Autor Thema: Hausabriss und Mietenpreise  (Gelesen 420742 mal)

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Petersil

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1365 am: 22. Juni 2018, 18:25:03 »
Na bumm, da werden in der Breitenfurter Straße also von 6 bis 20 alle Häuser abgerissen. :o Da trotz gewisser Bedenken die Häuser vorletztes Jahr allesamt auf Bauklasse 3 umgewidmet worden sind, ist das aber kein Wunder.

Kurios ist, dass das Grundstück gegenüber, auf dem einmal ein Gewerbebetrieb war, so lange unverbaut bleibt. Im Häuserblock, in dem der Möbel Ludwig am Eck ist, sind auch sogar 5 Grundstücke komplett leer und das teilweise schon seit Jahren.

Linie106

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1366 am: 27. Juni 2018, 07:19:59 »
http://www.heute.at/oesterreich/wien/story/Abrissbirne-fegt-ueber-Gruenderzeithaeuser-hinweg-47237894

Abrissbirne fegt über Gründerzeithäuser hinweg
Bevor ein schärferes Gesetz in Kraft tritt, werden noch schnell Gründerzeithäuser abgerissen. Das sorgt für Ärger bei Anrainerin – und der Stadt.

Schutt, ein kaputter Dachstuhl: Eine Wand des Hauses in der Zieglergasse 53 (Wien-Neubau) wurde schon dem Erdboden gleichgemacht. Das zweistöckige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wird abgerissen. Architekturliebhaber schlagen Alarm: Es ist nicht das einzige Gebäude aus der Gründerzeit, das in Gefahr ist. Auch das Haus "Sperl"-Haus in der Wiedner Karolinengasse soll abgerissen werden, die Wiedner Grünen protestieren – "Heute" berichtete.

Grund für die übereilten Abrisse ist die Baurechtsnovelle, die am 28. 6. im Landtag fixiert werden soll. Sie sieht mehr Schutz für Gebäude vor, die vor 1945 errichtet wurden. "Damit schieben wir den zunehmenden Begehrlichkeiten von Immobilienspekulanten, mit Abbrüchen viel Geld zu machen, einen Riegel vor – auch zum Schutz der Mieter", so Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SP).

31/5

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1367 am: 27. Juni 2018, 09:00:12 »
Zuerst schnell abreißen - und dann passiert monate- oder jahrelang nichts (z. B. Breitenfurter Straße/Altmannsdorfer Straße oder Vivenotgasse/Wilhelmstraße) oder es wird ein Sandparkplatz etabliert (Komethaus Schönbrunner Schloßstraße)...

coolharry

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1368 am: 27. Juni 2018, 09:09:10 »
Was die ganzen Investoren, die da so schnell abreissen wollen, übersehen ist, dass sie sich damit die Argumentation ihrer Preise gleich mit abreissen. Wenn nämlich keine Gebäude mit Charme in der Umgebung stehen kann man auch nicht mehr damit werben. Wenn man dann irgendwann alles abgerissen hat, weils ja so kaputt war, steht halt ein Neubau neben dem anderen mit dem gleichen Charme wie die Seestadt. Wobei die dann mehr hat weil man das ganze ja mit berücksichtigt hat.

Geworben wird ja mit kleinen Cafes und netten Geschäften die aber in besagten Neubauten keinen Raum mehr haben. Juckt aber keinen solang die Kassa stimmt.

Auf der Wagramer Straße ist das recht schön zu beobachten, weil die ganzen Neubauten den Charme einer Autobahn besitzen  (was neben der häßlichen Wagramer schon eine Kunst ist) und die Gebäude, die die Gegend prägten, nicht mehr Existieren bzw. nach und nach planiert werden. Bald werdens ihre schicken schönen Eigentumsbuden nur mehr an Ausländer verkaufen können. Wenn es nicht eh schon so ist.
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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1369 am: 27. Juni 2018, 09:52:27 »
Obwohl ich auch kein Freund von Abreissen und dafür Luxuswohnungen errichten bin.

Eines sollte den Leute, die sich für ein Erhalten der alten Bauten einsetzten. Wenn eine Renovierung das mehrfache von einem Neubau kostet und die Wohnungen und die Raumaufteilungen bei weiten nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen. Wie willst du dann für eine Erhaltung dieser Häuser wirklich argumentieren.

Und abgesehen von den Preisen. Ich habe mir spaßhalber eine Wohnungspläne von renovierten Althäusern angeschaut. Und da muss ich sagen, nicht einmal geschenkt würde ich diese mMn völlig verbauten Wohnungen nehmen.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

haidi

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1370 am: 27. Juni 2018, 10:15:33 »
Die heutigen Wohnungen sind aber auch nicht viel besser. Das fängt damit an, dass es keine eigene Küche mehr gibt.
Zwei Säulen im Wohnzimmer, ca. 3/4 Meter vor der Wand
Küche im Wohnzimmer, die ums Eck geht - aber um ein Außeneck, d.h. man hat keinen Blick zum Herd, wenn man an der Abwasch steht.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

T1

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1371 am: 27. Juni 2018, 10:31:00 »
Eines sollte den Leute, die sich für ein Erhalten der alten Bauten einsetzten. Wenn eine Renovierung das mehrfache von einem Neubau kostet und die Wohnungen und die Raumaufteilungen bei weiten nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen. Wie willst du dann für eine Erhaltung dieser Häuser wirklich argumentieren.
Geh, das stimmt doch nur, wenn du oben ein Dachgeschoß draufbaust und Garagenplätze im Erdgeschoß oder Keller bauen musst (!, dank Bauordnung). Die Erhaltung selbst kostet ja nicht so viel, wenn die Substanz grundsätzlich in Ordnung ist.

Problem ist vielmehr, dass du im Neubau höhere Mieten verlangen kannst als im Altbau, der unterliegt nämlich der Vollanwendung des Mietrechtsgesetzes, welches eine Deckelung für vor 1945 erreichtete Wohneinheiten vorschreibt. Das macht Abreißen und Neubauen lukrativ.

coolharry

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1372 am: 27. Juni 2018, 10:31:26 »
Obwohl ich auch kein Freund von Abreissen und dafür Luxuswohnungen errichten bin.

Eines sollte den Leute, die sich für ein Erhalten der alten Bauten einsetzten. Wenn eine Renovierung das mehrfache von einem Neubau kostet und die Wohnungen und die Raumaufteilungen bei weiten nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen. Wie willst du dann für eine Erhaltung dieser Häuser wirklich argumentieren.

Und abgesehen von den Preisen. Ich habe mir spaßhalber eine Wohnungspläne von renovierten Althäusern angeschaut. Und da muss ich sagen, nicht einmal geschenkt würde ich diese mMn völlig verbauten Wohnungen nehmen.

Natürlich aber es gibt noch jede Menge alternativen als zum komplett Abriss.

Zum Beispiel kann man die Aussenmauer stehen lassen. Somit bleibt zumindest die Optik erhalten. Auch kenne ich ein Haus wo der Straßentrakt einen anderen Stockwerksteiler hatte als der Bereich zum Hof. Mir gehts nicht um Häuser erhalten um jeden Preis mir gehts um den Flair den so Ensemble ausstrahlt.

Und das die Alternativen mehr kosten als ein einfacher Abriss ist mir klar aber was bleibt wen man die meisten Gründerzeithäuser geschleift hat?
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

abc

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1373 am: 27. Juni 2018, 10:36:51 »
Und das die Alternativen mehr kosten als ein einfacher Abriss ist mir klar aber was bleibt wen man die meisten Gründerzeithäuser geschleift hat?

Die Innenstadt von Ludwigshafen, Köln oder Chemnitz. Wenn das keine tolle Vision für Wien ist!

Klingelfee

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1374 am: 27. Juni 2018, 10:38:48 »

Zum Beispiel kann man die Aussenmauer stehen lassen. Somit bleibt zumindest die Optik erhalten. auch kenne ich ein Haus wo der Straßentrakt einen anderen Stockwerksteiler hatte als der Bereich zum Hof. Mir gehts nicht um Häuser erhalten um jeden Preis mir gehts um den Flair den so Ensemble ausstrahlt.

Und das die Alternativen mehr kosten als ein einfacher Abriss ist mir klar aber was bleibt wen man die meisten Gründerzeithäuser geschleift hat?

Ist es da nicht einfacher, wenn man als Vorgabe für den Neubau gibt, dass die Aussenfassade wieder genau so ausschauen muss, wie bei dem Altbau?

In Salzburg hat das ein Eigentümer gemacht, nachdem er Ansich die Vorgabe hatte, nach einem Teileinsturz das Haus wieder aufzubauen.
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coolharry

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1375 am: 27. Juni 2018, 10:48:23 »
Ist es da nicht einfacher, wenn man als Vorgabe für den Neubau gibt, dass die Aussenfassade wieder genau so ausschauen muss, wie bei dem Altbau?

Das bekommt man  wahrscheinlich nicht mehr so hin wie vorher. Von der Tatsache  einmal angesehen, was weg ist ist weg.
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abc

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1376 am: 27. Juni 2018, 10:59:30 »
Ist es da nicht einfacher, wenn man als Vorgabe für den Neubau gibt, dass die Aussenfassade wieder genau so ausschauen muss, wie bei dem Altbau?

Ich muss da immer an den gruseligen Dresdner Neumarkt mit seiner Disneyarchitektur denken, der man schon beim ersten Anblick ansieht, dass sie noch keine 20 Jahre alt ist, obwohl sie Altstadt spielt.

diogenes

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1377 am: 27. Juni 2018, 11:12:23 »
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8e/Dresden-Neumarkt-pano.jpg

Besser als irgendwelche "Bauhaus-künstlerischen" (und in Wirklichkeit bloß pfuschbillige) Kästen, inmitten derer die Frauenkirche störend wirkte.
Ceterum censeo in Vindobona ferrivias stratarias ampliores esse.
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coolharry

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1378 am: 27. Juni 2018, 11:16:34 »
Ist es da nicht einfacher, wenn man als Vorgabe für den Neubau gibt, dass die Aussenfassade wieder genau so ausschauen muss, wie bei dem Altbau?

Ich muss da immer an den gruseligen Dresdner Neumarkt mit seiner Disneyarchitektur denken, der man schon beim ersten Anblick ansieht, dass sie noch keine 20 Jahre alt ist, obwohl sie Altstadt spielt.

Da ist Wien aber auch nicht besser. Im Ersten ist kaum noch ein Haus nicht in den letzten 40 Jahren komplett umgebaut worden.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8e/Dresden-Neumarkt-pano.jpg

Besser als irgendwelche "Bauhaus-künstlerischen" (und in Wirklichkeit bloß pfuschbillige) Kästen, inmitten derer die Frauenkirche störend wirkte.

Ich finds auch nicht so schlecht gemacht. Hundertmal besser als eine Glas/Beton Orgie.
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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1379 am: 27. Juni 2018, 11:26:20 »
Oh doch, da ist Wien um Welten besser!