 »
Offiziell geplant sind für mich die Projekte, die im aktuell gültigen Ausbauplan für den öffentlichen Verkehr in Wien enthalten sind:
https://wien-plan.wienwirdwow.at/wp-content/themes/oceanwp.2.0.2-child/custom-uploads/Wien-Plan_Webversion.pdf (S.95)

Natürlich gibt es deswegen keine Garantie, dass all diese Projekte tatsächlich umgesetzt werden, aber die Umsetzungswahrscheinlichkeit ist schon höher einzustufen als bei anderen Ideen.

Das Wichtigste habe ich damals hier ausgeschnitten.

https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=11466.msg466975#msg466975

Und obgleich ich in Sachen überregionale Projekte skeptisch bin, fand ich deren Neuklassifizierung doch recht interessant.

Warum?

https://www.meinbezirk.at/simmering/c-politik/bleibt-das-vorzeigeprojekt-wegen-des-geldes-auf-der-strecke_a5844970
Zitat
Mit ihm auf der Bühne: Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) sowie Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (beide ÖVP). Sima erläuterte, dass eine Finanzierung ähnlich wie bei der Badner Bahn angedacht sei. Der Bund würde also nicht nur die Errichtung der 72er-Linie, sondern auch den laufenden Betrieb mitfinanzieren.

Kein Geld für den Betrieb

Dies scheint jetzt wohl doch anders zu laufen: "Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 72 ist als Straßenbahn geplant. Hier liegt die Zuständigkeit bei den Ländern", lässt ein Sprecher aus dem Mobilitätsministerium rund um Leonore Gewessler (Grüne) wissen. Konkret heißt das: Die Errichtung der Bim würde gefördert werden. Was jedoch die Betriebskosten betrifft, läge der Ball bei Wien und Niederösterreich.

Und in der Wien Plan Karte sind die überregionalen Bims nun nicht mehr Straßenbahn rot, sondern Badner Bahn hellblau gekennzeichnet. Und im Begleittext ist nun von einer "Stadtregionalbahn" die Rede.

Das bestätigt meinen Verdacht, dass die damalige Finanzierungvereinbarung wegen semantischen Gesetzeshickhack nicht wie ursprünglich geplant möglich war, worüber dann NÖ sauer war.

hema

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 16533
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #47 am: 03. Januar 2026, 19:09:47 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Vineyard

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 751
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #48 am: 03. Januar 2026, 19:13:49 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.

Aha, bei Bussen (26A) geht das und bei "Straßenbahnen" wohl nicht?

Markus1190

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 2
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #49 am: 03. Januar 2026, 19:19:07 »
Auch der 60er fährt bereits ein kurzes Stück in Niederösterreich (Schleife Rodaun).

hema

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 16533
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #50 am: 03. Januar 2026, 21:02:39 »
Das ist aber kein Neubau seit der Zuerkennung des Status als Generalanbieter!   :lamp:
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

60er

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 9190
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #51 am: 03. Januar 2026, 21:23:06 »
Auch der 60er fährt bereits ein kurzes Stück in Niederösterreich (Schleife Rodaun).
Das ist historisch gewachsener Altbestand.

Linie 25/26

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1622
  • Und nun folge: 18 Stadion U
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #52 am: 03. Januar 2026, 21:36:54 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.
Hat man deswegen Angst, die Regionalbusse in den Netzplänen anzuzeigen ::)
Linie 25/26/27 Aspern - Ring Kai
Als nächstes 27 Siemensstraße S

W_E_St

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 7421
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #53 am: 04. Januar 2026, 11:20:52 »
Man könnte vielleicht in RDH zwischen den Hallen 1 und 2 ein Flugdach für zwei weitere Gleise errichten, wenn man von allfälligem Denkmalschutz darf. Platz wäre vorhanden.

Die Gleise hat es früher ja gegeben. Bei einer Wiedererrichtung hättest du einen Aufstand der Gewerkschaft, weil dann ja Parkplätze für die Bediensteten wegfielen!  8)

Schon früher sind auf den Gleisen zu 99 Prozent Pkw gestanden und ganz selten Schienenfahrzeuge. Die abgestellten Pkw der Werkstattler sind auch der eigentliche, wenn auch gern verschwiegene Grund, dass die Haltestelle in der Zollernsperggasse nicht verwendet werden "darf".

Also zwischen den Hallen 1 und 2 seh ich eigentlich nie Autos parken, bin mir nicht einmal sicher, ob das aktuell wegen der Bauarbeiten überhaupt von der Schwendergasse aus befahrbar ist. Auf alten Google-Aufnahmen stehen dort tatsächlich Autos, aber die sind von vor der Baustelle Völlig verparkt hingegen sind:
- der überdachte Radabstellplatz westlich von Gleis I/8
- das östlichste Gleis vor Halle III.

Aber nachdem wir hier von sehr langfristigen Umbauten reden, kann sich das auch irgendwann ändern. Am Bahnhofsgrund parken zu können ist ja ein "Gewohnheitsrecht" der aktuellen Mitarbeiter, kein naturgegebenes Grundbedürfnis aller zukünftigen. Und wenn man denn unbedingt mit aller Gewalt wollte, könnte man sicher mit Unsummen Geld Halle 1 oder 2 unterfangen und eine Tiefgarage mit Einfahrt von der Siebeneichengasse darunter bauen. Bzw. gibt es sowieso Räume unter den Hallen 1 und 2, wo ich nicht weiß, was davon benötigt wird und was nicht. Aber wie gesagt, ich halte für möglich, dass sich das Problem langfristig eh von selber löst.

Das ist aber kein Neubau seit der Zuerkennung des Status als Generalanbieter!   :lamp:

Meiner Erinnerung nach ist das keine harte Bestimmung ("Linien dürfen nicht das Stadtgebiet verlassen"), sondern eine flexible Fomulierung in der Art von "muss seine Leistungen großteils auf dem Stadtgebiet erbringen". Damit wäre das kurze Stückerl nach Großenzersdorf ziemlich sicher kein Problem.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

Vineyard

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 751
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #54 am: 04. Januar 2026, 12:12:27 »
Meiner Erinnerung nach ist das keine harte Bestimmung ("Linien dürfen nicht das Stadtgebiet verlassen"), sondern eine flexible Fomulierung in der Art von "muss seine Leistungen großteils auf dem Stadtgebiet erbringen". Damit wäre das kurze Stückerl nach Großenzersdorf ziemlich sicher kein Problem.

Das Ganze hat mich mal neugierig gemacht und mit Google Maps in Bezug auf den 71A (Zentralfriedhof Tor 3 - Schwechat, Bahnhof) rumspielen lassen.

Und laut dem fährt der Bus ca. 3,2 km durch Wien und dann ca. 2,5 km durch NÖ Gebiet.

MK

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1826
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #55 am: 04. Januar 2026, 15:54:51 »
Das hat eher den Grund, dass die WiLi ihren Generalanbieter-Status verlieren würden, wenn sie Strecken über das Gemeindegebiet hinaus bauen.

Manche Gerüchte sterben trotz zahlreicher Gegenbeispiele nie.

Die Wiener Linien verlieren ihren Generalanbieter-Status nur dann, wenn sie Linien ohne Bezug zu Wien betreiben, d.h. wenn sie sich z.B. für den Landbus Vorarlberg oder die Straßenbahn Brno bewerben würden. Linien, bei denen nur eine Endstation in Wien liegt und die andere nicht, sind explizit erlaubt.

Es spielt dafür auch keine Rolle, ob es sich um Altbestand oder Neubau handelt. Inkrafttreten dieser Regelung war 2009 und seitdem haben z.B. die Linz Linien mehrere Straßenbahnstrecken ins Umland in Betrieb genommen. In Wien zwar keine Straßenbahnstrecken, aber die Linie 171 nach Schwechat wurde als Linie 71A (wieder) von den WL übernommen, und die Linie 70A nach Kledering neu eröffnet. (In beiden Fällen gehört die Konzession den WL, der Betrieb erfolgt als Auftragslinie).
o_O

W_E_St

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 7421
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #56 am: 05. Januar 2026, 00:54:27 »
Aber nachdem wir hier von sehr langfristigen Umbauten reden, kann sich das auch irgendwann ändern. Am Bahnhofsgrund parken zu können ist ja ein "Gewohnheitsrecht" der aktuellen Mitarbeiter, kein naturgegebenes Grundbedürfnis aller zukünftigen.
Dann muss man halt die Bäckenbim wieder einführen.

Da wäre es wohl einfacher, die Intervalle auf einigen wichtigen Nachtbuslinien zu verdichten. Das Netz ist ja gar nicht schlecht, nur das Halbstundenintervall ist nicht ideal, wenn man zu einer fixen Zeit wo sein muss (OK, Jammern auf hohem Niveau, aber wir sind hier halt in einer Millionenstadt und nicht am flachen Land).
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

Ferry

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 12366
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #57 am: 05. Januar 2026, 09:13:56 »
Wenn man aufgrund steigender Fahrgastzahlen auf einigen Gelenkbuslinien mehr Kapazitäten braucht wäre das aus meiner Sicht schon anzudenken.

Ich habe gehört, dass man in einer deutschen Stadt (Hamburg?) mit solchen Bussen derart schlechte Erfahrungen gemacht hat, dass man nach einiger Zeit reumütig zu einfachen Gelenkern zurückgekehrt ist. Ist allerdings schon etliche Jahre her, die Technik wird ja weiterentwickelt, vielleicht ist es heute anders.

Die Doppelgelenker in Linz sind aber Normal- und keine O-Busse, oder?
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

Der Einbügler

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 147
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #58 am: 05. Januar 2026, 09:44:41 »
Die mehr als unterirdischen Fahreigenschaften der Doppelgelenkbusse in Hamburg kann ich bestätigen. Ein grausames Geschaukel und Geschüttel, und das Ganze noch garniert mit heulendem Motorgeräusch. Ironischerweise auf genau der Linie, die zuletzt mit der Straßenbahn bedient wurde. Bravo, ein echter Komfortsprung. :bh: :down:

64/8

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 551
Re: Wiedererrichtung/Reaktivierung ehemaliger Strecken
« Antwort #59 am: 05. Januar 2026, 10:30:38 »
Die Doppelgelenker in Linz sind aber Normal- und keine O-Busse, oder?
Es sind O-Busse. Am letzen Segment sind die Stangen angebracht. Anbei der Link zu einem Werbebild der Firma Kiepe. Ich bin 2x mal mit so einem Gefährt gefahren und muss sagen, dass es eigentlich angenehm war und ich mich nicht unwohl gefühlt habe. Einzig die 24m von hinten nach vorne zu sehen, war etwas ungewohnt.