Autor Thema: Verschiebebahnhof Breitenlee  (Gelesen 62090 mal)

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #60 am: 12. Januar 2020, 12:13:55 »
Wenn das Verschiebebahnhofsgelände bebaut wird,

Wie kommst du jetzt aufs Verschiebebahnhofsgelände???

Weil es in dem Thread darum geht (vgl. Threadtitel!) und sich auch meine Ausführungen in https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=2569.msg357416#msg357416 darauf beziehen.
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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #61 am: 13. Januar 2020, 01:01:03 »
Nehmen wir hypothetisch an dass dieses Gebiet (Verschiebebahnhofsgelände und Landwirtschaftsflächen links und rechts von der Verbindungsbahn) würde mit Brachialgewalt für Wohnbau gewidmet, entwickelt und bebauet werden, sodass die Landwirte ihren Grund teuer verkaufen können. Wie kann man das Gebiet erschließen? Was gibt es rundherum an vorhandener Infrastruktur? Eine trassierte Eisenbahnstrecke.

Es könnte etwa so ausschauen, mit Entwickelungsgebiet für 20,000 bis 30,000 Einwohner in dunkle Rot, und Lokalbahn (oder Schnellstraßenbahn –> siehe ehemalige Strab 64 1980 bis 1995 , mit 7 Haltestellen + Aspern Nord und Rautenweg)


TARS631

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #62 am: 24. Januar 2022, 22:03:51 »
In meinem Archiv noch gefunden - ein Bild vom Verschiebebahnhof Breitenlee aus dem Jahre 1972

Linie 25/26

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #64 am: Heute um 10:38:58 »
https://presse.wien.gv.at/presse/2026/03/19/viennatura-wien-holt-sich-ein-stueck-natur-zurueck

Wer sich für den ÖPNV erwärmen kann, sollte nicht den individuellen Datenverkehr fördern. Daher hier der Text:

Zitat
VienNATURA - Wien holt sich ein Stück Natur zurück

Neues EU-LIFE-Projekt zur Renaturierung in Breitenlee gestartet

Startschuss für das größte Renaturierungsprojekt in der Bundeshauptstadt: Der frühere Bahnhof Breitenlee ist nun auch offiziell das Projektgebiet des EU-geförderten Projektes „LIFE VienNATURA“. Die ersten Umsetzungsarbeiten haben bereits begonnen – und werden ab sofort zügig fortgesetzt.

Koordiniert wird das Projekt von der Stadt Wien Umweltschutz – die wichtigsten Projektpartner*innen sind die Stadt Wien - Forst- und Landwirtschaftsbetrieb, die 48er sowie das Naturhistorische Museum, Birdlife Österreich und ICLEI Europe.

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky stellte das Projekt VienNATURA am Donnerstag gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen vor: „Mit diesem LIFE-Projekt starten wir in Wiens bisher größtes Renaturierungsprojekt, das ist ein großer Schritt in Richtung EU-Wiederherstellungsverordnung!“ so der Stadtrat. Die Wiener Stadtpolitik hat schon oft Entscheidungen mit Weitblick getroffen, die sich bewährt haben: Dazu wollen wir nun mit diesem weiteren zukunftsweisenden Projekt beitragen!“

Umsetzung bis Ende 2032

„Die Arbeit in Breitenlee kann mit den Mitteln aus der EU-Förderung nun zügig weitergehen, ergänzen Michael Kienesberger, Leiter der Stadt Wien – Umweltschutz, und Petra Wagner. Leiterin der Stadt Wien - Forst- und Landwirtschaftsbetrieb, denen die operative Projektleitung für LIFE VienNatura obliegt. „Neben den Renaturierungsmaßnahmen und Monitorings, wird ein Managementplan erstellt, der sicherstellt, dass der einmalige Wert des Areals auch nach Ende des Projekts 2032 erhalten bleibt“

Der alte Verschiebebahnhof in Breitenlee liegt schon lange brach. Nun soll ihm neues Leben eingehaucht werden, indem Betonflächen entsiegelt und die Trockenrasen und Steppenlebensräume wiederhergestellt werden. Das trägt dazu bei, wertvolle Lebensräume für die Wiene Fauna und Flora zu erhalten, zu vergrößern und weitere neu zu schaffen.

Einen Teil der erforderlichen Geldmittel für die Renaturierung des Areals – etwa zwei Drittel der Gesamtsumme - hat sich Wien nun im Rahmen eines EU-LIFE-Projekts gesichert. Im Rahmen von LIFE VienNATURA werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Biodiversität in der Stadt zu fördern, wertvolle Lebensräume zu erhalten und den Wiener*innen auch zukünftig ein wertvolles Stück Natur als Erholungsraum zu sichern.

Neos Wien Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner betont: „Als Wiener Aufschwungskoalition setzen wir beim Umweltschutz einen wichtigen Schwerpunkt auf Artenschutz und Biodiversität in der Stadt. Mit dem neuen Naturschutzgebiet in Breitenlee sichern wir Lebensräume für geschützte Tier- und Pflanzenarten ab und optimieren sie, indem wir den natürlichen Ursprungszustand wiederherstellen. Davon profitieren schließlich auch wir Menschen, denn eine gesunde Natur und ein gesundes Makro- und Mikroklima sind für uns lebensnotwendig. Besonders erfreulich ist, dass wir als Stadt Wien hier direkt von der EU-Renaturierungsverordnung profitieren, da wir einen großen Teil der Kosten aus EU-Mitteln refundiert bekommen.“

Vom Wert eines Naturraums für Biodiversität und Lebensqualität

Die Arbeiten haben in Kooperation der Abteilungen Umweltschutz und Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien bereits begonnen. Ziel sind die Erhaltung und Verbesserung der kostbaren Offenlandschaft: Die wichtigsten Maßnahmen dafür sind Entsiegelung, Wiesenpflege, Bekämpfung invasiver Pflanzenarten, Schaffung von Weideflächen und so fort. Von der Sicherung der Vielfalt an Tieren und standorttypischen Pflanzenarten profitieren zahlreiche Arten von Wildtieren und raren Pflanzen, darunter Vögel, Wildbienen, Heuschrecken und Orchideen.

Naherholung und kühlende Durchlüftung

Aber auch die Menschen in der Stadt profitieren von der grünen „Lunge“ des schnell wachsenden 22. Bezirks. Für die Wiener*innen wird entsteht hier ein Naherholungsraum; jedoch kein weiterer Park, vielmehr ein Raum geprägt von Respekt gegenüber der Natur. Naturverträgliche Besucher*innen-Lenkung und Information sollen den verständnisvollen Umgang mit diesem wichtigen Lebensraum fördern.

So müssen die beiden Nutzungen als Erholungsraum und als Schutzgebiet kein Widerspruch, sondern gegenseitige Ergänzung sein. Darüber hinaus leistet das Areal einen nicht unwesentlichen Beitrag für das Stadtklima in der Umgebung. Es dient als Durchlüftungsschneise und wirkt auch durch Beschattung und Verdunstung von Regenwasser kühlend.

Der Weg vom Bahnhof zum Naturjuwel

Der Verschiebebahnhof Breitenlee war nur kurz in Betrieb und wurde 1945 stillgelegt. Seitdem konnte die Natur das Gebiet für sich zurückerobern. Im Lauf der nutzungsfreien Jahrzehnte konnte sich ein wertvoller Biotop-Komplex aus Wald und Trockenrasen etablieren, der wertvoller Lebensraum für seltene und geschützte Arten ist. Allerdings hatten auch invasive Pflanzenarten hier Fuß gefasst. Diese sogenannten Neophyten, allen voran Götterbaum und Goldrute, können die ansässigen Arten verdrängen und ganze Wiesen naturschutzfachlich entwerten.

Die Stadt Wien hat das Areal von den ÖBB erworben, um das bisher größte innerstädtische Renaturierungsprojekt zu starten. Der Ankauf wurde durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.

Das insgesamt über 90 Hektar große Areal wurde bereits im November 2025 von der Wiener Landesregierung als das 6. Natura2000-Gebiet in der Bundeshauptstadt abgesichert und genießt damit hohen europäischen Schutzstatus. Inzwischen wurden bereits erste Teilflächen entsiegelt und von Neophyten befallene Flächen sukzessive befreit.

Das Projekt „LIFE VienNATURA“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des LIFE-Programmes kofinanziert. https://www.wien.gv.at/umwelt/naturschutz-areal-breitenlee

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)

coolharry

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #65 am: Heute um 10:55:15 »
Ich finde das Wording schlecht.

"Renaturierung"
Dort wuchert seit fast 80 Jahren die Natur wie sie halt eben will.
Das man jetzt Pflanzenarten entfernt, die bei uns nicht heimisch sind, mag zwar ein Naturschutzprojekt sein, ist aber meiner Meinung nach keine Renaturierung.
Eine Renaturierung würde man ja wohl verstehen, dass man Flächen die für was anderes verwendet wurde, wieder als Naturraum herrichtet. Z.B ehemalige versiegelte Flächen, Baumanipulatonsflächen etc.

Davon mal abgesehen, dass ich das für eine ziemliche Sisyphosarbeit halte die am Ende nur bedingten Nutzen haben wird, weil Invasivearten sind deswegen Invasiv, weil sie sich eben nicht leicht klein kriegen lassen.

Das man das Areal aber als wilde Gstettn erhalten will, und dadurch Naturräume erhalten will, halte ich für gut.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

fr3

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #66 am: Heute um 17:31:14 »
Ich finde das Wording schlecht.

"Renaturierung"
Dort wuchert seit fast 80 Jahren die Natur wie sie halt eben will.
Das ist eine "antrophisch geprägte" Natur. Die invasiven Pflanzenarten (Neophyten) sind ein bekanntes Phänomen auf Güterbahnhöfen. Denn sie stammen hauptsächlich von über Güterwagen eingeschleppten Samen, die oft tausende Kilometer Reise hinter sich haben. Mit der Bahn kamen (und kommen zum Teil noch heute) Waren, die per Schiff Ozeane überquert haben. Und mit ihnen in den Verpackungen (Kisten, Säcke etc.) zahlreiche "blinde Passagiere", die sich dann neben den Schienen "niedergelassen" haben.

Vor vielen Jahren habe ich dazu eine Studie zum Anhalter Bahnhof in Berlin gelesen. Dort wurde am ehemaligen Güterbahnhof der Park am Gleisdreieck angelegt.
It may be dangerous to be America's enemy, but to be America's friend is fatal.
(Henry Kissinger)

F 748

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #67 am: Heute um 18:10:24 »
Na, und aus Übersee per Schiff eintreffende Container werden nur per Bahn feinverteilt und NICHT per LKW?

Nulltarif

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #68 am: Heute um 18:43:26 »
anthropisch. (Das "h" hat sich verirrt.)
Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe. (Dalai Lama)

Katana

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #69 am: Heute um 19:52:22 »
Eine Renaturierung würde man ja wohl verstehen, dass man Flächen die für was anderes verwendet wurde, wieder als Naturraum herrichtet. Z.B ehemalige versiegelte Flächen, Baumanipulatonsflächen etc.
Vom Entsiegeln kann man im Presse-Text lesen.

Davon mal abgesehen, dass ich das für eine ziemliche Sisyphosarbeit halte die am Ende nur bedingten Nutzen haben wird, weil Invasivearten sind deswegen Invasiv, weil sie sich eben nicht leicht klein kriegen lassen.
Wenn man was macht, kann man sie "klein halten" und die heimische Tierwelt hat ausreichend von der heimischen Pflanzenwelt verfügbar.

MK

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Re: Verschiebebahnhof Breitenlee
« Antwort #70 am: Heute um 20:23:09 »
Na, und aus Übersee per Schiff eintreffende Container werden nur per Bahn feinverteilt und NICHT per LKW?

Doch, deswegen gibt es die Neophyten auch häufig am Straßenrand.

Aber Güterbahnhöfe haben einen höheren Durchsatz an Containern und bessere Bedingungen für Pflanzen als Autobahnen oder Lkw-Parkplätze.
o_O