Autor Thema: Nebenbahnen  (Gelesen 22746 mal)

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Bus

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #75 am: 05. November 2019, 16:16:18 »
Abgesehen ist diese Art von Dieseltriebwagen nicht gerade umweltschonend unterwegs.  :-\

Helga06

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #76 am: 05. November 2019, 17:01:09 »
Ein tagesdurchgängiger Stundentakt mit einem Halbstundentakt zur HVZ ist abschreckend? Ich habe das Gefühl, die meisten Mitschreiber hier kennen die Gegend einfach nicht. Wir reden hier nicht vom 7. Bezirk.

Wir reden aber von Wiener Umlandgemeinden die nahezu 100% aller ihrer Wege mit dem Auto fahren und dabei weit mehr Kilometer fahren als alle Bewohner des 7. zusammen. Jeder einzelne, den ich dort vom Auto weg bekomme, wirkt sich viel stärker auf die CO2 Bilanz aus als ob jemand vom 7. in den 9. mit dem Auto fährt.
Aber natürlich verstehe ich, dass ein gut getimtes Halbstundenintervall (zur HVZ) durchaus ausreichend sein muss. Schließlich will man nicht nur warme Luft spazieren führen.
Mit dem "warme Luft spazieren führen" muss ich dir recht geben. Im Oktober haben wir uns den Spaß erlaubt von Obersdorf über Groß Schweinbarth nach Bad Pyrawarth und retour nach Gänserndorf zu fahren. Es war am späten Vormittag. Von Obersdorf weg wahren einige Reisende im Zug. In Groß Schweinbarth waren wir nur mehr zu Dritt, wobei der Dritte ein fotografierender Eisenbahnfan war. Von Bad P. retour detto. in Groß Schweinbarth sind wir nach dem Wechseln des Triebwagens dann fünf Personen bis Gänserndorf gewesen. Somit wurde viel warme Luft befördert, allerdings habe ich gehört, dass in der HVZ sogar Doppelgarnituren fahren. Vom kaufmännischen kann ich die Einstellung verstehen, als Freund des Schienenverkehrs trifft es mich ins Herz, dass schon wieder einige Zugkilometer dem Moloch Autobus geopfert werden. Genugtuend für mich ist es, dass ich aufgrund meines hohen Lebensalters fast alle Strecken in Österreich gefahren bin. Ein Dank geht da an diverse Vereine die in den 60er-Jahren, speziell in N.Ö. öfters Sonderfahrten organisierten. Nicht geschafft habe ich leider die Schmalspurbahnen ins Gurktal und nach Eisenkappel und leider auch nicht die Strecke nach Aschach a.d. Donau, leider.

T1

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #77 am: 05. November 2019, 17:04:33 »
Etwas verlogen ist die Kritik an den ÖBB von Herrn Lobner schon. Soll er doch einmal seine eigene Partei fragen, wieso die Strecke abbestellt wurde - und wieso das Angebot auch in den letzten Jahren eher abschreckend war: Zwei-Stunden-Takt am Wochenende ohne Anbindung von Bad Pirawarth, keine Busanschlüsse nach Kollnbrunn und Gaweinstal (gerade zu den Zeiten, zu denen die Busse von Mistelbach nach Floridsdorf nicht fahren und die genannten Orte gar keine Anbindung haben) oder sonstwohin, früher Betriebsschluss - das sind alles Dinge, die das Land NÖ zu verantworten hat.

Dazu noch das eigenwillige Betriebskonzept, bei dem man von Bad Pirawarth nach Wien z.T. zweimal umsteigen muss, der veraltete Wagenpark und Stationen, die auch ihre besten Zeiten hinter sich haben, und eine eher langsame Streckengeschwindigkeit. Und erschwerend kommt noch hinzu, dass der Obersdorfer Streckenast zwar ein größeres Potential, aber keine Verbindung zum sonstigen Bahnsystem hat. So ist auch das Einsparpotential eher gering, wenn man nur den Gänserdorfer Ast einstellt, denn erhalten werden müsste er.

Ein tagesdurchgängiger Stundentakt mit einem Halbstundentakt zur HVZ ist abschreckend? Ich habe das Gefühl, die meisten Mitschreiber hier kennen die Gegend einfach nicht. Wir reden hier nicht vom 7. Bezirk.

Ähm... ja. Es gibt auch Leute, die nicht nur einen Weg zur Arbeit und einen zurück haben...
https://www.derstandard.at/story/2000107567271/kaum-strategien-gegen-steigenden-freizeitverkehr-mit-dem-auto

Und jeder Weg, den man nicht öffentlich zurücklegen kann, verringert die Chance, dass man sich eine Zeitkarte kauft und den ÖV auch zu den übrigen Zeiten nutzt. Im Falle des Schweinbarther Kreuzes sind das also sämtliche Wege nach 21:18 (letzte Abfahrt ab Wien also ca. 20:30 Uhr...). Am Wochenende hat man aus Bad Pirawarth praktisch keine Chance (bzw. nur mit Fußweg nach Kottingbrunn, aber das auch nur bis Samstagmittag). Auf den am Wochenende befahrenen Strecken lockt man mit einem Zwei-Stunden-Takt auch niemanden hinterm Ofen hervor. Wenns doof läuft, ist man anderthalb Stunden zu früh oder eine halbe Stunde zu spät am Ziel. Das muss übrigens noch nicht mal Freizeitverkehr sein: Gerüchten zufolge gibt es auch Leute, die abends oder am Wochenende arbeiten müssen. Ich habe das Gefühl, die meisten Mitschreiber hier kennen den Arbeitsmarkt einfach nicht.

Zubringerbusverkehr, der das Potential erhöhen könnte, gibt es auch praktisch nicht.
Grundsätzlich hast du schon Recht, aber der Freizeitverkehr macht das Kraut nicht so fett. Sprich: Wenn man trotz diesem grundsätzlich guten Angebot nicht einmal die Züge wenigstens zur HVZ füllt, dann liegt das sicher nicht am "frühen" Betriebsschluss. Oder anders gesagt: Das ist nicht kriegsentscheidend, wir reden nicht vom 7. Bezirk, wo die Konkurrenz der Autobesitz an sich ist, sondern vom Weinviertel, wo man froh sein muss, wenn der ÖV das Zweit- oder Drittauto ersetzt. Gerade das Schweinbarther Kreuz ist für mich ein Beispiel, dass ein dichtes Angebot an sich wenig nutzt, es müssen auch die restlichen Rahmenbedingungen passen.

Und die Basis dafür wurde 1988 leider nicht gelegt. Man baute lieber eine Haltestelle ins Feld statt einer Einbindung...

Somit wurde viel warme Luft befördert, allerdings habe ich gehört, dass in der HVZ sogar Doppelgarnituren fahren.
Doppelgarnituren fahren nur aus Umlaufgründen, aber nicht aus Kapazitätsgründen. Auch in der HVZ sind die Züge leider relativ leer. Dafür der Parkplatz in Obersdorf voll, sodass die Leute schon entlang der Bundesstraße in der Wiese stehen.

Z-TW

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #78 am: 05. November 2019, 19:39:56 »
Im Weinviertel transportieren auch Busse vorwiegend warme Luft! Ausnahme: Schülerverkehr.
Siehe http://www.bahnforum.info/smf/index.php?topic=39460.0

Halbstarker

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #79 am: 05. November 2019, 19:57:38 »
Doppelgarnituren fahren nur aus Umlaufgründen, aber nicht aus Kapazitätsgründen.

Ja, das sind Überstellungen zum/vom Tanken in Gänserndorf. In Groß Schweinbarth gibt es keine Dieseltankstelle (für Schienenfahrzeuge  ;D).

hema

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #80 am: 05. November 2019, 20:07:01 »
Abgesehen ist diese Art von Dieseltriebwagen nicht gerade umweltschonend unterwegs.  :-\
Busse verbrauchen erheblich mehr Treibstoff, außerdem hauen sie Straßen unheimlich z'samm!   :down:
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Anrew Wiggin

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #81 am: 05. November 2019, 21:50:51 »

Busse verbrauchen erheblich mehr Treibstoff,

Wie kommst du da drauf? Moderne Busse brauchen 40-60 Liter / 100km. Bezüglich 5047 hab ich im EBFÖ einmal 100 Liter/100km gelesen. Hast du bessere Quellen?

Bezüglich Straßenabnützung: so viel können die paar Busse die Straße gar nicht schädigen, dass das teurer wäre als der Erhalt einer kompletten 2. Infrastru-10 ktur in Form der Eisenbahn. Eine Dieselbahn mit 5-20 Fahrgästen pro Zug zu betreiben, ist sicher nicht umweltfreundlich.

darkweasel

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #82 am: 05. November 2019, 22:21:22 »

Busse verbrauchen erheblich mehr Treibstoff,

Wie kommst du da drauf? Moderne Busse brauchen 40-60 Liter / 100km. Bezüglich 5047 hab ich im EBFÖ einmal 100 Liter/100km gelesen. Hast du bessere Quellen?
Wie ist das denn, wenn man es auf Fahrgastzahlen runterrechnet? Davon abgesehen vergleichst du "moderne Busse" mit einem keineswegs mehr modernen Dieseltriebwagen.

Katana

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #83 am: 05. November 2019, 22:42:57 »

Busse verbrauchen erheblich mehr Treibstoff,

Wie kommst du da drauf? Moderne Busse brauchen 40-60 Liter / 100km. Bezüglich 5047 hab ich im EBFÖ einmal 100 Liter/100km gelesen. Hast du bessere Quellen?
Wie ist das denn, wenn man es auf Fahrgastzahlen runterrechnet? Davon abgesehen vergleichst du "moderne Busse" mit einem keineswegs mehr modernen Dieseltriebwagen.
Auch wenn man Busse mit 5022ern vergleicht, ist der VT relativ alt. Das ist der Nachteil der längeren Lebensdauer von Schienenfahrzeugen.

hema

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #84 am: 06. November 2019, 00:44:25 »

Wie kommst du da drauf? Moderne Busse brauchen 40-60 Liter / 100km. Bezüglich 5047 hab ich im EBFÖ einmal 100 Liter/100km gelesen. Hast du bessere Quellen?
Ich habe mal gelesen, es seien 34 Liter.


Zitat
Bezüglich Straßenabnützung: so viel können die paar Busse die Straße gar nicht schädigen, dass das teurer wäre als der Erhalt einer kompletten 2. Infrastru-10 ktur in Form der Eisenbahn. Eine Dieselbahn mit 5-20 Fahrgästen pro Zug zu betreiben, ist sicher nicht umweltfreundlich.
Auf einen Bus kommen puncto Straßenabnützung mehrere 10.000 Pkw!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

abc

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #85 am: 06. November 2019, 08:05:35 »

Busse verbrauchen erheblich mehr Treibstoff,

Wie kommst du da drauf? Moderne Busse brauchen 40-60 Liter / 100km. Bezüglich 5047 hab ich im EBFÖ einmal 100 Liter/100km gelesen. Hast du bessere Quellen?
Wie ist das denn, wenn man es auf Fahrgastzahlen runterrechnet? Davon abgesehen vergleichst du "moderne Busse" mit einem keineswegs mehr modernen Dieseltriebwagen.
Auch wenn man Busse mit 5022ern vergleicht, ist der VT relativ alt. Das ist der Nachteil der längeren Lebensdauer von Schienenfahrzeugen.

Jein. Die Ressourcen, die zum Bau eines Busses benötigt werden, fallen ja auch nicht vom Himmel, und auch CO2 wird bei der Produktion emittiert. Und wenn ein Schienenbus über seine Lebenszeit drei Straßenbusse ersetzt (auf stärker nachgefragten Strecken, wo zwei Busse statt eines Schienenbusses nötig wären, vielleicht sogar sechs), spart allein das sicher schon einiges an Ressourcen ein, was wiederum den höheren Verbrauch bei eigentlichen Betrieb etwas kompensiert.

Man sollte auch einen anderen Punkt nicht vergessen: angenommen, heute sitzen in einem 5047 zehn Fahrgäste. Wenn nun nach der Umstellung fünf von ihnen Auto fahren, und das nicht nur bis Obersdorf oder Gänserndorf, sondern nach Wien hinein, wieviel spart man dann noch an CO2-Emissionen?

Auch wenn man Busse mit 5022ern vergleicht, ist der VT relativ alt. Das ist der Nachteil der längeren Lebensdauer von Schienenfahrzeugen.

Der 5022 ist doch aber vom Fassungsvermögen und folglich auch vom Verbrauch her eine ganze andere Kategorie. Das Problem ist m.E., dass es die ÖBB vor 10-15 Jahren versäumt haben, einen Nachfolger für die 5047 zu beschaffen, z.B. den Regio-Shuttle von Stadler.

Anrew Wiggin

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Re: Nebenbahnen
« Antwort #86 am: 07. November 2019, 12:00:17 »

Auf einen Bus kommen puncto Straßenabnützung mehrere 10.000 Pkw!
^

Das liegt aber nicht daran, dass der Bus die Straße so stark zerstört, sondern daran dass ein einzelner PKW der Straße so gut wie gar nichts antut (tatsächlich sind die Frostschäden eines Winters bei den miesten Straßen stärker als die Abnützung durch sämtliche PKWs eines Jahres; bei Straßen, die ausschließlich von PKWs benützt werden, bleibt das INstandhaltungsintervall immer gleich, egal wieviele PKWs dort fahren.) Und die extra Aufrechterhaltung der Schieneninfrastruktur ist halt immer teuerer als die Straße, die sowieso da ist, selbst wenn jeden Tag 100 Busse über die Straße fahren.