Autor Thema: Linie 63 (1907-1959)  (Gelesen 78707 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

60er

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 7475
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #210 am: 12. Februar 2019, 08:42:36 »
Mich wundert nur nach dem Spektakel am 158 wie sang- und klanglos der 61 und 63 über Nacht verschwunden sind, bis man beim 13er eine Show durch halb Wien machte.
Ich verstehe deine Verwunderung nicht. Es sind in den 60er- und frühen 70er-Jahren zahlreiche Linien sang- und klanglos verschwunden. Beim 158er war es halt die erste Einstellung überhaupt, deswegen gab es Feierlichkeiten. Der 13er hatte eine Sonderstellung, da er zu den wichtigsten und bekanntesten Linien Wiens zählte. Das kann man vom 61er und 63er nicht behaupten, das waren untergeordnete und relativ schwach frequentierte Linien.

Bus

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2133
  • Der Bushase
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #211 am: 12. Februar 2019, 09:17:51 »
Wobei das verwunderlich ist, wenn man sich den 59A ansieht, der sogar mal mit Stockbussen bedient worden ist und auf ähnlicher Strecke verkehrt.

60er

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 7475
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #212 am: 12. Februar 2019, 09:34:10 »
Wobei das verwunderlich ist, wenn man sich den 59A ansieht, der sogar mal mit Stockbussen bedient worden ist und auf ähnlicher Strecke verkehrt.
Der 61er war sicher die stärkere Linie. Der 63er dagegen überlebte auch als Bus nicht sehr lange, er wurde 1969 eingestellt.

WVB

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 235
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #213 am: 12. Februar 2019, 09:42:07 »
Hat da wer noch die Uhrzeiten der Blauen?
Nicht aus dem Jahr 1959 aber man kann es zumindest mit den Betriebszeiten aus den Jahren 1954 und 1969 (Bus) gut eingrenzen. Der letzte 63er fuhr wohl um 00:11 Uhr von der Oper weg wenn die Betriebszeiten über die Jahre hinweg gleich blieben:

1954
Oper - Schönbrunn 05:50 - 00:11
Schönbrunn - Oper 05:26 - 23:46

1969
Oper - Schönbrunn 05:50 - 00:11
Schönbrunn - Oper 05:29 - 23:51

win22

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 134
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #214 am: 12. Februar 2019, 19:50:52 »
Vielen Dank für die Infos betreffend dem 63er. Ich bin in der 13, 61, 63 Gegend aufgewachsen, daher
sind diese Linien, die ich nicht mehr erleben konnte, interessant. Ebenso weil in den
80er Jahren bei diversen Strassenreparaturen im 5. Bezirk die Schienen und Weichen zum Vorschein kamen
und die Rosetten an den Fassaden allgegenwärtig waren (und zum Teil noch sind).

Ich glaube der Stellhebel der Weiche des 63ers Reinprechtsdorferstrasse#Margaretenstrasse war noch
bis Mitte der 80er Jahre aufgestellt, obwohl die Gleise unter dicken Asphalt schlummerten.

Wusste nicht, dass der 61 und 63 scheinbar ohne Elektroweichen fuhren.

Der Bus 63 wurde u.a. im Zusammenhang mit der U-Bahnbaustelle Karlsplatz eingestellt.
Am Di., 14.10.1969 wurden die Einbahnen in der Margaretenstrasse und Schönbrunnerstrasse umgedreht
und bestehen heute noch. Ebenso seit dem Datum fährt kein Bus mehr durch die Hamburgerstrasse
sondern Bus 61 und 63 wurden im 4. und 5. Bezirk zusammengelegt und trennten sich erst ab der Ramperstorfergasse
auf Ihre alten Strassenbahnrouten auf.

Am So., 2.11.1969 wurde der Bus 63 eingestellt und seine alte (Strassenbahnroute) im 4. und Teilen
des 5. Bezirk durch den Bus 61 ersetzt und die Hamburgerstrasse und die Wienzeile nicht mehr befahren
wie zur Zeit der Strassenbahn. Der heutige 59A fährt heute genauso durch die Operngasse,
Margaretenstrasse und Schönbrunnerstrasse wie Ende der 1960er Jahre der 63 Bus.

haidi

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 11201
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #215 am: 13. Februar 2019, 00:15:53 »
Ich glaube der Stellhebel der Weiche des 63ers Reinprechtsdorferstrasse#Margaretenstrasse war noch
bis Mitte der 80er Jahre aufgestellt, obwohl die Gleise unter dicken Asphalt schlummerten.

Wusste nicht, dass der 61 und 63 scheinbar ohne Elektroweichen fuhren.
Stellhebelweichen wurden hauptsächlich oder praktisch immer nur für selten befahrene Relationen verwendet (z.B. in Rudolfsheim von der Stadt kommend gab es eine zur Halle 3.)
Sonst wurden nicht elektrifizierte Weichen  vom Zugführer mit der Weichenkrücke gestellt.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

hema

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 15131
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #216 am: 13. Februar 2019, 00:42:12 »
. . . . z.B. in Rudolfsheim von der Stadt kommend gab es eine zur Halle 3.
Stadteinwärts ging es per Stellhebelweiche zur Halle 3!   ;)

Eigentlich sogar zwei mal, a) bei der Winckelmannstraße (wie heute) und b) bei der Anschützgasse.   :lamp:
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

win22

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 134
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #217 am: 22. Februar 2019, 18:01:29 »
Heute vor 60 Jahren fuhr der letzte blaue 63 von Schönbrunn zur Oper und wieder zurück.   :-X

nord22

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 9417
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #218 am: 09. April 2019, 22:45:26 »
G2 2026 nach dem Einbiegen aus der Preßgasse in der Rechten Wienzeile (Foto: Mag. Alfred Luft, 17.07.1958).

LG nord22

Hawk

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1408
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #219 am: 10. April 2019, 20:38:22 »
Super Bild danke!  :up: :)
Das leben zwingt einen oft in die Knie,jedoch ein jeder kann selbst entscheiden ob er liegen bleibt oder wieder aufsteht! :-)

nord22

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 9417
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #220 am: 18. Mai 2019, 19:07:09 »
Ein Postkartenmotiv mit H 2277 + g der Linie 63 und einem G2 (G3) + m3 Zug der Linie J bei der Oper in den 30er Jahren; links im Vordergrund ein WIVO Autobus (Foto: Archiv Dr. Peter Standenat).

LG nord22

nord22

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 9417
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #221 am: 23. Mai 2019, 09:27:22 »
G2 2085 im Kreuzungsbereich Schönbrunner Straße/ Margaretengürtel, verewigt am 17.07.1958 von Mag. Alfred Luft. Die Linie 63 war das zweite Opfer der Autovergötterungsgenquete 1955 (lies: Verkehrsenquete 1955), welche das Umstellen schwach frequentierter Straßenbahnlinien auf Busbetrieb vorsah. 

LG nord22

reredol

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 32
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #222 am: 24. Mai 2019, 11:31:45 »
(lies: Verkehrsenquete 1955)

Bitte wo findet man die?

60er

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 7475
Re: Linie 63 (1907-1959)
« Antwort #223 am: 24. Mai 2019, 11:57:53 »
7.11.1955: Eröffnung der 1. Wiener Straßenverkehrsenquete

Im Wiener Rathaus wurde heute die 1. Wiener Straßenverkehrsenquete durch Vizebürgermeister Honay eröffnet, zu der Fachleute aus aller Welt nach Wien gekommen sind.

In Anwesenheit fast sämtlicher Mitglieder der Wiener Stadtregierung, Polizeipräsident Holaubek begrüßte Stadtrat Thaller die Teilnehmer und stellte die Fachleute aus dem Ausland vor:

Direktor Ing. Cornelius van Traa (der Erbauer des neuen Rotterdam);
Stadtrat Prof. Dr. Ing. Dr. hc. Hillebrecht (der Erbauer des neuen Hannover);
Dipl.-Ing. Otto Sill, erster Baudirektor der Stadt Hamburg;
Direktor Max Mrosz (Hamburger Hochbahn);
Prof. Dr. Alwin Seifert (Wissenschaftler aus München);
Arch. Prof. Thomas Sharp (aus Oxford, der Spezialist des englischen Städtebaues);
Prof. Ing. Dr. Corrado Guzzanti (Rom, international bekannter Lehrer für Verkehrsfragen an der Universität Pisa);
Prof. Dr. Ing. Kurt Leibbrand (Ordinarius der Lehrkanzel für Verkehr an der Technischen Hochschule Zürich);
Dipl.-Ing. Stig Samuelson (Generalsekretär der Groß-Stockholmer Verkehrsverwaltung);
der Auslandsösterreicher Arch. Heinrich Kosina (Vorstandsmitglied des Bundes deutscher Architekten und Flugplatzsachverständiger und Mitarbeiter des Flughafens Frankfurt am Main);
Prof. Dr. Alois Pendl (Technische Hochschule Graz, international bekannter österreichischer Straßenverkehrsfachmann).

Stadtrat Thaller führte aus: "Diese Enquete ist keine beschließende Körperschaft, sondern eine kollegial zusammengesetzte, ausschließlich auf Freiwilligkeit basierende einmalige Einrichtung, an der dankenswerterweise Fachleute und Laien, offizielle und private Kreise völlig gleichberechtigt teilnehmen."

Die Gemeinde Wien hat diese international beschickte Fachtagung einberufen, um die wachsenden Wiener Verkehrsprobleme von einem größeren Kreis europäischer Verkehrsexperten besprechen zu lassen. Aufgabe der I. Wiener Straßenverkehrsenquete, die in drei öffentlich zugänglichen Plenarversammlungen und in fünf geschlossenen Kommissionen vom 7. bis 17. November tagen wird, ist es, Empfehlungen an die Wiener Gemeindeverwaltung zu verfassen. Diese Beratungsergebnisse der Enquete werden vielfach als Grundlage von Überlegungen für Verkehrsplanungsfragen Wiens (Generalverkehrsplan, usw.), in den nächsten Jahrzehnten dienen können.

Der Arbeitsbereich der Kommissionen umfasst folgende Themengruppen:

"Grundsätzliches", "Straßenverkehrsplanung", "Baulichtechnische Fragen", "Gesetzliche Maßnahmen" und "Verkehrspolitik und öffentlicher Massenverkehr".


Quelle: https://www.wien.gv.at/rk/historisch/1955/november.html