Autor Thema: 4020er  (Gelesen 541440 mal)

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MK

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Re: 4020er
« Antwort #900 am: 24. April 2026, 21:40:03 »
Warum wurde eigentlich bei den Matrixanzeigen später die Linienbezeichnung bei der Wiener S-Bahn entfernt?

Die Brosebänder hatten für die Wiener S-Bahn immer die Linien mit drauf, für alle anderen Ziele und Zuggattungen nicht. Bei den Matrixanzeigen wurde das zuerst übernommen, später ist überall nur noch das Ziel gestanden - obwohl man dann ja gar kein Broseband mehr tauschen müsste...
o_O

T1

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Re: 4020er
« Antwort #901 am: Gestern um 01:22:28 »
Aktuell wird die Linienbezeichnung nicht angezeigt, weil diese nicht unabhängig vom Zugziel eingespeichert und dann im Fahrzeug je nach Zuglauf zusammengesetzt werden kann, sondern immer nur fix das Zugziel in Kombination mit einer Liniennummer "hardgecoded" werden kann. Ich nehme an, dass deswegen davon abgerückt worden ist. Und vermute, um jedes Zugziel mit jeder möglichen Liniennummer anzuzeigen wird nicht genügend Speicherplatz vorhanden sein.

haidi

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Re: 4020er
« Antwort #902 am: Gestern um 07:08:37 »
Ich kann mich erinnern, wie die ET 4020 in den Siebzigern schlecht geredet wurden, etwa weil sie zu den Plattformen keine Zwischentüren hatten!
Damals hatten die Türen auch noch keine Lichtschranken. Damit es bei längeren Stationsaufenthalten nicht reinzieht, gab es innen einen Türschließknopf.
Das war ein nachträglicher Einbau, wenn ich mich richtig erinnere, erst ab den 90ern. Jedenfalls wurden sie ab ca. 1993 von Brosebändern auf Matrix-Anzeigen umgebaut.
Das mit dem Türschließknopf stimmt, die Türen wurden auf Signal des Zugführers geschlossen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er da nicht einen Stift hatte, mt##it dem er an einer Türe den Schließ- und den Abfahrbefehl gab.
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

Cerberus2

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Re: 4020er
« Antwort #903 am: Gestern um 08:14:17 »
Ja, der Zugführer hatte einen Stift. Wenn dieser Stift in die vorgesehene Öffnung hineingesteckt wurde, blieb die eine Tür unter Öffnungsdruck. Drücken auf den Stift gab ein Tonsignal im Führerstand. Einmal Drücken: Schließen. Zweimal Drücken: Abfahrt.

Der Fahrgastknopf zum Türe schließen wurde von den Fahrgästen wenig verwendet. Er legte, solange er gedrückt war, Schließdruck an. Aus rein technischen Gründen musste dieser Knopf also gedrückt werden, bis die Türe zu war und der dann wieder einsetzende Öffnungsdruck die Türe nicht wieder öffnen konnte.

Der Knopf wurde später sogar mit "Knopf drücken bis Türe geschlossen ist" beschriftet.

Leicht offtopic: Bei den 4030ern war es praktisch genauso. Lediglich die 7030, die mit Loks (zum Beispiel 1046) gezogen wurden, hatten eine andere Funktionsweise: Schließdruck wurde erst ab Erreichen einer gewissen Geschwindigkeit angelegt, und zwar automatsch. Ebenso legte Drücken des Stiftes Schließdruck an (im ganzen Zug, außer bei der eigenen Tür). Der Zugbegleiter/Zf schloss die Türen bei Abfertigung durch langes Drücken des Stiftes (eben, bis alle Türen zu waren). Dann stieg er die Stiegen hinauf und schloss die eigene Tür mit dem vorhin beim 4020er erwähnten Fahrgastknopf. In der Zwischenzeit konnte man aber wieder einsteigen, da ja die Türen wieder unter Öffnungsdruck standen und erst durch Erreichen einer kleinen Fahrgeschwindigkeit wieder unter Schließdruck gesetzt wurden.

60er

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Re: 4020er
« Antwort #904 am: Gestern um 09:28:32 »
Das war ein nachträglicher Einbau, wenn ich mich richtig erinnere, erst ab den 90ern. Jedenfalls wurden sie ab ca. 1993 von Brosebändern auf Matrix-Anzeigen umgebaut.
Das kam gleichzeitig mit dem Upgrade des Innenraums (Türen purpur statt rot, neue blaue Stoffbezüge, Nackenstützen).

Die Vorarlberger 4020er wurden nicht umgerüstet und als diese ca. 2007 nach Wien umstationiert wurden, waren für kurze Zeit plötzlich wieder Wagen mit der Ursprungsausstattung auf der Stammstrecke im Einsatz.

60er

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Re: 4020er
« Antwort #905 am: Gestern um 09:31:29 »
Das mit dem Türschließknopf stimmt, die Türen wurden auf Signal des Zugführers geschlossen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er da nicht einen Stift hatte, mt##it dem er an einer Türe den Schließ- und den Abfahrbefehl gab.
Die kleine Metallbox für den Stift ist bei den 4020ern eh bis heute vorhanden.

Der Türschließknopf war für die Fahrgäste gedacht und nicht für den Zugbegleiter. Die einstöckigen Cityshuttle-Wagen haben so einen Türschließknopf übrigens auch heute noch.

T1

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Re: 4020er
« Antwort #906 am: Gestern um 13:10:33 »
Das war ein nachträglicher Einbau, wenn ich mich richtig erinnere, erst ab den 90ern. Jedenfalls wurden sie ab ca. 1993 von Brosebändern auf Matrix-Anzeigen umgebaut.
Das kam gleichzeitig mit dem Upgrade des Innenraums (Türen purpur statt rot, neue blaue Stoffbezüge, Nackenstützen).

Die Vorarlberger 4020er wurden nicht umgerüstet und als diese ca. 2007 nach Wien umstationiert wurden, waren für kurze Zeit plötzlich wieder Wagen mit der Ursprungsausstattung auf der Stammstrecke im Einsatz.
Die Vorarlberger wurden auch umgerüstet, aber erst, als sie in Wien waren. Bis zur Umrüstung fuhren sie dann eben noch in Ursprungslackierung (auch außerhalb der Stammstrecke, etwa der S40), innen waren sie an den Tischen erkennbar. Das Broseband war dann aber nicht in Betrieb.

Julian94

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Re: 4020er
« Antwort #907 am: Heute um 10:35:40 »
Ja an den Türschließknopf kann ich mich noch gut erinnern, den habe ich als Kind vor allem am Westbahnhof gerne gedrückt. Das war die Linie, welche die Stammstrecke mit dem Westbahnhof verband. Mein Vater behauptet, es war die S35, ich kann dieses Liniensignal aber nicht finden, nur die S15, welche später nur noch nach Hütteldorf fuhr. Die Route war damals folgendermaßen: Stammstrecke, Speising, Penzing, Westbahnhof, Penzing, Hütteldorf wenden, Verbindungsbahn über Speising zurück auf die Stammstrecke. Diese Verbindung wurde spätestens 2000 eingestellt. Bitte um nähere Details zu dieser Linie.

60er

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Re: 4020er
« Antwort #908 am: Heute um 11:04:44 »
Die Vorarlberger wurden auch umgerüstet, aber erst, als sie in Wien waren. Bis zur Umrüstung fuhren sie dann eben noch in Ursprungslackierung (auch außerhalb der Stammstrecke, etwa der S40), innen waren sie an den Tischen erkennbar. Das Broseband war dann aber nicht in Betrieb.
Ja, aber eben erst nachträglich in Wien. Das Broseband war auf Leerfeld gestellt. Ich nehme an, dass da nur Ziele aus Vorarlberg aufgedruckt waren.

Ja an den Türschließknopf kann ich mich noch gut erinnern, den habe ich als Kind vor allem am Westbahnhof gerne gedrückt. Das war die Linie, welche die Stammstrecke mit dem Westbahnhof verband. Mein Vater behauptet, es war die S35, ich kann dieses Liniensignal aber nicht finden, nur die S15, welche später nur noch nach Hütteldorf fuhr. Die Route war damals folgendermaßen: Stammstrecke, Speising, Penzing, Westbahnhof, Penzing, Hütteldorf wenden, Verbindungsbahn über Speising zurück auf die Stammstrecke. Diese Verbindung wurde spätestens 2000 eingestellt. Bitte um nähere Details zu dieser Linie.
Eine S35 hat es nie gegeben. Es gab die Linie S15 von der Stammstrecke über Speising - Penzing zum Westbahnhof. Zurück ging es dann über Hütteldorf - Speising zur Stammstrecke. Ich glaube mich zu erinnern, dass bei der Rückfahrt das Liniensignal S3 verwendet wurde.

Paulchen

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Re: 4020er
« Antwort #909 am: Heute um 14:12:26 »
Ich glaube mich zu erinnern, dass bei der Rückfahrt das Liniensignal S3 verwendet wurde.

Ja, und zwar schon ab Westbahnhof.

https://www.reddit.com/r/WienMobil/comments/1pepprx/wiener_netzplan_aus_1992/

Alex

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Re: 4020er
« Antwort #910 am: Heute um 14:51:19 »
Ich glaube mich zu erinnern, dass bei der Rückfahrt das Liniensignal S3 verwendet wurde.

Ja, und zwar schon ab Westbahnhof.

https://www.reddit.com/r/WienMobil/comments/1pepprx/wiener_netzplan_aus_1992/
Wobei der Netzplan nicht aus dem Jahr 1992 stammen kann, sondern aus dem Jahr 1996 oder 1997 sein muss, da 1996 die U6 nach Floridsdorf eröffnet wurde und die U3 nach Ottakring (1998) dort noch als zukünftige Verlängerung dargestellt ist.
Aber danke für den Plan. Das Liniensignal S15 hat sich dann aber glaub ich noch länger gehalten, aber irgendwann nur mehr für den Teil zwischen Floridsdorf und Meidling.

MK

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Re: 4020er
« Antwort #911 am: Heute um 15:22:04 »
Bei der Einführung ist die S15 (in beide Richtungen) Floridsdorf - Stammstrecke - Meidling - Westbahnhof - Hütteldorf - Meidling - Stammstrecke - Floridsdorf gefahren. Die Idee war wohl, dass man die S15 als Zu- und Abbringer zu den Westbahnzügen nutzen kann, und am Westbahnhof in den dort bereits stehenden Zug einsteigt, anstatt am Bahnhof zu warten, aber auf der Rückfahrt schon in Hütteldorf aussteigt und schneller am Ziel ist.

Die S3 ist unabhängig davon Westbahnhof - Hütteldorf - Meidling - Stammstrecke - Hollabrunn (- Retz) gefahren, wobei Züge auch erst ab Hütteldorf oder ab Meidling gefahren sind. Deswegen steht sie im Netzplan auch an beiden Bahnhöfen und in Meidling, aber nicht in Liesing.

Ab dem Fahrplanwechsel Dezember 2000 sind die Züge dann (weiterhin in beiden Richtungen als S15 bezeichnet) nur noch Floridsdorf - Stammstrecke - Meidling - Hütteldorf und zurück gefahren. Die S3 hat den Westbahnhof nicht mehr erreicht.

2005 ist dann die große Linienreform gekommen, bei der die Stammstrecken-Züge eine Liniennummer pro Richtung bekommen haben. Ab dann wurden alle Züge von der Stammstrecke - Meidling - Hütteldorf, aber nur in diese Richtung, als S15 bezeichnet, die Gegenrichtung je nach nördlichem Ziel als S2 (Laaer Ostbahn), S3 (Nordwestbahn) oder S4 (Nordwestbahn, weiter Richtung Absdorf-Hippersdorf). In Floridsdorf endende Züge haben eine Linienbezeichnung bekommen, die in den Takt gepasst hat (u.a. daher war dieses Liniensystem nicht besonders sinnvoll...)

Ab 2008 wurden die Züge ab Hütteldorf teilweise in der HVZ nach Unter Purkersdorf zur Verstärkung der S50 verlängert, in diese Richtung als S15, in die Gegenrichtung nach nördlicher Endstation (meistens S2).

2012 wurde das Linienkonzept mit der (Teil-)Eröffnung des Hauptbahnhofs aufgegeben und damit war die Linienbezeichnung S15 Geschichte. Die S60 ist stattdessen Meidling - Hütteldorf (- Unter Purkersdorf) gefahren, ab 2015 mit der Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofs hat den Streckenabschnitt die S80 übernommen. Die Verlängerung nach Unter Purkersdorf in der HVZ wurde 2019 aufgegeben, stattdessen die S50 verdichtet.

Eine S35 hat es nie gegeben.
o_O

Braila_E1

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Re: 4020er
« Antwort #912 am: Heute um 15:58:37 »
Musste man damals dann am Westbahnhof und in Hütteldorf bei der S15 wenden?

38ger

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Re: 4020er
« Antwort #913 am: Heute um 16:28:36 »
@Braila_E1: Ist ja von der Gleislage her gar nicht anders möglich!

Bei der Einführung ist die S15 (in beide Richtungen) Floridsdorf - Stammstrecke - Meidling - Westbahnhof - Hütteldorf - Meidling - Stammstrecke - Floridsdorf gefahren. Die Idee war wohl, dass man die S15 als Zu- und Abbringer zu den Westbahnzügen nutzen kann, und am Westbahnhof in den dort bereits stehenden Zug einsteigt, anstatt am Bahnhof zu warten, aber auf der Rückfahrt schon in Hütteldorf aussteigt und schneller am Ziel ist.

Die S3 ist unabhängig davon Westbahnhof - Hütteldorf - Meidling - Stammstrecke - Hollabrunn (- Retz) gefahren, wobei Züge auch erst ab Hütteldorf oder ab Meidling gefahren sind. Deswegen steht sie im Netzplan auch an beiden Bahnhöfen und in Meidling, aber nicht in Liesing.

Ab dem Fahrplanwechsel Dezember 2000 sind die Züge dann (weiterhin in beiden Richtungen als S15 bezeichnet) nur noch Floridsdorf - Stammstrecke - Meidling - Hütteldorf und zurück gefahren. Die S3 hat den Westbahnhof nicht mehr erreicht.

2005 ist dann die große Linienreform gekommen, bei der die Stammstrecken-Züge eine Liniennummer pro Richtung bekommen haben. Ab dann wurden alle Züge von der Stammstrecke - Meidling - Hütteldorf, aber nur in diese Richtung, als S15 bezeichnet, die Gegenrichtung je nach nördlichem Ziel als S2 (Laaer Ostbahn), S3 (Nordwestbahn) oder S4 (Nordwestbahn, weiter Richtung Absdorf-Hippersdorf). In Floridsdorf endende Züge haben eine Linienbezeichnung bekommen, die in den Takt gepasst hat (u.a. daher war dieses Liniensystem nicht besonders sinnvoll...)

Ab 2008 wurden die Züge ab Hütteldorf teilweise in der HVZ nach Unter Purkersdorf zur Verstärkung der S50 verlängert, in diese Richtung als S15, in die Gegenrichtung nach nördlicher Endstation (meistens S2).

2012 wurde das Linienkonzept mit der (Teil-)Eröffnung des Hauptbahnhofs aufgegeben und damit war die Linienbezeichnung S15 Geschichte. Die S60 ist stattdessen Meidling - Hütteldorf (- Unter Purkersdorf) gefahren, ab 2015 mit der Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofs hat den Streckenabschnitt die S80 übernommen. Die Verlängerung nach Unter Purkersdorf in der HVZ wurde 2019 aufgegeben, stattdessen die S50 verdichtet.

Eine S35 hat es nie gegeben.

Danke für diese ausführliche Zusammenfassung, so genau hätte ich das nicht mehr gewusst!

Fuhren S3 und S15 immer nur stündlich zwischen Meidling und Speising oder gab es bereits ein Mal einen dichteren Takt als heute zwischen Meidling und Speising?