Autor Thema: Mitdenken beim Wageneinsatz?  (Gelesen 852359 mal)

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Bus

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #105 am: 25. Juli 2012, 09:42:16 »
Ich habe den Eindruck, dass sich die gleiche Anzahl von Fahrgästen schneller in einen E1+cx schlichtet als in einen ULF, ...

Also am 43er kann mans immer wieder beobachten. Wenn längere Zeit nichts kommt, ist es danach meist ein E1, gefolgt (meist gleich dahinter) von einem ULF. Und der arme Teufel vorne im E1 - sofern er nicht schon verzweifelt ist - fahrt sich die Seele aus dem Leib  ;D

Wattman

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #106 am: 25. Juli 2012, 10:00:29 »
Ja, der blickt dem Tod ständig ins Auge - manchmal mit bis zu 35 km/h! ;D

schaffnerlos

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #107 am: 25. Juli 2012, 10:04:51 »
Wobei gerade der 43er mit seinem dichten Intervall ideal für E1-Einsätze ist (gute Wageneinsatzplanung natürlich vorausgesetzt).

hema

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #108 am: 25. Juli 2012, 10:06:22 »
So viel zur "Subjektiven Wahrnehmung". Ob, wann und wie viel ein Zug hängt, das beeinflussen viele Faktoren. Eine der Hauptursachen für auftretende Unregelmäßigkeiten sind und bleiben in Wien die Ampeln. Trotz jahrzehntlanger gegenteiliger Behauptungen kam es hier zu keiner wirksamen Verbesserung, sieht man von ein paar lokalen Feigenblättern ab. Hat ein Zug Glück und kommt überall durch, weiß der Fahrer nicht, was er mit der gewonnenen Zeit anfangen soll, hat er Pech und wird überall abgeperrt und ist er hoffnungslos verspätet. Das ergibt einen schönen Ziehharmonikaeffekt von Geleitzug - lange Wartezeit - Geleitzug. Kommt wer überall halbwegs gut durch, ist er auch recht pünktlich, da es aber keine Garantie dafür gibt, kommt es bei kürzeren Intervallen und starkem Fahrgastaufkommen (und einigen anderen Unwägbarkeiten) recht rasch und häufig zu den beschriebenen Unregelmäßigkeiten. Dafür sind gar keine großartigen "Verkehrsereignisse" nötig!



Normalerweise am einfachsten und zuverlässigsten ist der E1, am schwierigsten der E2. Der ULF liegt da irgendwie in der Mitte.
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13er

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #109 am: 25. Juli 2012, 10:33:11 »
Am 43er gäbe es noch so viel zu tun bezüglich Beschleunigung. Schon von der Anfangsstation weg. Es ist einfach lähmend, dass so gut wie jeder Zug gleich nach der Ausfahrt Schottentor wieder bei der Kreuzung Reichsratsstraße steht. Dann ewige Stehzeit bei der Kreuzung Landesgericht. Dann die dort wirklich fehlende (und ohne Gründe einfach nicht zur Errichtung geplante) Doppelhaltestelle Lange Gasse. Dann die unnötige Hst. Skodagasse. Dann die Ampeln am Gürtel. Usw. usf. Besonders lähmend fällt einem das auf, wenn man aus anderen Städten, die wirkliche Beschleunigungsprogramme fahren, zurückkommt. Mich wundert nicht, dass die meisten Fahrgäste nach einer U-Bahn schreien.

Ich fürchte, ich muss Bus aber recht geben: Die E1 dürften, so gerne ich sie habe, am 43er den Betrieb schon etwas aufhalten. Auch wenn ich da nur auf subjektive Eindrücke zurückgreifen kann, mir scheinen sie in dem ewigen Paternoster namens 43er einfach inzwischen zu langsam zu sein. Aber man ist ja gerade dabei, die Abfertigungszeiten des ULF zu verlängern, also wird das auch in Kürze hinfällig.
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Bus

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #110 am: 25. Juli 2012, 10:43:34 »
So viel zur "Subjektiven Wahrnehmung". Ob, wann und wie viel ein Zug hängt, das beeinflussen viele Faktoren. Eine der Hauptursachen für auftretende Unregelmäßigkeiten sind und bleiben in Wien die Ampeln.

Ja, vor kurzem hatte ich wieder das Vergnügen am 5er zw. Westbhf. und Spitalgasse...
Also depperter kann man die Ampeln nicht mehr schalten. Sogar der Waldi von der Trude hat uns immer wieder überholt.

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #111 am: 25. Juli 2012, 10:47:07 »
Am 43er gäbe es noch so viel zu tun bezüglich Beschleunigung. Schon von der Anfangsstation weg. Es ist einfach lähmend, dass so gut wie jeder Zug gleich nach der Ausfahrt Schottentor wieder bei der Kreuzung Reichsratsstraße steht. Dann ewige Stehzeit bei der Kreuzung Landesgericht. Dann die dort wirklich fehlende (und ohne Gründe einfach nicht zur Errichtung geplante) Doppelhaltestelle Lange Gasse. Dann die unnötige Hst. Skodagasse. Dann die Ampeln am Gürtel. Usw. usf. Besonders lähmend fällt einem das auf, wenn man aus anderen Städten, die wirkliche Beschleunigungsprogramme fahren, zurückkommt. Mich wundert nicht, dass die meisten Fahrgäste nach einer U-Bahn schreien.

Ich fürchte, ich muss Bus aber recht geben: Die E1 dürften, so gerne ich sie habe, am 43er den Betrieb schon etwas aufhalten. Auch wenn ich da nur auf subjektive Eindrücke zurückgreifen kann, mir scheinen sie in dem ewigen Paternoster namens 43er einfach inzwischen zu langsam zu sein. Aber man ist ja gerade dabei, die Abfertigungszeiten des ULF zu verlängern, also wird das auch in Kürze hinfällig.

Ich pflichte dir bis zu einen gewissen Grad bei.
Aber kann es nicht auch daran liegen, das die heutigen Fahrer einfach keine E1 mehr richtig fahren, bedienen, bewegen können? Denn gerade am 43er hast du mit den neuen Ulfs eine "verbesserte" Kurvenbegrenzung, die zusätzlich die ohnehin langen Fahrzeiten weiter  belasten!

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #112 am: 25. Juli 2012, 11:06:34 »
Aber kann es nicht auch daran liegen, das die heutigen Fahrer einfach keine E1 mehr richtig fahren, bedienen, bewegen können? Denn gerade am 43er hast du mit den neuen Ulfs eine "verbesserte" Kurvenbegrenzung, die zusätzlich die ohnehin langen Fahrzeiten weiter  belasten!
Ja, wird sicher auch daran liegen! Aber auch der Fahrgastwechsel dauert beim E1 länger als beim ULF (wie gesagt, man arbeitet ja eh daran, den ULF hier an ältere Standards anzupassen).

Lustigerweise ist der E1 das einzige Fahrzeug, das, wenn es beim Schottentor richtig laut "A"-Signal wegfährt, die Kreuzung Reichsratsstraße schafft. Beim alten ULF konnte man m.W. die Kurvenbegrenzung noch einigermaßen umgehen, aber jetzt steht dort jeder Zug.
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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #113 am: 25. Juli 2012, 11:11:07 »
Lustigerweise ist der E1 das einzige Fahrzeug, das, wenn es beim Schottentor richtig laut "A"-Signal wegfährt, die Kreuzung Reichsratsstraße schafft. Beim alten ULF konnte man m.W. die Kurvenbegrenzung noch einigermaßen umgehen, aber jetzt steht dort jeder Zug.
Und die VLSA kann man nicht so programmieren, dass das "A" ein paar Sekunden früher aufleuchtet? Es handelt sich nur um die Änderung eines Straßenbahnlichtsignals, daher kann es auch keinen Stau entlang von Zweierlinie und Lände bis Hainburg geben. Und das Scheinargument der Verhinderer, die Umprogrammierung dauere ein Jahr und koste 100.000 Euro, zieht wohl auch nicht.

Eine andere Idee wäre eine Countdownanzeige, die die verbleibenden Sekunden bis zum Aufleuchten des "A" angibt. Da kann sich dann jeder Fahrer die für ihn optimale Abfahrtszeit empirisch erarbeiten.
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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #114 am: 25. Juli 2012, 11:29:07 »
Und die VLSA kann man nicht so programmieren, dass das "A" ein paar Sekunden früher aufleuchtet?
Können schon, aber wollen? Es gibt auch wichtigere Signale, die monatelang nicht funktionier(t)en (z.B. in der Ustrab; anstatt das Signal zu reparieren, ließ man Geschwindigkeitsmessungen durchführen, weil einige Fahrer nach und nach das kaputte (gelb-gelb) Signal ignorierten).
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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #115 am: 25. Juli 2012, 11:42:09 »
Zitat
Ich kann dem Einsatz von Hochflurzügen untertags nichts Negatives abgewinnen. Die Intervalle sind dicht genug, dass sich die Wartezeit auf einen Niederflurzug in erträglichem Rahmen bewegen sollte.
Das mag für den 43er zutreffen, am 40er und 41er hat man bis heute ab und zu Wartezeiten von über 30 Minuten, sofern das keine Anzeigefehler sind.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

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hema

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #116 am: 25. Juli 2012, 11:42:40 »

Und die VLSA kann man nicht so programmieren, dass das "A" ein paar Sekunden früher aufleuchtet?
Und die VLSA kann man nicht so programmieren, dass sie dann (und sofort) "Frei" zeigt, wenn tatsächlich ein Zug kommt?



Das eigentliche Signal "A" heißt Ankündigung einer Freiphase und leuchtet 8 Sekunden vor dem Umschalten des Strab-Lichtsignals auf. Jene paar "A", die es gibt, die zwar genauso ausschauen, aber Abfahrtsempfehlung bedeuten, sind sowieso für den Hugo!  ::)
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95B

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #117 am: 25. Juli 2012, 11:47:30 »
Und die VLSA kann man nicht so programmieren, dass das "A" ein paar Sekunden früher aufleuchtet?
Können schon, aber wollen? Es gibt auch wichtigere Signale, die monatelang nicht funktionier(t)en (z.B. in der Ustrab; anstatt das Signal zu reparieren, ließ man Geschwindigkeitsmessungen durchführen, weil einige Fahrer nach und nach das kaputte (gelb-gelb) Signal ignorierten).
Hätten sich die Fahrer an das Signal gehalten und so kontinuierlich Verspätung produziert, wäre es sicher rascher repariert worden. Die Geschwindigkeitsmessungen sind wohl von einer anderen Abteilung als der Signalwerkstätte durchgeführt worden: Bloß, weil etwas defekt ist, rechtfertigt das nicht das Ignorieren der Signalvorschrift. Schließlich könnte das Signal ja auch durch einen Schienenbruch hängengeblieben sein.
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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #118 am: 25. Juli 2012, 12:08:00 »
Die Signale hängen normalerweise nicht, weil sie selber einen Schaden haben, sondern weil einer der zugehörigen Isolierstöße mit (leitendem) Dreck überbrückt ist! Früher wurde, wenn so ein Signal gemeldet wurde (Pflicht!) umgehend wer hingeschickt um den Schmutz wegzubürsten, heute nicht mehr, weil man abwartet, ob sich das von selber wieder "einrenkt", was zur Folge hat, dass manche Signale tage- oder wochenlang spinnen. Ergo, weil eh nix passiert, meldet auch niemand mehr fehlanzeigende Signale, um sich das grantige "Jo, danke, wiss' ma eh!" zu ersparen.


Ist ja auch blöd und lästig. Ein Gelb/Gelb wurde gemeldet, ein "Gleisböhm" hat sich auf den Weg gemacht, als der hinkam, ist alles wieder bestens gelaufen. Nach einer halben Stunde oder vielleicht auch nach drei, ist es wieder "gehängt". Und solange Arbeiter im Tunnel sind, heißt es dort Schrittgeschwindigkeit oder sogar anhalten.
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moszkva tér

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Re: Mitdenken beim Wageneinsatz?
« Antwort #119 am: 25. Juli 2012, 12:20:53 »
Die Signale hängen normalerweise nicht, weil sie selber einen Schaden haben, sondern weil einer der zugehörigen Isolierstöße mit (leitendem) Dreck überbrückt ist! Früher wurde, wenn so ein Signal gemeldet wurde (Pflicht!) umgehend wer hingeschickt um den Schmutz wegzubürsten, heute nicht mehr, weil man abwartet, ob sich das von selber wieder "einrenkt", was zur Folge hat, dass manche Signale tage- oder wochenlang spinnen. Ergo, weil eh nix passiert, meldet auch niemand mehr fehlanzeigende Signale, um sich das grantige "Jo, danke, wiss' ma eh!" zu ersparen.


Ist ja auch blöd und lästig. Ein Gelb/Gelb wurde gemeldet, ein "Gleisböhm" hat sich auf den Weg gemacht, als der hinkam, ist alles wieder bestens gelaufen. Nach einer halben Stunde oder vielleicht auch nach drei, ist es wieder "gehängt". Und solange Arbeiter im Tunnel sind, heißt es dort Schrittgeschwindigkeit oder sogar anhalten.

Gut zu wissen, wie die Einstellung der Wiener Linien zu wirklich sicherheitsrelevanten Einrichtungen ist, während man überall anders Warndurchsagen am Fließband produziert  :down: