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Linz / Re: Präsentation TramTrain
« Letzter Beitrag von 38ger am Gestern um 14:29:22 »In meinen Gesprächen hab ich das riesige WC als Problem herausgehört.
Als Behindertenverbände zum Test an einem lebensgroßen Fahrzeugmodell eingeladen wurden, waren die Rollstuhlfahrer vom voluminösen barrierefreien WC wenig begeistert – sie eröffneten den überraschten Planenden, dass sie es in einer schwankenden Straßenbahn sowieso nie benützen würden, zu groß wäre die Sturzgefahr, zu kurz die Reisedauer – ein inzwischen fast typisches Beispiel des Overengineerings aufgrund überzogener Vorschriften und Normen, die nicht nur niemandem nützen, sondern vieles unbezahlbar machen.
Die haben gesagt, "da kommen wir ja nicht dran vorbei, der Gang ist zu schmal, und außerdem gibts ja niemand der hilft, wenn man stürzt" - pipigehen ist nämlich keine einfache Verrichtung, die meisten Rollifahrer haben andere Lösungen (wurde mir erzählt)
https://www.mauerspiel.at/texte/2025-11-29-Presse-Spectrum-Tramwaydesign.pdf
Von Linz Hbf. nach Peuerbach fährt man gut 1h 20 Minuten, wenn man dann weiter in den Osten von Linz, zur Uni oder nach Urfahr will ist man schon deutlich über 1,5 Stunden, tw. schon bei 2 Stunden. Von Linz nach Aigen wird die Regiotram wohl ebensowenig wie nach Rohrbach kommen, aber auch von Klenzell nach Urfahr fährt man eine 3/4-Stunde, wobei als Regiotram die meisten Fahrgäste wohl eher die Durchbindung über die Donau nutzen würden und somit noch länger unterwegs sind. Da hat sich wohl jemand vom Wort "Tram" und der Tatsache, dass die Regiotramplanungen in OÖ nicht so bekannt sind in die Irre führen lassen.
Auch von ein paar Rollstuhlfahrern auf "die meisten" zu schließen halte ich für falsch. Jene, welche nur mit persönlicher Assistenz unterwegs sein können umfassen solche Tests wohl kaum, jene, welche sehr mobil sind und im Alltag auf wenig Hindernisse stoßen, weil sie selbst über klei e Treppen alleine kommen wohl auch nicht. Abgesehen davon, dass Barrierefreiheit ja auch bedeutet, dass man mit einer Gehhilfe und/oder einer Begleitperson auf die Toilette kommt.
Personen mit Behinderungen haben venauso unterschiedliche Bedürfnisse wie Personen ohne Behinderungen, das kann man einfach nicht so verallgemeinern. Dass der Gang daneben zu eng ist mag natürlich stimmen, der Fehler läge dann aber im "underengineering", denn auch für Durchgangsbreiten muss es ja eigentlich praxistaugliche Normwerte geben!

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