Autor Thema: [PM] Verbindungsbahn jetzt fix: Bessere S-Bahn von Penzing nach Meidling  (Gelesen 543401 mal)

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38ger

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Was jetzt, Schranken oder kein Schranken. Die Schließzeiten sind schon sehr hoch, das betrifft nicht nur die bösen Autofahrer, sondern auch die Fußgänger und Radfahrer. Somit ist die Höherlegung durchaus von berechtigtem öffentlichem Interesse, auch wenn es den Autofahrern auch einen Vorteil bringt

Ich verwehre mich dagegen, dass das Bahnbudget eine Niveaufreimachung für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger finanziert. Das ist eine Angelegenheit, die die Stadt Wien zu zahlen hat; es geht nicht, das dem Bund unterzuschieben. Und wenn er das schon zahlt, dann bitte für ein sinnvolles Projekt.

Das Grundproblem ist, dass der Umbau zwar enorme Summen verschlingt, gleichzeitig aber keine niveaufreie Verbindung von S45 zur S80 ermöglicht, ja noch nicht ein Mal eine niveaugleiche derartige Verbindung. Weiters aber nicht ein Mal eine Umsteigestation Baumgarten von S80 zu S45 vorsieht und auch der Bogen zum Westbahnhof eingleisig bleibt. Betrieblich bringt der ganze Ausbau der Bahn also nur eine Umfahrung des Wienerwaldtunnels - da verbaut man sich schon sinnvolle und wichtige Möglichkeiten für einen S-Bahnring, eine Entlastung des Bahnhifs Meidling und einer ordentlichen Aufwertung von S45 und S80, die beide das Potenzial für einen 7,5-Minuten-Takt hätten!

MK

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Du meinst also, dass wir uns Russland, China oder andere Länder mit undemokratischen und diktatorischen Verhältnissen annähern sollten? Oder dass Autofahrerclubs die Möglichkeit haben müssen, Straßenausbauten durchzusetzen.

In Russland oder China wärst du für diesen Post schon ohne Urteil im Häfn verschwunden und als Staatsfeind gebrandmarkt, während du dich in Österreich ganz offen für Verhinderung und Verzögerung einsetzen darfst, da Meinungsfreiheit ein Grundrecht ist. Die mögliche Verzögerung von Infrastrukturprojekten durch Einzelne ist aber kein Grundrecht, genauso wie ein schöner Ausblick vom eigenen Eigentum auf das Eigentum anderer nicht zum Eigentumsgrundrecht gehört. Für tatsächliche Beeinträchtigung des Eigentums würden in dem Modell Entschädigungen gezahlt werden, wie es auch bei anderen Beeinträchtigungen üblich ist, womit das tatsächliche Grundrecht gewahrt bleibt.

Den Begriff "missbräuchliche Klageerhebung" finde ich trotzdem schwierig.

In den USA überziehen Trump und seine Verbündeten wie Musk ihre Gegner gerade mit absurden Klagen, die sie nie gewinnen werden und das auch wissen - aber die Verteidigung bis zum endgültigen Urteil ist für die Gegner so aufwändig und teuer, dass sie sie kaum finanzieren können und entweder ihre anderen Aktivitäten einschränken, oder einem unfairen Vergleich zustimmen müssen, während die Kosten der Klage für Trump, Musk und Co. aus der Portokasse bezahlbar sind. Um solchen Missbrauch der Justiz zu verhindern, braucht es Sanktionen für Kläger, die bewusst nicht zu legitimen Zwecken klagen.
Wanderer, kommst du nach Liechtenstein,
tritt nicht daneben, tritt mitten rein!


Ferry

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Um solchen Missbrauch der Justiz zu verhindern, braucht es Sanktionen für Kläger, die bewusst nicht zu legitimen Zwecken klagen.

Ja, aber wer entscheidet, was legitim und nicht legitim ist?
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

Elin Lohner

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Und wieder gibt es Beschwerden, wegen dem letzten Gerichtsurteil zur Revitalisierung der Verbindungsbahn. :fp:
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Ich finde, dass man, neben der geplanten Remise Seestadt, eine Remise am Gelände des ehemaligen Nordwestbahnhofes errichten sollte.

haidi

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Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

D 3XX

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Und wieder gibt es Beschwerden, wegen dem letzten Gerichtsurteil zur Revitalisierung der Verbindungsbahn. :fp:
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Sollen sie halt, die ordentliche Revision wurde ja auch zugelassen. Wobei das keine Garantie ist, dass der VwGH sie auch inhaltlich behandelt, er ist an den Ausspruch nicht gebunden.

Um solchen Missbrauch der Justiz zu verhindern, braucht es Sanktionen für Kläger, die bewusst nicht zu legitimen Zwecken klagen.

Ja, aber wer entscheidet, was legitim und nicht legitim ist?
Es gäbe da ein Mittel, das einzugrenzen. Man müsste im Gesetz festlegen, dass nur Einwände, die ein gewisses rechtliches Gewicht haben, z.B. in die Verfassungssphäre reichen, also Grundrechte betreffen, relevant sind, alles andere würde schnell zurückgewiesen werden. Damit würde das meiste NIMBY-Mimimi schnell weg vom Fenster sein.
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abc

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Und auch wenn ich es gut finde, dass ein bewilligungsfähiges Projekt jetzt bewilligt ist und auch meine, dass das Verfahren viel zu lange gedauert hat: aus verkehrlicher Sicht ist das ganze reine Geldverschwendung und darf eigentlich nicht umgesetzt werden.

Das hat schon etwas sehr bananenrepublikhaftes. Damit meine ich nicht die verfahrensmäßige Abhandlung, sondern den Umstand, dass ein auf so viel Widerstand stoßendes Projekt um jeden Preis durchgedrückt wird, obwohl es eigentlich teurer Mumpitz ist... Die Kritik sollte also viel mehr an die Politik und die ÖBB infra statt an die Hietzinger gerichtet sein!

"Teurer Mumpitz" ist ja nun wirklich übertrieben. Ja, der Nutzen wäre bei einer Verbindung mit der Vorortelinie auch aus meiner Sicht höher, aber nichtsdestotrotz kommen durch den Umbau zwei neue und sehr sinnvolle Stationen und endlich die Möglichkeit, viertelstündlich auf der S80 zu fahren. Das scheitert nämlich aktuell an der Eingleisigkeit nördlich der Hietzinger Hauptstraße. (Wie kommen eigentlich die Fahrgäste über die Donau um 7:30 Uhr dazu, in völlig überfüllten S80-Garnituren zu stehen, damit bestens vernetzte Herrschaften in Hietzing einen schönen Ausblick aus dem Fenster haben?)

Vielleicht muss man manchmal auch den Spatz in der Hand akzeptieren, wenn man an die Taube am Dach partout nicht herankommt. Vielleicht ist manchmal eine 50-Prozent-Lösung besser als eine 0-Prozent-Lösung.

Ich verwehre mich dagegen, dass das Bahnbudget eine Niveaufreimachung für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger finanziert. Das ist eine Angelegenheit, die die Stadt Wien zu zahlen hat; es geht nicht, das dem Bund unterzuschieben. Und wenn er das schon zahlt, dann bitte für ein sinnvolles Projekt.

Das ist halt schlicht Stand der Technik, Eisenbahnkreuzungen bei einigermaßen stark befahrenen Vollbahnen durch Unter- oder Überführungen zu ersetzen. Ich bin mir sicher, dass es in ländlichen Räumen zahlreiche Beispiele gibt, bei denen weitaus weniger frequentierte Eisenbahnkreuzungen durch niveaufreie Lösungen ersetzt wurden, z.B. entlang der Marchegger Ostbahn.

Nebenbei profitieren an der Hietzinger Hauptstraße und in Speising ja auch ÖBB-Fahrgäste davon. Seitenbahnsteige neben Bahnschranken haben nämlich den großen Nachteil, dass man seinen Zug verpasst, wenn er am anderen Bahnsteig einfährt und eben wegen diesem die Schranken geschlossen werden. Ähnliches gilt übrigens auch für die Fahrgäste des 10ers an der Hietzinger Hauptstraße oder des 60ers in Speising.

Den Begriff "missbräuchliche Klageerhebung" finde ich trotzdem schwierig.

In den USA überziehen Trump und seine Verbündeten wie Musk ihre Gegner gerade mit absurden Klagen, die sie nie gewinnen werden und das auch wissen - aber die Verteidigung bis zum endgültigen Urteil ist für die Gegner so aufwändig und teuer, dass sie sie kaum finanzieren können und entweder ihre anderen Aktivitäten einschränken, oder einem unfairen Vergleich zustimmen müssen, während die Kosten der Klage für Trump, Musk und Co. aus der Portokasse bezahlbar sind. Um solchen Missbrauch der Justiz zu verhindern, braucht es Sanktionen für Kläger, die bewusst nicht zu legitimen Zwecken klagen.

Nennt sich SLAPP und gibt's nicht nur bei Trump und nicht nur in den USA. Der Vergleich hinkt halt trotzdem, weder die ÖBB Infra noch die Republik Österreich müssen existenzielle Probleme fürchten, wenn die NIMBYs sich durchsetzen. Und dennoch kann und sollte man durchaus diskutieren, wie man die Folgen solcher NIMBY-Klagen beschränken kann.

Um solchen Missbrauch der Justiz zu verhindern, braucht es Sanktionen für Kläger, die bewusst nicht zu legitimen Zwecken klagen.

Ja, aber wer entscheidet, was legitim und nicht legitim ist?
Es gäbe da ein Mittel, das einzugrenzen. Man müsste im Gesetz festlegen, dass nur Einwände, die ein gewisses rechtliches Gewicht haben, z.B. in die Verfassungssphäre reichen, also Grundrechte betreffen, relevant sind, alles andere würde schnell zurückgewiesen werden. Damit würde das meiste NIMBY-Mimimi schnell weg vom Fenster sein.

 :up: Das scheint mir ein sinnvoller Ansatz zu sein.

Signalabhängigkeit

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Bei aller Liebe aber mit "Randbahnsteige vs. Inselbahnsteig" rechtfertigt man so eine Investition nicht.

abc

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Bei aller Liebe aber mit "Randbahnsteige vs. Inselbahnsteig" rechtfertigt man so eine Investition nicht.

Es geht nicht um Rand- vs. Inselbahnsteige, sondern darum, dass man heute Pech hat, wenn man z.B. zu knapp vor Abfahrt der S80 Richtung Meidling in Speising von der Preyergasse kommt. Die Schranken sind unten und man kann der S-Bahn bei der Ein- und Ausfahrt zusehen und 30 min warten. Das Thema hätte man bei einem Mittelbahnsteig in ähnlicher Form, nachdem sich die Züge der S80 Höhe Speising begegnen. Und man hätte es auch, wenn man an der Hietzinger Hauptstraße einfach zwei Seitenbahnsteige südlich der Eisenbahnkreuzung platzierte.

Die Betonung bei "Seitenbahnsteige neben Bahnschranken" lag auf den Bahnschranken, nicht auf dem "Seiten".

Außerdem war das bei weitem ja auch nicht der einzige Punkt, den ich zur Rechtfertigung der Investition herangezogen habe, siehe "zwei neue und sinnvolle Stationen" und "15-min-Intervalle auf der S80". Die beiden Punkte finde ich auch viel wichtiger, dass man nun den Weg zur S-Bahn ohne Schrankenschließzeiten besser kalkulieren kann, ist eher ein netter Nebeneffekt.

38ger

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Für ein 15-Minuten-Intervall bräuchte man den Ausbau nicht, der ließe sich auch jetzt schon fahren. Und die zwei zusätzlichen Stationen bräuchten auch keine Hochlage. So ehrlich muss man schon sein!

U4

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Bei aller Liebe aber mit "Randbahnsteige vs. Inselbahnsteig" rechtfertigt man so eine Investition nicht.

Es geht nicht um Rand- vs. Inselbahnsteige, sondern darum, dass man heute Pech hat, wenn man z.B. zu knapp vor Abfahrt der S80 Richtung Meidling in Speising von der Preyergasse kommt. Die Schranken sind unten und man kann der S-Bahn bei der Ein- und Ausfahrt zusehen und 30 min warten. Das Thema hätte man bei einem Mittelbahnsteig in ähnlicher Form, nachdem sich die Züge der S80 Höhe Speising begegnen. Und man hätte es auch, wenn man an der Hietzinger Hauptstraße einfach zwei Seitenbahnsteige südlich der Eisenbahnkreuzung platzierte.

Die Betonung bei "Seitenbahnsteige neben Bahnschranken" lag auf den Bahnschranken, nicht auf dem "Seiten".

Außerdem war das bei weitem ja auch nicht der einzige Punkt, den ich zur Rechtfertigung der Investition herangezogen habe, siehe "zwei neue und sinnvolle Stationen" und "15-min-Intervalle auf der S80". Die beiden Punkte finde ich auch viel wichtiger, dass man nun den Weg zur S-Bahn ohne Schrankenschließzeiten besser kalkulieren kann, ist eher ein netter Nebeneffekt.
Man KÖNNTE aber auch den Schranken "umgehen"   8)
🥒 Haltestelle NEU -  die schlechteste Version seit Beginn der Haltestellen, "Stangln" die fast nicht zu erkennen sind im Bild der Stadt

LH

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"Teurer Mumpitz" ist ja nun wirklich übertrieben. Ja, der Nutzen wäre bei einer Verbindung mit der Vorortelinie auch aus meiner Sicht höher, aber nichtsdestotrotz kommen durch den Umbau zwei neue und sehr sinnvolle Stationen und endlich die Möglichkeit, viertelstündlich auf der S80 zu fahren.

Auch der Nutzen der neuen Stationen ist eingeschränkt dadurch, dass es nicht die sinnhaftere und nachfrageorientierte Nord-Süd-Verbindung gibt sondern die S80 ins Nichts nach Hütteldorf geführt wird. Von Unter-St. Veit gibt es mit dem 53A eine Verbindung dorthin, aus dem Einzugsgebiet der U4 auch diese. Aus Speising kommt man dem 60er und dem 53A zur U4 nach Hütteldorf (was auch immer man dann dort will). In die andere Richtung ist zwar eine leichtere Erreichbarkeit des Meidlinger Bahnhofs und der dortigen Anschlüsse gegeben, dadurch, dass eine S80 nach Hütteldorf nicht die Auslastung für ein dichtes Taktmuster haben wird ist der Nutzen auf die unmittelbare Haltestellenumgebung beschränkt. Die Bereiche abseits der neuen Haltestellen werden zu weiten Teilen mit den bestehenden Routen 10er/60er zu U4/U6 und 60er/62er nach Meidling schneller sein, vor allem wenn sie erst mit Bus und Straßenbahn zu einer Haltestelle mit Viertelstundentakt anreisen müssen. Das Problem der S45 ist, dass sie keine tangentiale Route in den Süden der Stadt und des Umlands herstellt. Das Problem der S80 ist, dass sie keine tangentiale Route in den Norden des Stadtgebiets herstellt. Es ist spektakulär, mit welchem Aufwand hier ineffiziente Lösungen geschaffen werden.

Referat West

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"Teurer Mumpitz" ist ja nun wirklich übertrieben. Ja, der Nutzen wäre bei einer Verbindung mit der Vorortelinie auch aus meiner Sicht höher, aber nichtsdestotrotz kommen durch den Umbau zwei neue und sehr sinnvolle Stationen und endlich die Möglichkeit, viertelstündlich auf der S80 zu fahren.

Auch der Nutzen der neuen Stationen ist eingeschränkt dadurch, dass es nicht die sinnhaftere und nachfrageorientierte Nord-Süd-Verbindung gibt sondern die S80 ins Nichts nach Hütteldorf geführt wird. Von Unter-St. Veit gibt es mit dem 53A eine Verbindung dorthin, aus dem Einzugsgebiet der U4 auch diese. Aus Speising kommt man dem 60er und dem 53A zur U4 nach Hütteldorf (was auch immer man dann dort will). In die andere Richtung ist zwar eine leichtere Erreichbarkeit des Meidlinger Bahnhofs und der dortigen Anschlüsse gegeben, dadurch, dass eine S80 nach Hütteldorf nicht die Auslastung für ein dichtes Taktmuster haben wird ist der Nutzen auf die unmittelbare Haltestellenumgebung beschränkt. Die Bereiche abseits der neuen Haltestellen werden zu weiten Teilen mit den bestehenden Routen 10er/60er zu U4/U6 und 60er/62er nach Meidling schneller sein, vor allem wenn sie erst mit Bus und Straßenbahn zu einer Haltestelle mit Viertelstundentakt anreisen müssen. Das Problem der S45 ist, dass sie keine tangentiale Route in den Süden der Stadt und des Umlands herstellt. Das Problem der S80 ist, dass sie keine tangentiale Route in den Norden des Stadtgebiets herstellt. Es ist spektakulär, mit welchem Aufwand hier ineffiziente Lösungen geschaffen werden.
Um kurz den Punkt mit dem 53A aufzugreifen (ja ich weiß Autobusforum, mir gehts aber um die Fahrzeit).
Seit dem der 53A die Stichfahrt nach Ober St. Veit macht, ist der Weg von der Verbindungsbahn nach Hütteldorf etwas langsamer geworden. Im Vergleich:
S80 Speising-Hütteldorf: 6 min
53A Verbindungsbahn-Hütteldorf (Hacking) 13min + 2min Fußweg (wenn man schnell geht) zum Bahnhof
Fazit: Die S80 ist na no na ned die schnellere Verbindung für Leute, die derzeit umsteigefrei!, von Hütteldorf Richtung Hbf und Osten fahren möchten.
Wer sind solche Leute (weil es ja erwähnt wurde)? Naja ich würde sagen Leute, die in Hütteldorf und weiter westlich wohnen. Hütteldorf ist - auch wenn es der Name glauben lässt - halt kein Dorf sondern DER Dreh und Angelpunkt der Bezirksteile Baumgarten, Hütteldorf, Hadersdorf-Weidlingau und Hacking. Zusätzlich verteilt Hütteldorf die ersten Penderl aus NÖ (U4, S45, S80 oder weiterfahrt Richtung Westbahnhof).

abc

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Für ein 15-Minuten-Intervall bräuchte man den Ausbau nicht, der ließe sich auch jetzt schon fahren.

Nein, eben nicht, weil die Kreuzung der zusätzlichen S80-Züge dann im eingleisigen Bereich zwischen Wienfluss und Hütteldorf erfolgte. (Auch zur Erinnerung: Es ist kein glatter 15-min-Takt, sondern ein 12/18-min-Takt angedacht.)

Und die zwei zusätzlichen Stationen bräuchten auch keine Hochlage. So ehrlich muss man schon sein!

Mit allen genannten Nachteilen für die Erreichbarkeit der Station, zumal, wenn die Schranken noch häufiger geschlossen sind. Es wäre z.B. davon auszugehen, dass die Schranken bereits vor Einfahrt des Zuges Richtung Hütteldorf geschlossen würden, Stichwort Schutzweg.

Ja, eine Unterführung für Fußgängerinnen und Fußgänger wäre auch möglich - nur wäre die (inklusive doppelt so vielen Aufzügen) auch nicht kostenlos zu haben. Die Kosten mögen niedriger sein, der Nutzen auch. Es ist außerdem zu befürchten, dass eine ebenerdige Querung der Bahntrasse auch für den MIV und den Radverkehr kaum noch möglich wäre. Dann ist es eben schlicht das Verursacherprinzip, dass die Bahn die Kosten für eine Höherlegung trägt. Die Alternative, eine Straßenunterführung samt Rampen beiderseits der Bahntrasse, ist städtebaulich jetzt auch nicht wirklich verlockend.

Seltsamerweise hat sich niemand über die Hochlage der neuen Station Ebreichsdorf aufgeregt. Wie viele Menschen wohl pro Tag zwischen Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf unterwegs sind, dass die Straße unbedingt erhalten werden musste? Hätten es da nicht P&R-Anlagen beiderseits des Bahnhofs und eine Zugangsunterführung auch getan?

Und dort sind wir am Feld. Aber wenn man in einem gewachsenen Stadtgebiet plötzlich das nachholt, was in vielen Großstädten (und auch bei der Wiener Stadtbahn!) schon vor 120 Jahren geschehen ist, Neu- oder Umbau der Trasse ohne Eisenbahnkreuzungen, ist das Geldverschwendung. Man kann eigentlich fast froh sein, dass die Vorortelinie direkt unabhängig vom Straßenland ausgeführt wurde, sonst müsste man heute um jeden Abschnitt kämpfen, der umgebaut wird. Wäre die Verbindungsbahn 20, 30 Jahre später gebaut worden, sähe sie aus wie die Vorortelinie und niemand würde ernsthaft in Frage stellen, dass diese vom übrigen Verkehrsgeschehen getrennte Verkehrsführung sinnvoll ist. Vielleicht gäbe es sogar noch eine Straßenbahn nach Ober St. Veit...

"Teurer Mumpitz" ist ja nun wirklich übertrieben. Ja, der Nutzen wäre bei einer Verbindung mit der Vorortelinie auch aus meiner Sicht höher, aber nichtsdestotrotz kommen durch den Umbau zwei neue und sehr sinnvolle Stationen und endlich die Möglichkeit, viertelstündlich auf der S80 zu fahren.

Auch der Nutzen der neuen Stationen ist eingeschränkt dadurch, dass es nicht die sinnhaftere und nachfrageorientierte Nord-Süd-Verbindung gibt sondern die S80 ins Nichts nach Hütteldorf geführt wird. Von Unter-St. Veit gibt es mit dem 53A eine Verbindung dorthin, aus dem Einzugsgebiet der U4 auch diese. Aus Speising kommt man dem 60er und dem 53A zur U4 nach Hütteldorf (was auch immer man dann dort will). In die andere Richtung ist zwar eine leichtere Erreichbarkeit des Meidlinger Bahnhofs und der dortigen Anschlüsse gegeben, dadurch, dass eine S80 nach Hütteldorf nicht die Auslastung für ein dichtes Taktmuster haben wird ist der Nutzen auf die unmittelbare Haltestellenumgebung beschränkt. Die Bereiche abseits der neuen Haltestellen werden zu weiten Teilen mit den bestehenden Routen 10er/60er zu U4/U6 und 60er/62er nach Meidling schneller sein, vor allem wenn sie erst mit Bus und Straßenbahn zu einer Haltestelle mit Viertelstundentakt anreisen müssen. Das Problem der S45 ist, dass sie keine tangentiale Route in den Süden der Stadt und des Umlands herstellt.

Ist ja alles richtig, und trotzdem ist doch die realistische politische Alternative zum derzeit geplanten Umbau nicht die Durchbindung zwischen Verbindungsbahn und Vorortelinie, sondern der jetzige Zustand auf Jahrzehnte hinaus, inklusive 30-min-Takt auf der S80 in der Donaustadt.

Das Problem der S80 ist, dass sie keine tangentiale Route in den Norden des Stadtgebiets herstellt. Es ist spektakulär, mit welchem Aufwand hier ineffiziente Lösungen geschaffen werden.

Sollte man sich in 15 oder 20 Jahren doch entscheiden, eine Durchbindung zwischen S45 und S80 zu bauen, wären die meisten Investitionen in die Verbindungsbahn doch nicht verloren (zumindest nicht südlich der Hietzinger Hauptstraße). Die beiden neuen Stationen wären weiterhin sinnvoll (sogar noch sinnvoller als heute), die Entflechtung zwischen Bahn und anderen Verkehrsmitteln weiterhin vorhanden. Es würde doch nicht alles abgerissen werden. Nur ein Bruchteil der 500 Mio. EUR wäre dann teilweise verloren, zumal bis dahin ein Teil der Investitionen bereits abgeschrieben ist.

Bei der wahrscheinlich kürzesten Autobahn Österreichs (vielleicht sogar Europas?), der A26 zwischen nördlichem und südlichem Donauufer in Linz, käme doch auch niemand auf die Idee, ihre Kosten an ihrem derzeitigen Nutzen zu bemessen. Auch der 27er hätte noch nicht gebaut werden dürfen, wenn man seinen aktuellen Nutzen zugrundelegt. Und genauso sind die Investitionen in die Verbindungsbahn eine Investition für Jahrzehnte, wenn nicht mindestens ein Jahrhundert.

Um kurz den Punkt mit dem 53A aufzugreifen (ja ich weiß Autobusforum, mir gehts aber um die Fahrzeit).
Seit dem der 53A die Stichfahrt nach Ober St. Veit macht, ist der Weg von der Verbindungsbahn nach Hütteldorf etwas langsamer geworden. Im Vergleich:
S80 Speising-Hütteldorf: 6 min
53A Verbindungsbahn-Hütteldorf (Hacking) 13min + 2min Fußweg (wenn man schnell geht) zum Bahnhof
Fazit: Die S80 ist na no na ned die schnellere Verbindung für Leute, die derzeit umsteigefrei!, von Hütteldorf Richtung Hbf und Osten fahren möchten.
Wer sind solche Leute (weil es ja erwähnt wurde)? Naja ich würde sagen Leute, die in Hütteldorf und weiter westlich wohnen. Hütteldorf ist - auch wenn es der Name glauben lässt - halt kein Dorf sondern DER Dreh und Angelpunkt der Bezirksteile Baumgarten, Hütteldorf, Hadersdorf-Weidlingau und Hacking. Zusätzlich verteilt Hütteldorf die ersten Penderl aus NÖ (U4, S45, S80 oder weiterfahrt Richtung Westbahnhof).

Gut, ein Großteil der Verkehre würden bei einer Durchbindung durch eine Station Unter St. Veit und die Station Penzing genauso abgedeckt werden. Natürlich hätte man dann keinen Umstieg mehr aus der Jägerwaldsiedlung zur S80 - genauso wie durch die Führung der U6 nach Floridsdorf der 38A nicht mehr direkt an Züge Richtung Gürtel angebunden ist. Aber ÖV ist eben ein Kompromiss.