Autor Thema: Hausabriss und Mietenpreise  (Gelesen 421527 mal)

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tramway.at

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1605 am: 04. Juni 2019, 11:44:31 »
Haralds Begeisterung für die NEOS aufgrund deren ÖV-Vorschläge dürfte sich auch auf andere Politikbereiche auswirken >:D

Nein, das hat nichts damit zu tun. Ich sehe nur nicht ein, dass sich der Staat massig in Dinge einmischt, die ohne ihn besser funktionieren würden. Im Mietrecht könnte ich mir zB freie Vereinbarkeit vorstellen, bei gleichzeitiger Rechtsberatung des Mieters, um das Wissensgefälle zwischen Vermieter und Mieter auszugleichen.  Aber auch in anderen Bereichen hat der Staat eigentlich nichts verloren - warum zB kann eine Ehe bzw Lebensgemeinschaft nicht durch einen schlichten verpflichtenden Notariatsakt geschlossen werden? Es geht im Grunde niemanden was an, wer mit wem zusammen lebt. Oder das traditionelle 13./14. Gehalt - da wird der Arbeitnehmer für zu blöd gehalten, auf sein Geld aufzupassen, indem der Arbeitgeber für ihn ein halbes Jahr spart, anstatt den Jahresverdienst in 12 gleichen Teilen auszubezahlen. Aber klar, das ist alles nicht mehrheitsfähig in einem Land, in dem Verbrecher auch noch per Vorzugsstimme ins EU-Parlament gewählt werden.

Aber ich denk mir inzwischen eh oft, 80% der Leute gehören entmündigt.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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coolharry

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1606 am: 04. Juni 2019, 12:11:15 »
Haralds Begeisterung für die NEOS aufgrund deren ÖV-Vorschläge dürfte sich auch auf andere Politikbereiche auswirken >:D

Nein, das hat nichts damit zu tun. Ich sehe nur nicht ein, dass sich der Staat massig in Dinge einmischt, die ohne ihn besser funktionieren würden. Im Mietrecht könnte ich mir zB freie Vereinbarkeit vorstellen, bei gleichzeitiger Rechtsberatung des Mieters, um das Wissensgefälle zwischen Vermieter und Mieter auszugleichen.  Aber auch in anderen Bereichen hat der Staat eigentlich nichts verloren - warum zB kann eine Ehe bzw Lebensgemeinschaft nicht durch einen schlichten verpflichtenden Notariatsakt geschlossen werden? Es geht im Grunde niemanden was an, wer mit wem zusammen lebt. Oder das traditionelle 13./14. Gehalt - da wird der Arbeitnehmer für zu blöd gehalten, auf sein Geld aufzupassen, indem der Arbeitgeber für ihn ein halbes Jahr spart, anstatt den Jahresverdienst in 12 gleichen Teilen auszubezahlen. Aber klar, das ist alles nicht mehrheitsfähig in einem Land, in dem Verbrecher auch noch per Vorzugsstimme ins EU-Parlament gewählt werden.

Aber ich denk mir inzwischen eh oft, 80% der Leute gehören entmündigt.

"Freie Vereinbarkeit" klingt ja toll führt in der Realität aber nur dazu das die einen Mondpreise verlangen, die man sich dann auf einen hohen aber gerade so leistbaren Preis runter handelt und einem die beim übern Tisch ziehen entstehende Wärme dann auch noch in Rechnung gestellt wird.
Ausserdem kann man das bei neueren Mietwohnungen ja eh. Nur wer machts? Keiner. Die einen wollen ihr Geld. Und wenns der eine nicht zahlt zahlts ein anderer. Irgendeinem armen Schwein kann man auch das dunkelste Loch vermieten.

13. und 14. Monatsgehalt: Siehe Deutschland. Ein Verkäufer verdient dort nicht mehr als bei uns. Dafür bekommt er dann halt einen Weihnachtsbonus. Oder eben auch nicht. Persönlich bin ich für die 13. und 14. Gehalt Regel. Sorgt sie doch dafür das man mit seinem Monatseinkommen budgetiert und die beiden Sonderzahlungen als Bonus kommen.

Und nur weil nicht mal 1% der Wahlberechtigten unbelehrbar sind, sagt das nichts über den Rest deiner Mitmenschen aus.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

T1

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1607 am: 04. Juni 2019, 12:16:56 »
Haralds Begeisterung für die NEOS aufgrund deren ÖV-Vorschläge dürfte sich auch auf andere Politikbereiche auswirken >:D

Nein, das hat nichts damit zu tun. Ich sehe nur nicht ein, dass sich der Staat massig in Dinge einmischt, die ohne ihn besser funktionieren würden. Im Mietrecht könnte ich mir zB freie Vereinbarkeit vorstellen, bei gleichzeitiger Rechtsberatung des Mieters, um das Wissensgefälle zwischen Vermieter und Mieter auszugleichen.  Aber auch in anderen Bereichen hat der Staat eigentlich nichts verloren - warum zB kann eine Ehe bzw Lebensgemeinschaft nicht durch einen schlichten verpflichtenden Notariatsakt geschlossen werden? Es geht im Grunde niemanden was an, wer mit wem zusammen lebt. Oder das traditionelle 13./14. Gehalt - da wird der Arbeitnehmer für zu blöd gehalten, auf sein Geld aufzupassen, indem der Arbeitgeber für ihn ein halbes Jahr spart, anstatt den Jahresverdienst in 12 gleichen Teilen auszubezahlen. Aber klar, das ist alles nicht mehrheitsfähig in einem Land, in dem Verbrecher auch noch per Vorzugsstimme ins EU-Parlament gewählt werden.

Aber ich denk mir inzwischen eh oft, 80% der Leute gehören entmündigt.

Ob der Wohnungsmarkt ohne den Staat besser funktieren würde, ist aber nicht so eindeutig, wie du so darstellst. Da scheiden sich die Geister, schaut man sich Wien an, ist der freie Teil des Wohnungsmarktes deutlich teurer als der staatlich geförderte und streng regulierte (also die, die unter die Vollanwendung des Mietrechtsgesetz fallen). Ob das daran liegt, ob ein großer Teil des Wohnungsmarkts streng reguliert ist, oder nicht, darüber kann man streiten. Gerade weil Wohnen ein Grundrecht sein sollte, bin ich der Meinung, dass der Staat sich hier einzumischen hat, da traue ich nicht dem freien Spiel der Kräfte. Das kann rein logisch betrachtet nur zu einer Ghettoisierung führen :(

Aja, und:

Nein, das hat nichts damit zu tun. Ich sehe nur nicht ein, dass sich der Staat massig in Dinge einmischt, die ohne ihn besser funktionieren würden.
[...]
Aber ich denk mir inzwischen eh oft, 80% der Leute gehören entmündigt.
Passt ja wunderbar zusammen :P :D

moszkva tér

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1608 am: 04. Juni 2019, 13:08:35 »
... in einem Land, in dem Verbrecher auch noch per Vorzugsstimme ins EU-Parlament gewählt werden.
a) es gilt die Unschuldsvermutung
b) Vorsicht... besagte Gruppe ist bekannt für ihre Prozessfreudigkeit  :lamp:

Ansonsten:
Es geht im Grunde niemanden etwas an, wer mit wem zusammen lebt? Ok, du schreibst über die Ehe, ich spinne das weiter auf das Meldewesen: Der Staat hat sehr wohl die Pflicht, Dinge durchzusetzen, die nur über die vorgeschiebene Meldung erfolgen können: Steuerpflicht, Wehrpflicht, Schulpflicht, Zustellung von behördlichen Schriftstücken / Vorladungen, Notfallverständigungen, Durchführung von Wahlen, Katastrophenschutz (Evakuierung z.B.).
Und weiter gesponnen: Der "Staat" (Republik, Land, Bezirk, Gemeinde usw...) hat auch die Aufgabe der Planung des kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfs an aller Arten von Infrastruktur oder Versorgung in einem Gebiet (Gesundheit, Bildung, ÖV, Trink- und Abwasser, Müllentsorgung, Pflege, Sicherheit...)
Das hängt letztlich alles am Meldewesen. Der Staat muss wissen, wieviele und welche Personen wo leben. Und der Staat hat gleichzeitig die Pflicht, diese Daten nicht missbräuchlich zu verwenden.

Nach deiner Argumentation sollte sich der Staat auch nicht einmischen, wie du deine Wohnungen einrichtest. Brandschutz, Fluchtwege, Abgasmessung der Therme - braucht man alles nicht. Der Staat hat sich nicht einzumischen, wenn die Leute an ihre Häuser einfach anbauen, sodass die Feuerwehr nicht mehr durchkommt :bh:

4463

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1609 am: 04. Juni 2019, 14:04:14 »
Ohne Wertung der vorhergehenden Kommentare: Es gibt Länder ohne Meldewesen. Die funktionieren auch.
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
Mark Twain über die Wienerstadt.

Ferry

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1610 am: 04. Juni 2019, 18:08:08 »
Ohne Wertung der vorhergehenden Kommentare: Es gibt Länder ohne Meldewesen. Die funktionieren auch.

In Europa? Nenne bitte ein paar Beispiele.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

MK

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1611 am: 04. Juni 2019, 18:55:35 »
Ohne Wertung der vorhergehenden Kommentare: Es gibt Länder ohne Meldewesen. Die funktionieren auch.

In Europa? Nenne bitte ein paar Beispiele.

Großbritannien, Frankreich und Irland kennen keine Meldepflicht. Wenn man seine Adresse nachweisen muss, tut man dies z.B. mit einer Strom- oder Wasserrechnung.
So vergeht Jahr um Jahr, und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.

dariok

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1612 am: 05. Juni 2019, 12:53:33 »
Ob der Wohnungsmarkt ohne den Staat besser funktieren würde, ist aber nicht so eindeutig, wie du so darstellst. Da scheiden sich die Geister, schaut man sich Wien an, ist der freie Teil des Wohnungsmarktes deutlich teurer als der staatlich geförderte und streng regulierte (also die, die unter die Vollanwendung des Mietrechtsgesetz fallen). Ob das daran liegt, ob ein großer Teil des Wohnungsmarkts streng reguliert ist, oder nicht, darüber kann man streiten. Gerade weil Wohnen ein Grundrecht sein sollte, bin ich der Meinung, dass der Staat sich hier einzumischen hat, da traue ich nicht dem freien Spiel der Kräfte. Das kann rein logisch betrachtet nur zu einer Ghettoisierung führen :(

Schauen wir doch mal nach Deutschland, wo die meisten großen Städte weite Teile ihrer Wohnungen verkauft haben und der Markt weitgehend frei ist.
Darmstadt, nicht übermäßig groß, hat in nicht übertrieben luxuriösen Wohnung Mieten zwischen 13€ und 20€ je Quadratmeter KALT. Da fängt eine 30m²-Wohnung bei 400€ Kaltmiete an, darauf dann noch so ca. 130€ an Nebenkosten plus Strom/Wasser/Heizung.
Und nein, die Jahresnettolöhne sind nicht so dramatisch viel höher als in Wien, daß dies den Unterschied ausgleichen würde.

W_E_St

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1613 am: 05. Juni 2019, 22:42:58 »
Hoffentlich bleibt er im Zuge der Umbauarbeiten erhalten bzw. wird entsprechend nachgerüstet.
Davon würde ich nicht ausgehen! Die Rechtslage in Österreich macht den Weiterbetrieb solcher Anlagen leider nicht einfach.

Naja, der im Rathaus erfreut sich ja auch noch bester Gesundheit (und ist m.W. der einzige vorhandene, frei zugängliche Pater Noster).
Er muss halt den entsprechenden Sicherheitsbestimmungen gemäß (Stop- und Alarmtaste in jeder Kabine und in jedem Stockwerk, schwenkbare Trittstufen usw.) nachgerüstet werden und der jährlichen Inspektion durch den TÜV standhalten. Schwierig bzw. unmöglich ist m.W. nur die Errichtung von Neuanlagen, bestehende Anlagen dürfen bei Einhaltung aller Vorschriften weiter betrieben werden.

Der Punkt ist aber, dass die laufenden Paternoster durchgehend in Betrieb waren, wohingegen der in der E-Werks-Direktion über längere Zeit abgestellt war. Nach 6 Monaten Sperre gelten die Anforderungen für eine Neuanlage soweit ich das verstanden habe, und damit ist eine Wiederinbetriebnahme fast unmöglich.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

95B

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1614 am: 07. Juni 2019, 15:49:13 »
Das "blaue Haus" wird abgerissen: https://derstandard.at/2000104526234
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

moszkva tér

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1615 am: 08. Juni 2019, 09:36:04 »
Das "blaue Haus" wird abgerissen: https://derstandard.at/2000104526234

Dafür bekommen wir jetzt ein Ikea  :up:

Ich fahre zwar gerne zu Ikea, aber die paar Mal im Jahr stört es mich eigentlich nicht, wenn ich da nach Kagran raus muss. Aber bitte, jeder wie er mag...

martin8721

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1616 am: 10. Juni 2019, 20:02:04 »
Absolut kein Juwel, aber just for the records:
In der Laxenburger Straße (gegenüber der Autobusgarage Raxstraße) wird gerade das 1962 errichtete Beiersdorf-Hochhaus abgetragen.

[ Für Gäste keine Dateianhänge sichtbar]

Wer sich für das Gebäude interessiert - hier zwei Links, wie das Gebäude einst und am Schluss aussah:

https://m.spiluttini.azw.at/index.php?inc=project&id=2608

http://www.architekt-stelzhammer.at/beiersdorf.html

60er

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1617 am: 12. Juni 2019, 09:59:18 »
Das "blaue Haus" wird abgerissen: https://derstandard.at/2000104526234
Bei den abgerissenen Geschäftsportalen in der Mariahilfer Straße kam an einigen Stellen die ursprüngliche Fassade des Gebäudes zum Vorschein, die sehr stark gegliedert und nicht blau war. Das Haus wurde also irgendwann (vermutlich nach dem 2. Weltkrieg) fast komplett entstuckt.

37er-Wagen

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1618 am: 12. Juni 2019, 13:50:17 »
Das "blaue Haus" wird abgerissen: https://derstandard.at/2000104526234
Bei den abgerissenen Geschäftsportalen in der Mariahilfer Straße kam an einigen Stellen die ursprüngliche Fassade des Gebäudes zum Vorschein, die sehr stark gegliedert und nicht blau war. Das Haus wurde also irgendwann (vermutlich nach dem 2. Weltkrieg) fast komplett entstuckt.

ad Fassade: das kann ja nicht wirklich eine Überraschung gewesen sein. ich hoffe, Du hast - zu Dokumentationszwecken - ein paar Fotos geschossen?
und eigentlich müßte im Archiv der Baupolizei auch noch ein Fassadenplan der Liegenschaft aufliegen... aber wenn man etwas nicht bewahren will, dann nutzt das alles nichts.
Mit freundlichen Grüßen
37er-Wagen

PRO Wiederherstellung Linie 8 !!

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Re: Hausabriss und Mietenpreise
« Antwort #1619 am: 13. Juni 2019, 10:25:07 »
ad Fassade: das kann ja nicht wirklich eine Überraschung gewesen sein. ich hoffe, Du hast - zu Dokumentationszwecken - ein paar Fotos geschossen?
und eigentlich müßte im Archiv der Baupolizei auch noch ein Fassadenplan der Liegenschaft aufliegen... aber wenn man etwas nicht bewahren will, dann nutzt das alles nichts.
Hier ein Foto. Besonders viel ist von der ursprünglichen Fassade nicht übrig und der Zustand ist sehr schlecht.